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Bibliographic Metadata

Title
Ms. Ff. Mus. 1116 - XVI. post Trinit. / da me, Telemann
Undissociated Title
Kantaten
ComposerTelemann, Georg Philipp
LibrettistTelemann, Georg Philipp
OtherKönig, Johann Balthasar ; Seibert, Johann Conrad
Published[Frankfurt am Main], [1720]
Description1 Partitur (8 Blätter), 16 Stimmen
Annotation
Score: 8f., Autograph: 1720 (1720), 14 parts: 1, 1, 1, 1, 1, 1, 1, 2, 1, 1, 2, 2, 1, 1f. - S, A (in soprano clef), T, B, vl 1, 2, vla, vla da gamba, vla d'amore, vlc, org (2x), ob 1 and 2, calcedon, Abschrift: 1720 (1720); 20,5 (22) x 34 (34,5) cm, Schreiber: Seibert, Johann Conrad <1711-1792>, 2 parts: 1, 1f. - ob 1 and 2, calcedon, Abschrift: 1720 (1720), Schreiber: König, Johann Balthasar <1691-1758>. - Besetzung: S, A, T, B, Coro S, Coro A, Coro T, Coro B, vl (2), vla, vla d'amore, vla da gamba, vlc, ob (2), org, calcedon. - Aufführungen: 1720 Frankfurt am Main. - Bemerkungen: Die vla da gamba und eine org-Stimme in g. - Text: Telemann, Georg Philipp <1681-1767>[mutmaßlich] (Quelle: RISM)
Kantatenjahrgang: Erster Concerten-Jahrgang 1716/17;1720, Dichtung: Erdmann Neumeister, 1720 nachgedichtet von Telemann, Simonis und Anonymus
Herr, lehre uns bedenken
Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen
LanguageGerman
Keywords
URL
Electronic Edition
Frankfurt am Main : Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, 2020
URNurn:nbn:de:hebis:30:2-347543 
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Classification
Description

[TEI]

Der Text ist der Partitur entnommen
TWV 1:0763
1. Dictum
Herr, lehre uns bedencken,
daß wir sterben müssen,
auf daß wir klug werden.
2. Recitativo (Alto)
Es ist ein unumschränckter Schluss:
daß alles Fleisch vergehen muß.
Auch will der Todt sich an kein Alter kehren!
Zu Nain kann es uns der Jüngling lehren,
daß selbst der Jugend May verwelcklichsey.
in Windeln, ja im Mutterleibe
sind wir bereits zum Sterben alt genug.
Kein Ort giebt uns Versicherung,
daß man dafür verschonet bleibe.
Ob Nain schon ein irdisch Paradieß
von wegen seiner Anmuth hieß,
doch trug man einen Todten raus.
Selbst dieses Hauß,
wo wir den Dienst des Herrn begehen,
heist uns auf Gräbern stehen.
Wie solt uns denn das Sterben seltsam seyn,
da auch Monarchen, so wie wir,
der Todes-Pein sich unterwerffen müssen?
Man dencke doch, wie vieler Noth
wird man nicht durch den Todt entrissen?
Je länger Leben in der Zeit,
ie mehr betrübt man Gott durch Sünd und Eitelkeit,
ie länger währt die Furcht fürm Sterben,
ie später können wir den Himmel erben.
3. Aria (Basso)
Der Todt erschrecke, wen er will,
mir macht er gar nicht bange.
Es ist mein letzter Schritt von hier,
der erste zu der Himmels-Thür,
wo selbst/ alwo ich Jesu, dich, umfange.
Da capo
4. Recitativo (Tenore)
Dis tröstet mich in sonderheit,
daß, wann die Seele sich von meinem Leibe trennet,
sie gleich den Augenblick das Antlitz Gottes kennet,
weil der von nun an seelig ist,
der in dem Herrn das Leben schliest.
Inzwischen ruht der Leib,
ohn' all' Empfindlichkeit,
im Schooß der kühlen Erde;
und wann ich dermahl einst erwachen werde,
wird mir nicht anders seyn,
als ob ich nur allein ein eintzge Nacht
auf einem weichen Bette
im sanften Schlaff gelegen hätte.
Ach wenn wir dis doch alle glauben wolten.
Ach Himmel, wenn wir dich doch offen schauen
und einen Blick von dir genießen solten!
Wem würde dann noch für dem Sterben grauen?
5. Aria (Soprano)
Ich gehe dir getrost entgegen,
du bittrer doch auch süßer Todt.
Aus deinem kurtz und leichten Leyden
entspringt ein Abgrund aller Freuden.
Drum will ich mich, auf dein Geboth,
dir ruhig in die Arme legen.
Da capo
6. Choral
Komm, o Todt, du Schlaffes Bruder,
komm und führe mich nur fort;
löse meines Schiffleins Ruder,
bringe mich in sichern Port;
es mag, wer da will, dich scheuen,
du kannst mich vielmehr erfreuen;
denn durch dich komm ich hinein
zu dem schönsten Jesulein.