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Bibliographic Metadata

Title
Ms. Ff. Mus. 1104 - Am 3ten Sontage nach der Offenbahrung Christi : a soprano, alto, tenore, basso, doi violini, violoncello è cembalo : 1726 / di Teleman
Undissociated Title
Herr, die Demut fällt zur Erden
ComposerTelemann, Georg Philipp
OtherKönig, Johann Balthasar ; Bodinus, Johann Christoph
Published[Frankfurt am Main], [circa 1726]
Description14 Stimmen
Annotation
11 parts - S, A, T, B, vl 1, 2, vlc, org, ob 1, 2, calcedon - 1, 1, 1, 1, 2, 2, 2, 2, 1, 1, 2f., Manuscript copy: 1726 (1726c); 21 (21,5) x 34 cm, Schreiber: Bodinus, Johann Christoph <1690-1727> [Ascertained], part - org, Manuscript copy, Schreiber: Copyist, 2 parts - vla, org, Manuscript copy, Schreiber: König, Johann Balthasar <1691-1758>. - Besetzung: S, A, T, B, vl (2), vla, vlc, ob (2), cemb, calcedon. - Bemerkungen: org in a und g. - Bemerkungen zu den Aufführungen: Performance date: 1724 Hamburg. - Originaler Titel: [org:] Am 3ten Sontage nach der Offenbahrung Christi | a | Soprano | Alto | Tenore | Basso | doi Violini | Violoncello | è | Cembalo | di | Teleman. | 1726. (Quelle: RISM)
Herr, die Demut fällt zur Erden
LanguageGerman
Keywords
URL
Electronic Edition
Frankfurt am Main : Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, 2019
URNurn:nbn:de:hebis:30:2-374887 
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Reference
IIIF
Classification
Description

[TEI]

Der Text ist den Stimmen entnommen.
TVWV 1:736
1. Aria (Alto)
Herr, die Demuth fällt zur Erden,
so du wilt, erhört zu werden,
mehr verlangt ihr Wünschen nicht.
So du wilt ihr Leiden stillen,
überlässt sie deinem Willen,
wie und wo und wenns geschieht.
Da capo
2. Recitativo (Basso)
Herr, so du wilt,
sprach dort mit stillem Hertzen
ein Mensch voll Aussatz und voll Schmertzen.
Die Antwort hieß:
ich will,
und dieser Mensch ward rein.
Vollkommne Gott Gelaßenheit,
mehr als vollkommne Freudigkeit,
ihr nehmt mich mit Verwundrung ein.
Ach, laß mich, Freundlichster der Erden,
wofern ich elend werd,
auch so gelaßen werden.
Den undurchdringlich festen Schild
standhaftiger Gedult
laß meinen Geist bedecken,
so wird mich nie ein Unglück ängstlich schrecken
und dieses Wort: Herr, so du wilt,
laß stets in meinem Hertzen ruhn,
so folgt vileicht darauf dein Wort:
ich will es thun.
Wie wohl, mein gütigster Erretter,
es ist kein zweifelhaft, kein künftiges Vileicht,
weil mir die Proben schon
in manchem Unglücks Wetter
die Selbst Erfahrung dargereicht.
Ach Herr,
was ich mir oft zu wollen kaum getraute,
hast du zu meinem Heil gewolt,
und was mein kühner Wunsch
nur durch ein Fern-Glaß schaute,
hab ich verlangt, weil du mir hold.
Sey denn von mir gepriesen
und nimm mein schwaches Lob
für alle Wohlthat an,
die du mir lebenslang erwiesen,
mehr als ich würdig bin,
mehr als ich zehlen kan zehlen kan.
3. Aria (Canto)
Ach Herr, ich bin nicht wehrt der Güte,
die du an deinem Knechte thust.
Ich bin ein Mensch, ein Raub der Zeiten,
und du ein Herr der Ewigkeiten,
du, Gott, bist alles, ich bin nichts
und doch geschiehts,
daß mit leutseeligstem Gemüthe
du unter meinem Dache ruhst.
Da capo
4. Recitativo (Tenore)
Du ruhest unter meinem Dache,
so offt ich mein durch Reu und Schmertz
von dir gereinigtes und nunmehr gläubig Hertz,
durch deine Krafft gerührt,
zu deiner Wohnung mache.
Welch ein unendlich Glück!
wie groß! wie ungemein!
und doch ists dieses nicht allein.
Du ruhst auch unter meinem Dache,
so offt mein zeitlich Wohlergehn
mich lässt ein freudig Merckmahl sehn,
wie deine Sorgfalt für mich wache;
diß Merckmahl aber deiner Treu
ist alle Morgen neu.
Ach, höre niemahls auff, mein Gott,
bey mir zu wohnen
und ist hier nicht ein würdigs Heyligthum,
so dencke doch, in Gnad und in Verschonen
bestehe deines Nahmens Ruhm.
Ich will indeß mich doch bemühen,
daß auch bey dunckler Trübsals Nacht
und nicht nur, wenn die Sonne lacht,
in mir des Glaubens Früchte blühen.
Gefällts dir, daß mein Wunsch geschieht,
so will ich freudig danckbahr leben;
gefällts dir nicht,
so will ich mich dir auch ergeben.
Ja, ia, mein Hertz ruht sanfft und still;
es wählt, es will, was mein Gott will.
5. Duetto (Tenore, Basso)
Gelassne Zufriedenheit, stilles Vertrauen,
euch küß ich, ach, bleibet mir ewig bewußt.
Die Ungedult sträubt sich
und mehrt nur die Schmertzen,
sie foltert mit Unruh und martert die Brust,
das stille seyn gibt dem gelassenen Hertzen
ein süsses Vergnügen geruhiger Lust.
Da capo
6. Choral
Was mein Gott will, das gscheh all Zeit,
sein Will, der ist der beste,
zu helffen denen er ist bereith,
die an ihn glauben feste.
Er hilfft aus Noth, der fromme Gott,
und tröst die Welt ohn Maßen.
Wer Gott vertraut,
fest auf ihn baut,
den will er nicht verlassen.