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Genostenfchoft, Bürgermeister Hagenkötter in Ueuhnckeswogett,
Leder Lalzrgang bildet einen Danch wozu ein besonderes Titelblatt nebst Lulialtsnerzeichnis ausgegeben wird.
Hr. 16 .
Aenhiickerwagen, 21. Mrz 1903.
1. Jührgsttg.
Sand- und Kiesfilteranlage für das Wasser¬
werk der Stadt Remscheid.
Auszug aus dem Bericht des Herrn Direktors ILorchardt ■
für das Betriebsjahr 1903.
(Vom 1. Januar 1902 bis 31. Dezember 1902.)
Der Bau der bei Errichtung des Stauweihers im Esch-
bachthal vorgesehenen Filteranlage, in unmittelbarer Nahe der
Pumpstation, wurde im Jahre 1901 vollendet und fand die ■
Inbetriebsetzung am 7. Januar 1902 statt.
Nach eingehendem Studium und Besichtigung mehrerer ^
in Betrieb sich befindenden Filteranlagen war man zu der;
Ueberzeugung gelangt, daß nur eine Sand.- und Kiesfilteranlage,
wie solche seit vielen Jahren bei größeren und kleineren Wasser- -
werken im Betrieb sind, als die zweckentspiechendste und zur •
Ausführung für die hiesigen Verhältnisse am geeignetsten be- '
zeichnet werden mußte.
Infolgedessen wurde diese Art und Weise der Wasser-
filtration gewählt, und in dem stark ansteigendell Berghauserthal :
eine terassenförmige Filteranlage, bestehend aus 12 überwölbten .
Filtei kammern von je 700 Zrn Grundfläche und 2 Reinwasser- :
behältern von je 1(;00 ebrn Inhalt in Cementtraßbeton erbaut.
Die verhältnißmäßig große Zahl von kleinen Filterkammern
hat im Betrieb große Vorzüge gegenüber der bei den meisten
Filteranlagen gewählten geringen .Fahl mit großem Fassungs-
ranm versehenen Kammern ergeben, indem immer eine große
.Zahl von Kammern in Reserve gehalten werden könnte, eine
große. Filterfläche stets in Funktion war, und die Reinigung
mnd Wiederinbetriebsetzung der einzelnen Kammern nur geringe
Zeit in Anspruch nimmt.
In jeder Filterkammer sind auf dein Boden in der Quer- :
Achtung Drainrohre und daran anschließend ein gemeinschaftliches
in der Längsrichtung liegendes geschlitztes Cementrohr verlegt,
auf welche zunächst eine Steinpacklage von grobem Material;
in einer Höhe von 20 cm, dann eine Steinpacklage von seinem
Material in einer Höhe von 15 cm, dann eine grobe Kies-
fchicht in einer Höhe von 20 cm, eine mittelgrobe Kiesschicht
in einer Höhe von 15 cm, eine aus feinem Kies und grobem ,
Sand bestehende Schicht in einer Höhe von 30 cm und endlich
eine ganz seine- Sandschicht vön 60 cm • Höhe aufeinander >
getragen sind.
Die letztere Sandschicht wird allmälich abgenommen und
später erneuert, während alle übrigen Sand-, Kies- und Stein¬
schichten nur den eigentlichen Träger der oberen. Sandschicht
bilden.
Außerdem befindet sich über dem Filterraum ein Aufbau,
bezw. eine Lüftungsvorrichtung, welche aus einer Vertheilungs¬
rinne und einer daran anschließenden, mit durchlöchertein Boden
versehenen Regenrinne besteht, aus welcher das Wasser in
eine etwa 1,70 rn tiefer liegende Vertheilungsrinne sehr langsam
und gleichmäßig in den Rohwasserraum sickert.
Das zu filtrirende Wasser wird durch eine geschlossene
350 mm Rohrleitung der Sohle des Stanweihers entnommen
und fließt mit natürlichem Druck durch den Lüftungsapparat,
durchzieht die Sand- und Kiesschichten von oben nach unten,
und fließt durch die Drainrohre in einen Reinwasserschacht,' in
welchem der Druck zur Erzielung einer gleichmäßigen Geschwin¬
digkeit durch einen selbsttbütigen Schwimmer und daran hän¬
gendem Teleskoprohr bewirkt wird; geht von da aus in die
Reinwasserbassins, aus welchem die Betriebspumpcn das Wasser
nnsaugen und nach der Stadt Remscheid fördern.
Bei Inbetriebsetzung und bei der regelmäßigen Reinigung
der Fitterkanunern geschieht die Zuführung des Wassers in
umgekehrten Richtung, von unten nach oben, um die in dem
Filtermaterial eingeschlossene Luft auszutreiben und den Filter¬
sand auszuwaschen.
Die Inbetriebsetzung einer Filterkammer erfordert zuerst
beim Einträgen von neuem Filtermaterial einen Zeitraum von
ca. 6 Wochen, dahingegen beschränkt sich später die regelmäßige
Reinigung — Anlnßzeit — nur auf 3—5 Tage.
Die Arbeitszeit bezw. Betriebsdauer einer Filterkammer
betrügt 3—4 Wochen, je nach der Qualität, bezw. dem Plank-
tongehalt des zu stltrirenden Wassers bei einer Filtergeschwin¬
digkeit von 2 —3 rn in 24 Stunden.
Die Hohe der jedesmal zu entfernenden Sändschicht be¬
trügt im Maximum 10 mm, der Sand wird ausgetragen ititö
wieder gewaschen, sodaß derselbe stets wieder verwendet
werden kann.
Zum Reinigen des Sandes ist eine Sandwäsche erfor¬
derlich, bei welcher der Sand automatisch mit fittrirtem Wasser
gewaschen und keimfrei gemacht wird.
Zur Beaufsichtigung der Filteranlage und Vornahme der.
bakteriologischen Untersuchungen'ist ein technischer Beamter an¬
gestellt, welcher in dem-hygienischen Institut in Bonn aus¬
gebildet wurde, und der in einem vorschriftsrnäßig eingerichteten
Laboratorium nachstehende • Arbeiten fortgesetzt • ausführt: