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Langen Lonsheim, 1437, zw. Juli 18. u. October 8. I, Bl. 51.
Anno &c. xxx vij.
I. Als Peter Ungerlin, seholtheisse zu Welstein, von wegen
Junker Philips, grafen zu Nassauwe und zu Sarbrucken, des mompar
er zu Langenlaensheim an gerichte gemacht ist, uf soliehe wine, die
von der lehentschaft, die Wilhelm von Kaldenfels seliger von der
herschaft zu Kirchem gehabt hait, diesen nehsten vergangen herbest
gefallen sint, an dem obgenanten gerichte geclaget hat, soliehe clage
Friederich von Lewenstein als ein mompar Vihen, des vorgenanten
Wilhelms seligen husfrauwen gewest ist, und Peder von Eitenhoefcn
als von sins selbs wegen verstanden hant zu vertedingen, davon ein
gerichtsdag uf maendag unser lieben frauwen visitacionis abend
(1437, Juli 1.) an daz gerichte gen Laensheim gesatzt und den ob-
genanten beiden parthien zu wiessen getan ist, die selbe beide par¬
thien uf den vorgenanten gerichtsdag vor gerichte gen Laensheim
komen sint. Da ist der vorgenantc Peder dar gestanden und hat den 1 )
scholteiss gebeden, ime gunnen zu redden, und hat gesprochen: 'Liebe
schulteiss! Als Pederchin of soliehe wine, die von der lehenschaft,
die Wilhelm von Kaldenfels seliger hie gehabt hat, gefallen sint, ge¬
claget hat, do steen ich hie und stellen minen lip vor min gud und
wil soliehe clage versteen und mit rechte geen in verdedingen.' Da
hat. Friederich von Lewenstein eins mannes begert, der im sin wort
duhe 2 ), und bat Sifriden gebeden. Der ist dar gestanden und hat sich
von des obgenanten Friederichs als von moinparsohaft wegen Vihen,
Wilhelms von Kaldenfels seligen husfrauw gewest ist, verdingt und
hat da solliche verkundunge, als das gericht dem obgenanten Frie¬
derich solicben vorgenanten gerichtsdag verkündet hatte, und die
clage verbot; und hat do einen brief, als der obgenante Wilhelm seliger
die frautee uf soliehe vorgerurte lehenschaft bewiedemet hat, und auch
einen verhengnissbrief, als graf Philips von'Kassanwe seliger sin
verhengnisse darzu getan hat, gelesen und die selbe brieve hinder daz
gericht gelacht, und damit erzalt und gesprochen: c Liebe schulteiss!
Nach lüde der briete hoffet und truwet min junker Friederich, daz
die wine jungfrauw Vihen sin, sint dem male daz sie darof bewie¬
demet ist nach uswisunge der obgenanten wiedemsbrieve.' Der ob¬
genante Peter hat den schulteiss gebeden, ime gunnen zu redden und
hat gesprochen: Liebe schulteiss! Ich hoffen, dir und dem gerichte
si wol wissentlich und indenkend, wie ich vor ziten nach Wilhelms
von Kaldenfels seligen tode her vor uch komen bin und uch briefe
hau laessen hören, wie soliehe lehenschaft, die der vorgenante Wil¬
helm hie gehabt hat, mir verschreben und uf mich kommen und ge¬
fallen ist, und han uch gebeden, mich in soliehe lehenschaft zu setzen
und zu beluden, als gewonlich si, daz ir mir auch also zu mime
rechten getan hait. Ich han uch auch gefraget, ob uch id wiessent-
lich si, daz sich 3 ) jemand anders dann ich bi des vorgenanten Wil¬
helms seligen lebtagen oder darnach in die obgenante lehenschaft dun
1) fehlt in der As. 2) Ks. rede vor duhe gelöscht. 3) hs- ich.