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N 11 ' 86 . — 1 . Jahrgang .
Preis i 10 Centimes «
Mittwoch 1 . Oktober 1919 .
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Schwere Gemeinderatskrise . ’
der pzen Stadnemnlsslon und des
Bii rgermelsie rs .
Wie bereits gestern abend dnrch SondcrbîStter bekannt gegeben wnrde , hat der Tcream -
mette nciorinderni gestern nachmittag mit 23 geren 3 Stimmen ( 10 Kitglieder waren ab¬
wesend ) eik . - ärt , den Vermütlnngavotscblag , den Herr Mirmnn mr Eeile ^ ang des Kehrers «
streikt » gemacht hatte , nicht annehraen zn U ( innen .
Herr Lanrent , Generalsekretär der Präfcktnr , wohnte der Versammlnng bei .
Hierauf wurde sofort eine ansserordenUiche Plenarsitzung einberrfen . im Verlanfe welcher
sich der Gemeindeiat mit allen Pnnkten des Bürgermeisters einverstanden erklärte und de¬
missionierte .
Dieser Entschluss erfohlc von folgenden Gecir . htsprnVicn miss
n ) Eine Erhöhung der Sfras ^ enkolirerlöhn « würde das Stndtbudget za Stork belast , i .
Uebr : ? fn3 müsste eine weitere Aufbesserung der Arheiteilöhne , ( bekannt ' ich war am 8 . Juni
eine solche gewährt worden ) , unbedingt auch eine Steigerung der SfadUienmtentöhuc nach
sich ziehen .
b ) Ein Unteratütsnng der Regierung zur Wahrung der Aibeilsficiheii wird als unzu¬
reichend erachtet .
Text der die Demission der Stadtkommission
betreffenden Resolution .
Die Unterzeichneten Mitglieder der Stadtkorr mission von Motz , die versammelt sind , um
die durch die Stadtstreiks geschaffene Lage zu prüfen , stellten die Unmöglichkeit fest , dass die
Stadt cira mit ihren Interessen vereinbare Lösung findet , welche die nofäbr ’ iche Situation
klärt , ( Ui dadurch geschaffen ist , dass man sie durch Androhung des Generalstreiks zu Zn -
gslSudcL - ' ^ n zwingen will ; es ist ihr gleichfalls infolge nur mangelhafter Unterstützung
durch d ; e öffentlichen Gewalten , nicht möglich , die Aiheitsfreiheit aufrechtzuerhalten . Es ist
daher eiue ausserordentliche Sitzung nnberannit worden , die zur Starr ? » eröffnet ist . Auf den
Vorschlag mehrerer Mitglieder des Rates hin , soll über die Demission des Stadtrates nbgestimiGt
weiden . Diese wird rolort dem Herrn Commissaire de In ROpnbligne übeibrncht worden ,
damit er die entsprechenden Massnahmen rechtzeitig ergreifen kann . Gleichzeitig mrsa ein
Aufriti an die ganse Bevülkm ung und die Arbeiter im besonderen gerichtet werden , nm ihnen
die Situation darsnlegen nnd die Stadtavbeiter za ermahnen , sieb nicht durch ihre Führe ;
am Gängelband führen zn lassen , sondern mit de ; Arbeit fortzufabren oder sie wieder anizn -
seh . nen , um den öffentlichen Dienst zn sichern .
Der Rat glaubt , dass der augenblickliche Stand der fftadtfinanzen die verlangte Gehalts¬
erhöhung nicht ermöglicht , da diese den Stenerzablern Lasten anterlegen würde , dio sich
mit ihren Einnahmen nicht vereinbaren Hessen ; er hat in diesom Sinne alles mögliche und
annehmbare dnrch die Gehaltserhöhung getan , die im Juni bewilligt wurde .
Obiger Entschluss , der zur Abstimmung gelangte , wnrde einstimmig dnrch die anwe¬
senden Mitglieder angenommen , ' . folgen Unterschriften . )
Die Streikkrise im Minette - Gebiet .
( Von unserm Korrcr - ondv : . )
Zur Demission .
Dip wissentlichen oder unwissentlichen , di -
[ rrfctrn oder indirekten Urheber dieser Krise
Imüsscn die Vrrnnlwnrlung ilberneluneiT .
Am Mittwoch , wenn der Aiiswnnder rzug in
jKchl landen wird und die Neuigkeiten ans Metz
[ nach allen Teilen des unbesetzten Deutschlands
[ kolportiert werden , werden siel unsere Feinde
[ ins Fäustchen lachen und ihre Behauptung , die
[ Franzosen seien unfähig E ' r . iss - T n ! hr . . cen zu
nerwalten , bekräftigt sehen .
Wir haben uns in die Sache anderer nicht ein
[ gemischt , und unsere Leser müsse » unbedingt
[ niReben , dass wir die Arheitcrlcidenschaften nie
Ifefrn ihre Vorgesetzten entfacht , anderseits
über auch nie den Chefs der Arbeiter oder ihren
[ Vertretern zti üusserstom Widerstand angesichts
Der Commissaire de la République bat inzwischen von der Demission Kenntnis genom -
atn und den Bürgermeiztar gebeten , nm Unregelmäsiigkeiten vorzubengen , bi « auf weiteres ,
dis Sbdtpescbaite noch zn versehen . Herr Prevel bat dem Wnnsch entsprochen nnd sich
rar Verfügung gestellt . Das ändert jedoch nichts an der Tatsache , data die Etadt « letz
augenblicklich keinen Bürgermeister b - t .
der Forderungen ihrer Angestellten geraten
haben .
Jedesmal , wenn sich dio Gelegenheit hot . noch
kürzlich gelegentlich des EisrnbahncrsLroiks .
hat unsere Zeitung der Arbeiterklasse gegenüber
grosses Wohlwollen gezeigt ; aber zu gleicher
. Zeit riet sie den Führern der Bewegung , Ruhe
und Vorsicht an und suchte in ihren Berichten
stets die heftige Haltung einzelner zu be¬
schwichtigen ,
Nunmehr hat das Stündlein der Stadtkommission
geschlagen .
ln wenigen Tagen werden wir ihre Nachfolger
am Werke sehen . Wer sie auch sein mögen , wir
werden sfc ermutige » und unterstützen . Jetzt , da
die Revolution vor unserer Türe grollt und sich die
Deutschen ob unserer Zwistigkeiten die Hiinde
reiben , ist cs die Pflicht oller guten Bürger , sich
zusnmmcnzuscharcn .
Kritisch - politische Betrachtungen .
Child Harolds Glück und Ende .
Metz , den 30 . September .
Irgendwo schreibt Lord Byron : « Als ich eines
[ Morgens erwachte , war ich berühmt . » ( « I awoke
| onc morning and found myself faraous . » )
Erwachte er in der Schweiz , als ihm der Ruhm
Sie Hand schüttelte und ewige Treue schwor ?
Child Harold , die Menschen hassend und höh¬
lritsch verübend ob ihrer Feigheit , liess siel )
[ mH seiner Geliebten am Genfer See nieder , wo
1er süsse Jahre verbrachte . Wie kümmerlich und
rerachtenswerl mag ihm da erst die sklavisch
1 am Leben hängende Menschheit erschienen
einl Er war es müde , Menschen zu regieren ,
He sich willig umformen und führen Hessen ,
« der in einer blinden Kampfwul sich zerfleisch -
| lrni Solche , mühelos erkämpfte Szepter stiess
er mit dom Fuss zurück .
Child Harold nahm in seiner grenzenlosen
elbsthcrrüchkeit den Kampf mit den Elementen
auf . Er schwärmte für stunnbewegto Nichte .
lAbend « « elfte er sich in ein Boot . upd begann
messen . Die Wellen schlugen hoch , zischend
and wasscrsdinaubend . Inmitten des tobenden
Sturmes rief Child Harold unbesiegt aus : « Der
| See kann wüten und raten , - tragen muse er
laich doch ! > Und segelte weiter . Ein überlege -
[ w * Liebeln spielt « um seine Lippen .
| Später ’ als es galt , da « , was vdn Hella üb « *
iWicb . zu retten, - raffte fiyroit aetnéHelzte Kraft
liasaaunon und aègelte über * das Millelmêer nach
[ Griechenland , r ,
[ Dem Schicksal der Menschheit , aas ihn bis¬
her kak gelassen , - vermöchte , er wieder Inlereese
| ‘ Hiewinnen , da es darauf ankam, . Lorbeeren zu
[ pflücket ) und anfeuernde Ansprachen zü halten .
| Die Flamme der Leiden, - die er still erduldet ,
[ ' ' leuchtete seinen . _ u £ ndämmcrt « n Geist , bevor
| a « e verblasste » nd Hess des . Dichtere Stirne ' w
| rinr » n wunderbaren Heiligenschein erstrahlen ,
Byron . war berühmter denn
Sein Name Sei von Mund zu Mund , . .
Der Kreuzfahrer erlag während der Belage¬
rung Missolonghis einer schweren Krankheit im
Jahre 1827 .
Lotd Byron war zweifelsohne ein grosser
Mannl
* • *
Der Metzer Ocmcinderat hat abgedaukt . Ueber
seine Tätigkeit möchten wir uns Mer nicht ver¬
breiten . Soviel darf wohl gesagt werden , dass
ihm der überaus grösste Teil der Metzar Bürger¬
schaft keine Träne nachweinen wird . Dm er
nicht behebt war , leuchtet wohl den Verbün¬
detsten ein . Gerade setne Unbeliebtheit brachte
unser Stadtminlsterlam zu Palt . Seine ganze
Steilung beruhte auf einem Überaus unsiche¬
ren Fundament : es war vom Commissaire
de la République gebildet worden « nd war
nicht aus einer allgemeinen Willenskund¬
gebung der Stadtbllrgcr hervorgegangeo . Ca
stand Infolgedessen auf schwachen P & saaa . Das
wm wir beute erleben , ist lediglich der Zusam¬
menbruch des von v ' ^ stilchcn Pfsllem gectttzten
Gebäudes . Wir stehen einer K « ta * tr « pi * Mteai
über , dit - leicht veräuszuseben war . Dés linsen -
kundgetmng gegen den Bürgermeister , dl « an
Klarheit nichts tu wünschen - - i * Uaas , mag dem
sterbenden Child Harold den OnadetMaia versetzt
haben . ■
Die Zeit der Despoten und der ’ ClMftn Ist vor -
Ibêr ! Lieber ein Ende Schrieben , als ein
Schrecken ohne Ende und Unj ^ Adt ist oft ein
Glückt Ist Metz überhin ' ' ' so - arm an ' villensstar -
kpn - Minnen ) , dass uns um den Sturz einer
künstlich zusanunengeschaufejten Stadtregferuog
bang werden könnte ? Man braucht wahrhaftig
kein d ' Aimtmzio zu sein , Child HaröMa würdiger
Nachfolger , um die Psyche einer Stadt zu durch -
bffeken und Ihre geheimsten Wünsche za erraten .
Es gilt vor allen Dingen , deren Bürgerschaftmora -
bsch zu erobern , anstatt sie ? u beherrschen
Suchen ; Die Aotgabe der neuen Männer wird ge¬
wiss keine leichte sein . Schon brande der Ge¬
neralstreik kerav « Jode Zeitvergeudung faum un¬
berechenbare Fohren mit « teb ffljiren . a A ! «
^ tc - Maric - aux - Cli ( - ucs . . 10 . : - ept .
Die ersten StrciSitago verlielcn In verli - Hnis -
massiger Kulte dank der Atf ' cnlielt einer Ab¬
teilung Tirailleurs » nd Gcnda - •
Am vergangenen Freitag wurde die Artffl wie¬
der aufgenoinmen , da es mit den Kol - ’ c ' ; ? r " l “ » fc ! i
zu einer üinigimg gekommen v,ar .
Am Samstag Morgen erklärte ; ! steh Jedoch die
Arbeiter mit ihren Kollegen von Rt . . : ourt solida¬
risch und traten daher erneut in de - » Ji > . » . Wie
verlautet , erkennt man die ' ' W , v - m » Olferlés
nicht mehr an und hat ein neue » Streikkomitee ge¬
bildet , dein ein Lothringer , tl - ' ! " r . ; r , ein Fran -
zt : i . ; : r ; l cfn lialieucr ? : • • • ' ' ' . en . Fs wird he ! : aup -
tet , Of ' erlé habe ti von den Ori - bcnbcsHzcrn
kaufen lassen .
Fieser neue Streik Ist bei unseren lothrlngl -
sehen Arbeitern nichts wen : - « - ah , m , 1 ! . - : nlk ' : .
Privalleleoramnie unseres Pariser MIlarDellers
1 ) 0 . Sept . 1 Uhr nachm
EINE ERREGTE KAMKEnslTZUNG .
Da die Resolution Lefèvre heute der Kammer
unterbreitet werden soll , erwartet man eine be¬
sonders stürmische Sitzung . Die Regierung wird
aller Wahrscheinlichkeit nach die Vertrauens¬
frage stellen . In den WandclpiiuQen wurde das
Gerücht verbreitet , dass die Abstimmung mög¬
licherweise ein überraschendes Ergebnis zeiti¬
gen könne , da vicie Deputierten für die gänz¬
liche Entwaffnung Deutschlands sind .
DER NEUE LORD - MAYOR VON LONDON .
Aus London wird gedrahtet : Gompors wurde
zum Lord - Mayor von London ernannt .
NEUE KÄMPFE ZWISCHEN WEI & SEN UND
SCHWARZEN IN AMERIKA .
Ans Omalia wird gemeldet , data neue bla -
tige Zaiammenstösse zwischen Weinen nnd
Schwarzen itattgefnnden haben , infolge eines
Ueberfall « eines Weinen anf einen Neger . Es
gab 50 Tote nnd etwa 69 Verwundete . Der
Sachschaden wird ani 600000 Fr . geschätzt .
DIE LAGE IN MOSK ' U .
Aus Reval kommt folgende Meldung : Ein bol¬
schewistischer Funkspruch meltW , dass der Be¬
lagerungszustand infolge des schnellen Vormar¬
sches der wclsscn Truppen über Mr ' l ' aii verhängt
wurde . Die Verteidigung der Stadt wurde Korne -
new übertragen . Typhus und Cholera richten unter
der Bevölkerung unheimliche Verheerungen an .
PARISER PRESSSTIMMEN .
Humaniö » begrüsst den Püchirftt de Maudliuys
» nd Puymatßrcs ( Mülhausen ) , der sich durch sein
drakonisches Auftreten die Sympathie der Bevöl¬
kerung verscherzt habe .
Bezüglich des englischen Elsenbahncrstrdks
gibt « Echo de Paris » der tloffnnn - Ausdruck , dass
cs der britischen Regierung getingen werde , die
Streikbewegung durch Anwendung von Gewalt -
massrcgcln zu unterdrücken . Ueber diese Aeusse -
rung des reaktionäre » Blattes braucht man sich
weiter nicht zu wundern .
Im « Oeuvre » setzt Gustave Théry seine Kam¬
pagne tiir die Entwaffnung Deutschlands fort , der
eine allgemeine Abrüstung bald folgen müsse .
Die mutmasslichen Wahlterminc
Die Wahlen soHcn am 26 . Oktober ihren An¬
fang nehmen , jodoch sieht noch nicht fest , ob
an diesem Tage die Wahlen zur Kammer oder
die Gnmernderatswah ’ en slattfinden . Für beide
Evenlualiläien hat der « Malin * folgende Daien
vorausberechnet :
Wenn die Kammerwahlen am 26 . Oktober
erfolgaa :
5 . Oktober . — Dekret der Einberufung zur
Wahl der Deputierten .
2 ( i . Oktober . — Wahl der Deputierten .
26 . Oktober . — Dekret zur Einberufung der
G nmejnderatswahJ .
9 . November . — Gcmeinderalswahlcn , erster
Wahltag .
16 . November . — Gemeinden tswahkn ,
Stichwahltag .
16 . November , s — Dekret zur Einberufung
der Dcparleoncnialw & hler .
28 . Novomber . — Wahl der Senatorialdcle -
gierlen ( Wahlmänner zum 8enat ) .
Dekret zur Einberufung der Senatorialwühler .
80 . November . — Wahl der General - und Ar -
rondissemenlsräte ( Bezirks - und Kreistage ) , er¬
ster Wahlgang .
7 . Dezember . — Wahl der General - und Ar -
rondiaaements ' ät « , SUchwahltag .
21 . Dezember . — SenaiswaJilen .
V ( u 4i * OMdataitmUaa Mi M . OkMai
• lUpai
12 . Oktober . — Dekret zur Einberufung der
Gemeind eraUwlhlcr .
26 . Oktober . — Goneinderatawahkn , erster
Wahlgang .
2 . November . — GcmeinderaiawaMen , Stich -
wahltag .
19 . Oktober . — Dekret der Einberufung zu
den Kammerwahlen ,
9 . November . — - Wahl der Deputierten .
16 . November . — Dekret zur Einberufung
der Wähler der General - und Arrondissemento -
xäte .
23 . November . — Wahl dar Senalorialdele -
gierten ( Wahbnänner zur Senatswahl ) .
Dekret zur Einberufung der ScnnlswUhler .
90 . November . — Wahl der General - und
Arrondissementsräte , erster Wahlgang .
7 . Dezember . ; — Wahl der General - und Ar -
rondissementaräle , SUchwahltag .
21 . Dezember , — Senatswahlen . . „ •
lu grosse » Scharon sind sic zu den Arbeitsstellen
gJ ; onimcn und ha ’ • - » pcrcl - * ' . d " ^ sic Arbeit
wünschen . Trotz der T - ' der Sircikde ! -
gierien griff bei einer der letzten Versammlungen
einer unter Urnen In einer Rede dar . v • ( c ’ - ' * rn : icndc
t . ' mwälziingssysicm heilig an .
Der LchcnsmlKcKcueruRg könne man nur durch
ununterbrochene Produktion Herr werde » , behaup¬
tete er , und nicht durch eine zügellose . lagd nach
hohen fiehällent .
Der Redner protestierte gegen < " ' Firiickseti -
düng lranzüsl « cher Vorgesetzten , die aus den zer -
slörten Gebieten hierher gekommen sind und auf
brüderliche Aulmthmc gcliuilt haben . Statt dessen
Hollen gewisse Elemente diese Leute aufs Pfla¬
ster setzen , obgleich sie deutsche Chels dulden .
Wo bleibt die Logik ? Der Redner erntete sie ! »
einen besondere » Beifall , wenn er zur Wieder -
nulnahmc der Arbeit rutlorderle .
Der Kampf um Fiume .
Die Jngo - SInven rühren sich .
Rom . 2Î ) . Sq . t — Dir « Idoa Nazionaie » vr - r -
öffi nlüchl fulgindi ' Mi ldung ans l ' inrri : U r
Kal ' inf { ls < ’ lii f vor d ' Aiutu ! ; zio gab übtr die mi¬
litari ■ Lag " auf der Waffenstü ^ landsüni » . *
uaclifolg ' mh Erklärung ab : B - . di - ultntüi ' Trup -
penben - ogujtgeti £ /nd gemeldet worden . Fs ist
jidi . ch unnioglirh fi > izustf ! ! rn , oh die Bewe¬
gungen offensiven oder defensiven Charakter
haben . Für ihren agressive « drrnkler scheint
zu sprechen die Schliessung der Grenze und
der Auszug der Kroaten aus dem Fiutnrr Terri¬
torium gegen die Yupo Slovakei . Trotz der be¬
ruhigenden Zusicherungen , die wir den Kroaten
gegeben haben , ist heule die Auszugshewegung
noch inletisivcr geworden . Wir haben Mitteilun¬
gen aus Kroatien nufgefangen . die den Yugo -
Stavcn auf unserem Gebiet zur Flucht raten .
Zwei französische Offiziere erschienen bei der
Kommandantur und verlangten die Er ’ uiluii « s .
die Telegraphen - Verbindung zwischen Fiume u .
Agram wicderherzustellen . dio in den Wirren
zerslörl worden war . Wir gaben zur Antwort ,
dass die Verbindung nicht wiederliergesteül
werden könne angesichts der militärischen Be¬
drohung durch die Yugo - Slaven .
Die italieniache Kammer für die Annexion der
Stadt
Born , 2 ! > . Sept . — In der Kammer nimmt die
Regierung die Tagesordnung Leonardo Bia ; ilii ,
wovon folgend der Wortlaut , an : Die Kammer
bestätigt von neuem feierlich dio Zugehörigkeit
Fiumes zu Italien und ihr Vertrauen in die Re¬
gierung setzend , dass sie die Aspiration in
Wirklichkeit umsetzt , gehl sie zur Tagesordnung
Über . Der erste Teil bis zu den Worten : 7 . : ge -
bßrigkeit Fiumes zu Italien , wird von der ganzen
Kammer mit Ausnahme der offiziellen > zia -
listen , durch Zuruf angenommen . . Ueber den
zweiten Teil wird namentlich ahgesfinimf , der
mit 208 Stimmen gegen M8 hei 10 Stimment¬
haltungen angenommen wird .
Das Wahlergebnis wurde um Mitternacht be¬
kannt gegeben . Hie Auslegung des Wahlganges
gah Anlass zu verschiedenen Zwi - honfällen .
Hie Sitzung war reich an Tumulten u ; i die
Erklärungen der Redner waren durch Einwürfe
und Tätlichkeiten unterbrochen . Hie Sitzung
musste wahrend ungefähr einer Stund 1 unter¬
brochen werden . Hie Sitzung wird nach V r -
öffentlichung des Wahlergebnisses fortgesetzt .
Die Zeitungen in Rom bemerken grosse An¬
sammlungen von Truppen und Polizei um den
Monte Vitlorio und in den Hauplstrassen .
Was bedeuten hundert Milliarden ?
Welche ungeheure Summe die hundert Mil¬
liarden , die Deutschland den Alliierten zu be¬
zahlen hat . darslellen , versuchen die « Leipziger
Neuesten Nachrichten » wie folgt zu illustrieren :
Könnte jomand in der Minute bis 200 zählen ,
so gebrauchte er Tag und Nacht mehr als 950
Jahre , um bis zu hundert Milliarden zu kom¬
men .
Die Erde wird von etwa 1600 Millionen Men¬
schen bevölkert . Mit der von deutscher Seite zu
leistenden Kriegsentschädigung von 100 Mil¬
liarden Mark könnten jedem Erdbewohner C2,ö
Mark ausgehftndigt weiden . Auf die Bevölkerung
Deutschlands verteilt , ( fernen bei 70 Millionen
Einwohnern auf jaden Kppl , jung und alt , 1120
Mark , auf eine dreiköpfige Familie also + 287
Mark .
Die Kriegskosten der 15 grösseren Kriege seit
1798 haben nicht einmal zusammen 100 Mil¬
liarden erreicht ; sie betrugen nämlich : 1703 —
1816 Napoleonsche Kriege 26 Milliarden Mark .
1828 russisch - türkischer Krieg 400 Millionen
Mark , 1890 — 1840 spanisch - portugiesischer
Krieg 1 Milliarde , 1880 — 1847 Frankreich - Alge¬
rien 760 Millionen , 1848 europäische Revolu¬
tionen 6,1 Milliarden , 1859 — 1865 nordamerika¬
nischer Bürgerkrieg 14,8 Milliarden , 18GG Preus -
sen - Ocsterreich 400 Millionen , 1870 — 1871
Deutschland - Frankreich 6 Milliarden 320 Mil¬
lionen , 1877 — 1878 Russland - Türkei 8,8 Milliar¬
den , 1894 — 95 China - Japan 220 Will . , 1899 —
J902 südafrikanischer Krieg 400 Millionen . 1900
bis 1901 Kriegszug europäischer Mächte in Osl -
asien 600 Millionen , 1904 — 1905 Russland —
Japan ' 32 Milliarden . . . v -
nt Grande der dedsdira KflriMittoi
vom 11 . November 1918
Naf ' h amtlichen Urkunden des französischen Grosse »
Hauptquartiere .
Am 19 . Juli zieht sich der Feind über die
Marne und am 27 . . vor den unaufhörlichen An¬
griffen uuwrrr Armeen , hinter die Ourcq zu¬
rück . Später , an » 3 und 4 . August , hinter die
\ fs ! p . f ) as Gegenteil des von ihm Erwarteten
ist also eingetreten ; reine Front , statt in der
Champagne und der Brie einen drohenden vor -
• • pringenden Rogen zu bilden , hat auf die Aisn «
und die Yeslo zurückpenommen werden miis -
sui ; weit davon entlernl , zum Auffüfen der
Liiekcn in d < r Front gänzlich verbraucht zu
wrrden . haben die französischen Reserven die
Gegenoffensive ergriffen ; nur ein ganz schwa¬
cher Teil ( 2 Division * » ) der englischen Reser¬
ven liât an der Schlecht teilgpnnmtnen . — Da¬
gegen heben d " Rirerven deg Kronprinzen
Hupprreljt in al ' cr EiV von Lille nach der äi « ne
müssen Und endlich , da die doito - he
G H . I . auf die von ihr geplante p ' . ind - rnoffen -
1 vi verzichten muss , ergreifen die Heere der
Entente die Initiative zu einer nnien Schlacht
zwischen Oise und Meer .
Am 18 Ju ' i wird also der Plan des Feindes
umprworfen Von mm an und bis zum Wafbn -
5 ' ‘ : " - tand wird der F - ind sieh dem \ V ; " en der
A ’ ; : - ertrn st f ‘ s fügen müssen
0 . DIE SCHLACHT IN DER PICARDIE .
' 8 . August — 20 . September '
Das Bestreben < b - « Ohi rk ' unmandns drr A ' -
: : : erbn wird sich von jetzt ab « lahm riehb n , dir ,
Ob . rhand üb < r da « < b ulsehe Oberkommando zu
lv hallen und ’ c ' /hrom keine Z * - ; ‘ zur Besin¬
nung ut . d ziun Zu ^ ntumenfassrn scin < r Kräfte
zu lassen
ln diesen ) Sinne brtbhll und bisst es ge¬
trennte . , « o rehnell a ' s inö ? r ich aufeinanderfol¬
gende , überraschende Angriffe nusführen , um
nach und na < ' h die Auflösung d - r feind ’ iohen
Heere und du - Verwirrung im Oberkoininapdf
zu vermehren , bis cs den Befehl zur General -
offensjvv und endlich zum Generalangriff gibt ,
der die feindliche Front zum Fallen bring - r
wird . Vom 12 . Juli sh , als es fesIprMeül hat ,
dass der Fvind zwischen Meer und Oise über¬
müdete . unvollständige und an Kampfkraft min¬
derwertige Divisionen in Stellung hält , will es
ohne Verzögerung diese Schwäche ausheulon ,
um wichtige Offensiven vorzunehmen . Es rich¬
tet die Aufmerksamkeit des Marscha ’ ls Ilaig auf
den schon lür eine Offensive vorbereiteten Ab¬
schnitt Feslubert - Robe « i ; der Angriff auf die¬
sen wird die Befreiung des Minenluekons Bruay
ermöglichen . Es verbindet gleichzeitige Ope¬
rationen der IV . britischen und I . französischen
Armee , die auf den vorspringenden Frontwin¬
kel hei Amiens wirken , um die Bahnlinie Paris -
Amiens ireizustcllen . und zuletzt beginnt es , mi '
den zahlreichen Kräften der amerikanischen Ar¬
mee . die Vorbereitung zur Offensive auf den
' Bogen vont Saint - Mihie ! Kaum ist also die
Gegenoffensive auf der Marne entworfen und
angefangen , als 3 andere grossstiügc Oporatio
nen vorbereitet werden . ( 1 )
Am 23 Juli gibt eine lokale Aktion auf de «
Westufer der Avre der 1 . französisehen Armee
ihre Ausgangsstellung , und am 8 . August grei
fen diese Armee und die IV . britische Armee
auf einer Front von 25 Klm . beiderseits det
Strasse Amiens — Royc , zwischen Albert und
Moreuil an .
In 2 Tagen rücken sie 20 Klm . vor , erreichen
die Umgebung von Chaulnes und üuesnoy und
bedrohen die 18 . deutsche Armee mit Ucber -
flügclung von Norden her .
( l ) lm Ansch ' uss an den Fchkang der 8 . deut¬
schen Offensive , welch : bereits durch die Of -
feusive der 10 . und 6 . französischen Année hl
eine Niederlage verwandelt war , entwickelte nm
24 . Juli der oberkomamb - rcudc Pcldmarsehull
der alliierten Heere vor den Kommandeuren die¬
ser Heere seinen ganzen Gedanken auf Grund
faxender Feststellungen :
Gleichstellung der Alliierten dem Feinde gegen¬
über in Bezug auf die Zahl der Kämpfenden .
L ’ cberlegenheit in der Zahl der Reserven in¬
folge der grossen Anzahl der in der Schlacht
eingesetzten deutschen Divisionen .
Bevorstehende Ueberlcgenhcit in der Zahl der
frischen Reserven .
Unbestrittene Uebericeenhelt der Plicger und
Panzcrkrnftwagen .
Weitere Vermehrung der artilleristischen
Ueberlegerhelt , die steh noch steigern whrd ;
und dank der omcrik ^ ’ tischcn Hilfe , Ocwlsshelt
einer unbegrenzte » Reserve an kämpfenden
Trupnen .
Auf der gegnerischen Seite : Schwäche — weil
der Ocgner eigentlich zwei Heere zu ste ’ len
gezwungen ist ; eines , das sich zum Halten der
Front opfert , das andere , überhaupt ho - eits sehr
arg mitgenommen , als Stoss - und Angriffshter ,
hinter dieser wankenden Front . Schwäche —
weit der Gegner die Zahl seiner kämpfenden
Truppen trotz aller ausserordentlichen Mass -
regeln nicht auf der nötigen Höhe erhalten kann .
Zu allen diesen Feststellungen über den Um *
schwung des Faktors : mateifcUe Kraft , tritt
noch die . moralische Uehertegonhelt . die steh ans
den trotz der ungeheuren gebrachten Opfern mH
Beginn der Schlacht erlittenen Enttäuschungen
entwickelt .
Die verbündeten Truppen , fügt der Marschall
hinzu , sind heute beim Umschwnngspunkt anrre «
langt ; während der Schlacht haben sie die In ! «
tiative der Operationen wieder ergriffen und be¬
sitzen die Kraft . , dieselbe zu . verfolgen , und das
werden sie auch tun , die Grundprinzipien des
Krieges gebieten es . Die Stunde hat geschlagen ,
die allgemeine defensive Haltung, ' die bisher durch
die numerische Ueber ! ec » ’ » helt uns aitfgezwtmgen !
war , fallen zn lassen und zur Offensive flberzn «
gehen .
Darauf folgten eine Wiederholung der Bcstim « .
mungen für die schon fn der Vorbereitung be¬
findlichen Oflensivaktionen und die Voraussicht '
dass Eu de des Sommers oder im Herbst eine
Offensive slattfinden würde , deren Bedeutung
vorläufig noch nicht genau zu bestimmen sei »
im
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