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Bibliographic Metadata

Title
Ms. Ff. Mus. 1028 - Am 4ten Sontag nach Trinitatis : Gebet, so wird pp / [Georg Philipp Telemann]
Undissociated Title
Gebet, so wird euch gegeben
ComposerTelemann, Georg Philipp
LibrettistNeumeister, Erdmann
Published[Frankfurt am Main] : [Verlag nicht ermittelbar], [1726]
Description16 Stimmen
Annotation
16 parts: 2, 2, 1, 2, 2, 2, 2, 2, 2, 4, 2, 2, 3, 2, 4, 2f. - S, A, A rip, T, B, B rip, vl 1, 2, vla, vla da gamba (3x), b, bc (2x), fag, Abschrift: 1726 (1726); 20,5 (22) x 33 (35,5) cm. - Besetzung: S, A, T, B, vl (2), vla, vla da gamba, vlc, b, fag, bc. - Aufführungen: 1726 Hamburg. - Bemerkungen: B-Stimme ist autograph. - Continuo in e. - Text: Neumeister, Erdmann <1671-1756> (Quelle: RISM)
Gebet, so wird euch gegeben
LanguageGerman
URL
Electronic Edition
Frankfurt am Main : Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, 2019
URNurn:nbn:de:hebis:30:2-347134 
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Reference
IIIF
Classification
Description

[TEI]

Der Text ist den Stimmen entnommen.
TVWV 1:580
1. Dictum
Gebet, so wird euch gegeben.
Wie ihr gebet, wird Gott eben
euch mit gleichem Maaße geben.
2. Recitativo (Basso)
Der Arme schreyt, in seiner Dürfftigkeit.
doch schreyt er tauben Ohren.
Hat denn die Liebe gantz
sich aus der Welt verlohren?
Die doch der Christen Licht und Glantz
in ihrem Wandel sollte seyn.
Viel Hertzen sind gar härter noch wie Stein,
viel Sinnen sind wie Eiß gefrohren:
theils hat der Geitz,
theils hat die Üppigkeit bezaubert und besessen;
der Armen aber wird vergessen.
3. Recitativo (Tenore)
Ach! Hunde liebt man wohl
und thut denselben schön,
doch Gottes Kinder läßt man
bloß und nackend stehn;
Gott locket und gebeut,
erinnert sie der Pflicht,
verheißet und verspricht,
daß er mit reichen Schätzen
die Wohlthat will ersetzen;
doch ist vor Ihm
bey ihnen kein Credit.
4. Recitativo (Alto)
Was wunder, wenn er auch den Seegen
hernach entzieht
und seinen Fluch muß auf den Mammon legen?
daß er wie Spreu zersteubet
und nicht biß auf den dritten Erben bleibet.
5. Aria (Canto)
Doch schencket man
nur einen Waßertrunck
mit Liebes-Händen ein,
so sols vor ihm genung
und wohl belohnet seyn.
6. Aria (Basso)
Wer des Armen sich erbarmt,
ei, der ist noch nie verarmt,
Arme sind ja Christi Glieder.
Wird denselben Guts gethan,
das nimmt Gott sich selber an,
und beschert es reichlich wieder.
Denn der ist noch nie verarmt,
der des Armen sich erbarmt.
7. Tutti
Es ist noch keinem nichts bey Gott im Reste blieben
vor seinen Augen steht das Wiedergelt geschrieben.
Nachdem man Bößes stifft,
nachdem man Gutes thut,
so folget mit der Zeit der Lohn,
auch böß und gut.
8. Recitativo (Tenore)
Ihr Reichen, schließet doch
den Kasten und die Hände,
den armen Nächsten auf,
und machet euch am Geben
und am Wohlthun reich,
damit der Höchste Gott
darauf von oben seine Fülle sende,
wie ist das Geld wohl beßer anzulegen,
als wenn man Gott auf Zinse leiht,
denn unaussprechlich ist der Seegen,
so hier als dort in Ewigkeit.
9. Recitativo (Alto)
Wohlan mein Gott,
erfülle mein Gemüthe,
mit Liebe, Huld und Güte,
die sich zum Armuth neiget,
und nach Vermögen ihm
ein mildes Hertze zeiget,
wann ich ja keine Gabe
an Gold und Silber habe
so laß mich ihm
mit Freundlichkeit begegnen,
und es mit Rath und Troste seegnen,
der ihm in deiner Krafft gedeyt,
ich mag gar nichts dafür.
Es ist ja meine Schuldigkeit,
und meine Pflicht im Leben,
doch wilt du mir was geben,
so gieb dich selber mir.
10. Aria (Basso)
Wer sich in milden Wercken übet,
ist wie ein reicher Quellen Guß.
Ob der viel Waßer von sich giebet,
so bleibt ihm doch ein Überfluß.
Gott mehrt durch seinen Wunder-Seegen,
was man den Armen Gutes thut,
und bey den Güthern und Vermögen,
bleibt er das höchst- und beste Guth.
7. Tutti
11. Tutti
1. Dictum