N* fto. — l. Jahrgang.
Frais > IF Osfittmss*
Donnerstag 16. Oktober 1919.
9
Mosel- & Saar-Zeitung
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lieb • Rm de* Cläre* I
Tdegraounackease: Moteteur-Mete.
liisw Tuen« m Venretni e mertssn 1er Hisel- Hri smai
Journd de la Moselle et de la Sarre
S AüoeaemcatapreU: VkrldjührUdi WX)
2 •— **-r ri Trri-jr
Î * blUiMllMidniNUIh
On+méVv+e
* Metz » Rua de« Clercs, I
w m w m m iwtinw» inB<n. «e
KrifiscIi'polMische Betrachtungen.
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TAGES-NEUIQKEITEN UND LETZTE TELEGRAMME
Bas kremende Bssss.
Den Artikel dar „Deutschen Nation* den wir
crestem wiederzegeben beben, mag mancher
Schwarzseher oder blindwütige Patriot kopfschüt¬
telnd gelesen haben. Dass es noch eine Mnmnssr
von patriotischen Trlumem gibt, die ungern aus
ihrem Schiet geweckt werden and den Kopf wei¬
ter in d-n Sand stecken machten, des ist eine un¬
bestreitbare Tatsache, über die wir kein Wott
mehr verlieren wollen. Was uns selber angeht,
so wollen wir nicht erst warten, bis wir am Rande
des Abgrundes angelangt sind, um die verhSng-
Aivrolla Binde obauwetten, die alles unserem blick
entzieht und den Weg des Verderbens tu verlas¬
sen. Das Straussvogelresept hat bisher noch kei¬
nen Strauss gerettet
Wir h'ben bereits angedeutet, dass der frag¬
liche Artikel von llngenenigkeiten und Uebertrei-
bungen trieft Es kann indessen nicht geleugnet
werden, d*ss in demselben eine Anzahl v>-n Tat¬
sachen eufgerhhlt sind, di« als solche nicht nus
irr Welt zu schaffen sind und keineswegs mit
einer eleganten Handbewegvng abgetan werden
kbnnen Aus dieeen Tatsachen, die sie mit selte¬
ner Geschicklichkeit ausbeutet, sieht die deutsche
Zeitschrift fcdoch fa l »che Schlussfolgerungen, die
n diesem Triumphschrei gipfeln: Prmkreldis el-
.ars-lothringiBche legende ist zusamtnei^gabro'
:lten. Nein, es gibt keine etsass-lothringisclta Le¬
bende, und darum kann auch keine elsevt-lothrin-
giuhe (.egende zusammnnhrechen Wohl "ber
gibt es Mer einen be*ngstteendm Umsc'iwing.
eine gedrückte Stimmung, dio geeignet sind, der
woh'bererhnelen ( etik der deutschen Monatsschtilt
einen Schein von Hberechtigung bu gehen.
Rs sind Mer Dinge vorgel ommen, die mea ein¬
fach nicht ungeschehen machen kann, und die
einem schadenfrohen Nachbarn unmöglich verbor¬
gen biedren konnten. Und den Artikel der „Deut-
4<hen Nation" sollten wir als Louch'fcuer und
FingetzHg begrüssen im grauen Ncbclmeer, In dem
mît plan- und ziellos hemmirren. Er sollte uns
Teigen, übet was man drüben am meisten froh-
If.rkt Und da müssen wir vor nllen Dingen dm
Willen und den Mul haben, auf die Klippen zu
blicken, weli.be uns den Weg versperren Wir
wollen gerne zitgeben, dass auch jede Politik,
web ha die uns quülenden Uoltel num'os Über-
ireibt, verkehrt und verderblich Ist, well sio die
vatantworlicbcn Stellen zu Massnahmen verleitet,
die über das eigentliche Ziel weit binausscldessen
Alter wir werden uns nuch nie das Recht nehmen
lassen, diese Hebel blosszustcHen und unsere
Meinung darüber frei za ttussem War glaubt, uns
vnnnochen zu können, din Wunde sei ein Vur-
nntfren, wenn aie erst recht blutet, wird bei uns
S'hlerht nnkommen.
UnsT flairs brennt und weist einen Spalt mrf,
(^•r von Tag zu Tag grösser wirdl Das müssen
wir zimüchst nls feststehende Tatsache anerken¬
nen und uns unversfiumt nach den nötigen Lösch-
rrjitoln umschauen. Hs kann uns nichts nützen,
dos rissige Gebäude von einem künstlichenRnurh-
srhleier zu umgeben «nul «bzuworten, l>is das
Pcurr von selber eusgeht
Der Wind hat schon Kerzenlichter, aber noch
keinen Brand nusgcblasm. R A.
—- - -A//C_ —
Sie Setillgui des Urtttsasluki
Aonsserantfon der Pnrlsor Presse.
Paris, 14, Okt. Die Zeitungen besprechen
in län ereil Au-Iiihruiißcu die Konsequenzen
und Folgerungen aus dem Kriedcnszuslaud
für den geregelten (lang sämtlicher Staats¬
verwaltungen. Die Regierung, engt der «Pe¬
tit Pnrisicu», wird m üllemü' hKler Zeit den
Kmninern einen Entwurf voriegen der zum
Zwock hat, die Wirkung einer bestimmten
Anzahl Gesetze, dio normalerweise mil der
Rückkehr zum Fnedenszustanil hinfällig wer¬
den würden, zu verlängern. [Jeher die Lago
der feindlichen Ausländer, die in Konzentra¬
tionslager geschickt worden waren, gibt der
• Petit Parisien* folgende näheren Angaben:
In Freiheit wer ten gesetzt werden alle Män¬
ner. die vor dem Krieg ihre Sympathie Ihr
Frankreich in bestimmten Kundgebungen ge-
Uiissert haben und eben um ihre Naturalisation
nachsuchten. Ebenso verhält es sich für
Ausländermnen, die Kinder Indien, die sich
Kir Frankreich schlugen. Alle diese Aus¬
länderinnen sind ermächtigt, eich wieder nach
ihrem (renataiseben WobostU zurück za
begehen, alter sio werden nichts deatowentger
Gegenstand diskreter Ucberwacbung bleiben
Die verdächtigen Ausländer werden nusge-
wiesea und in ihr Ursprungsland xurückgo-
sandt. I>ie Abfahrt der Deutschen wird vom
19 Oktober an ohne Unterbrechung vor sich
gehen. Am 8. Novemb er sollen alle Kon¬
zentrationslager geleert sein. Das Regime
der Reisepässe för Fra nz osen die sich ins
Ausland begehen, bleibt dasselbe Mn zum
Abachlun ei nee internationalen Abkommens.
Reisen von Deutschland nach Frankreich and
umgekehrt können erst nach erfolgter Ratifi¬
zierung «lattfindeu. Die Ratifizierung des
Fnedensrerlrages von Versailles mit Deutsch¬
land wird die Wiederaufnahme der diploma¬
tischen Beziehungen «wachen Frankreich
und Deutschland zur Folge haben. Vorläufig
wird kein Botschafter nach Berlin entsandt
werden, ein Gcschültstrügcr wird vorüber¬
gehend mit dieser Mission betraut werden,
lieber die betreffende Persönlichkeit ist noch
nicht entschieden worden. Baron von Lers-
ner wird deutscher Geschäftsträger in Paris
werden. Oesterreich wird wahrscheinlich durch
den Führer der österreichischen Delegation
in St. Germain, Herr Eichlio/T vertreten wer¬
den. Dies kann alter erst nach der Ratifi¬
zierung des mit Oesterreich Unterzeichneten
Vertrages geschehen.
Die Streiklage.
Wenn dos Streikbild sich auch im grossen
Ganzen nicht geändert hat, so macht rieh
immerhin überall eino gewisse Entspannung
bemerkbar. Der Generalstreik, dessen Aus¬
bruch man Iicfürchtcte, scheint schon in
seinen Anfängen auf ernsten Widerstand ge-
stossen zu sein, sodas* wir nur Toilstrciks
gegenübenrieben, die sehr bald beigclegt wür¬
den. Es ist zur Stunde ein Ding der Un¬
möglichkeit, über die gegenwärtige Streiklage
auch nur ein annäherndes Bild zu gewinnen,
gerade weil die Streikbewegung so zersplit¬
tert ist und sich planlos entwickelt. Soviel
kann jedoch gesagt werden, dass eino ge¬
wisse Besserung der Lage zu verzeichnen ist.
Hayange.
Hier wird in d«n do W ndekchen Brlrieheu
wieder «U^etttHn p-trbeitH. I!» zeigt »ich nngtnrls
irgendwelche Streitlust. Die Betriebe lunktiomrren
vollständig. — Die Strnssenbehnen funktionieren
vollständig
Romb&fl.
Die heutige Arbeitsaufnahme Ul eine sehr be¬
trächtliche. Cs sind gut ÖU Prozent dir Arbeiter¬
schaft heute (rùlt zur Arbeit ersrliimun. Men
glaubt nnnehnn;» zu dürfen, dass die Arboilsaul-
nahme bald tint vollständige sein wird.
Hegondango.
Der Streik in den ehemals Thyssenschfn Stahl¬
werken (st ein vol’ständ'grr. Hs herrscht allgemein
Ruhe und Ordnini?.
Thlouvllle.
Auf der Karishim« streikt noch über die Hälfte
der Arbeiter; doch ist die Zahl der Arbeitenden
grösser, als dies gestern der Peü war. Der rote
Metallerbeiterverband hot. wie verlautet, Lohnfor¬
derungen eingiiri-irht und din Verstaatlichung dei
Hütte verlang*.
Kautange.
Bei der Hütte „Friede" sind heute 120 Arbeiter
zur Arbeit erschienen. Die Werksverweltung hat
einen Aufruf an die Arbeiter erlassen, morgen wie¬
der die Ailteit in Fontoy auizunahiren Hs herracht
vollständige Ruhe
Auch in Metz ist die Lege unveifindert. Forderun¬
gen konnten weiter keine omgereiclil werden, da
cs sich eben um einen Sympathiestreik mit ouv
ständigrn Metallfirbeiient lumdolt. - Das Gerede,
als leide e% an Kohlen und als feieie man wegen
Knhlenn>nngel Iw-im Gaswerk. stimmt nicht: des
Gaswerk hat genügend Kohle. — Heute früh wa¬
ren es 70 SuussenbuhnnngcslelltD, dio bereit wa¬
ren, «len Betrieb aufzunehmen
Dit RiltallH am fei PrisM der
KtHkltk
PARIS, 14. Oktol»er. — Dm „Jonrrml offi¬
ciel“ veröffentlicht heute den vom Präsiden¬
ten der Republik vollzogenen Ratifizierungx-
akt des Friedensvertrags mit Deutschland
und der andern in Versailles am 28. Juni
1919 Unterzeichneten Vertrüge, dessen Depot
entsprechend den Schlussb«ttimmungen des
besagten Vertrags erfolgen wird.
Eine französiaclie Kommission
iur diu Hheinlamlc
Paris, 15. Okt. Durch Dekret vom 14. Okt
auf Vorschlag des Mintsterpäsideriten und
des Ministers des Aeusscrn ist Herr Paul
Girard, Maître des rcquMea heim Slaatsrat
rum Kommissaire der frnnz. République für
die Rheinland«; tmd zum Präsidenten der
ilubea ititcralliicrlen Kommission für das
besetzte Kheingehiot ernannt werden.
Die Vorgänge in Brest
BREST, 15.0k 1 . — Die auf dun WiUon-
platz vereinigten Streikenden erfuhren heute
abend um 8 Uhr '"die Entscheidung der
Arbeitgeber dfcr Metallindustrie, die ihren
Arbeitern Ixihnc von 12 bis 15 fres. ge¬
währen wollen anstatt 18 bis 20 1res., die
f cforderl waren, wobei sic jedoch eine
.oh.icrhöhung von 3 Fr. für die Zeit vor
dem Streik bis auf einen Monat zurück
gewähren.
Die Arbeiter der Bauindustrie erhicltcr
keinerlei Befriedigung. Diese EnLschcidunge..
wurden von vielen mit Protest aufgenommen,
doch mahnten die Redner der Arbeitsbörse
die Arbeiter zur Ruhe und forderten sie
auf, möglichst bald an die Arbeit zu gehen.
Die Versammlung löste sich inmitten der
Infanterie- und Knvallcrictrup,v.*n, die den
Platz besetzt hallen, auf, ohne dass ein
Zwischenfall zu verzeichnen gewesen wäre.
Der Generalstreik darf aU beendigt ange¬
sehen werden.
Die IntarnationelbrioranR den
Flugverkehrs.
PARIS, 14. Oktober. Die Konvention über das
intemtionnlo Flugwt-.->cn ward« heule nzclimitlitg
um 4 Uhr hu Auswärtigen Amt trau Vertretern der
naclulchenden Müciitu unterzeichnet: Belgien,
Bolivien. Brtsiüftn, Britische* Reich, China, Kcuador,
Frankreich, Italien, Panama, Portugal, Rumänien,
Siam, Uruguay.
Um den Frieden
Die Ratifikation Englands and
ltnilons.
PARIS, !!> —r. Die Ratiiizi«‘rungenktu «iross-
liriUnnmin mil P-'lienn -mit noch nicht an da»
Sckrelanal dir Pii<3:le(i. l ituinlt'i> , riz i;elaugt. Mmi
glaubt, ÜHai il. r Aii.tojiscli der Ralifikfttion»urkun'b n
zu Ib-giun «I r k •niotemleu Worbe Malirinilcii wird.
Der Hürgerkrieg in llussland.
Fntentovei.sUlrkungen gegen v. der Goltz
LONDON, 14. Oktober. — Der Korrespon¬
dent der Mo'Mji/î Post in Kopenhagen trle-
gruphiorl: En Tcloaramm aus Reval tnchlci,
dass Tr.uwp«,fvc der Enlcnlc sowie litauische
Vcrstiirkunpcn um letzten Frcitnn nach «lein
Meerbusen von Riga ubgügittigcti sind. Nach¬
richten aus Berlin zufolge haben englische
KriajKachilTe öüOOO Mann leilis'-hor Htlls-
trup|>co (rulumiet, dio die Deutschen in der
Flanke nngrnifen «ollen.
Kino neuo O.lunntvo in Vorbereitung
HELSINOFOnS, 14. OkL - C.mirnuni«iué
der Nord Ost-Armee. Wir haben Yutnburg
gi'ttommcn und steten mit Krlolg unseren
V«>nnarsch in ItichtunK P«kow lorl. Der Fein»!
entlnllcle eine gewisse Tätigkeit. Eine neue
Offensive gegen Longa ist in Vorbereitung
Oberst Lermoat will verhundolu
Stockholm, H Okl Am Morgen di. Okiohrt
hat Oii»p;t Brrmont flte I.rtlnt un AMrlilutw nnii
NX’.c/pnsitlUhnit«*! rr-nrht, drr m Alilnu ab^ntrli'o-'cii
trculcB soP’e Der litauische MmHrtral, «Irr «ich i*.
Riga vcrsaiijiii-'• li - !e. fresdil«>ss ihm zu antworieM
<t ke ne M •. iibketl gllw. mir ^ineni Olwsl tu
V'ith ndln t ;rii i tiziuriiru, den ( ''•'t-ra' louilrnusrli
als ValerlajuisvciiMcr erk'Srt hat. N eh eitiq-huFenrn
Nadmcbtcn war i'.c:a*s Walfcu i<.oun.tst;<siHh nul
den rni.fpsdifn \Od«rvtand zutfickziiiührcn den «t ?
ttauivlicii Tri’pjK’n geleistet ha im. um den luhtsd
IniKlifii Stfcilkifdlim ilrn Uebngang über «lieft " j
und sonnt dm l'nnnverti in Piea zu verwehr
DasspanisclicKöm^spaarinPü.!' 1 '
I^iri\ 15. Okt Der König und d e Königin von
Spanien treffen am 31, t Uober ein; uu lilyséc <r r«l
.ltncn ein imimez Diner gegeben werden l< hegt
m ilcr Altvclil von Herrn Poincaré, «len König
Abritons XiK. zu einer Jagd nach tiamhcnndet nrt
niindcn, du- ant 71. atatlfindet Am seinen AIhuiJ
noch wird der Kflnm nach Verdun atrem n, um drn
ganzen dotli -rn Sek'nir zu besuchen, w.>bci er wahr¬
scheinlich von Muschal Petam begleitet wird. Am
2 neiden lien und Frau 1 * 0 mare mit «bin llnr
«che-rjtaar einem Diner in der spanischen BoisJiaft
b-iwohnm
ilie Elmliin« Rigas ilctif gtstiilgi.
PARIS, 14 Okt. — Der « Temps » mel¬
det nus |/nvloii : Der Korrespondent «les
* Daily Chronicle • telegraphiert aus Riga:
Nach einem dreistündigen Ringen sind die
Deutschen in Rigu eiemmrsrbiert, sind dünn
aber aut «lie Nachhut des Generals Rerkais
geMossen, die sich aus 2000 enlsrhl«t-s«nen
Letten zusanmiLnsetztc immerhin gibt oa
dem • Daily Telegraph » zufolge noch keine
IMi-läligung «1er Einnahme Rigas durch die
deulsch-russittähen /eilmigeu.
Der BttwisiK als DetHaniel
PARIS, 14. Okt. — In einem Interview,
das er einem Redakteur von llulvudsdiigbladet
gewährte, erklärte von der Goltz, dass zwei
Drittel semer Truppeti in Kurland bleiben
würden, wo ihnen Grund und Boden ver¬
sprochen wordim sei, lalls sio das Land von
«len Rnlchewisten eäul>crl(:n Diese Männer,
lilgio er hin7u, sind ertorderlich, um die
Grenz«» von 0. ’prenssen zu verteidigen umJ
ihr einziges Ziel isi «1er Knmpl gegen den
Rolchcwisiiius.
■ —
Dis Valorisation
der Bankguthaben
Far», !» Okl — Das gibt rinm Artt
kcl venus Stiavsburgcr Soii.iiuom'httrsUltnv wieder,
ui lient «liiuv.iiul «he alsnildiia: Vâlon alion dir
Bankkonten vucimn wiiil
Der Zustand Wilsons
Washington, 15. Okt. l)«»r /.ustnnl des
Priisidcnli-u Wilson ist nngiTähr «letvelhe wie
im Vcrhml ih r letzten Tage. Der Prä-i.lcnl
intiss noch auf vive ziemlich inugo Zeit das
Belt hüten.
Luftverkehr.
Püria—iLelbourno
Pari». 14 Okt. il lavas) l>cr l lirger Potilei ist heute
notgett um 7 Uhr m Issy lo-Moonnraii* zu scimm
Muge l’artb—M lltotirae erneut gesiaitrt.
Kurze Nachrichten
loudon. — Der Mord d'Aitnunzln», «len einige
ZHttiflReit ans « '.tern-ichtv;her tbtdk gemeldet
haben, wir«t Hcmentieit
Rom. -- \uvscr n PricdensveTtrag mit
Deutschland hat « 1 er K«-. i.j auch dio VertrÄge be
ziigljch der Rliciiipruvuiz und Polen unterzeichnet.
AUS ALLER WELT
Frankreich
Ein Ministerrat lu EJysé«.
Paris, 14. Okt. — Die Minister versam¬
melten sich heute morgen unter dem Vor¬
sitze des Herrn Poincaré im Palais de TE-
lysie. Herr Clemenceau unterbreitete dem
Präsidenten der Republik zur Unterschrift
cia von ihm bereits unterschriebenes De¬
kret, das Herrn Léon Bourgeois als Ver*
treter Frankreichs im Rate des Völker¬
bundes ernennt. Der Ministerpräsident und
Kriegsmimstcr sowie der Marineminister,
Iuiben ihm ein weiteres Dekret zur Gegen¬
zeichnung unterbreitet, das die allgemeine
Mobilisation mit dem Tage des Aufhörens
der Feindseligkeiten aufhebt.
Deutschland
Ela Rlesenprozeas Id Mannheim
Basel 14. Okt Aus Mannheim wird geUiahlet: Das
Staalsgcricht rr.eldet, dass in dem •chwebettden Ver¬
fahren belr der Unruhen in Mtnnheint, R00 bh 400
l'énonça an f der Anldtgebtnk sieh befinden.
Eine Bestctitlgangsrelse Noskes
Basti. 14 Ukt. Aus haitowtiz wird gemeldet: Nnske
ist hier angckominrn, um diese Gegend zu besieh-
tigciu Cs fand eine Konferenz zwischen den Industriellen
Oomchlestens sritt, am Aber die indiiMnellc. will-
«diafilirite und mifrlSnsehe folge m bmlen. In einer
Anspraihe an die Tnippen betonte Maske, das» nicht
der geringste Teil deutsriier Erde in fremde Hände
übergehen würde. Herr Moskc begab steh alsdann
nach Reuthen.
Berlin dementiert
Berlin, 14. Ukt. Die Rc dorri’.immg erk'Irt dir
Nachricht für vodi'indlg unbegründet, dass Deutsch
(and die Absicht habe, in haitischen landen ein«
«tenischc I Icrn-chaft mit Hilfe der deutschen Truppen
»uftreht zu h halten. Die Regierung erklärt, das» sic
ihr MügliciiMa tun wird, um der mterallueiten Kom
mtwon in den baltischen Landen die läge entwirren
zu talen.
DI« Frage «lca Markkarsee
BsseL 14. OkL Man meldet aus Balm: Die Frank¬
furter Zeitung meidet, dass am letzten Sonntag unter
dem Vorsitze de» Herrn Frzberger eine Konferenz
zwischen Vertretern der Finanzweh und des Handels
staUgehutden hat um die Frage dr« MirUurses ein
S bend zu prüfen Das Zlet dieser Kjnferenz besteh’,
rin, die geeignetsten Massnahmen xu treffen, um
de« Kurs der Muk wieder zu seiner normalen Höhr
zurflckzufübren
Die MitgUrder der Konferenz «raren sich darin
einig, dass als erste Bedingung die ( lucht des Kapi
(als zu verhindern sei. Die Vertreter der Banken werden
zur uichiten Konferenz clngeladen.
England
Endgültige Abschaffung der
echwarsen Listen.
London, 14. Okt. — Dns Ministerium für
auswärtige Angelegenheiten gibt bekannt,
dass dem Roschlim des Hohen Wirlsi’lmfls-
rates zufolge die Schwarzen Listen etilgiillig
abgescliaflt sind.
Italien
Tlttoni in Paria.
Rom, 14. Okt — Herr Tittoni ist gestern
nheml to Begleitung von Frau Tiltoni und
seiner Tochter des Herrn Cabasso, seines
Kaliinellscheftf und des Grafen Palemo, 1^5-
guMonssekrelär nach Paris abgcrvisL
Herr Tittoni wird im königiiclien Schloss
« San Rossorl • noch mit dem König kon-
(crier on.
Bulgarien
Bildung eines Ministerium* för di«
Unterselobnung dee /ertrag«
Sofia, 14. Okl. — Das Ministerium
Sbmboulowski, dos den Friedensvertrag
mit der Entente zu unterzeichnen haben
wird, ist gebildet Die verschiedenen Mi¬
nisterien sind folgcndermaMcnbesetzt: Mi¬
nisterpräsident und Kriegsminisfcr : Slam-
boulowski; öffentlicher Unterricht: KaaJof;
Ministerium des Innen): Dimitrof; Land¬
wirtschaft: Daskaloff; Auswärtige Angele¬
genheiten; Muggiaroff; Handel: Bouroif.
Diese zwei letzten Ministerien sind von deo
gemässigten Sozialisten besetzt. Da« Ge¬
richtswesen und die öffentlichen Arbeiten
sollen den Drmokrnlcn, die Finanzen den
Fortschrittspartei üb*crlasscn werden. Ins
Kabinett wurden ausserdem 4 Agrarier
auigenummen.
Ueberleble Institutionen.
Hmara Artikal der Straaaburgar «Freie Presse•
enim-hnien wir folgende Stulle, die sachlich uaJ
ruhig gehalten ist :
Wir hoflrn mm, din die Reperaog von Klean
und I/jtbmpen keioeu Ausenbliek mehr tbg cm winl,
in unseren Proviuun <Le nctrmala tieseU«eban|
wiudur tiL-rzusletlen und sowohl dun Helsgerunf»-
zuaUml, als auch die militärische Zensur absrhaflen
wird, da unaorua Krarlitens keine Gründe mehr tut-
liandim »md, iln-sn tttwrleblen Inslitutionun beizube-
hatten.
fiat der grosse mihtäriscfie Zenaurapparal dieses
Zweck eigentlich erreicht?
I'.imge hundert Atldeutsche, die mit den Rio-
heumsclu-n in «1er ganzen Uebergangszi-it in enger
Berührung wsn.n. die auch das '»fTfentlicha [«ban
und bomit allu Vorkommnisse nulieblen. kehren uns
wörbenllieh den Itticken. WVnn also in irgend einer
Zeitung irgend eine Nutiz durch die iniliUiriscba
Zensur unterdrückt wnide, die, isehenWi litmcrkt,
nur aachlich gehalten war, war durch die Auswan¬
derung von mehreren hundert Deutschen pro Wucht
tenarils des Rheins (Angst bekannt, was man muter«*
Lesern im Ktsaas vorsichtigerweise vurenthiett.
Wenn man weiter bedenkt, in welch entstellter Art
und Weise dies« Nachrichten von Mund tu Mund
drüben verbreitet wurden, so wird man uos recht
gehen, wenn wir behaupten, dass ca viel besser und
auch viel vernünftiger gewesen wtra. die Zensur
wftre hier ütxsrhaupl nicht ln Tätigkeit getreten,
mindeslrns eher schon längst abgeschafM worden.
In einigen Wochen wählt das Volk von KJsas»
und Lothringen seine Abgeordneten. Wir *Ube*
heute schon un Zeichen des Wahlkampfes. Für dig
Aufklärung, die nunmdu infolge der grossen Ue>
deutiing der ersten Ksmmerwahlen in die Masse«
getragen werden muss, bedürfen wir eines trciea
Wortes. Wir dürten von keiner Zensor mehr he-
votmunJet w«rdcn. Wir mhchtän jede Kessel, di«
un» hi-ute n >cti beläatigl, von uns alislreifen
Unser Volk ist sieh seiner Aufgabe volt bewusst,
die es im Kähmen der grossen demokratischen Na¬
tion zu vollbringen fiat Wir alle sind durrh die
Ralillaiurung den Fricdcnsverlrnges durch diu Kam-
nier und dm eh den Km.il Franzosen geworden, vor
Gesetz und Rcrht. Als snlrhe erwarten wir «li*
lileichst« Itung aller Volksgenossen.
Die Vcih* odUmjfon hinter d-n Kulissen iluilleu
nunmehr henuict sein Wir uiüsacu cztdlich klar
Sehen Urei «insc-- Hohn Irrimnrhcn.
An d« r R<‘i:ict«ir «7 von Hlsnss und f.nthfinjfMt,
«n unserem Gencralkommissor, Hertn Millerond,
Jie;l es jpizt, dui«Ji einen roschon fintsifi'uss dos
Vertrauen m rc« hlfcrt'îcn. «los unser Volk ihm
mtpeponbrioKt
Der Nachfolger des
(ieneral Mangin.
Obwohl Gonoral Dn^ititlo «fon Gnneral
Mangin crriidzcn soll, so wird or Worb erst
naofr «1er Riilifiziening des FrindonsvertragM
il:is Kumiiiiui 1 !'» iib«*r din R'H'inariru’L* iilier-
m-linmn, dio imirr «lir«or nrurti R«»zi;i(:limnig
die 8. und die 10. Atmre mclzl. Bis zu
diwin Augrrib ick blribl GuorraJ Fayolle an
der Spitze drr Rhritmnnec.
D«t OborlinrjfrmicwfrT von Mainz, «1er
['räsident «irr Provinz, der Gencralvikar und
die olx’rston Beamten von Mainz kamen iieuU)
»m ihm einen Besuch abzustntten, in* her¬
zogliche Palais. B«'i ihrem Emplant» hielt
ihnen General Fnyollc folgende Attipraelio:
Ich dank«» Ihnen, meint’. Herren, für Ihren
Ikwuch. AI* ich nach Main/, kam, ver¬
sprach ich Ihnen, dass ihre IVrann mvl ihre
Güter in Sicherheit seien. Ich hul>c Wort
gilmllcn. .Selbst, nl» »ehr ermtrevolutio-
niire Wirren im Inneren Deutschlands aua-
hrn« [ien, wurde in den Provinzen die Sio
verwnlten, dank «1er Gegenwart der fran¬
zösischen Truppen und der Tatkraft des
Generals Mangm, die Ordnung aufrecht
erhallen. Wir haben Urnen »o einen un¬
geheuren Dienst geleistet, für den Sie uns
Dank schulden. Der Friede wird zwischen
unseren beiden Landein bald normale Be¬
ziehungen herslcllen. In jenem Augenblick
wird tuich General Dcgouile ersetzen. Er
wird bei der Delolguug der Bestimmungen
«les FriHensvcrlrnges eine absolute Gerad¬
heit und Offenheit an den Tag legen Ich
liege den Wunsch, dass sich «wischen
Ihnen ond uns, «wischen Ihrer Bevölkerung
und unseren Truppen gute Beziehungen
herauHbilden. Was Sie betrifft, so wisse«
Sie wohl, das Frankreich überad das Bei¬
spiel einer Nation gibt, die Recht und
Gerechtigkeit eben su hoch achtet, als sie
»ich leidenschaftlich für die Verteidigung
der Freiheit einseUt.
_ i ■ i ■
Dit tifizidle Eim les na
Disons vn Stissan.
Stranbarg, 14. Okt. Heute nachmittag im
2‘/i Uhr (and die offizicUe EmTührung d»
neuen Bischofs von Strassburg, Mgr. Ruch,
statt Am Steintor wurde der BischoT vom
Kl« ras und den katholischen Delegationen
empfangen. Von dort ging «1er Zug tarn
Münster, wobei die Menge aaf der ganze«
ÜLoge des Wegs Spalier staod. Vor dem
Münster empüogen die Zivil- und Mditirb«*
hörden, u. a. auch der Präfekt Herr JutDard,
doa Bischof. Der Klerus der Stadt und der
Umgebung wohnte vollzählig der Feier bei
Zahlreiche Delegationen vom I*and und Bür¬
germeister der katholischen Dörfer waren bei
der Feierlichkeit anwesend, während welcher
ein grosser Chor gesungen wurde, den der
elsüssische Kompouist Professor Erb eigons
zu dieser Gelegenheit komponiert hat. Der
Bischof war mit den Insignien der bischöf¬
lichen Würde bekleidet.