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Bibliographic Metadata

Title
Ms. Ff. Mus. 1253 - XXIV post Trinit. / [Georg Philipp Telemann]
Undissociated Title
Man muss nicht zu sehr trauern
ComposerTelemann, Georg Philipp
LibrettistNeumeister, Erdmann
OtherSeibert, Johann Conrad
Published[Frankfurt am Main], [1720]
Description1 Partitur (8 Blätter), 14 Stimmen
Annotation
Score: 8f., Autograph: 1720 (1720c); 20,5 x 34,5 cm, part: 1f. - A, Abschrift, Schreiber: Copyist [ermittelt], part: 1f. - A (soprano clef), Abschrift, Schreiber: Copyist, part: 1f. - calcedon, Abschrift, Schreiber: Copyist, 11 parts: 1, 1, 1, 1, 1, 1, 1, 1, 1, 2, 1, 1f. - S, T, B, vl 1, 2, vla, vlc, org (2x), fl and ob 1 and 2, calcedon, Abschrift: 1721-1730; 20,5 (22) x 33 (36) cm, Schreiber: Seibert, Johann Conrad <1711-1792> [ermittelt]. - Besetzung: S, A, T, B, vl (2), vla, vlc, fl, ob (2), org, calcedon. - Bemerkungen: org-Stimme in C. - Partitur ist ursprünglich teilweise unter der Signatur Ms.Ff.Mus. 1556 aufbewahrt worden (Quelle: RISM). - Textdichter: Erdmann Neumeister (Quelle: TWV)
Kantatenjahrgang: Erster Concerten-Jahrgang 1716/17;1720, Dichtung: Erdmann Neumeister
Man muss nicht zu sehr trauern
LanguageGerman
Keywords
URL
Electronic Edition
Frankfurt am Main : Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, 2019
URNurn:nbn:de:hebis:30:2-371201 
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Reference
Classification
Description

[TEI]

Der Text ist der Partitur entnommen
TVWV 1:1082
1. Dictum
Man muß nicht zu sehr trauren über dem Todten,
denn er ist zur Ruhe kommen.
2. Aria (Canto)
Seiner Lieben Todt betrauren
ist den Christen unverwehrt.
Aber doch muß unsrer Pein
Maaß und Ziel gesetzet seyn,
daß durch ihr zu langes Dauren
sich nicht unser Hertz verzehrt.
Da capo
3. Recitativo (Alto)
Der Anblick geht zwar bitter ein,
und dringt durch Marck und Bein,
wenn das, was uns in dieser Welt vergnügt,
auf einer Todtenbahre liegt.
Die größten Heiligen stehn zum Exempel dar,
die man in Traurigkeit gehüllt gesehen;
ja, Jesus ließ dort selbst die Augen übergehen,
als Lazarus gestorben war.
So will er uns in gleiches Recht versetzen,
daß wir der Unsern Grab mit Thränen dürffen netzen.
Allein der Schmertz muß so beschaffen seyn,
daß wir nicht Gott, noch unsern Leib verletzen.
Vielmehr gedencke man daran,
daß so, wie den und die der Todt hinweg gerissen,
wir gleichfalls sterben müssen,
und daß, wie sie die Reyhe gestern traff,
wir heute zeitig sein zum allerletzten Schlaff.
4. Aria (Basso)
Herr, nimmst du mir was Liebes ab,
so laß mich auf desselben Grab,
mein eignes Grabmahl bauen.
Damit mir so ein ieder Tag,
die Kunst zu sterben lernen mag,
und einst am Ende meiner Zeit,
im wahren Glauben zubereith,
dein ewig Heyl zu schauen.
Da capo
5. Recitativo (Alto)
Man mach insonderheit sein Hertz darinnen fest,
des weisen Gottes Rath durch Murren nicht zu schänden.
Er ist es, der die Menschen sterben läßt,
und steht nicht unsre Zeit in seinen Händen?
Wer aber, Mensch, bist du,
der du dich wieder Gott wilt setzen?
Wie magst du das geringe schätzen,
daß der Verstorbene dem Elend dieser Zeit entgangen,
und in der ewgen Ruh der Seeligkeit kan prangen?
Darum laß ab von Ungeberden,
und fasse dich in kluger Stille.
Sprich: Herr, dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
6. Choral
Ach Herr, lehr uns bedencken wohl,
daß wir sind sterblich allzumal,
auch wir allhier kein Bleiben han,
müssn all davon,
gelehrt, reich, jung, alt oder schön.