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Bibliographic Metadata

Title
Ms. Ff. Mus. 749 - Cantata : Ach! wo bin ich hingerathen : C. et B., 2 violini, 2 flauti, viola, basson, violoncell et organo / di Melante
Undissociated Title
Ach, wo bin ich hingeraten
ComposerTelemann, Georg Philipp
OtherKönig, Johann Balthasar
Published[Frankfurt am Main], [zwischen 1700 und 1749]
Description1 Partitur (5 Blätter), 9 Stimmen
Annotation
Partitur: 5f., Autograph: 1700-1749 (18.1d), 4 Stimmen: 1, 1, 1, 1f. - vl 1, 2, vla, fag, Autograph: 1700-1749 (18.1d); 21 (21,5) x 34 (34,5) cm, Bemerkungen zum Material: B missing, 3 Stimmen: 1, 1, 1f. - S, vlc, org, Abschrift, Schreiber: König, Johann Balthasar <1691-1758>, 2 Stimmen: 1, 1f. - fl 1, 2, Abschrift, Bemerkungen zum Material: Copyist. - Besetzung: S, B, vl (2), vla, vlc, fl (2), fag, org. - Bemerkungen: Dem Manuskript liegen 2 Blätter mit nicht zur Kantate gehörenden Fragmenten bei. - Stimmen teilweise in g und in e (Quelle: RISM)
Ach, wo bin ich hingeraten
LanguageGerman
Keywords
URL
Electronic Edition
Frankfurt am Main : Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, 2018
URNurn:nbn:de:hebis:30:2-339716 
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Reference
IIIF
Classification
Description

[TEI] Telemann Digital - Text: Ach! wo bin ich hingeraten

Ach! wo bin ich hingeraten

Der Text ist der Partitur entnommen.
TVWV 1:42 | [Digitalisat]

1. Aria (Basso)

Ach! - wo bin ich hingerathen,
ich weiß weder aus noch ein,
wo ich hingerathen bin,
ach, ich weiß nicht, ach, wohin.
Mein Gewißen wird von Furcht und Angst gebißen
und ich soll verloren seyn,
bey so vielen Mißethaten.

2. Recitativo (Basso)

Was soll ich doch vor dir, gerechter Gott, nun sprechen?
Mein Hertze möchte mir in tausend Stücke brechen,
daß ich so mißgehandelt,
und meinen Lüsten nachgewandelt.
Ach meine Schuld reicht biß am Himmel hin,
Und der ist mir verschloßen,
weil ich ein Kind der Höllen bin.
Wie ernstlich hast du nicht mein Seelenheyl begehrt?
Du legtest mir den Fluch und Seegen für.
Doch ich verwarff den Seegen und nahm den Fluch dargegen.
Nicht der geringsten Huld, die ich zuvor genoßen,
bin ich nun weiter werth,
Werth wär ich, daß du mich verstießest
und ewiglich verlohren bleiben ließest.
Ach! wo hab ich hingedacht,
daß ich mich selbst um Gnad und Heyl gebracht?
Erbarme dich, mein Gott und Vater über mich.

3. Aria (Canto)

Ich will bitten, ich will flehen,
daß du nicht ins Gericht
wolst mit deinem Knechte gehen.
Ich erkenne meine Schuld,
Ach! in Christo deinem Kinde,
habe doch mit mir Gedult
und vergieb mir alle Sünde.

4. Recitativo (Canto)

Laß seyn daß ich der größte Sünder wär,
und meine Last so schwer,
daß sie mich gantz zu Boden wolte drücken?
So solls doch nun und nimmermehr
nicht zur Verzweiflung kommen.
So lange Jesus lebt,
und noch an ihm mein Glaube klebt,
ist Muth und Trost noch nicht benommen.
Er ruffet mich in seinem Worte selbst zu sich,
in aller Angst mich zu erquicken.
Sein Blut, sein theures Blut bezahlt vor mich,
und machet alles gut.

5. Aria (Basso)

1. Wo ist solch ein Gott zu finden,
als wie du, Herr Jesu Christ,
der bey Millionen Sünden
gnädig und barmhertzig ist.
Ja, die schwerste Sündenbürde
häuffte man sich dadurch erst,
wenn man daran zweiffeln würde
daß du nicht barmherzig wärst.
2. Nun ist Furcht und Angst verschwunden,
und mein Hertz erholet sich.
Denn, mein Jesu, deine Wunden
quellen lauter Heyl vor mich.
Da hinein will ich mich sencken,
da soll meine Seele ruhn.
Keine Sünde kan mich kräncken.
O wie seelig bin ich nun.

6. Recitativo (Basso)

Welt fahre hin,
ich mag dich nicht mehr lieben,
noch mich hinfort in Fleisch und Lüsten üben.
Mein Hertz und Sinn soll nun im Himmel leben,
Und Gott sich gantz zum Eigenthume geben.
Ich bin ein Christ,
in dem der Mensch gestorben ist
und leben durch des Geistes Stärcke,
voll Frucht und guter Wercke.
Mein Gemüthe, meine Brust
quillt und wallet voll heiliger Lust.

7. Duetto (Canto, Basso)

Ihr Engel freuet euch mit mir.
Ich bin mit Gott versöhnet,
und seine Gnade krönet
Mich mit Barmhertzigkeit.
Mich küßet Christi Liebe,
und durch des Geistes Triebe
Werd ich nun gantz verneut,
so leb ich seelig dort und hier.