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Bibliographic Metadata

Title
Ms. Ff. Mus. 970 - IV. Advent / [Georg Philipp Telemann]
Undissociated Title
Erster Anfang, letztes Ende
ComposerTelemann, Georg Philipp
OtherKönig, Johann Balthasar ; Beck, Heinrich Valentin ; Bodinus, Johann Christoph ; Seibert, Johann Conrad
Published[Frankfurt am Main], [1723]
Description1 Partitur (6 Blätter), 5 Stimmen
Annotation
Score: 6f., Manuscript copy: 1723 (1723); 21 x 35,5 cm, Schreiber: Beck, Heinrich Valentin <1698-1758> [Ascertained], part - org, Umfang Stimmenmaterial: 2f., Manuscript copy, Seibert, Johann Conrad, 3 parts - vlc, cemb, calcedon, Umfang Stimmenmaterial: 2, 2, 2f., Manuscript copy; 20,5 (21) x 33,5 (34,5) cm, Bodinus, Johann Christoph, Bemerkungen zum Material: vocal parts, vl 1, 2, vla, ob 1, 2 missing, part - org, Umfang Stimmenmaterial: 2f., Manuscript copy, König, Johann Balthasar. - Besetzung: V (2), vl (2), vla, vlc, bc. - Bemerkungen: Die Kantate hat mehrere Besetzungshinweise. - Singstimmenbezeichnungen in der Partitur von Johann Christoph Fischer. - Am Choralbeginn Vermerk in einer org-Stimme: "Mel. Jesus meine Freude p". - Das Stimmenmaterial wurde ursprünglich unter der Signatur Ms.Ff.Mus. 2005 aufbewahrt. - Bemerkungen zu den Aufführungen: Performance date: 1723 Hamburg. - Weitere Signatur: Ms.Ff.Mus. 2005 (Quelle: RISM)
Erster Anfang, letztes Ende
LanguageGerman
Keywords
URL
Electronic Edition
Frankfurt am Main : Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, 2019
URNurn:nbn:de:hebis:30:2-371618 
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Reference
IIIF
Classification
Description

[TEI]

Der Text ist der Partitur entnommen.
TVWV 1:475
1. Aria (Soprano)
Erster Anfang, letztes Ende
ewigs A, unendlichs O!
Dein Gewesen-Seyn, dein Kommen
und dein Gegenwärtig-Seyn
hat mit Furcht mich eingenommen,
nimt mich auch mit Demuth ein.
Mit erfreulichem Entsetzen,
mit erstaunendem Ergetzen
denck‘ ich zitternd und doch froh:
erster Anfang, letztes Ende,
Da capo
2. Recitativo (Alto)
Er ists, der nach mir kommen wird,
und welcher vor mir ist gewesen:
so lässt die Schrifft, die niemals irrt,
uns von Marien Sohn Johannis Zeugniß lesen.
Hinweg, Vernunfft, und was dein Zweifel spricht;
dem Glauben kömt es zu, daß er die scharffen Blicke
in diß Geheimniß-reiche Licht,
wie in die Sonn ein Adler schicke.
Ihm zeigt sich hier, dein Auge fasst es nicht,
ein immerwährendes unwandelbahres Heute
der stets gewesnen Ewigkeit,
da der als Gott, von Gott, gezeugt wird vor der Zeit,
der uns auch in der Zeit, als Mensch gezeugt, erfreute.
Ihm stellt sich hier im Fleische dar,
gewesen vor der Welt und doch zur Welt gebohren,
gebohren ohne Schuld und doch zur Straf erkohren,
das Wort, was anfangs schon bey Gott und selbst Gott war.
Kein Wunder, wenn bey diesem Wunder
die Ehr in uns Wohnung nimmt,
und doch zugleich des Hertzens Zunder
von Funcken reger Freude glimmt.
Die Freud erhebt den muntern Ton
der hochgestimmten Jubel Lieder,
und preist damit des Menschen Sohn;
die Ehrfurcht dämpft ihn wieder,
fälttieff gebückt zur Erden nieder,
und ehrt dadurch der Gottheit Thron.
Ach Aufgang aus der Höh!
Erniedrigt Heyl der Frommen!
Laß dieser Wahrheit hellen Schein,
daß du vorhin gewest, und auch nachher gekommen,
in mir ein Licht zur Demuth seyn.
Hilf, daß mein Geist dich, ewger Sohn des Höchsten,
sich immerdar vor Augen stellt.
Dann auch von mir und meinem Nächsten
nur dencket, was dir wohlgefällt.
3. Aria (Basso)
Von Gott, von sich, von andern sprechen
und nie der Wahrheit Reguln brechen,
erleichtert uns der Demuth Pflicht.
Wohl dem, der Gott für Gott erkennet,
Ruhm-würdge Menschen rühmlich nennet,
und zu sich selbst, wer bist du? spricht.
Da capo
4. Recitativo (Tenore)
Wer ist mein Heyland?
Mensch und Gott, der mitten unter uns getretten,
auf daß er nun erhöht nach Niedrigkeit und Spott,
verdienstlich könte für uns beten.
Wer ist mein Nächster?
Gottes Knecht,
der bloß, nachdem es ihm beliebet,
durch unumschränckte Gnad,
und nicht erworbenes Recht,
Beruff und Ehr und Vörzug giebet;
daher ich, was er dem verliehn,
mir nicht anmaßen kann,
und ihm nichts darf entziehn.
Wer bin ich selbst?
Ach Herr! was soll ich sagen?
Es fällt mir diß und jenes bey:
denn will ich mein Gewißen fragen,
so heists, daß ich ein Sünder sey.
Erblick ich mein vergänglich Leben,
so muß mir Stim und Schall,
die in der Lufft vergehn,
ein Bildniß meines Wesens geben.
Schau ich inzwischen doch zurück
auff Ehre, Nahrung, Stand und Glück:
o was für Wunder kan ich sehn?
Wie ist mir soviel Guts geschehn!
Die Ehre, mich dein Kind zu nennen,
die Nahrung, die mich tränckt und speist,
der Stand, der Menschen nützt
und dich, mein Schöpffer, preist,
das Glück, mein Hertz vergnügt zu kennen,
wer hat mir alles zu gewandt?
Ach Herr! nur du allein; es kömt von deiner Hand.
Diß soll mich denn zur Demuth leiten,
auch künfftig zur Gedult bereiten,
wo ich einmahl nach deinem Rath und Sinn
in dieser Welt ein Ziel der Trübsal bin.
Es bleibt doch wohl gewiß,
daß sie der Wüste gleichet,
daraus man nur durch Müh und Noth,
und endlich selber durch den Tod
des Himmels Canaan erreichet.
5. Aria (Tenore, Basso)
Auch mitten in dem besten Leben
sind wir mit Sorg und Furcht umgeben
doch tritt auch Jesus mitten ein.
Die Allmacht kan das Leiden hindern,
die Güte will den Jammer lindern,
drum soll die Hoffnung freudig seyn
auch mitten im Unglück und mitten im Sterben.
Das allerglückseeligste Leben zu erben.
6. Choral
Unter deinen Schirmen
[bin ich vor den Stürmen
aller Feinde frei.
Laß den Satan wittern,
laß den Feind erbittern,
mir steht Jesus bei.
Ob es itzt gleich kracht und blitzt,
ob gleich Sünd und Hölle schrecken:
Jesus will mich decken.]