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Einzelnummer 10 Pjemiig.
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der deutschen Posivcrwaltmig Mark 2.80; die Ziistcllungögcbühr durch den Posibotcn beträgt vierteljährlich 42 Pfg. mehr.
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Üir. 228
‘Diel;, Donncrslnff den 1 . Oktvber 1914
MtzefWZeilung
Bestellungen für bas 4. Quartal wer¬
den noch immer entgegengenommen.
Die „Metzer Zeitung" ist nachweislich
die verbreitetste Tageszeitung In Metz.
Ilcu t)mzulrcteni)c Abonnenten erhalten die
bereits erschienenen Nummern nachgeliefert.
* Dic neueste ^nstenschmuch.
Die Sdiciflcu des Zaren haben cs gewagt, den greisen all-
verehrtcr Senior der Polensraktion des Deutschen Reichstags,
tz ü r st R a d z i w i l l. unter Spionageverdachi nach Peters¬
burg zur Aburteilung zu schassen. Das müfete schlimmstcnsalls
der Dropsen werden, der das Gefäfe polnischen Nusicnhasscs zum
Ucbcrlnuse» I'rinjJ. In Rustland wie in Deutschland besteht
unzweifelhaft die Ucbcrrcugung. das, ein Edelmann von der
Sinnesart des mehr als dujähiigcn Fürsten Radziiotll sich nie¬
mals zur Spionagelätiglcit erniedrigt. Er hotte den Juli auf
dem Landgut eines russischen Verwandten verbracht und war
durch den Kriegsausbruch an du Rücklehr nach der Provinz
Pcsen verhindert worden. Die Russen verhafteten ihn
alsbald. Ein fatales, aber kein verhängnisvolles Begebnis.
Er wäre nicht der einzige deuli'cho Parlamentarier gewesen,
dem derartiges zustiefe. Wir erinnern nur an den ebenfalls in
Rußland festgehaltenen sorlschrittlichen Abgeordneten Dr. Ab-
lafe. Dost man den Fürsten Radziwill vor ein Triunal schlep¬
pen will, geschieht vielleicht aus Aergcr über das Iehlschlagen
des Köderungcvcrluches des Grofeiürstcn Nikolai gegenüber dem
Polcnkum. Es bleibt abzuwarlen. ob russische Brutalität sich
an dem ehrwürdigen Kreise vergreise» wird. Geschähe cs. dann
könnte Rustland wohl gcwist sein, dast das gefanitc Polentum
sich wie ein Mann erhebt, die Weichsetprovinzen zur Stätte
einer Metzelei werden, ln der di« allvertiaulen posniichen Waf¬
fen. Sense und Heug-rbck. btnttgcs Lb'erk verrichten.
Ue-ernns gnnstigcr Sinn- -cs -rutschen
Gel-iiinrlrtes.
\V Berlin. 30. Ccpt. Nach einer Mitteilung des Reichs,
bankpräsi-cntcii Havenstein in der gestrigen Zentralansschust-
ptzung der Reichsbank hat der deutsche Geldmarkt
kn diesen beiden ersten Kriegsmonaten unter allen Ländern ver-
hältnismästig am besten a b g e sch nt t t en. Im Gegensatz
t u England und Frankreich hat der Geldmarkt keinen
lugenblick lang ausgesctzt. Die Rcichsbank darf mit Genug¬
tuung auf diese beiden erste» Monate zuritckblicken. Die finan¬
zielle Mobilmachung hat sich austcrordentlich bewährt.
Rcichsbank und Bolk können mit Genu gtuung
und starken« Vertrauen kn dieZukunstblicken.
Sie haben »un die Arme frei, um auch die letzte Gefahr, die
ans dem tfmrt für uustr Wirtschaftsleben erkoachsenden Schwie¬
rigkeiten und Röten zu bannen. lIMt sind das einzige Volk —
führte der Präsident weiter aus — das ohne Mora-
k o r in m a u s k o m in t. lieberall wird zudem viel weniger
Kredit in Anspruch genommen, als alle Organe sich eingerichtet
haben. Selbst die Da r l c h n s k a s s e n haben in dielen zwei
Monate» nur 32» Millionen auszuzahlen brauchen. Die Bege¬
bung der Kriegsanleihe ist ein leuchtendes Bild, würdig
der Talen unlcrcs .Heeres. Wie noch nie Hai sich das kleine Ka¬
pital gedrängt, seine Ersparnisse für die Kriegsanleihe darzu-
bringen. Wir find in tvjiihriger intensiver Ar¬
beit stärker und reicher geworden, als Neid und Hast
unserer Gegner wahr haben wollten. Der weitaus gröstte Teil
unseres Wirlkchastsmarktes dient, mehr als selbst in England,
dem inneren Verbrauch, und dieser groste Markt ist uns voll er¬
halten worden. Aber auch der A u st e n h a n de I ist uns zu
einem sehr grasten Teil erhalten geblieben. Unsere Ausfuhr
ist im August im Verhältnis weniger zurückgegangen als die
Englands. Das Alles glbt «ms nicht nur die Hvsfnung. sondern
die volle und restlose Ueberzeugung. daß wir über die Wirtschaft-
klchcn Schwierigkeiten hinauskommen und jede Dauer des
Krieges durchhalten.
Glanzendes Ergebnis der Kriegsanleihe.
V Berlin, 80. Sept. lieber das Ergebnis der
Kriegsanleihe schreibt der Direktor der DcutsckM Dank,
Dr. Hclsferich. im „Bankarchiv": Der Zclchnungsbeliag von
rund 4'/t Milliarden steht nicht ans dem Papier, sondern ist
echt bis zur letzten Mark. ErLbertrifft alle inder
Welt bisher angeführten Finanz-Transak¬
tionen, deren weitaus gröstte die französische Kriegskosten'
«ntfchädigung von 4 Milliarden Mark war. Diese «vurd« in
ZYi Jahren aufgebracht, während die um eine halbe Milliarde
gröstcr« deutsche Kriegsanleihe in ebenso vielen Monaten vom
deutschen Volke gezahlt wird. Für einen Krieg, der bis ins
nächste Frühjahr hinein dauert, ist also der Geldbedarf des
Deutfckskn Reiche» gedeckt. England und Frankreich n'iisfen zu¬
nächst einmal diesen Borsprung um 3 bis 4 Milliarden einholcn.
Als Ursache des grasten Erfolges der Kricgsanieil« sührt Hclf-
f«rich den Volkswohlstand in Deutschland an, der
dem Reichtum Frankreichs und sogar demjenigen Englands vor-
ausgeeilt sei. Ferner verfüge Deutschland über eine bessere
wirtschaftlich und finanzielle Organisation als unsere Gegner.
SVciier verweist Helsfcrich ans den grasten Opscrsinn des den!,
scheu Voltes und aus den gröstercn Einblick der Führer aus
finanziellem Gebiete. Die Zahl der Eiiizelzcichnmigen lege
Zeugnis ab für ein Massenaufgebot auf finanziellem Gebielc,
wie e» in der Geschichte einzig dasiche, Helffericki widmet der
Reichsbank und ihrem Präsidenten w.-nme Worte der Anerken¬
nung für die kraitvolle und entschlossene Arbeit auf diesem Ge¬
biete. Die vier Milliarden seien als ein Uuterpsand dafür zu
betrachlc», dast uns der Sieg werden müsse. Bor allem Eng¬
land müsie erkennen, dast alle Pläne. Deutschland wirtichutUch
und finanziell auf die Knie zu zwingen, an unserer Mach! zu
Schanden worden müsicn. dast wir durchhalien «verden bis zum
Frieden, der unserem Volke für di« lebenden und die kommen¬
den Geschlechter Freiheit und Ehre. Ruhm und Wachstuin ver-
bürgt.
Zuteilungsschreiben.
\V Berlin. 80. Scpt. (Amtlich.) Die Reichssinanz-
Verwaltung hat beschlossen, die aus die Kriegsanleihe ge.
zeichneten Betröge voll zuzuleilen. Für den die aufgelegte
Eumine übersteigenden Betrag an Schatzanweisungen
wird Reichsanleihe zugcteilt. wofür durch dt« reichlich
etngegangcnen Wahlzeichnungen die Möglichkeit geschaffen ist.
Die Zeichner erhalten Zuteilungsschreiben von der Stelle, bei
der sie gezeichnet haben. Von dem Empfang der Zuteilung?-
schreiben an können die Zahlungen geleistet werden.
Erliliirimg der Urrlreter der denilchen
Erwerbsstände.
Huldigungstelegramm an den Kaiser,
i' Berlin. 28. Sept. (Nichtamtlich.) Die heutige gemein¬
same Sitzung des Deutschen Handclstages, des Deutschen La»d-
wirtschaslsrats. des Kriegsaussck,usics der Deutschen Industrie
sowie des Deutschen Handwerks, und G»ewerl'eka>nmerlagcs
nahm bei überaus starkem Besuch einen erhebenden Erlaus.
Es u'urde cinmütig folgende Erklärung angenommen:
Ein frevelhafter Krieg ist gegen uns entbrannt.
Eine Welt von Feinden hat sich verbündet, um das Deutsche
Reich politisch und wirtschaftlich zu vernichten. Doll
Zorn und voll Degeistcrung erhob sich, um seinen Kaiser
geschart, das dcnijche Volk cinmütig. Jeder unserer Krieger
in Heer und Flotte weist, dast es sich um Sein oder Nichtsein
des Vaterlandes handelt. Daher haben unsere Waffen ihre
glänzenden Erfolge errungen, daher wird'llmen der Sieg bc-
ichiedcn fein. Hierfür bürgt auch die starte Gesundheit unserer
Volkswirtschaft und der beispiellose Erfolg der mit fast
4) Milliarden Mark gezeichneten Kriegsanleihen. Wohl
hat uns der Krieg schwere wirtschastlich« Lasten anserlcgt,
freudig- sind sic für das Vaterland übernommen ivorden. Zu
jedem weiiercn Opfer bereit, sind alle Teile des deutschen
Wirtschakislebens, der Landwirtschaft. der Industrie, des Han.
dels und des Handwerks cinmütig entschlösse«, bis zu dem Er¬
gebnis durchzuhalten. das den ungeheuren Opfern dieses Kri«.
gcs entspricht und dessen Wiederkehr ausschlieszt. Dann wird
ein« gesicherte Grundlage gegeben sein für neue Blüte, neu«
Macht und neue Wohlfahrt des Deutschen Reiches. — Es wurde
dann beschloffcn, folgendes Telegramm abzusenden:
„Sr. Majestät dem Deutschen Kaiser, Grostes Hauptquar¬
tier: Eurer Majestät bringt dic von dem Deutschen Handels,
tag, den« Deutschen Landwirtschastsrat, dem Kricgsausschust
der Deutschen Industrie und dem Deutschen Handwerks- und
Gcwcrbckammertag vcranstaltelc groste Versammlung die ehr-
furchtsvollste Huldigung dar. Einmütig im Zorn über den
frevelhaft gegen uns cnislammten Krieg, einmütig in der Zu-
versickt aus den Sieg unserer Wasfen und einmütig in dein
Gefühl unserer wirischasllichcn Kraft, bekunden die Vertreter
aller Teile des deutschen Wirtichaslslcbcns. der Landwirtschaft,
der Industrie, des Handels und des Haudiverks, ihre feste Ent.
schlosfenheit. durchzuhalten bis zu dem Ergebnis, das den un¬
geheure» Opfern dieses Krieges entspricht und bellen Wieder¬
kehr ausschlicsit. Dann wird unter seinem glorreichen Kaiser
das Deutsch. aus sicherer Grundlage zu »euer Macht und
Wohlkabrt gelange».
Dr. Kämpf. Graf von 2 chv e r i n - L öw i tz,
R o e t g e r, Friedrichs. P l a t r "
Dank des Kaisers aus das Huldignngslclegramm von Seiten
der Erwerbsstände.
V.' Berlin. 80. Sept. Aus das von der B c r s a m »I l » n g
der deutschen E r w c r b o st ä n d e an den Kaiser gerich.
tete Huldigung? .-lcgra "n ist beim Deutschen Hnndelstag »ach
siebende drahtliche Antwort «iiigegangrn: ..'Reiihstagspräsideiit
Kämpf. Berlin. D.r cinmütig..' .-'.ulannnenschlust der Vertre¬
ter des gesinnten deutschen Wirtschastslebeuv und die lrastvoile
Bekundung des'sestcu Willens, den unlereui Vaterland« aus-
gedrängten E r l st c n z k r ie g auch aus mirtsibechtn '. -« OV-
blete siegreich d u r ch z u f ii h i e n. habe» Mich außeror¬
dentlich erfreut. Meine» herzlichsten Dank. Meine wärmsten
Wüviche bealriten diele ernste patriotische Arbeit. Gott dcr
Herr kröne das Werk mit seinem Segen und lalle alle dir
schweren Opfer unserer Bürger zu einer guten Saat werden
für eine glückliche Zukunft des deutschen Volkes und Vater,
lande». Wilhelm l. ll."
Eljich-Q'tliriiuM.
RE. S t r a st b u r g, 28. Sept. Oberst Mathics. dcr
gefallene Kommandeur des Inf.-Regts. Nr. 136, dessen Leiche
aus Frankreich zur Beerdigung hierher überführt worden
war. wurde am Donnerstag nachmittag zur letzten Ruhe bestat¬
tet. Es folgten im Trauergeloitc dcr stellvertretende komman¬
dierende General Ritter Hsmschcl v. Gilgenheimb, Stvdlkom-
Mandant v. Vielingboss gen. Scheel und General v. Schubert,
sowie zahlreiche Offiziere, meist Leichtverwundete, die in
Strastburg augenblicklich sind. Die Mannsckmftcn der I. Kom¬
pagnie des Regiments trugen den Sarg zur Gruft. Ofvrit
Malhics hiuterlästt eine Witu>e und 5> Kinder.
RE. S1 r a st b u r g. 2'. Sept. Folgende Beamte der
Retchspost und Iclegraphenoerwaltung aus Eisast-Lotbriii-
gen sind von den Franwsen als Geiseln miig-chchb.-,>1 ivorden:
Oberpostasslsteuk ngla'. ?chirmeck, Postasiistcnt Bauer Tba:;:'.
stelloertretcudcr Posto.'rw.rllrr Bernapel Dam'u.-rkirch. Postver-
waltcr hbleht Maamünster. Postbote DU'-"sil-nei'.-r - issel
fingen. Pestverwaller Ehret-Altmiinsterok, Pestverw.ilier Flieg-
Logclbrch, Oberbrieslrägcr Kerard-Langcnberg sLothr.). mit
XXX.XIV. Falg-gang.
Frau und I Kindern. OberrrlegravI:.ua":':-.»: o.-:r I.
legraphrnamt in Sirastdurg (urr A-.-sh:I-e l-.-i
stelle Donon beschäftigt gewesen). Pvstagc:» Hau'ch in
Icr i. Tal, Obeipvsrassistent Hermauu > L.. <
waller Koch-Rvlbau, Posiverwaii-i Kuck im. r-g- .t
KuntzSulzbach (Obereliastl mit Fra» ' c.'.k,
Louis i» Saarburg i. L.. Postoerm. . . " '
(Krois Rappoltsweilerl. Posl.igent Mastin z\ Leu-
phcnasslstciit Cchlicphatc-Mülbau'ci!, T.-A. Oberpvstscl:<!öi
ritz G.'bwciler, Posrveru^ilxr On.AI:' Ensish.iiii, P.' '': :ar
Oit-Mülhaillen. Postasiistent Pundt.Strastburg U zur Anrh-ls«
beim Postomr Sual.-o bejchäftigt gewe-en. Postvenoalier
feldci-Saales. Postasiistent Roihcnflue Piiii. Ober-Tcle.zra-
pl^'nasiistent Sckilicphake Mülhausen. T.-A. Oberpostiekretär
Schmitt Gebwciler, Postdircktor Schragc-Tkann. Postsche-iincr
Schwa«z-Gebweilcr. Postinstickior Slotty Mülhaulen, Pastoisi«
stent Etratscr-Mülhausen ll. Oberpostalsistlnt Tbomanu-Eob
mar. Postbilscsielleninhaber Tofchnbla roni Do»-.n. Ol-»i.Pe-ü>
asiistent Bostberg Mülhaulen, zur Aasi-Hike in Nie.'-erburnbaupl
lx'schäftigt gewesen. Posldirektor A.-.iqiier Rlcii'iich. Po-iocrmal-
ter Willenbrock Bollweilcr.
RE. Strastburg. 2'>. Sept. B,'!: eib.-.::e» aus eines.
Orte vor Reime-, datiert vom 18 . -Sept., eine Feltpost-
kartc, oie zeigt, das; die Feldpost jetz: rlwus ^
niert. ,,'iVftcn Dank für die am 1». » abgest'udlen
Bitte un, weitere Zusendungen. Wir liegen seit S:.
unterbrochen vor Reims Im Geie-bt. llnier bat
schivere Verluste gehabt, dafür aber auck? vie! -
und Geschi»:.- -.'ü’Xit. I.-z;! s'!"'' .''>70.'-. y,<
SLUltamio ist jvlir schlecht. Berp^Ie u:».' last! sich nicht s
durchführen, sonst wird gut sü: un.- *:■- ' •'*
«ine grof.ertige Einrichtung. Z:--- : . g ,.
auch kein Papier, da kn.,
„Futter" für den dung-'g-.n F..:...--
S t raszb u r g, 30. Sept. r:' . h'.'.'n
dic Franzosen mehrere Lk-> r» r und '• ‘• i;|
Kreise Altlirch als 'üe-i.-!- !'
„Str. Post" mcldrl. hätte» die :
dem Giiii'i als Lenrer . - ... . • - i
wenige» Fahren i-. i:
Iprocheil.
'.'i 1 '. ft » i si, 2-- -ein D' ....- ' ''
von Elf.,!, "-:>'"''--'en rnasi-t di. ''' '• ■ .
dast Lehrverträge ■ :> - - : - i . :
hoben sind. In - - d
inustte. !- > Be.ei . - -
tü.'.'ige gei-'.'-i- Hils-.ch.in. '•
tvcrden die aude-.n ' ,,:>'r g.
die im Kri.'.--..- sind, in '.1-'
RE. 3 S t ufi’o .1 i •!, 2‘- Iv . ’i- . : " '
O b r r c l s a st. der sich znr : . ,:' .
findet, schreibt seinen hier leb—-lo.-ü
der ein charalteristisihes Beifvi-.I siir o.e v.o : . .
Geiseln bekundete Tatsache ist. dast in.: . n
der G« f a n g c n s ch a s l behandelt i.- . v . F-: d>.:>:
Briese hcistt es n. a.: „Wir haben dic Rah«""' > da ^ i.-.ien
von Gefangenen, und ohne Geld litt man H-'na-n. F-i> lna
Mit N0 andern im Gnmnasium cinquarl-.cr!, a:.i 3:r-'. e:--.'
Decke. Zweimal am Tage tuiii.it man uns eine Suppe, dir
ein wenig Fleisch enthält. Wir hoben einen Hof. um in der
Lust zu sein. Das Reinigen dcr 'Wäsche must man selbst l-csor
geu. Was unangenehm ist. ist. dast man nick'»- zu tun har.
RE. Strastburg. 28. Lepl. Die erste -u u ! I ^ » I i > ckr
theatralische S o l d a l c » !l n i e > h a l r :> n g saur am
gestrigen Sonntag nachmittag in der : • •'
Saal war dickit besetzt. Die Kü-isi'e: er-::.-.' ^. r aii >i : :
ihre Borlrägc.
RE. § 11 o [i f' n r o 2 S 7 D. ..
e r k l ä r u n g de-- R-.ick-
oh».- gerichtl. Urteil. ----- -
b'irgerl. Ei-r.»rc>t-!e aber!u -
nur. uv-!» b.v. - i irit ; , ..
Abg. W...er! ii : .x -. ’. ■ •
must das Ilri.ii ...• K>>. >•:.-■
den. Do noch dem T.ub.'ste. >.'
16 (Nachdruck verboten.)
Dev Sieg des Hormons.
Roman von Otto Elster.
Und in hochmütiger Haltung verliest sie das Ziinmer.
Hans sank in einen Sesiel und preszte die Hand vor die
Augen. Dann sprang er wieder aus. „Eva . . .!“ rief er.
Aber auch diese halt« still das Zimmer verlassen.
Frau Magnus säst tief zurückgesunken in einem Fauteuil
»nd blickte mit finsterem Auge in da» lodernde Kaminseuer,
während der Kommerzienrat, ihr Gatte, aufgeregt in dem
luxuriös aurgestottcten Boudoir auf und ab fchritt. Der dicke,
welche Pcrfxrtepptch verschlang allerdings jedes GerLrrsch seiner
S.hr.iiis, nur zuweilen knarrten seine Stiesel l«ise, und sein«
Bewegungen wurden auch gleichsam gedämpft, ebenso wie feine
Stimme, durch die Umgebung, welche dazu geschaffen-schien,
trauliches Schweigen oder flüsterndes, leises, zärtliches Ge¬
plauder hervorzu'rufrn.
Aber wenn der Kommerzienrat auch feine Stimme mästigt«
«nd in seinen Aeusterungen und Bewegungen sich Zwang aus.
erlegen wollte, so zitterte fern ganzes ZLesrn doch in einer Er¬
regung. die auch in seinen Worten widerklang.
„Delne Freundschaft mit-^dem Baron hat uns in eine sehr
böse und hastliche^Gcschichte verwickelt," sagte er. und seine
Augenbrauen zogen sich finster zusacktveu. ..Sie kann uns den
guten Ruf unseres Hauses kosten, und mrii; Geschäft wird dar-
»ntf- leiden. Ich habe Dich oft.gewarnt. .
Frau Magnus mochte eine ungeduldige Bewegung.
..Raurheim war ebensogut- Dein, wie mein Freund"
unterd ö- sie ihn. „Dv hast ihn auch zu mancherlei heimliche»
Dienste» benutzt"
..Für dic ich llm bezahlt habe. Dar waren rein.geschäft-
Ickie -'.zgclegenheiten, bii- hier nicht >». Frage kommen. Hier
Handel, r» sich um unsere gesellschaftliche Stellung, die durch'
mauth>'iyr b!ost:tcstellt und geschädigt ist. Du hast Deinen
Salon fernem gktochbsmostiaen-Spieler — vicüricht «inen»
'-Si,ki«;'1el«r geöffne^-.. f
..Dgs muß denn doch erst noch bewiesen werdenl" -
Der. Kommerzienrat zuckte dle Schultern, al» wollt« er
sag:»: ..Melit Gott. Pas ist ja doch.langst bekannt." . . . aber
«r unterdrückie diese Bchicrkung upd stchr fort:
„Ich will nicht darüber streiten. Für n«tch kommt es dar-
«uf an. dast unser Rame in diesem Pro.zch nicht genannt wtid,
> vnd Menn Du ein Mittel weiht, wie das zw verhüten ist, so
-7-'Hftie.lch Dich, mir dieses Mittel zu nennend
«Ich -»eitz ein Mittel." «ntgegnete seine Gattin mit einem
Wtzten Lächeln, Indem sie sich au» ihrer ruhenden Lage auf»
' ffatftt, ..aber t* kostet Geld ,, ,*
„Darauf kommt cs mir nicht an." versetzte er rasch.
„Run gut — so schreib mir einen Scheck über sünsund-
zwanzigtauscnd Alark aus . .
„Das ist ein bihchcn teuer! Was willst Du mit dem Gelbe
anfangcn?"
„Das ist meine Sache. Aber ich denke damit dle ganze
hästliche Angelegenheit aus der Welt zu schaffen."
„llnd wenn c, nickt geschieht, dann habe ich mein Geld
verloren!"
„Du wirst deshalb doch noch kein armer Mann," meinte
sie spöttisch.
„Das nicht! — Aber es ist doch eine Summe . .
„Wenn ich meinen Zweck nicht erreiche, «rhälist Du das
Geld zurück."
„Bist Du Deiner Sache so sicher?"
„Ich glaube ja — also bitte den Scbeck — ohne Geld bin
ich machtlos."--
„Du hast Dein eigene» Vermögen ..
„Es handelt sich um Deinen guten Namen, wie Du sagst,
— also ist es an Dir. Opfer zu. bringen. Aber wenn Du das
Geld höher steW als Deinen gnten Namen — nun, mir soll
e» auch so recht sein..."
„Aber nein — nein! — Du sollst da» Geld erhalt-
' Gr ging eilig zu dem eleganten Damenschreibtisch, der in
einer von breite.,. Blattpslanzcn angsfüllten Rische stand,'zog
Dje^Scheckbuch hervor und füllte di« Anweisung aus.
„Hier," sagte er. mit einem leichten Seufzer das Päpter
seiner Gattin reichend. kannst das Geld jederzeit erheben."
„Gut — ich danke Dir — und nun -Ule ich Dich, mich zu
verlasien. Ick, muh ausfahren un- mich umkleiden. Ich hasse,
Dir heute nbend schon gute Nachricht-bringen zu können"
„Das wäre mir sehr lieb. ~ Aber noch «ins! Wie sieht«»
mit Edith und Bailhanfen? Daraus kann doch nun.nichts
mehr werden."
..Ich glaube, Edith denkt nicht mehr daran. Ei« spricht
wenigstens .nicht, mehr davon. Ich bin übrigens derselben
Meinung wie Du. dah wir Ballhausen lallen lasicn müssieu.
Es ist gut, dast die Verlobung Edith» mit ihm noch nicht wj! 0'
ständig gewordrn ist." ,
„Du warst sonst sehr,ärgerlich'darüber." .
„Ja — weil ich d«n-Verkehr Ediths mit ihm sah —, aber
da» ist ja nun vorüber- — Aber ich niutz mich «is-'n . . "
„So will ich gehen. Hossentlich gelingt 5JU alle» nach
Wunsch. Adicu." ' '.
„Adieu . . ." sagt« Frau Maguu» im) winkte ihm leicht
mit der Hand. r '
Als.sie allein war,. rrhÄ sie sich rasch arta dem Sesiel
Jt1& kill» rum Teleeiwii. Als dic oo» ihr gewünschtr Ver¬
bindung hcrgcstclll war. fragte sie: „Ich spreche doch mit Herrn
Justizrat Üllaltcrbukg'?"
„Jawohl, gnädige Frau — ich bin's," klang dic Antwort
zurück.
„Sind Sie allein? Kann ich mit Ihnen über die bewritzte
Angelegenheit sprechen?"
..Ja . .
„Also — das Geld ist bereit. In einer Stunde bin ick
bet Ihnen. Slereitcn Sie alles Notwendige vor . .
..Da ist nicht viel vorzubereiten, Gnädigste." kam es mit
einem kurzen Lachen zurück. „Ich deponiere dic sünfzchntausend
Mark, und unser Freund wird auf freien Füsi gesetzt."
„Aber Sie kennen m«ine Bedingung!"
„Germb, gnädige Frau. .Ich sorge schon dafür, Latz Ihr
Name ganz aus dem SpulaMeibt. Unser Freund wird auch
damit ctnverstandcn ftinr.^Doch das wollen wir noch naher
miteinander besorkcheir, wen» Sie mich ausjuchen. Ich er¬
warte Sie in einer Stunde."
»Ich.wrrde pünktlich zur Stelle sein. Auf Wiedersehen!"
..Auk'Wiedcrseheu, gnädige Frau."
SitjKfltc den Hörer fort und atmete auf. Einen Moment
pretzte ne die Hand auf das wogende Herz, ihre Wangen
rötetennich — sic befand sich augenscheinlich in einer tiefen Er¬
regung
Sr« war mlt ihren fünsundoicrzig Jahren noch immer
«ine schöne Frau. Ihr dunkles. Haar zcigic noch keinen
einzigen.Silberfadcn; ihr Gesicht blühte noch ln fast jugend¬
licher Weichheit, wen» die Kunst hier auch etwas nochhelfe»
nruhtef' -ihr braunes Auge konnte noch in leidenschaftlichem
Glanz icrstrahlen. und ihre roten Lippen vermochlen gar ver-
sübrerisck' zu-lächeln. Nur ihre Gestalt zeigte nichls Jugend¬
liches mcy:. Dazu war sie allzu sehr in.die Breite gegangen,
welche» Fehler selbst da» clegautcste teuerste Aiicder aus Paris
nicht wehr verdecken konnte. Dennoch wurde ihr noch viel¬
fach fenens der Herrenwelt gehuldigt, und sie freute sich dieser
Huldigungen, - ohne die ihr da» Leben schal und nichtig er«
sihi-'nen war«, war sie in früheren Ir.i.ren -dock) eine gefeierte
Schönheit der gkonen Dalle und Gesell,">>f!en gewesen.
'Auf sinem dieser grosien Dalle in der Wildari-ioirie lrrnte
sie vor Ir-Hren Däron Rautheickz kennen und erlag dem Ein«
flusi. dt« er durch sein wellmännlsches Wesen, durch sein ele-
ganles Auftreten «nd durch seine lirbenowürdige Unverschämt¬
heit gerade auf solche Frauen, wie Frau Magnus, ausMen
wutzte. die. eitel und gesallfüchtig, auf äuszerliche Huldigungen
den groglen Weit legen. Seit jener Zeit bestand das Freund»
fchastsoerhäjtnia zwischen-ihnen, das Rauthelm in gewisien«
kofe/ WchfL ausnützte.
Pünktlich noch einer Stunde liefe sich Frau Magnus bei
dr>n Iusti^rot Walterbvra melden und wurde in besten Privat
kanzlet gesiüirt. einen dur>!> s.'!w<!. ^ -
Nouin, sobatz kein Laut aus ihr.- !>l
Der Iust'Kal. eine kräftige G.-üa!: '»i:
und einem kölnischen ImperlUorenloz >. wa> e...-r i
kanntesten Rechtsanwälte Berlins. Fast in all«-: e
prozesicn trat er als Bcrieioiger auf und machte durch icim
kühne, surchllosc und juristisch kluge Berreidigmig den Sroai-'-
anwälten bas Leben recht sauer. Dem Gerichtsdoj ab.-r IiaN«
er durch seine Beredsaiiikeit schon manchen Freispruch oder dock
Mildcruug des Urteils abgeiuiigeu.
Er empsing Frau Akaguus mit höjlichem Handln!, und
führte sie zu einem Sesiel neben seinem grosien Diplomaten-
schrcrbtisch.
„Ich bringt das Gelb. Herr Iustizrot." sagte Frau.
Magnu», während sie etwas hastig atmete und eine leichte Glul
ihre Wangen überhauchte.
Der Justizrat verbeugte sich arlig-
„Jch bin sehr «rsreut. bas, sich die Angeleger.hcir so glatt
abwickell, gnädige Frau," entgegnet« rr. „Ais ich auf Ihr«
Bitte hin dic Verteidigung des Herrn von Raulheim übernahm,
glaubte ich kaum daran, dafe wir ihn aus der UiilersuchungS'
hast besrcicn könnten. Mein Antrag wurde abgelehat — <»
wurden sünfzchntausend Marl Kaution gefordert . .
. liier sind sie!"
„Sehr gut. g.:3d«ge F.au^ Ich habe mich mit den' !!--•-
suckungsrtchter telephonisch in Verbindung gejetzt. nach
legung der Kaution wird Her: um- Ronrhei,' - t >i = •
— er kann heute obend schon wieder rn seiner er
schlafcn."
,.Ab«r, Herr Iustizrat — dl« Bedingung ..."
..Ich erkenne deren Berechtigung vollkommen e:-
gebe Ihnen mein schriftliches Versprechen, dag Ihr ?«n»e dirr.s.
mich oder durch Herrn von Aauthe« » nicht in die Bertz-rndlmh;-.
hineingezogen werden soll, falls Kh die Bertcidigvng wirNich
übernehme..."
..Ja — aber ich denlr. das war doch Zwischen IMS ntiMf
macht!"
„(Semifi — ober tt bedarf da noch einer Kleiirigleit,
gnädige Frau." erwiderte du Iustizrat lächelnd. - „Herr von
Rauthelm ist vermSgcrwlos — und ich bin auf dle Einnahmen
au» mein«» Tätigkeit angewiesen — mit einem Skort, gnädig«
Frau — verpflichten Eie sich zur Hastrmg des Honoraro ..'
„Gewife — gewtfel"
„Sehr wohl. So bitle-ich dies zu-unterschreiben,^
Er schob ihr -ein Papier hin. das Ist mit jliegender Harch
-unterschrieb, ohne genau den Inhalt zu i:;.n • . -
„Meine Forderung beträgt vorläufig-ji»- -sei-d.
vorbehgttlich weiterer Kosten ..
(Fortsetzukm folgt.) - -