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I.
Der junge Apfelbaum.
Eine dramatische Erzählung.
Äer muntere Gottfried, ein herrlicher Junge,
der nun zum siebenten Mahl das Wiederaufleben des,
eben so jungen, Jahres erlebt hatte, eilte den Fu߬
steig hinan, der in den von seinem Vater mit Frucht¬
baumen bepflanzten Hügel hinauffuhrte. Ein kleiner
Schatthut bedeckte seine flachsweiße, sich sanft kräu¬
selnde , Locken. Die Hand war mit einer kleinen Hacke
bewaffnet; am Arm hieng ein weites Körbchen. Sein
hellblaues Aug funkelte von großen Entschlüssen und
noch großem Erwartungen. Das niedliche Nettchen,
seine Gespielin und Freundin, die zwey Sommer mehr
zahlte als er, und eben längs der Gartenmauer einen
Schatz von bescheidenen Veilchen und honigreichen
Schlüsselblümchen entdeckt hatte, welche sie emsig in
ihre Schürze sammelte, sah' das Knäbchen vorbey-
eilen. Wohin, Gottfried, rief sie ihm nach.
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