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Bibliographic Metadata

Title
Ms. Ff. Mus. 748 - 2 post Epiph. der Brandenb. Jahrg. / [Georg Philipp Telemann]
Undissociated Title
Ach, wie so lang, ach Herr
ComposerTelemann, Georg Philipp
OtherKönig, Johann Balthasar ; Bodinus, Johann Christoph
Published[Frankfurt am Main], [1724]
Description14 Stimmen
Annotation
11 parts: 1, 1, 1, 2, 1, 1, 2, 2, 1, 1, 2f. - S, A, T, B, vl 1, 2, vlc, org, ob 1, 2, calcedon, Abschrift: 1724 (1724c); 20,5 (21,5) x 34 cm, Schreiber: Bodinus, Johann Christoph <1690-1727> [ermittelt], 2 parts: 2, 2f. - org, directorium, Abschrift, Schreiber: König, Johann Balthasar <1691-1758>, 1 parts: 1f. - vla, Abschrift, Schreiber: Copyist. - Besetzung: S, A, T, B, vl (2), vla, vlc, ob (2), org, calcedon. - Aufführungen: 1724 Hamburg. - Bemerkungen: org in f und d. - Auf Direktionsstimme und vla-Stimme befinden sich nicht zur Kantate gehörende Stücke
Kantatenjahrgang: Brandenburg-Jahrgang 1723/24
Ach, wie so lang, ach Herr
LanguageGerman
Keywords
URL
Electronic Edition
Frankfurt am Main : Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, 2019
URNurn:nbn:de:hebis:30:2-355591 
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Reference
IIIF
Classification
Description

[TEI]

Der Text ist den Stimmen entnommen.
TVWV 1:40
1. Aria (Tenore)
Ach, wie so lang, ach Herr, wie lange,
wie lange sieht dein Angesicht
die Gröse meines Jammers nicht?
Der Schall von meinem Klaggesange
durchdringt der Wolcken schwer Gewicht;
wie lange hört dein Ohr es nicht?
Mich drückt mit einem harten Zwange
manch Unglück, das wohl Eisen bricht
wie lange brichts dein Hertze nicht.
Um Trost wird meiner Seelen bange,
so ists dein Wort, das Trost verspricht;
wie lange folgt die Wirckung nicht?
Ach wie so lang, ach Herr, wie lange!
2. Recitativo (Basso)
Zu Cana war ein Hochzeitfest,
und du mein Heyland selbst
warst auch darzu geladen;
wie? daß sich da kein Überfluß der Gnaden,
vielmehr ein Mangel spüren lässt?
Auff ein, dem Ansehn nach,
nicht ungerrechtes Bitten,
erfolgt doch kein gehofftes Ja:
der Glaube wird vielmehr
durch dieses Wort bestritten,
daß deine Stunde noch nicht da.
Ach Herr! die Ankunft deiner Stunde
wie all zu sehr verzögert sie sich oft!
Mann fleht zu dir mit Hertz und Munde,
mann sehnt sich, wartet, wünscht und hofft;
und die erbethne Gnaden=Zeit
war, ist und bleibt noch immer weit.
Getreuer Bräutigam der dir verlobten Hertzen,
wenn du solang entfernet bist,
soll das die bange Braut nicht schmertzen,
die voller Furcht und Sehnsucht ist?
Liebreicher Vater deiner Kinder!
Wenn ihre Noth dir nicht zu Hertzen geht,
ob denn wohl diß, daß ihre Hoffnung minder,
ihr Zweiffel gröser wird, mitrecht zu tadlen steht?
doch nein, mein Helffer! Nein;
auch selbst dein Auffschub ist zu loben;
denn dieser zeigt uns nur die Proben,
der Gott Gelassenheit, der Demuth, der Gedult;
nicht die Verändrung deiner Huld,
drum soll mich auch, mein Leiden zu entdecken,
kein Zweiffel, keine Furcht erschrecken;
und dann will ich geruhig seyn.
3. Aria (Alto)
Ja, ia diß eine will ich wagen,
vielleicht, mein Heyland, zürnst du nicht.
Ich will zwar in gelassener Stille
geruhig warten, biß dein Wille
ein Trost und Hülffreich Machtwort spricht.
Doch will ich, wenn mir was gebricht,
es dir mit sanfften Worten sagen.
Da capo
4. Recitativo (Canto)
Es wird an Wein gebrechen,
mehr sprach Maria nicht;
mehr will ich auch nicht sprechen,
wenn mich ein banger Kummer quählt,
weyl diß und ienes fehlt.
Vielleicht daß auch all hier
die Hülffe bald erscheinet,
die dort den Mangel doch zu letzt,
mit reichem Überfluß ersetzt.
Ich weiß, daß Menschen und Vieh geweinet
weyl Erd und Himmel trocken war;
der Sonnen Brand war starck;
das Land war ausgesogen;
manch Auge trüb in dem die Lufft zu klar;
und plötzlich ward es offenbahr
daß seiner Creatur der Schöpfer doch gewogen:
Ein kühler Regen fiel herab,
der dennoch, weyl sein Fall
die rechte Zeit getroffen,
Erquickung, Frucht und Reichthum gab.
Auff dann mein Hertz !
sey unermüdt im Hoffen;
Gott bleibet gütig und getreu;
und will sein weiser Schluß
dir itzund Wermuth schencken,
so dencke, daß nach bittern Träncken,
der Honig desto süsser sey.
5. duetto (Tenore, Bassus)
Je völler das Wasser in steinernen Krügen,
ie reicher ist nachmahls der stärckende Wein.
Auffmercksame Seele, was lehret uns diß.
Es machet den Christen die Hoffnung gewiß,
daß endlich an Gröse das letzte Vergnügen
der ersten Betrübniß pflegt ähnlich zu seyn.
Da capo
6. Choral
Die Hoffnung wart’t der rechten Zeit,
die Gottes Wort zusaget,
Wenn das geschehen soll zur Freud,
setzt Gott kein gewisse Tage.
Er weiß wohl, wenns am besten ist,
er braucht an uns kein arge List,
daß solln wir ihm vertrauen.