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Bibliographic Metadata

Title
Ms. Ff. Mus. 1054 - Am 4 Advent / [Georg Philipp Telemann]
Undissociated Title
Gott, bei dir ist die lebendige Quelle
ComposerTelemann, Georg Philipp
LibrettistBehrndt, Gottfried
OtherKönig, Johann Balthasar
Published[Frankfurt am Main], [vor 1758]
Description15 Stimmen
Annotation
15 parts - S, S rip, A (in soprano clef), T, B, vl 1, 2, vla, vlc, vlc solo, org (2x), ob and fl 1, 2, calcedon - 1, 1, 1, 1, 1, 1, 1, 1, 1, 1, 2, 2, 1, 1, 1f., Manuscript copy: 1758 (1758a); 21 (22) x 34 (35) cm, Schreiber: König, Johann Balthasar <1691-1758>. - Besetzung: S, A, T, B, vlc solo, vl (2), vla, vlc, fl (2), ob (2), org, calcedon. - Bemerkungen: org in B|b und G [Ascertained]. - Textdichter: Behrndt, Gottfried <1693-1743> [Ascertained] (Quelle: RISM)
Kantatenjahrgang: Stolbergischer Jahrgang / Behrndt-Jahrgang 1736/37, Textdichter: Gottfried Behrndt
Gott, bei dir ist die lebendige Quelle
LanguageGerman
Keywords
URL
Electronic Edition
Frankfurt am Main : Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, 2020
URNurn:nbn:de:hebis:30:2-374126 
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Reference
Classification
Description

[TEI]

Der Text ist den Stimmen entnommen.
TVWV 1:633
1. Dictum (Tutti)
Gott, bey dir ist die lebendige Quelle,
und in deinem Licht sehen wir das Licht.
2. Recitativo (Tenore)
Was man nicht kennt,
kann man nicht lieben,
und wäre selbst der großen Sonnen Ball
mit Wärm und Licht verborgen blieben,
so könnten wir sie auch nicht sehn,
noch weniger verstehn,
was Tag und Finsternis, und Wärme heißt.
So geht es auch im Geist:
nach Adams Sünden-Schlaf und tiefen Fall
liegt unser Hertz im Todtes-Schlummer;
doch wenn des Schöpfers Huld,
das Wunder-All, sein Gnaden-Licht
ein wenig schimmern läst,
so mercken wir in uns mit Angst und Kummer,
wie außer uns ein gräulichs Jammer-Nest,
wo dann, bey keinem Wiederstreben,
nur die Erbarmung Gottes spricht:
Es werde Licht!
So lehret uns sein Geist die Stimm erheben:
3. Choral
Herr Jesu Gnaden-Sonne, wahrhafftes Lebens-Licht!
laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Angesicht
nach deiner Gnad erfreuen, und meinen Geist erneuen!
mein Gott, versag mirs nicht!
4. Aria (Alto)
Fallt, ihr Schuppen, von den Augen!
weiche Nacht und Hertzeleid!
Die Erlösung will sich nahen,
als wornach wir sehnlich sahen,
Licht ist meines Helfers Kleid.
Da capo
5. Recitativo (Canto)
Das Hertz bekömmt nun endlich ein Gefühl,
die Glaubens-Augen ein Gesichte;
sie schwingen sich mit Macht zu einem Lichte,
das man nicht nennen kan.
Jedoch erfähret man von ihm
sehr viel entzückte Blicke:
das Hertz beweint der finstern Sünden Tücke,
die es des Wunder Glantzes Pracht,
und der Erquickungs vollen Seeligkeit
so gar unwürdig macht.
6. Aria (Alto)
Fallt, ihr Schuppen, von den Augen!
weiche Nacht und Hertzeleid!
Die Erlösung will sich nahen,
als wornach wir sehnlich sahen,
Licht ist meines Helfers Kleid.
Da capo
7. Dictum (Basso)
Wer mich bekennet vor den Menschen,
den wird auch des Menschen Sohn bekennen
vor den Engeln Gottes.
8. Recitativo (Tenore)
Ein solch Bekänntnis in dem Himmel
verleitet billig uns diß Welt-Getümmel.
Steht man in Jesu Reichs-Genossenschafft,
so achtet man nicht Gluth noch Fluthen.
Es wächst in starcker Glaubens Krafft
so Muth als Haß und Liebe.
Die Liebe ringet nur nach Guten.
Der Haß verflucht des Fleisches Triebe.
Dann lernt man, was diß sey:
In heißer Liebe brennen;
was diß:
Und er bekannte frey.
9. Aria (Alto)
O! dein Bekäntniß vor den Engeln,
mein Heyl, gedenckt von keinen Mängeln,
drum ist es tausend Leiden werth.
Drum laß uns hier auch von dir zeugen,
und das Geheimniß nicht verschweigen,
das man bey deinem Creutz erfährt.
Da capo
10. Choral
Dein Wort laß mich bekennen
vor dieser argen Welt,
und mich dein‘n Diener nennen,
nicht fürcht‘n Gewalt noch Geld,
das mich bald möcht ableiten
von deiner Wahrheit klar;
wollst mich auch nicht abscheiden
von der christlichen Schaar.