In kleinen Städten, zum Beispiel in Cheribon, ist
der Anlauf zu einer Wasserleitung wenigstens insofern gemacht,
daß Quellwasser von den benachbarten Höhen in Sammelbecken
nahe der Stadt geleitet ist, aus denen es dann nach den
Wohnstätten geholt werden kann. . , ....
Die erste moderne Wasserleitung ist erst vor Jahr und
Tag nach den Plänen des Ingenieurs Halb ertsma, des
Verfassers unseres Artikels, zu S o e r a b as a begonnen
worden. Es soll dort das Quellwasser am Kasri aus 40
Kilometer Entfernung und 100 Meter Meereshöhe nach dem
Hafenort durch eigenen Druck, ohne Pumpwerk, gelangen, eine
Einrichtung, die einschließlich der Vertheilung, auf 6 000 000.
Kronen Baukosten veranschlagt ist. Man verspricht sich we¬
sentliche Hebung, der ; sanitären Verhältnisse für das von Cholera
und anderen Seuchen heimgesuchte Soerabaja von dieser
Einrichtung. Erfüllt diese die auf sie gestellten Hoffnungen,
so wird das Beispiel zweifellos auf ganz Java zum Segen
der Bevölkerung an zahlreichen Orten nachgeahmt werden.
Was nun Adas Mutterland Holland betrifft, so muß
man das benutzte Wasser nach zwei verschiedenen Bezugsarten
unterscheiden: 1. Tagewasser, 2. Bodenwasser. Was die
Tagewasser betrifft, so können diese entweder aus stehenden
Gewässern, das.heißt aus Seen, Teichen, Kanülen und so
weiter stammen, oder sie können aus fließenden Gewässern, wie
Bächen, Flüssen, Strömen und so weiter entnommen werden.
Die letzteren Gewässer verdienen insofern den Vorzug, daß
sie durch den bewegenden Strom stets frisch und von haften¬
den. Verunreinigungen freigehalten werden; andererseits sind
sie aber auch durch die Benutzung als Schiffahrtsstraßen und
Sammelbecken für die Abwasser der Städte etc. der Verun¬
reinigung stets von neuem am meisten ausgesetzt. Der Ueber-
gang das stehenden zum fließenden Wasser ist schwer zu be¬
stimmen, und wenn jetzt die 13 Städte genannt werden, die
ihr . Wasser von Tagcsgewüssern beziehen/ so sind diese danach
geordnet, daß die Reihe mit den stillsten Gewässern beginnt
und mit den bewegtesten Strömen schließt. Diese Städte sind:
Leeuwarden, Gröningen, Gouda, Amsterdam,
Oud-Beperland, Maaßluis, V laardingen, Schie-
d a in, R o t t e r d a in, Dordrecht, Zwijndrecht,
S l i e d r e ch t und G r ö n i n g e n, das = ist ein Fünftel der
Wasservertheilung in H o l l a n d. Zu L e e u w a r d e n geht
dem Abfiltern des Wassers durch Sandfilter eine chemische
Klärung durch 100 Gramm. Allaun auf 1 Kubikmeter Wasser
voraus. Die torsigen und sonstigeil organischen Bestandtheile
im Wasser, die diesem eine dunkelgelbe Färbung geben, fallen
dabei in Klärbecken flockenartig nieder und lassen das Wasser,
in fast wasserhellem Ansehen mit Hellgclblichem Schiminer zurück.
Ein ähnlicher Reinigungsproceß fiildet auch zu Gro¬
ningen und zu Gouda statt.
Vorgesehen ist eine solche Reinigung auch zu Schied am
— Anlage von Halbertsma — und zu Rotterdam,
an welchen Orten sie aber nur zeitweise, wie zur Zeit der
Schneeschmelze, nöthig ist, zu Schied am setzt man eventuell
den: bläulichen Schlein: 40 Gramn: Allaun zu, und erhält da¬
durch völlige Klärung in der Farbe. Trotzdem muß das
Wasser stets ■ noch zwei Landfilter passieren, zu deren einem
der Fluß De Lek, zu dem anderen die Dünen den Sand
liefern. Durch die doppelte Filtrirung wird die Zahl der
Bakterien auf ein Minimum herabgesetzt. Im Nothfalle kann
man sich auch mit einer Filtrirung begnügen, falls an einem
Filter etwas nicht in Ordnung sein sollte. Es ist auch gleich-
giltig, welcher Filter zuerst in Anwendung kommt; eine Dop-
pelfiltrirung sollte aber überall da stattfinden, wo bte. Kosten
dafür irgend aufzubringen sind.
(Fortsetzung folgt.)
Niederschläge
und Wasserstand im Januar 1903.
Mit Monatsanfang nahmen die N i e d e r schlag e in
ganz Deutschland zu und erreichten an der: Tagen vom 3. bis
5. und theilwcise auch noch am 6. ihre höchsten Betrüge inner¬
halb des Monats. Dann blieb es einige Zeit bei milder
Temperatur trocken, worauf am 11. mit Umwechselung der
Luftströmung erneut kräftige Niederschläge einsetzten, die aber
bereits an: 12. in Schneefälle übergingen und eine mit starker
Temperaturdepression verbundene- bis zum 23: währende
Trockenheit einleiteten. Diese wurde ebenfalls wieder mit
Schneefällen beendet, die einige Tage vorher in größerer
Heftigkeit bereits die Nordküste des /Mittelländischen Meeres
heimgesucht hatten, worauf dann ■ die aus dein Süden mitge¬
führte wärmere Luftströmung bis zum Schlüsse des Monats
herrschend blieb und noch verschiedentlich wie am 26. und 29..
schwächere Regenfülle im Gefolge hatte. Territorial betrachtet
erhielt der Westen größere Niederschlagsmenge:: als der Osten,,
wo nur die Küstengebiete etwas reichlicher bedacht waren.
Die Bewegung des W a s s e r st a n d e s der nach Nord¬
westen gerichteten Stromgebiete schloß sich in der Hauptsache
den Niederschlagsverhältnissen an. Zu Beginn des Monats
führten sämin.tliche Ströme, hohes Wasser, das durch die un¬
mittelbar darauf bereits ihren Höhepunkt erreichenden Nieder-
schlüge eine nochmalige Neuauflage und zwar in einer Stärke
erhielt, daß viele Flüsse den Zuwachs nicht fassen konnten und-
sich dieser über das angrenzende Gelände ausbreitete, womit
erhebliche Ueberflutungen verbunden waren. Successive von:,
oberen Flußgeäder in die größeren zusammenfassenden Ströme
fortlaufend trat bereits jetzt und zwar an den Tagen vom 5..
bis 8. das Maximum des Wasserstandes in: Rhein, der Ems
Weser und der Elbe ein, ebenso in den: deutschen Flußbereiche
der Donau, während die Oder ihre Maximalhöhe noch uni
einige Tage hinausschob und die Weichsel, sowie die ost¬
deutschen Küstenflüsse wieder mit bei:, westlichen Flüssen im.
Hochwasser parallel gingen.
Es verliefen sich sodann an den folgenden Tagen die
Hochwasserwellen etwas, während die Wasserführung selbst aus:
den: abstießenden Sickerwasser in: Lande noch reichlichen Zu¬
wachs erhielt bis dann der erneut einsetzende Frost diesen wieder¬
abschnitt. Jetzt nahmen die Flüsse überall ab und zwar richtete
sich die Stärke dieser Abnahme nach den Frostgraden der be¬
treffenden Tage. Die Eisbildung wurde wieder bedeutend,,
jedoch kam es nicht wie in der ersten Dezemberhülfte zu fester
Eisdecke, sondern nur zu mehr oder nunder großen in den.
Flüssen schwimmenden Eisstücken. An einzelnen Tagen wurde
allerding ihre Häufigkeit so groß, daß für freien Durchfluß derselben
.kein Platz mehr in den Flüssen, vorhanden war, und so die
Eisblöcke zun: Stehen gebracht wurden. An den Nachmittagen,
ging aber bereits eine solche „Eisdecke" wieder ab.
Die Senkung des Wasserspiegels dauerte zunächst bis:
zum Schlüsse der Frostperiode an, darauf stiegen die Gewässer
mit den: Eintritt wärmeren Wetters wieder in kleineren Höhen,
an. Als Maaß für diese Steigerung kann man etwa das bei.
Eintritt des Frostes unterwegs gewesene Sickerwasser annehmen,,
das nunmehr wieder den Flüssen zueilen konnte, allerdings-
keinen Nachschub erhielt, da während der Frostperiode das noch,
in: Gelände vorhandene Wasser in die Erde gedrungen war..
Mit Verlauf dieser Reste des Sickerwassers gingen die Flüsse
aberinals retour und sanken dort, wo. die voraufgegangene zu.
unbedeutend geblieben war, noch unter die Höhe zu Ende der
Frostzeit. Das Minimum des Wasserstandes, fällt hiernach
theilweise auf die Tage vom 23. bis 25. und zum andern.
Theile aus den Monatsschluß. In der Hauptsache kommt der
erstere Termin für das Geäder der Flußsysteine in Frage,
während der letztere die zusammenfassenden Ströme angeht,,
welche Erscheinung sich aus den hie und da lokal stärker auf¬
tretenden Regenfällen in der Schlußwoche des Monats erklärt^