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Dieses Alles gestand der Thater in mehreren Verhören, welche in dem Zeit-
raume von vier Wochen mit ihm vorgenommen wurden. Nachdem er die Tröstung
der Religion erhalten, wurde er durch die Guillotine rom Leben zum Tode gebracht.
Seiue.Fr.au aber als Mitschuldige zur lebenslänglichen Zuchthausstrafe verurtheilt.
So du thuest an Andern, so werde auch dir geschehen hier und dort.
Ies. Kap. 4 . V- 14-
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1 .
Vernehmt mit Schaudern die Geschicht,
Alle die ein menschlich Herz
Im Busen fühlen, und das Licht
Der Wahrheit immer hoch geschätzt-
Hütet euer Herz vor Laster,.
Und seid fromm und tugendhaft,
Damit euch der dose Meister
Nicht bringt in Gewiffenshafr.
2 .
Höret nur wie Gottes Allmacht,
Herrscht im Himmel, wie auch hier,
Wie Er. über Alles wacht,
Und fiüstert stets zu dir:
Mensch! sei behutsam immer,
Und verletz' nicht das Gesetz,
Honst bist meines Zornes Tnunmer,
Und der Holle. Peingescha'tz.
3.
In der schönen Rheinstroms Gegend,
Nahe bei der Festung Mamz,
Wohnt' em Wirth ohne Tugend,
Der Eichen-Wcrth hieß er einst.
Ein Vater von rohen Sitten,
Würgt sechs un'd dreißig mit Hohn,
Unachtsam auf ihre Bitten,
Endlich auch den eig'nen Sohn.
4.
Ern Viehhändler kam aus Straßburg,
In die Gegend nah' zum Rhein,
Da sich nahte die Dämmerung,
Kehrte er im Gasthaus ein.
Freundlich lächelte der Wirrh,
Seinem Gasteelitgegen,
Kein Trug schien auS seinem Gesicht
Zu verrathen das Vergeh'«.
5.
Von der Reise ganz ermüdet,
Sehnt sich der Kaufmann znr Ray',
Da der Wwth ihm gut' Nacht wünschet,
Geht fort macht die Thüre zu;
Aber er gewahrte zugleich
Eine Brieftasche mit Geld,
Beschloß augenblicklrch und schleicht
Ihn zu schaffen aus der Welt.
6.
Eben schlug die zwölfte Stunde,
Kaufmaun steigt voin Bert' um Licht,
Und beinerkt im fernen Grunde
Eilt' Schatten, er tauscht sich r^cht.
Es war der Sohn des bösen Wcrrhe»,
Der dein Trunk ergeben war,
Der Gast vermurhet hier viel Irres,
. Und kriecht unters Lager gar.
7.
Da kam der Sohn mit einem Licht
Durchs Fenster hergekrochen,
Legt ungestört des Körpers G'wichc
Ins Bett um nicht zu horchen,
Da kam der Wn-th mir einem Dolch,
Den er schon recht geschliffen,
Stößt seinem Sohn damit ein Loch,
^8lrd aber bald ergriffen.
6 .
Der Kaufmann schreit jetzt ganz verwies,
Um Gottes Herrn Willen,
Wenn Menschenhilf' nicht kommen wird,
Muß ich's Leben verlieren!
Der Mörder ward gleich eingezogen,
Er bekannte sein Vergehn;
Die Strafe ward an ihm vollzogen,
- So mußte er von hier gehen.
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