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Bibliographic Metadata

Title
Ms. Ff. Mus. 971 - Am 2. Adve / [Georg Philipp Telemann]
Undissociated Title
Ertönet bald herrlich, ihr letzten Posaunen
ComposerTelemann, Georg Philipp
LibrettistSchubart, Tobias Henrich
Published[Frankfurt am Main], [zwischen 1731 und 1741]
Description16 Stimmen
Annotation
16 parts - S, A, T, B, vl 1, vl 2 (2x), vla, vlc, org (2x), ob, cor, cor da caccia, trb, calcedon, Umfang Stimmenmaterial: 1, 1, 1, 1, 1, 1, 1, 1, 2, 1, 2, 1, 1, 1, 1, 2f., Manuscript copy: 1731-1741 (1731-1741); Different sizes. - Besetzung: S, A, T, B, vl (2), vla, vlc, ob, cor (2), trb, org, calcedon. - Bemerkungen: einzelne Instrumente in verschiedenen Tonarten. - Bemerkungen zu den Aufführungen: Performance date: 1741 Frankfurt am Main. - Textdichter: Schubart, Tobias Heinrich <1699-1747> [Ascertained] (Quelle: RISM)
Kantatenjahrgang: Fortsetzung des Harmonischen Gottesdienstes 1731/32, Textdichter: Tobias Heinrich Schubart
Ertönet bald herrlich, ihr letzten Posaunen
LanguageGerman
Keywords
URL
Electronic Edition
Frankfurt am Main : Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, 2019
URNurn:nbn:de:hebis:30:2-373069 
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Reference
Classification
Description

[TEI]

Der Text ist den Stimmen entnommen.
TVWV 1:476
1. Aria (Basso)
Ertönet bald herlich, ihr letzten Posaunen,
laßt Erde, laßt selber den Abgrund erstaunen!
Der Glaube steht feste, wenn alles gleich fällt.
Ihr Kräffte der Himmel,
bewegt euch mit Krachen,
den Bösen zum Winseln,
den Frommen zum Lachen!
erscheine, du prächtiger Richter der Welt!
Da capo
2. Recitativo (Tenore, Soprano)
(Tenore)
Ja komm, ach komm doch, güldne Zeit,
der frohen Ewigkeit!
So komm ich von der Welt gantz wüsten Bahn,
in meines Jesu Canaan.
Es hat in dieses Lebens trüben Nacht,
die mehr als tausendfache Noth verdunckelt Noth verdunckelt,
mein sehend Auge sich
recht müde schon gewacht.
Darum, wie gerne führ ich fort
an den von Jesu mir beschiednen Ort,
wo selbst die frohe Schaar,
als eine helle Sonne,
voll Seeligkeit,
voll Himmels Pracht
und Wonne
mit ungezehlten Strahlen blitzt und funckelt.
(Soprano)
Ach nein! Mit dieser Sehnsucht
stimmt mein Wünschen gar nicht ein,
denn wer erschrickt wohl nicht vor dem,
was selbst der Mund der Wahrheit spricht.
3. Dictum (Tenore)
Und es werden Zeichen geschehn
an der Sonne, und Mond und Sternen,
und auf Erden wird den Leuten bange seyn
und werden zagen.
Und das Meer und die Wasser-Wogen
werden brausen.
4. Aria (Alto)
Des wütenden Meeres betäubendes Brausen
erwecket mir itzt schon ein schüchterndes Grausen;
was wird doch als denn sein Getöse nicht thun?
Mein Hertze will immer, durch bloßes Betrachten,
vor Furcht und vor Warten der Dinge verschmachten;
wer träget den würcklichen Anblick denn nun?
Da capo
5. Recitativo (Alto)
Gott lob! daß nur die nagende Gewissen
dergleichen Jammer-Lieder singen müssen.
Des Glaubens Auge sieht mit sehnsuchtsvollem Hoffen
den Himmel allzeit offen;
darinn will Jesus selbst, als Gott und Leben,
lebendig-Gläubigen das Freuden-Leben geben.
6. Dictum (Tenore)
Verwundert euch deß nicht,
denn es kömmt die Stunde;
in welcher alle, die in den Gräbern sind,
werden seine Stimme hören,
und werden hervor gehen,
die da Gutes gethan haben,
zur Auferstehung des Lebens,
die aber Übels gethan haben,
zur Auferstehung des Gerichts.
7. Recitativo (Tenore, Soprano)
Ach, des seyd froh, ihr Glaubens-vollen Hertzen!
Hebt euer Haupt empor!
Denn die Erlösung bricht nun bald hervor.
(Soprano)
Betrübter Vorschmack bittrer Höllen-Schmertzen.
8. Choral
O Ewigkeit! du Donner-Wort.
O Schwerdt , das durch die Seele bohrt!
O Anfang sonder Ende!
O Ewigkeit! Zeit ohne Zeit!
ich weiß für großer Traurigkeit
nicht, wo ich mich hin wende.
Mein gantz erschrocknes Hertz erbebt,
daß mir die Zung am Gaumen klebt.
9. Recitativo (Alto)
Ach möchte doch der Erden Ball
ohn allen Fall nur ewig feste stehen.
Doch nein! möcht ich nur mit des Himmels Höhen
und mit dem Staube dieser Erden,
wenn sie dereinst mit starckem Knallen
verbrennend ineinander fallen,
verbrennen und in nichts verwandelt werden.
10. Duetto (Soprano, Basso)
Verzeuch doch noch lange, du schrecklichs Getümmel.
Zerbrechet und sincket , ihr Feste der Himmel,
so bleib ich beständig ein muthiger Held.
Verkehrt euch in Seculn, ihr flüchtige Tage.
Verkehrt euch in Stunden, ihr Jahre voll Plagen,
verschwinde, du nichtiger Schatten der Welt.
Da capo
11. Choral
O Jesu! hilff zur selben Zeit,
von wegen deiner Wunden,
daß ich im Buch der Seeligkeit
werd eingezeichnet funden.
Daran ich denn auch zweiffle nicht,
denn du hast ja den Feind gericht,
und meine Schuld bezahlet.