242 IV. Theil. Die Mterlehrc. Vierier Abschnitt. Die Güter in ihrer welth. Ents.

sum zu reden, nachdem er von der Wohnnngsnoth der abgeschiedenen Seelen in der Stcrnwelt geredet hat. Wir wurden auf die Annahme eines Gegen­satzes in der Sternwelt, einer Region des ewigen Seins gegenüber den Regionen des zeitlichen Werdens, geführt durch die Schrift von Pfaff: der Mensch und die Sterne.

3. Will man sich die treffenden, einen reichen ideellen Gehalt um­schließenden Bilder der Apokalypse vergegenwärtigen, so mache man sich ver­traut mit der Vorstellung des feurigen Teichs oder Pfuhls und des krystallenen Meeres. Der feurige Teich ist die unendliche Aufregung, verdammt zu unend­licher Stagnation, das krystallene Meer ist die unendliche Bewegung eines unendlichen Lebens, bei allem Wogen vollkommen durchsichtig in seiner Idealität, wie der reinste Krystall in seiner Klarheit. Wissenschaftlicher im modernen Sinne mag es freilich scheinen, die Frommen zuletzt in Engel mit chemischen Berufsgeschäften zu verwandeln, die Bösen aber jenseits verduften zu lassen.

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Die rückwirkende Kraft der eschatologischen Dollendung des Deiches Gottes.

Wir haben gesehen, daß jedes sittliche Gut zwei Seiten hat: es ist eine Errungenschaft, ein Lebensgenuß, eine Festlichkeit, es ist aber auch eine Förderung und Mehrung des Lebens, eine Wirksamkeit. Wie kann nun diese zweite Eigenschaft aller Güter sich noch manifestiren, wenn Alles vollendet ist? Ohne Zweifel reflektirt sich hier die Wirksamkeit der großen Errungenschaft in sich selbst, und. so wird sie zur dynamischen ewigen Reproduktion des himmlischen Wesens und seiner Güter. Dieß ist die qualitative Wirkung der himmlischen Güter, daß sie sich ewig regeneriren.

In der mysteriösesten Weise aber redet die Schrift auch noch von einer quantitativen Wirkung des vollendeten Gottesreichs. Wohin fließt der Strom des Lebens, der von der Gottesstadt ausgeht? Es ist der Begriff einer ewigen Heilswirkung Gottes, welche ein Objekt urfcischer Gottesverherrlichung bleibt, weder für die fließenden dogmatischen Vor­stellungen von der Wiederbringung noch für die starren Vorstellungen von einem unveränderlichen geistigen Todesmoor erreichbar. Die Region des Gerichts ist nicht ein einzelner abgeschlossener Aeon, sondern eine Folge von Aeonen (Apoc. 14, 11). Jeder Aeon bedeutet aber eine vollendete eigenthümliche Entwicklung.

So mächtig der Uranos wirkt auf die Gäa, so mächtig muß auch wohl der neue Himmel mit der neuen Erde auf die Unterwelt wirken. Gott aber wird sich durch immer neue Wunder verherrlichen von Aeon zu Aeon vor Allem nicht durch Vernichtung oder durch Folterung oder Vergewaltigung der Bösen, wohl aber durch die immer mehr zur Erscheinung gebrachte Offenbarung der absoluten Vereitelung alles Bösen, sowie der absoluten Jndifferenzirung und Schaustellung der Feinde in Banden der Finsterniß unter dem Lichtglanz seiner Herrlichkeit.