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Erstes Capitel.
Von den Fischen im Allgemeinen.
Da ich mir vorgenommen habe, in diesem Werke von dem Fange
derbei uns einheimischen Süßwasserfische zu sprechen, so ist es nölhig,
zugleich die Naturgeschichte eines Jeden derselben zu geben und von
seinen Erkennungs-Merkmalen zu sprechen. Zuvor mußte ich
jedoch von den Fischen im Allgemeinen, ihrer Natur, ihrem Leben
und ihren Eigenheiten, das Nöthige anführen.
Was die Saugethiere und Vögel unter den Landthieren sind,
das sind die Fische unter den Wasserbewohnern, das Höchste, das
Ausgebildetste der Wasserwelt. Schon zeigt Vieles im Körperbau
auf die Andeutungen der Füße und Hände, ihr Blut ist roihgefärbt,
wie das der Saugethiere, nur erhebt sich seine Wärme nicht viel
über die Warme des Wassers, in welchem sie leben. Die meisten
sorgen für die Fortpflanzung ihrer Art durch Eier, welche sie nicht,
wie die Vögel, selbst ausbrüten, sondern dieses Geschäft, gleich den
Amphibien, der Luft und den Sonnenstrahlen überlassen. Indes¬
sen kommen auch einige wenige lebendig gebärende Fische, z. B. der
Aal, die Aalmutter u. a. vor.
Alle Fische haben sich im Aeußern noch nickt völlig von dev
Pflanzengestalt losmachen können. Sie zeigen Ähnlichkeit mit
den Schilfen (aalartige Fiscbe) oder mit den Bäumen (Haysische),
oder mit kugeligen Gewächsen (Bullen). Die äußere Bedeckung
des Fisches erinnert an die Schichten der Erdrinde und an die
Rinden der Bäume. Seiten ist der Körper mit einer glatten Haut
oder mit einer darüber befindlichen Schlcimdecke bekleidet (nackte
Fische), gewöhnlich bedecken ihn regelmäßig geschichtete Schilder
oder Schuppen von halbkreisförmiger Gestalt (Schuppensische), und
liegen entweder dicht an (glatte Fische), oder stehen wegen ihrer
Größe etwas ab (Schuppensische). Bisweilen sind die Schuppen
mit Spitzen und Knöpfen besetzt (Nagelsische), oder sie bilden breite
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