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Titelaufnahme

Titel
Ms. Ff. Mus. 768 - Feria II. Pentec. / Telemann
Werktitel
Also hat Gott die Welt geliebet
KomponistTelemann, Georg Philipp
LibrettistSimonis, Gottfried
Erschienen[Frankfurt am Main], 1721
Umfang1 Partitur (8 Blätter), 15 Stimmen
Anmerkung
Partitur: 8f., Autograph: 1721 (1721c); 20 x 33,5 (34) cm, 15 Stimmen: 1, 1, 1, 1, 1, 1, 1, 1, 2, 2, 2, 1, 1, 1, 1f. - S, S rip, A, T, B, vl 1, 2, vla, vlc, org (2x), ob 1, 2, fag obl, calcedon, Abschrift: 1721-1729 (1721-1729); Different sizes, Schreiber: Copyist. - Besetzung: S, A, T, B, Vl 1 2, Va, Vc, Ob 1 2, Fg, Org, Calcedon. - Aufführungen: 1721 Frankfurt am Main, 1729 Frankfurt am Main. - Bemerkungen: org in C und B|b. - Nachträgliche Textänderung mit Rötel in der A-Stimme. - In den Rezitativen fehlt der Text von Telemanns Hand ganz; von anderer Hand nur teilweise nachgetragen. - Text: Simonis, Gottfried [ermittelt] (Quelle: RISM)
Kantatenjahrgang: Zweiter Concerten-Jahrgang 1717;1720/21, Dichtung: Gottfried Simonis, "Neues Lied"
Am 2ten Pfingst=Tage
SpracheDeutsch
Schlagwörter
RISM
Online-Ausgabe
Frankfurt : Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, 2014
URNurn:nbn:de:hebis:30:2-230498 
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Nachweis
Jahrgang
Text

[TEI]

Der Text ist den Stimmen entnommen.
TVWV 1:75
1. Dictum
Also hat Gott die Welt geliebet,
daß er seinen eingebohrnen Sohn gab,
auf daß alle, die an ihn glauben
nicht verlohren werden,
sondern das ewige Leben haben.
2. Recitativo (Alto)
Ach! welcher Mund und Weißheit wird sich schicken
diß recht nach Würden auszudrücken,
daß Gott, das höchste Guth, der Heilige,
Herrliche und in sich seelge Wesen,
die Welt, die ihn beleidigt und betrübt
und der Verdammniß schuldig war, geliebt,
so brünstig, daß er auch sein liebstes Kind,
den Sohn, den eingebohrenen Sohn,
dahin gegeben zu einem Löse-Geld,
zu einem Gnaden-Thron,
durch welchen sie soll leben,
gerettet werden und geneßen.
Ach! welcher Mund und Weißheit wird sich schicken,
diß recht nach Würden auszudrücken,
was Gott hierinnen an den Menschen thut,
die voller Greuel, Schulden und Gebrechen,
das ist ohnmöglich auszusprechen.
3. Aria (Basso)
Unermeßlich sind die Triebe,
unbegreifflich ist die Liebe,
unerforschlich solche Treu!
Mit Verwundrung sieht man an,
was Gott an der Welt gethan,
daß sie frey vom Fluche sey,
weil mans nicht beschreiben kann.
Da capo
4. Recitativo (Alto)
Gott ist nunmehr nicht schuld,
wenn sich die Menschen
in die Hölle bringen;
er giebet seinen Sohn ja denen allen,
die ehemahls in Adam sind gefallen,
er soll ihr Heyland und ihr Sünden-Tilger seyn.
So groß ist seine Huld!
Nur diß will er dabey,
daß statt der Hand der Glaube sey,
in würcklicher Ergreiffung solcher Gnaden-Gaben.
Der Glaube soll in Christo alles haben,
was mir der Himmel seelig schließet ein;
wo es an diesem fehlt,
da fehlt es auch an allen,
was uns kann seelig fallen.
Wo aber dieser sich lebendig zeigt,
da ist uns Gott geneigt,
und wird zur Seeligkeit erwehlt.
5. Aria (Tenore)
Ich weyde mich im Glauben an dir,
du wahres Licht!
Du bist zum Heyl der Frommen,
in diese Welt gekommen,
denselben Glantz und Leben
und alles Heyl zu geben,
doch Finsternüß begreifft dich nicht.
Da capo
6. Recitativo (Bass)
Ach laß mich doch vor so viel Liebe,
mein Jesu, ewig danckbar seyn;
gib, daß ich alle Lust der Welt verfluche,
und nur in deinem Gnaden-Schein
den Weg zum Himmel suche.
Laß mich die Finsternüß der Sünden haßen,
entzünde du deßelben Triebe,
daß seine Gluth recht feurig sey,
und mache mich durch dich
von Fluch und Hölle frey.
7. Aria (Canto)
Ich begebe mich der Welt, und der Eitelkeiten.
Jesus ists der mir gefällt,
und der wird mich leiten
durch sein Blut und durch sein Licht
hin in jenes Leben,
wo vor seinem Angesicht
die Erlösten schweben
Da capo
8. Choral
1. Nun bitten wir den Heiligen Geist,
um den rechten Glauben allermeist,
daß er uns behüte, an unserem Ende
wenn wir heimfahren aus diesem Elende,
Kyrie Eleison.
2. Du höchster Tröster in aller Noth,
Hilff daß wir nicht fürchten Schand und Tod!
Daß in uns die Sinne nicht verzagen
wenn der Feind das Leben wird verklagen,
Kyrie Eleison.