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nachmals nit mehr Intrag gethari. Viehtrieb hab Junker Bech- told nit gelitten, sondern hätte unter sie geschossen. Dem entsprechend heisst es in den gütlichen Verhandlungen später: es möge wol sein, daß da die vom Adel auf solchem Haus gewöhnet, derselbigen als Adelspersonen und ihrer Freiheit wegen, verschonet und nachgelassen worden sei, itzt aber hab es ein ander Meinung. — In diesen Verhandlungen wurde der Ausdruck des Weisthums: „daß die Zele in den äussersten Graben fallen" besprochen, ob Gipfel von Bäumen darunter zu verstehen oder von Sträuchen und Stangen. Der Amtman, Hartman von Cron- berg verneint daß an der hohen Obrigkeit seinen gn. Herrn nichts präjudizirt werden könne; vermeldet zum Schlüsse: er wollt daß einmal eine glückselige Stunde kommen möchte, in deren solche und alle andere Irrungen kufiten hingelegt werden; wollt er seines Theils gern helfen befördern, denn er für seine Person gemeiner Stadt mit allem nachbarlichen Willen ganz wolgewogen wäre. Abgeordnete bedankten sich solchen guten Willens, wolltens E. E. Rathe rühmen.
Unter den weiteren Irrungen deren Erwähnung geschehen, ist besonders des Streits über die Schwarzbach zu gedenken. Schon im Jahr 1505 als der Amtmann vom Goltstein Reussen in die Bach gelegt, werden sie von den Mainzischen zerhauen. Philips von Hatstein, Amtman zu Höchst widerspricht daß der Amtman zu legen Macht habe. Als 1551 der Schwan- hcimer Schultheiß Reußen gelegt, den ausgeworfenen Grund schleifen, einen Zaun darin schlagen liess, behauptete der Rath Besitz; der Amtman zu Höchst entgegnete: es fliesse die Bach in des Churfürsten Ober- und Herrlichkeit, gebühre Niemand zu fischen als Sr. churf. Gnaden. Zeugen sagen aus, daß die Amtleute zum Goltstein je und alleweile in solcher Bach bis an den Main gefischt, in alten Zeiten einen Mühlbau welchen der Schultheiß zu Schwanheim in die Bach setzen wollen, mit Einreissung des ufgeschlagenen Damms verhindert. Hat Senatus damals die Bach wieder ausfegen lassen; dieweil aber daneben bedacht daß unser gestr. Herr von Mentz in diesen schweren Zeiten um dieser Sachen willen nit wol zu erzürnen sei, ist berathschlagt daß der Bereiter die Reußen nochmals bei
