IV
Verkündiger des Evangeliums mit Spott und Ver- läumdung.
2. Unsittliche Schriften. — Diese regen die Sinnlichkeit des Lesers auf, beflecken seine Einbildungskraft mit unreinen, schlüpfrigen Bildern, schmük- ken die Geschlechtsliebe mit lieblichen Farben, nennen schwere Sünden der Unkeuschhcit leicht verzeihliche Schwäche oder kleiden wohl gar die Wollust mit dem Scheine der Tugend.
3. Die dritte Klasse tritt nicht so offen die Gesetze der Sittlichkeit mit Füßen, ist jedoch keines- wegeS unschädlich. Abgesehen davon, daß in den Schriften dieser Art Selbstmord, Zweikampf, Feindschaft, Rachsucht, ein lächerlicher, mit gespreiztem Wesen und prahlerischen Worten einhcrschreitcnder Heldenmuth und anderes, was den Vorurtheilen und Leidenschaften des Menschen schmeichelt, als gut, empfchlenswcrth und nachahmungswürdig dargcstellt wird, haben sie auf denjenigen, der sie ohne Auswahl fleißig liest, einen nachtheiligen Einfluß. Sie führen den Leser in eine Welt, die nirgends eristirt; er begegnet den Abendtcucrn und Gestatten, die seine Lektüre ihm zeigte, nirgends, und statt die Hoffnungen und Vorstellungen seiner verbildeten Phantasie verwirklicht zu finden, fließt sein Leben unter ganz alltäglichen Geschäften unbeachtet dahin. Dieser Zusammenstoß seiner
