frfc frilitgV ürr Mn
Nr. 170.
Meir, de» 25» Huli
1014
Nationalistische Urrhehnng.
Di« „Hamburger Nachrichten" bringen in ihrer
vorgestrigen Ausgabe einen Aufsatz aus der Feder eines in
Elsaß-Lothringen Anlästigen, der mit den besonderen Verhalt»
Nissen des Landes sich vertraut gemocht zu haben scheint. Der
Artikel wendet sich in scharfer Form gegen die systema.
tische Derhrtzvngsarbeit der nationalistischen
V l S tche r. die er im einzelnen auch anführt. Genannt werden
der „AoLoe-ltiste". das „Journal dAlsace-Lor.
t a I n der „Vorrat n" und dir im Prozeh gegen dir
„Deutsche Tageszeitung" unterlegene „Straßburger Neue
Zeitung". Der K»,«spondent der .Sranlsurter Zeitung"
wird ebensolls der Verhetzung bezichtigt, da er ganz tm natio»
nalistifchen Fahrwasser treib«. Zur Begründung der Schädlich¬
keit einer derartigen Hetze wird aus die Erklärung, die rin
TroLüldustrieller. des. Landes dem Berfaster des Artikels der
Hamburger Zeitung gemacht hat. htngcwiefen. Tinn^ft Han.»
es Ut nationalistischen Blätter samt und sonder» fertig ge-
braibt. s elbst den altdeutschen Handel tn Elsaß-Lothringen int
vbnörs^Deutschsand herabzusetzen. Die durch diese Verhetzung
in Deutschland herrschende Stimmung gegen Elsaß-Lothringen,
insbesondere gegen die nationale Zuverlässigkeit der ettah.
lothringischen Bevölkerung war von höchst verderblichem Ein¬
fluss«. Wenn wir uns auch nicht mit allen Einzelheiten des
erwähnten Aufsatzes einverstanden erklären wollen und cs ntcht
für erwünscht und opportun halten, dah gerade in einer aus¬
geregten Zeit solche Artikel erscheine«!. die «aturgcmäh im gcg.
nerischen Lager das entsprechende Echo wecken werden, so kön¬
ne«« wir doch «kicht umhin, die bedauerliche Tatsache
nationalistischer Verhetzung, die feit Jahren getrieben
wird, zu konstatieren. Wenn eine in französischer Sprache erschei.
nendk Zeitung (imElsaßj überhaupt noch berechtigt ist, so sollt«
doch ihr Lebenszweck nicht darin bestehe», dost bei jeder «kl«'*
genhrit unter dem Vorwände die nationale Eigenart gegen
dos Fremde zu verteidigen, gegen deutsche Art ge»
kämpft werde. Als seinerzeit das Verbot der in
französischer Sprache erscheinenden Blätter der Erwägung nahe-
stand, hat man sich lin nationalistischen Lager vergebliche Mühe
gegeben, die antideutsch« Richtung obzustreiten. Der Nachweis
vom Gegenteil war durch jede einzelne Zeittcitgsnummer zu
belege», die bald das französische Heer- und Luftschissahrts-
wefe«c ausserordentlich berücksichtigte, bald deutsche Einricht¬
ungen in wegwerfendem Tone behandelte oder ihnen wenig¬
stens nicht die Aufmerksamkeit schenkte, die man non einer deut¬
schen'Zeitung im allgemeinen verlangen tonn. Seit Jahr und
log wird von den französischen Zeitungen des Landes eine
stete Unter in inierungsarbett gegen dao Wur»
ge ln des deutschen Gedankens tn Elsaß-Lothringen
gemacht. Dies ist in elsästischcn Kreisen belannt genug und
wird von den Anhängern der von diesen Blättern verbreiteten
Ideen auch unumwundcn zugegeben.
Allerdings bestreiten cs die betreffenden Zeitungen selbst,
und spielen den Unschuldigen oder pochen auf allgemeine Titel
wie Pressefreiheit, Recht der freien M «l n u n g s»
äusterung, wobei sie zur Betrüftigung ihres harmlosen <f><«
bahrcns auf sozialdemokratische oder freisinnige
Blätter Hinweise,«, die doch ganz gut deutfch seien und trotz,
dem nicht im mindesten ein Blatt vor den Mund nähmen, wenn
er- gelte on dem Deutschtum Kritik zu üben. Man braucht sich
aber durch derartige Manöver nicht irrcmachen zu lasten und
kann bis zum Beweise des Gegenteils als notorisch annrhmrn,
dag es nichts weiter als böswillig« Verhetzung ist. die von den
nationalistischen Blättern getrieben wird. Würde sie nur einen
kleinen Kreis von Personen treffen, etwa die Leser oder di«
übrigen Gesinnungsgenossen der Blätter, so könnte man über
eine solche Arbeit in Elsasi-Lothringen füglich hinwegsehe».
Allein das Treiben der nationalistischen Prcste geht da»
ganze Volk an. es trifft in den Lebensnerv
u tt f«r e s B o l k e». Es b e l e i d i g t die loyale Bürgerschaft,
weil cs sie in Altdeutschland hcrobwurdigt uiiv dort eine falsche
Ansicht über das Land und feine Bewohner auftommen läsit
und schädigt die vitalsten Interessen der Bevölkerung. S»
mag sein, das, gerade der Handel am empfindlichsten dadurch
getroffen wird, allein dao ganze Wirtschaftsleben
leidet unter diese,» unerträglichen Zustande.
Wann werden wir mündig? Wie lange sollen sich die gut ge-
flnnten Elsaß-Lothringer. die sich mit den Verhältnissen ousge-
föhnt haben, oder die aus vollster Ueberzengung ihre» Blick
nach Deutschland richten, von dem sie eine gedeihlich« Zukunst
erwarten, von einer Minderzahl nngcstrast beleidigen lasten'?
Es ist tatsächlich nur «tn geringer Bruchteil der
Devölkerung. der die verhängnisvolle und skrupellose
Agitation gegen die gut gesinnte und ruhige Bürgerschaft
treibt. Allein er verfügt über elne gewtste Macht und ein
Ansrhen, das durch gesellschaftliche Borei»»«.
kommen heit noch gefestigt wird.
Klug berechnend hat man oorauogesehc», dass man in rich¬
tiger Zeit für einen in denfelben Ideen erzogenen
Slachwuchs sorgen mutz. Die Elite der junge» Generation,
soweit sie durch äusiere Moment« bestimmt wird, hat die natio-
«alistische Oligarchie an sich zu festeln verstanden. Es ist dies
ein seltsamer, aber verständlicher Vorgang. Man sollt« an-
nehmen, dasi junge Leute, die die U n t v «r s i t«t besuchen und
hier wenigstens den Hauch der Universitas verspü¬
ren. sich nicht unter die Herrschaft einer kleinen Klasse von
Personen begeben, die es mit der Zukunft der Studenten
elfasi-lolhringifcher Staatsangehörigkeit herzlich schlecht meint.
E- ist jedoch aus dem Erzirhungsfystem und aus der Macht der
persönlichen Einslüst« begreiflich, dasi die nationalistische Ver-
hetzung das gesamte Urteilsvermögen verwirrt hat. D «t Be-
fllrchtung, in der Bourgeoisie übel angesehen
iii werde», hat über gesundes Empfinde» viel»
sachdenSiegdavon getragen. Diese Studenten halten
sich Innerhalb der eisaß-Iothriiigischen Studierenden für die
besonders ausgestattelen und berechtigten Träger des partt-
kularistischen Gedankens. Innerhalb der Studentenschaft srhlt
es nicht an einem richtigen Massstab für die Bewertung der
Ausienfeiter. Man ist sich klar darüber, dasi von so einseitig
urteilendenundhartnäckiganoererbtenPrin-
ztpten fr st halte „den jungen Leuten nicht viel
zu erwarten ist. Sie werden die Elsasi-Lothringer um
keinen Schritt weiter führe» und ihren« Lande
einen schlechten Dienst leisten. Glücklicherweise sind
st« in der Minderzahl. Der grösitr Teil der jungen Generation
hat eingesehea, dasi man unter deutscher Verwaltung seinem
Lande sehr wohl nützlich fein kann und dasi Elsasi-Lothringen
eine gliche Blüte erreicht hat. Vielleicht ko,nmt die Zeit, wo
auch die negierenden Elemente zu dieser Emslchl gelangen. So¬
lange aber ein Mann wie Anselm L,uH»l.iu. ihrer Mitte da»
grosie Wort führt und als l\'re du» etiniiants verherrlicht wird,
ist diese Stunde noch in weiter Zukunft.
Wist man di« Art an die Wurzel legen, fo musi man
energisch gegen den Rückhalt der jungen ltzeneration vorgrhen,
deren Sprachrohr die nationalistischen Blätter sind.
Wenn man naturgemäsi auch leine Zwangsmasiregelu gegen sie
ergreifen kann, so ist damit doch eine energische Haltung nicht
ausgeschlossen. Es musi einmal tn Elsasi-Lothrin»
gen anders werden. Früher ist durch grosie Laxheit ge-
sündigt worden. Man hasst«, mit Milde weiter zu kommen, und
musite es erlebe», dasi die Reaktion immer «nerdittlicher wurde.
mUh s^-g-h-g flfflf n all Nie Nl.'i tte, dir sich
a U - i s f u *-*-»•«-W*... 3V.-»ff AT M /jjjr-fljf-
bU Reoanchetust i» verhüllter Fon» pstq,«n,.»ä»iA» d««e,
je, wenn nicht ewiger Krieg das Land durchitME.joll. Dieser
Ruf nach Sammlung und Frontstellung gegen den
Nationalismus wird non den gemäsiigteu und besonne¬
nen Eiementrii^im Lande begrüsit werden. Eine k^iösilckf
ZrltaevM^k-l stach - is t k, in -B«d Ä «st »i , mchrr 'zum al die tat-'
sächlichen Mitteilungen die Romane und Feuilletons in den in
Frankreich erscheinenden Blatter» genug Lesestoss denen bieten,
die gern französische Zeitungen lesen Di« meisten, die den
Caillaux vor den Geschworenen.
(Telegraphtscher Berichts
Pari». 24. Juki.
Labvri erwartete die Ankunft der zu Anfang der Ver¬
handlung abwesenden Frau Gueydan, um über die Briese
ein« Erklärung adzugeben. Bei der Abgabe der Zeugenaussage
sprach sich der Abgeordnete E e c c a l d i zugunsten der Familie
Eaistau; ousgcjagt hatte, sprach Barl ho u der Angeklagten
seine aufrichtige Achtung au», fügte aber hinzu, dasi er seinen
Freund Talmette bedauere und schätze, den die Angeklagte ge¬
rötet habe. Labort bat sodann, aus den Akten fünf Brie,«
zurückzuzieheii. die von einer Frau geschricbe» feie» und mit
dem Prozeß in keinerlei Beziehung zn stehen schienen. Frau
Gueyda» bestand aber energisch daraus, dasi man entweder
alle Briefe verlese oder keinen. Darauf wuroe vorgcschlagen.
die Briefe Thenu zu übergeben, Rach lebhafter Debatte
-zwischen den Advokaten und Frau Gueiioai, «rklüri« L a b o i i.
dasi die Briese ihm gehörten und dasi er damit machen werde,
was er moste. Unter lebhafter Aufregung wurde die Verhand¬
lung unterbrochen.
Nach einer längeren Unterbrechung der Sitzung erktürlc
Labor i, der die Briefe aufbewahri hatte, dasi «c sic nicht
lesen werde, aber Vorschläge, sie Frau Gueydan znrückzuerstatien.
Diese weigerte sich, sie zuriickzunehmrn. Rach einem lebhaften
Wortwechsel erklärte sie. dasi Labori über di« Briefe im Ein¬
verständnis mit Thenu verfügen könne. Labor! besprach sich
sodann mit Herrn und Frau Caillaux. Mit ihrer Zustimmung
beschloß «na«« schliesilich, daß die Briefe vorläufig Labori und
Thenu oiivertraut werdcn sollen. Damit war der Zwischenfall
erledigt, und es wurde mit der Zeugenvernehmung fortgefah-
ren. Der Vorsitzende erklärte, dasi die Vernehmung der
Aerzte auf morgen verschoben werde. Da die Verhandlungen
nicht bis zum Samstag zu Ende geführt werden könnten, so
würden sie aus Montag verschoben werden. Dr. Talmette,
der Direktor des Pasteurfck»en Instituts in Lille, sagt« aus. dasi
er am Abend des Dramas im Portejenill« seines Bruders
juiei Papiere vorgcjundrn habe, die das darstestten, was
man in der Folge als „grünes Dokument" bezeichnet
habe. In Anbetracht ihrer Wichtigkeit habe er diese Papiere
am 2t. März dem P r ü I i d e » t e » P v « n c a reingehändigl.
der ihm lebhosl bttftir gedankt habe, da» er ist' nicht bcriiitzl
bah«. Um '> Uhr wurde die Sitzung anig.'hoben.
\V Paris. 2-'.. Z»l>. Der ..F i g a r o" erzählt: Zn dem Au¬
genblick. als der Schwurgerichtspräsidciit Albanel gestern di«
Sitzung unlerbrem«» wollte, weil der Zcuisthcnsult mit den in¬
time» Briefen eine den Privati-KeiliM» günstige Wendung
unnuhm, tnnnte fiüi einer der Notsitz, r, Dagoiiri. nicht ent¬
halten. zum Präsidenten mi: halblnuier Stimme zu sagen:
Mein Herr! Sie entehre» »ns!
„RouveUiste" oder das ..Journal d'Alsace-Lorraine" lese», hal¬
te» sich doch eine grössere sranzösifche Zeitung, weil sie mit dem
Rüstzeug der genannten einheimischen Blätter doch nicht aus-
komnren. Ei« holten es aber wohl selbst sür iibeislllssig. zwei-
mal dasselbe zu lesen. Zn Lothringen liegen di« Berhülrnisie
insofern anders, als streckenweise das französische Sprachgebiet
vorherrscht. Hier liegt noch ein Bedürfnis nach Zeirnngen in
französischer Sprache vor. Wir sind aber der Ansicht, dasi das
Land heute nach 4', Jahren ein Interesse daran hat. dasi die
deutschunfreundliche, zweideutig« Haltung, wie sie nur z» oft in
der Lothringer einheimischen Presse z» erkennen ist. endlich
aushört.
Zst der Ton dieser französischen Lokalpresse in Elsasi-
Lothringen ein anderer, so wird allmählich Ruhe ins Laub
kommen. Notwendig wird es aber auch sein, dasi deutsch-
sprachliche Zeitungen nicht fortgesetzt daraus sinnep.
verhetzende Geschichten a u s z«f r<t tit e ,t oder aus
parteipolttischen Motiven a u s b a u s ch e n. Si« be¬
finden sich in eine«» grosie«, Zrrt»«n, wen« sie glauben,
dasi sie damit dem Land« einen Nutzen bringen, oder
daß das de» Lesern gefällt, dasi die Leser auch rauflustig sind
und Freude an polemischen Allüren haben, zumal sie ja in den
seltensten Fvlic» in der Lage sind, auch den Gegner der Polemik
zu hören und sich so kein Urteil bilden können. Wir geben zu,
hast auch von altdeutscher Seite viel zur Unruhe beigetragrn
wird, aber in einem derartigen Umfange und mit einer der¬
artige» Konsequenz, wie seitens der Nationalisten, wird die
Unruhcsttftung nicht gelrieb«». Es darf schliesilich nicht ver-
gessen werden, datz von der Regierung in keiner Weise schikanös
gegen die Elsasi-Lothringer vorgegangen wurde, weil die Ne¬
gierung stets bestrebt war. ein« Assi,»ilattuns-
Politik zu treiben. Es ist aber mit Betrübnis fest¬
zustellen gewesen, dasi dieser Zweck gerade von den
Nationalisten mit Fleiß verkannt wurde. Sie
haben kein Mittel unversucht gelassen, »m das Negiere» Im
Land« z« erschweren. Als Elsaß-Lot br i ng et an der
Spitze der Berwaltung standen, nahm Ihre Presse einen Anlauf,
«m den ander», um sie a u s d r m S a t t e l z u h e b«n. Ein«
Altdeutscher ist un» viel lieber al» ein Elsässer, der lein Rück»!
gra» gegen Berlin haben kann. Das war einst die D:v!feck
Mutati« muwndij ist aber das Lied das alte geblieben: ZIN NIey
unzufrieden, immer geschinückt mit der Krön'
des nationalen Märtyrertums. Schliesilich ist e
erforderlich, dasi die Zweideutigkeit, die sich in Elsasi-
Lothringen heute noch breit macht, aushär l. Ein Fabrilan
der jahrelang ansehnliche Lieferungen an di« deutsch«» Handel
gesellschaftcn oder für den Fiskus ausführt. darf sich nicht da
Recht hrrausnehmen, zu sagen, er ist »»r sür den ..Nouvellistel
zu sprechen. Es gibt aber immer nock, Leute in Etsasi-Lolhrii»
gen. die trotz französiskher Eourtoisie. auf di« sie stolz sind, ei^
solches kvebahre» durchaus für a»gebracht halte». ;
Mittelrheinische Bank
KiRenkRjiitHh M. 23000000.-
Metz, Kaiser Wilhelmring 4-6.
Soweit Hiebt« andere» TOreinbart ?er*in*eu wir B«relnl»o«Q
. iii» auf weiteres Wß
bei jHlirliclier Kltndii-un« mit 4'/»*/,
, pcclismonatijfor KüniHifiiiiif . 4^
. dreimonatige'- » . 3’/«*/»
(i5l|'ii|i-fotl)rim;,cit.
Der Caillaux,-Prozesi uub da» Journal d'Aisace-Lorrame.
RE. Etrasiburg. 24. Zuti. Der ..E ourrier dr M etz",
satte vor einigen Tagen einen Artikel gebracht, in dem es hirsi.
»je Pskfffk b'Akiar-.Lnrrnin«" im Eaillauz-Prozch
verde^vüu—dtt- internationalen Freimaurerei bezahlt. Das
.Journal" wird, wie man un» mittcill. gegen den ..Courrier"
«nd den verantwortlick««» Nedakleur Humbert Klageaittrag
vegen-B«P»uudu»g stellen.
Ach Honst, mein Haast!
Frankreich, Ehrenhansi» „liebenswüldigeres Bateriand"
ist undanlbar. Schnell vergibt es. was «s feinem Märtyrer
schuldig ist. Di« vom „Figaro" eingekeitete Sam«nl«ng zur
Deckung der versall«nen Kaution von 23 000 Rtark hat als
«wesentliches Ergebnis bis jetzt den Peweis erbracht, dasi dt«
-grosie Nation den Wert eines nationalen Märtyrers mit 30000
Franken entschieden zu hoch angesetzt findet. Ausierdem Hot die
Sammlung noch etwas über 1600 Fronten ergeben, in Wahr¬
heit nur die sechshundert, denn dl« tausend hat der .Figaro"
gleich von sich aus auf den Teller gelegt. Wir finden das un¬
dankbar und möchten unsere Nachbarn doch ermuntert haben,
sich ihren Hansi doch etwas mohr losten zu lasten.
Um ihrer Sammlung auf die Deine zu Helsen, haben nun
der „Figaro" und Hansi sich ein gruseliges Märchen ausgedachk,
um ihren Rtitsronzosen zu beweisen, welche köstliche Perl« sie
in Hansi hegen, wie furchtbar gern a«rdere Leute diese Perle
Frankreich entführen möchten, und wt« dl« Franzos«» sich da.
Her das Eli'ick ihres Besitzes etwas mehr kosten losten dürften.
Zu diesem Zwecke berichtet der „Figaro", wt« der Draht un»
meldet, aus Nancy, dasi die deutschcnBehörden versucht
hätten. Hansi nach Deutschland zu entführen.
Hansi selbst erzählt, dasi er am t4. Zull, am sranzösischen
Nationalseiertagc. nach Belsort fuhr, um der dortigen Trup¬
penrevue brtzuwcchnen. Man erbot ihm, in Belsort zu über¬
nachten, und er nahm die Einladung an. jedoch mit der Be¬
dingung. dasi er am folgenden Morgen mit einem Motorwagen
nach Gerardmer zurückgebrachk werde. Am andere» Morgen
hielt vor seinem Hotel tatsächlich ein Motorwagen, der ihn ad-
holen sollte: Hansi erkannt« aber zu seinem grösitr» Erstaunen
in den Pastagicren diese» Wagens deutsche Kriminal¬
beamte. Selbstverständlich weigerte er sich, den Wagen zu
gebrauchen. Dcr Kraftwagen fuhr hierauf ab. und in einigen
M-inuten traf der richtige Wagen ein, der den verfolgten Zeich.
ner nach Gerardmer zurückbracht«. Hansi behauptet nun. dasi
deutsche Kriminalbeamte sein Gespräch, in dem er v«n Kraft¬
wagen verlangte, überhört hätten, und ihn entführen wallten.
„Wenn ich sie nicht erkannt hätte," so schließt er sein Märchen,
„würde ich heute gewiß in einer schäbigen deutschen Gefäirg-
niszrtl« fltzett."
Zst das nicht hübsch? Wäre nicht allein dies« rrizenve
Hundotagogeschichte. die Herr Hansi in seiner neckischen Weise!
noch halle illuslri-.ren sollen, es wert. ü:si die launrnhai'lew
Franzosen, die Uireu Märtyrer schon vergessen zu scheinen woll
den Tainn>'.'lletter für Haust nicht schnöde vorübergeherf
lasten'.'
i RE. 2 trasib » rg, 21. Zuli. Eine Strahburger
- B ü rg e r pa r t o i touric ]J. „Strasib. R. Zig." am Donners¬
tag abend gegründet. Die Bersaiirmlung wählte einen oor-
iüusige«« Vorstand, dessen 1. Vorsitzender Jjut Dammion ist.
Die Vorbereitungen zur Propaganda sotten »ach den Ferien in
di« Wiege geleitet werden.
RE Eolmar. 24. Zuli. Die entscheidende Kommistione-
sitzung in der Frage der P ü k g c r IN e I st e r wo h l findet am
nächste» Atontag stall.
RE. Eolmar. 24. Zuli. Der ehemalige Bürgermeister
Bl um« nt hat soll lt. „Mülh. Tgbl." gegen das „Eis. Tgbl."
klagbar »orgehen wollen. Das „Els. Tgbl" halte Blumenthal
taktlose» Lkerhalken vorgewursen. weil er die B«werbi«»rge,i um
seine Nachfolge zuerst öffnete.
NE. Siercnz, 24. Juki, llcber die Berhaiidkucigen des
Gemeinderats werden kiinklig nach einem l^„,ei»deratsbeschlusi
Berichte in de» Blättern verössentlichl werde». Zn Bericht¬
erstattern wurden zwei Herren gowählt.
RE. Bühl, 24. Zuli. Ei» schwerer Unsall errlgnete sich
auf dem hiesigen Flugplatz. Nach Beendigung von Flugilbungen
sollte» die Apparats in Schuppen untergebracht werden. Der
Musketier Schmidt geriet M dieser Arbeit mit dem Kops
zwischen die schweren Flügeltüren und verletzte sich dabei
so schwer, dasi er Ins Lazarett eingelirscrt werden musite.
RE. Bangen heim. 21. Zuli. Da» Automobil des
Fabrikanten Scherry aus Thann überfuhr ain Sonntag ans
der Landstraße zwischen hier und Eichwald das lljährtg« Kind
de« Malers Adam von hier. Sein Zustand gibt z« ernsten
Desotgnisien Anlasi.
K ?fieöeru>«ffer f Lothr.. Ä. Zuli. Die Etsen-
bahnsrage läßt die Geinüter in Niederweiler nicht zur Ruh«
komme««. Einmütig und entschieden wünscht man. daß anläsi-
ltch des Bahnbaues Saarburg-Drulingen-Riederweilet «nt»
weder durch die projektier!« Kurve dc- Bahn näher gebracht
werde oder eine besondere Zuführung erhalte. Die Gemeinde
hat die Zuversicht, dasi man den (> Kilometer vom Bahnverkehr
am Bogesenrand abgelegenen Ort init seiner Zndustrle tn
Stein-. Ziegel, uub Fayencejnbiikation mit wohlgeneigter und
wahlberechtigter Fürsorge bei der iiiahitsrag« behandeln wird.
Zn der Tat bars dieser Ort nicht abgeschlosten liegen bleiben,
wo den Tälern de» Saorgablets der Bahnarrschtüsi längst ge¬
währt ist. Das wäre gerade seiner entwicklungssähige» Zndu.
stri« uub feiner strebsame«! Bevölkerung gegenüber ein großes
llnrecht. Auch die Kreisstadt Saarburg hat ein große» Zn-
terestc an der Bahiivekbindung. da durch sie eine Neihe von
Ortichajten. das Rehtal und -du» Dagsburger Land der Stadt
uin !»-l> Kilometer näher gcrückt werden. Dem alten wird
gewiß Rechnung getragen.
Gorzr. 24. Zuli. Der Hotelbesitzer D.. welcher
vor kurzem ein Kind des Werkmeisters Lichtblun mit seinem
Auto überfahren halle, ist minmehr von den E-crichtsbehörden
außer Bersakgun» gesetzt morden, da sich seine Unschuld an
dem bedauernswerten Unfall herauagestellt hat. DK Mutter
des getöteten Kindes, die dm Unfall inttangefekie«« hat. Ist
infolge der Aufregung bedenklich erkrankt.
Eisenbahnunglück bei Grosi-Atoyeuorr.
Ans Grosi-Moyenvr« wird uns n!>er das bereits
gestern Rachinittag durch Auvhang in unseren Geschäftsstellen
bekannt gegebene Eisenbahnunglück berichtet:
Ein« Schreckcnokunde verbreitete sich gestern um il Uhr
wie ein Lauffeuer durch unser» an nervenenegenoe» Borsällen
schon sonst so reichen Zuduslrieort: Zugcuigteisung. Eisenbahn,
zusammenstosi. Schwerverwundelel So scholl es dem in wilder
Hast nach dem Bahnhof eilende» Nkenscheiistrout entgegen! Zn
der Tat ist das Unglück groß genug, um auch weniger weich
veranlagte Nature» etwas aus ihrer behaglichen Gemütsruhe
anfznrüttelnl Denn 8 Personen wurden ziemlich schwer, ver.
schieden« ander« unerheblich verletzt. Das Unglück ereignete sich
dadurch, dasi eine Güterzugmajchin« dem um halb l Uhr hier
ankvmmenden Personenzirg tri die Flanke fuhr. Zch konnte
darüber von ainilicher Stelle folgende» ersahren: Eüterzug-
maschcne 7715, übern!»»»! in Grosimoyeuvre Güterzugmafchiiir
7718. Zn diesem Zwecke setzte sie von Gleis st nach Gleis 4 um
und durchfuhr die Weiche» W und 28 und sollte dort halten,
um die Eitifahrl des Personenzuges 2SX> abzuwarte». Die
Maschine fuhr jedoch auf Veranlassung eines Bremsers aus
Weiche 10 nnd 14 und kam auch hier selbst auf wiederholtes
Hornsignal eine» Weichenstellers — wohl infolge zu schnellen
Fahtens — nicht zum Halten. Vielmehr durchfuhr sie die Te.
sahrweich« 1 t und rannte damit mit voller Wucht dem «in-
lausenden Personenzuge in die linke Flanke.
Dadurch wurde di« in der Fahrtrichtung liegende linke Seite
elnes Wagen» 3. Klasse, sowie ein Teil eines Wagens 2. Klasse
vollständig zertrümmert: ein solgender 'lLagen 4. Klasse wurde
leichter beschädigt. Taufende von Holzsplittern bedeckte» die
Unsallstell«, die sich ca. 200 Meter vor der Station in der Nähe
«ine» erst kürzlich fertiggestelkten Stellcverkes befinoet. Zer-
tiümnuite Türen, zerbrochene Fenster, eingedrückte Kupeewände
nud Bänke, zerbrochene und verbogene Eisensiange» boten ein
Bild wüster Zerstörung. Bis t» die Abendstunde hinein wurde
die Unsallstell« und besonders der auf einen« Nebengeletse um-
gesehte beschädigte Zug von Hunderten von ansgcrrgieu Zu¬
schauern betrachtet. Von der Veslhädigung der 4iKrge» laßt sich
ein Schluß ziehen auf die Wucht de» Zusammenstoßes: der
Materialschaden, der an und sür sich ja bedeutend genug sein
mag — auch die Lokomotive des EÜterzuges wurde am Hinteren
Teile b^chädigt — ist aber immer noch gering im Berglrich:
mit der Zahl der Opfer, die das Unglück forderte: es sind, wie
eingangs erwähnt, 8 erheblich Verletzte, darunter st schwer.
Merkwürdig ist, daß die Reisenden, die auf der rechte» Seile
der Fahrtrichtung sahen, keine Verletzungen davongetkagrn
habe««: ebenso befand sich ein Fräulei»« Stellmes von hier
mitten unter den Trümmern, ohne dasi sie im geringste» verletzt
worden ist. Dagegen wurden einer Frau Marx von hier
beide Bein» gebrochen, ausierdem trug sie noch sonstige
leichtere Verletzungen davon: die Bcbuclernswerle wurde heut«
ins Vlandinenstift nach Metz Überfuhrt. .Das Tragische hieran
«st. dasi diese Frau. Mutter von 5 Kindern, vor ungefähr muH
Zahr ihren Mann verloren hat. Schlvrrvcrletzt ist jernrr aus
Abteil 2. Silafie ein &ett De Po » yue v-Großmoyeuvre, dem
bereits im hiesigen Spital ein Dein unterhalb des Knies
abgenommen werden muhte. Auch das andere Dein
scheint gebrochen zu sein: außerdem trug Herr De Pou-
yues schwere Verletzungen im Gesicht davon. Eine bis jetzt
unbekannte Frau ist durch Eindringen von Holz¬
splittern in Brust und Leib schwer verletzt wordeir.
Die Fra» Giitcrvorstehcr B r a u n e b e r g e r-Gandringe» er¬
hielt Verletzungen am linken Schlüsselbein. Herr Obcrzolletn-
nehmer W ebe r-Grosimoyeuvre erhebliche Gefichtsoerletz«»nge«i,
Herr S i! si e l i n. Sohn des Gemeindesekreiärs. einen Beinbruch:
bei einem Mädchen — Emma Molker—, das auch a»r rechten
Bein verwundet ist. ist die Verletzung noch nicht genau jest»
gcftellt, ob ttnvchenbruch oder Nisi. Ausirr diesen gab cs durch
Glassplitter und Holzteile leichtere Verletzungen. Der Real»
schüier Roth flog durch den listigen Anprall zum Fenster hin¬
aus und soll and» eine» Knochenbrnch und arge Quetschungen
erlitten haben. Ein anderer Realschüler — dir mit diesem
Zug« stets non Rombach nach Hause fahren soll die 'Not¬
bremse gezogen haben, andere retteten sich durch schleuniges
Abspringen. Ferner wurde ci»e Frau D « l l i s o n vom er’*' •
Hof bei Großmoyeunre ziemlich erheblich verwundet.
Die erste ärztliche Hilfe leistete der telephonisch her-
beigerusene Dahnani Dr. Freyburger. Außerdem waren
Leute der S a „ i t Ü t s k o l a n » e sofort zur Stelle und leisteten
sachgemäße. t,Ukr»it'-te Hilfe. Durch die Slerkehrvautomabil»
Grosimoyeuvrv fiotii : courf wurden die Schwerverletzteu —
null« Herrn De Pouyue'.. der infolge der Schmerzen au,' einer
Tragbahre g.'trager« iwr.v» musste — zmüidyt ins Krankenhaus
De Wendel iibc.üa-it. Auch andere ärztliche Hilfe non den
beide» hi-.-sigen A.-rste-i Dr. K r ö l> e r und Dr. Bloch, iowie
den Herren Dr Ehr ist cl und Praß Dr. F ü t h von Rietz
mar rasch zur Stelle.
Di« aintiiche Untersuchung ist im Gange: dl»
Schuldsrage ist jedod, noch nicht endgiiliig geltärt. D:r Ver¬
kehr seiln't erlitt lei.-e Störung, wenn auch an dem Geleis«
Ausbesserungen notwenoig waren.
dkachbarstoaien.
' U e b e r der G re«} c. Eine rege Bautäilgkeit entsal»
len die hün> »werke in Vont ü-Moussou, die teilweite vergrößert
und modern umgebaut werden. Es besteht anscheinend die Ab¬
sicht. bei den Werken beiondere Icoke'-n-n zu elrikhien, um den
itoks nicht mebr aus Deuiichiand beziehe» zu müüen. nachoem
oag Syndikat mit de» Kokspreisca ausgeschlage» hat. Aller¬
dings wären daun ivchi die Werte gezwungen, eine» Teil de»
Kohlen von ver Ruhr oder Saar zu beziehen. Der weitaus
grösitr 'teil des in den französiicheu Wecken benötigten Kokes
wird diesen seit Ende Dezember .»»-.> Frankreich selbst z»geführt.
Zahnatelier Frau Emma Adam
Dowant-le*-Pont8,1.tjrrj»‘i , t‘tr.slu, l.Mttir.Kr.uic rol
Huri^f. Aii-fiihriimr -i -in.nM.i». Ar’>"it‘'n, :il* Urhtttniie. Ur:ti> kn»
Ziilin«',Zalm-ctzcnn- », -!>t M»,tli(i'k'iint.wr>ittr>dii'iid.(:urnnllfc
Aur, Staut l.nd Land.
•Dfco, den 25. Zul! r.'l-l,
* Vortrag über di« Deutsche Werkbund-Attssteitunj,
ln KSkn. Fu dem am Dienstag. 2 ^. Juki im Sänke de»
Itlrwerbehuaf«« hierfetdft sinttsindrndrn ösjenttichen Vor¬
trag über di« Deutsche Werlibund-Ausstellung, die von,
Mal bk« Oktober d. Fr. in Köln slaltfindct. sind durch da»
Vltrgermeisteromt in Verbindung mit den Vorständen des Tnnnngr-
Ausschusses und der Handwerkskammer Metz Einladungen an dl»
Vereine und /torporailonen unserer Stadt und Vororte ergangen
»nd darf erwartet werden, dasi bei dein besonderen allyemcine»
Dnleresse des Gegenstandes der Besuch ei>. recht zahlcei^er sei«,
wird. Den einleitenden 'tUorten über Bedeutung und Ficke de»
Werkbundbewegung nnd einer kurzen allgemeinen Tharnkteristik
der Ausstellung selbst wird in der Vorführung der Lichtbilder ein»
kurze Wanderung durch das alte große Kulturgebui der Rhein«
ka«id«, von der Ouelke des Strome» in den Alpen über die alt«
Völkerstrasic von Elsaß und Lothringen mit seinen Ortschaften
und Gebirge» sowie die Fahrt rhe,»abwärts »ach fiölu fol¬
gen. wo nunmehr die AussteUunqsbanten selbst als zweiter
Teil der Bilder den Beschluß mache» werden, lln diesem Fufam»
menhangr darf dir Darbcetung wohl auf ein besonderes n»d weit¬
gehendes Interesse rechnen, ohne daß sie on Einheitlichkeit in Be¬
zug ans den tüegensiand verliert, und es ist von besonderem Wert,
wenn gerade aus diesem sür das Bürgertum nnd den Handwerker¬
stand wirtschaftlich so bedeutungsvollen Gebiete anregende Gelegen¬
heit geboten wird, sich über die Bestrebungen des sungen Deutsch¬
land zmanglas und frei zu unterrichten.
* L u n dw i t ,'chasl l i ch e 2 . Schuber und Sd^nnek
ans dem Lande beginnen sich mit der dicsjährigkn Ernte zu
füllen. Das M »erhattntsmnsi-ii günstiger Witterung »eschnii-
tene Heu ist bereits eingebracht Ueder das Ernteergebni«
litnfcit die Ansichten je nach bst Gegend verschieden, denn wäh¬
lend im westlich und iüviich der Stadt gelegen Gelände viel¬
fach über ,ieringc>r Wuchs auf den Wivjcii geklagt wurde, ist
im nordöstlich«» Teil« des Metzer Landkreises der Bauers,
man» reait zusriedeu. 'lluch die lllerrnle hat eingesetzt und
verspricht einen' angemesseite» Ertrag. Wo schon grschnikien
wurde, bedeuteten die Gewittergüsse der letzten Tuge die Zu-
sührung »euer Nahrung für den Nachwuchs. Die reife»
Aehren des durchweg schön hachgewachienen Roggens sind eben-
falls dem Senieninaim und der »wderiie» Mähmaschine ver¬
fallen und stehen hier und da bereits gebunden in Hansen zu-
ianitilcngestcttt. Nicht mitider günstig erschein! der Sta'rd de«
Hofer», der je nach der Sone eniivcder gelbe Färbung schon
ausweist oder noch im Rlachstrun begriffen ist. Vielfach habe»
die schweren 'Niederschläge der letzten Rächte a»i große» Fla¬
chen die Halme umgelegi. Saueitirschen, Zahannisbeeren u>rd
Stachelbeeren sind überall zum Emhcinisr» reis r»d finden sich
in großen Bkengen vor: ebenso zahlreich hängeir Piaun.eN
und Mirabellen meist noch in völlig grünem Gewände an dev
Viinmen i*o auch die Wallnußernle Ick-eint recht 'ergiebig zu
werden. Apfel- und Birnbäume sind je nach der Lage «ctttcr-
schiedlich behänge». Weil voran sind di« Trauben, die fast
ausnahsnstos einen gut.-» Stand und schöne Pekrettentwirlinn-
zeigen. Die Wtn.zer lassen es an geeigneter Pfleg«, worunicz
auch das Besprengen der Rrbpfianzen mit PitrioUösungen zu
verstehett ist, nicht schien und hoffentlich wird ihre reich« Müh»
nird Arbeit reichen Ertrag austveisin. Zm volle» Gange ist
ferner die Erbseiternie. Zn den auszedehnien Erbscnfeldern
oer Koirservensabrtk Rkoitrier beginnt bald nach Tagesanbruch
eine rege Tätigkeit. Pflücker uub PfiÜckerlnneu stehen in lan¬
gen Reihen gebückt über -die Psiauzen »nd fülle» die Schoten
in die mitgebrochte» Jiöitw. Der Znhalt wird dann Abrno»
abgeliefert, woraus in bei» Fabrikräirmen die Entiohnunh
erfolgt.
* 'Nach Spicheen. Das Unterossizierkorps der 1. Abteilung
des Fekdartillerle-Neyiments Rr. N beyiebt sich morqe» nach Saar»
brücken zum Besuche des Schiachtfelde» von Spicheni. Ankunst in
Stieringen-Mendrl um 7.80 Uhr. Der Artillerie.Verein Saar»
brücken hat die Führung übernommen nnd empfängt seine Gäste
um 8 Uhr an der Goidnen Drrmm.
^ Handarbertsausstekkttnq. ll«r der Turnhalle de«
Städtifche» höheren Mädchenschule findet heute Samstag von 4-7
Uhr und morgen Sodntag von Il-l und 4-7 Uhr «ine Hand»
aibeilsaurstellung statt, zu der die Titern der Schülerinnen, Freund«
und Gönner der Anstalt geziemend elngeladen sind.
'Straßensperre. Wegen Dornahme von Kkeinpssost«»
runaen und Aussührung von Teelmakadamarbrlten muß die »reis«
stratze Nr. §8 bei km in Rombach auf die Dauer von
ca. 4 Wochen, mit dem 21. d. Mt», beginnend, für den Fuhrwerks»
und Neiterverkehr gesperrt werden.
' Tin Taubstummer trieb sich gestern am Bahnhof nmhe»
und bettelt« Passanten an, denen er ein Kärtchen zu leien gab, au»
dem hervorging, baß er sich zur Fremdenkegion meidet« wollt«,
Tin Schutzmann, der sein Treiben beobachtet hatte, nahm sich seine«,
an »nd brachte ihn zur Ltnlicferung. Rachhcr stellte sich noch
heraus, baß seine Papiere gefälscht waren.