De i.'A nxLigLnpreks betragt bei einer
Kpaltenbrekte von 45 Millimeter iv Pfennig
für einen Millimeter Hülse.
In bestehe« durch alle Kuchhandluuge« und jede« Vastamt
Desttgspreks: Dei Zusendung unter
Kreusband rm LntanL MK. 3 . 50 , für'«
Ausland MK. 4 .— viertelfährl. Durch die
Post bezogen Mk. 3 .— '
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Ofstrielles Organ -es Majfevmßrtschaftttcherr Uer-andes -er «rest-eutschen In-«strle.
Heransgegeben von dem Uorste-er -er Wnppertalfperren-Genosienfchaft,
Wrgermeifter Hagenkötter in Uenhnckesmagen.
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Leder Lalsrgang bildet einen Band, wozu ein besonderes Titelblatt nebst Lul>altsverzeichnis ansqegeben wird.
Hr. 29.
Aeuhückeswagen, 1. Jum 1904.
2. Irchrgrmg der TAlsgerrL.
^ll Ngsstl-rvürslhaft im IllArmrinrn. !s
Die Wafferverhältuifie der Provinz
Westprentzen
y hinsichtlich -er Benutzung für gewerbliche
Zwecke.
Im Anschluß an unsere Ausführungen in Nr. 20 vom
11. April d. Zs. über die „Ans nu tz u n g de r W affe r-
:tx ä f t e i n P r euße n" bringen wir nachfolgend mit gütiger
'Erlaubnis des H e r r n Ministers für Handel und
-Gewerbe Auszüge aus dem diesem am 15. Mai 1902
erstatteten Bericht de ^ Herrn Professors Holz
in A a ch cn. -'
Zweck der U n t e r s li ch u n g.
Die Benutzung des Wassers für gewerbliche Zwecke muß
-als ein besonders wichtiges Einzelgebiet der wasserwirtschaft¬
lichen Betätigung angesehen werden. Hierbei erscheint es be¬
rechtigt und erschöpfend, wenn man die Wasserwirtschaft hin¬
sichtlich der Zweckeifüllung des Wassers in 4 Einzelgebiete
.teilt, wobei nebeneinander zu stellen sind:
1. der bürgerliche Wasserbau,
2. der verkehrstechnische Wasserbau,
3. der gewerbliche Wasserbau,
4. der landwirtschaftliche Wasserbau.
Bei dem gewerblichen Wasserbau und der Benutzung des
Wassers für gelverbliche Zwecke kommen wesentlich zwei Ver-
wendungsformen in Betracht:
a) die Verwendung für allgemeine Arbeitszwecke, zum
Spülen, Waschen, Färben, Kühlen usw.,
1>) die Verwendung des Wassers zur Gewin¬
nung von Wasserkraft.
Hinsichtlich des Punktes a) sei allgemein bemerkt, daß
zunächst die Beschaffenheit des Wassers in der Provinz West¬
preußen fast ausnahmslos eine derartige ist, daß sich dasselbe
zu den unter a) anzunehmenden Verrichtungen bestens eignet.
Soweit die Menge des Wassers in Frage kommt, geben im
einzelnen die Anlagen des Berichtes nähere Auskunft.
Im übrigen geht der Bericht, in Uebereinstimmung mit
den verwandten wasserwirtschaftlichen Untersuchungen, auf den
Punkt a) nicht näher ein; vielmehr wurde gleicherweise die
Aufgabe dahin aufgefaßt, daß im Sinne von b) die Wasser-
.kraftverhältnisse der Provinz Westpreußen untersucht
.werden sollten.
Begrenzung des U n t e r s u ch u n g s g e b i e t e s.
Hiernach kam in Frage, auf welche Wassergebiete die
Untersuchung zu erstrecken sei. Es erschien nicht geeignet, das
Untersuchungsgebiet mit der politischen Grenze abzuschließen,
vielmehr erfolgte die Begrenzung nach Maßgabe der Wasser¬
scheiden der wichtigeren Flüsse und zwar derart, daß. das
jeweilige Niederschlagsgebiet der letzteren als hydrographische
Einheit im vollen Umfange Berücksichtigung fand. Dabei
mußten auch solche Teile der Niederschlagsgebiete behandelt
werden, welche in den Provinzen Pommern, Ostpreußen und
Posen liegen; andererseits schieden kleine Quellgebiete von
Flüssen, die nach Pommern bezw. Posen gehen, für die Unter¬
suchung aus, obschon sie zur Provinz Westpreußen gehören,
Hiernach gliedert sich die Untersuchung nach 8 Haupt¬
flüssen, diese sind
w e st l i ch d e r W e i ch s e l:
1. die Radaune (bei ^.Danzig), ^
2. die Ferse, ' ''
3. das Schwarzwasser,
4. die Brahe,
5. die Küddow; J
östlich der Wei ch s e l:
6. die Drewenz, A
7. die Ossa, |
8. die Liebe. Ä
8.
An die Liebe, den unbedeutendsten der 8 Hauptflüsse,
wurden bei der Untersuchung einige kleine Nebengebiete ange¬
schlossen.
Von den 8 Hauptslüssen sind alle mit Ausnahme der
Küddow als Nebenflüsse der Weichsel anzusehen; die Küddow
gehört zum Gebiet der Oder. Die Weichsel selbst, welche das
Untersuchungsgebiei in zwei Abschnitte teilt, koinmt als Wasser¬
kraftfluß nicht in Betracht.
Im Bereich des einzelnen der 8 genannten Wasserlüufe
wurde in erster^Linie der Hauptfluß berücksichtigt, daneben nur
die wichtigsten Strecken der zugehörigen Nebenflüsse.
A l l g e m e i n e B e ü r t e i l u n g d er E r g e b n i s s e.
Die Einzelbearbeitungen ermöglichen im Zusammenhang
mit den bei der Bereisung gewonnenen Eindrücken,ein allge¬
meines Urteil über den Wasserkrastwert des Untersuchnngsge-
bietes. Hierbei empfiehlt es sich, in erster Linie einen Unter¬
schied zu machen zwischen den Flußgebieten östlich der Weichsel
und denjenigen westlich der Weichsel, indem die Möglichkeit
der Wasserkraftschaffung westlich der Weichsel erheblich günsti¬
ge r ist, als östlich. Nur stellenweise können die Krastmöglich-
keiten östlich vom Weichseltal als besonders günstig bezeichnet
werden, z. B. bei der Welle im Gebiet der Drewenz.
Die Gebiete westlich der Weichsel zeigen jedoch durchweg
recht günstige Eigenschaften hinsichtlich der Wasserkraftgewin¬
nung, allerdings mit Abstufungen: am günstigsten dürften die
Verhältnisse bei den Flüssen Radaune, Sch w arzwaffer und
Brahe liegen, hieran anschließendbeider Küddow, am wenig¬
sten günstig bei der Ferse.
Gerade diese Kraftmöglichkeiten westlich der Weichsel
müssen auch im Vergleich mit anderen Gegenden, z. B. mit
den Flüssen des rheinischen Mittelgebirges, als sehr vorteihaft