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Aus der italienischen Kammer.
» Mtm, 12. Dez. (Nichtamtlich.) Gegen Schluß der Sitzung
beantwortete der Minister des Anitzern Sonnino die An.
frage wegen eines Zwischenfalle» tn Hodeida, wo
der englisch« Konsul in da» italienische Kousu«
lat geflüchtet and dort von türkischen Sendarmen
festgenommen war. Er seht« die Tatsache auseinander
und erklärte hierzu, das, der in da» italienische Konsulat ge-
flüchtete und dort gefangen genommen« englische Konsul in
der gleichen Nacht mit dem französischen Konsul in Arabien
interniert wurde. Der Italienische Konsul Cocchi erhob bei
dem Wall von Jemen Einsvrnch. muffte jedoch im Konsulat
bleiben, wo er von einem bewaffneten Posten bewacht wurde,
ohne mit jemanden verkehren zu können. Sobald Sonnino am
Bf). November davon erfuhr, befabl er dem italienischen Schiff
..Liuliana" telegraphisch, von Mafia»« nach Hodeida zu fal)i<n
und sandte unverzüglich ein Telegramm nach Koustaiitinopel,
in dem er verlangte, dag der englische Konsul in Freiheit ge¬
setzt und eine öffentliche Genugtung geleistet werde. Unter-
dessen wurde am 1. Dezember dem in China sich aufhaltendr»
Panzerkreuzer ..Maroc Paulo" der Befehl gegeben, hcimzukeh-
rcn und in Massaua anzuhalten, um den Umwänden entsprechend
zu Handel». „Diuliana" kam am 8. Dezember in Hodeida an,
wo der italienische Konsul sich cinschlffte: er erhielt telegra¬
phisch Befehl, alle ihm möglichen Nachrichten zu geben. Sein
Bericht traf am 8. Dezember ein. „Darauf", fügte Sonnino
hinzu, „habe ich sofort nach Konstantinovol telegraphiert, in¬
dem ich die erfahrenen Einzelheiten anfuhrt« und auf einer
exemplarischen Genugtuung bestand. Dir türkische Regierung
antwortete uns am 11. Dezember, daß die Verbindungen zmi-
fchen Konstantinopel und Hodeida gestört feien. (Unruhe.) Da¬
her könne man nur schwierig Nachrichten erhalten. Indessen
habe man versucht, die ausführlichsten Nachrichten zu bekommen
und darauf hingewirkt. Ich habe es kür richüg gehalten,
gestern erneut zu telegraphieren und heute hat unser Botschaft
ter in Konstantinopel seine kategorische Forderung nach einer
sofortigen Genugtuung erneuert. (Sehr gut! Bravo!) Ich füge
dom nichts hinzu, um den schmerzlichen Zwischenfall nicht zu
verschlimmern, da ich keinen Grund habe, zu glauben, dag die
türkische Regierung sich" mit den Hebelgriffen und Tätlichkeiten
der örtlichen Behörden solidarisch erklären will und ich nicht
glaub«, daß si« un» gegenüber dieser klar zu Tag« liegenden
Verletzung der Kapitulationsrechte keine Genugtuung geben
will." (Lebhafte Zustimmung.) Cappa dankte Sonnino und
sagte: ..Es ist sicher, das die Negierung die schuldige Genug¬
tuung fordern wird. Die Kammer must laut bekräftigen, daß
Italien auf keinen Fall geneigt ist. Demütigungen hinzu-
nehmen, und daß re bestimmt wünscht, daß unter den gegen¬
wärtigen Umstanden seine Ehre und seine Würde hochgchalten
werden." - (Lebhafter Beifall.) Galle nga erklärte, es fei sicher,
daß die Regierung von der Pforte die schuldigen Erklärungen
«erlangen werde. (Lebhafter Beifall.)
Raineri wünschte den Männern, die in diesen so schwieri¬
gen Augenblicken mit so großer Gradheit und so hohem Der»
nntwortungsgefühl da« Land ««gierten, daß die Ereignisse
ihrem Handeln zum Glück und zur Größe des Landes günstig
fein möchten. (Lebhafte Zustimmung.) Er schloß mit den
Worten: „Es ist unser oller sehnlichster Wunsch, daß der Haß
unter den kriegführenden Völkern bald rrlSschen und Italiens
«nverjArbaren Bestimmungen thre Anerkennung finden möch¬
ten (Sehr lebhafte Zustimmung und Beifall.) und das Parla¬
ment beruhigt feine Arbeiten wlederoufnehmen und sich den
-Werken der Zivilisation und de« Frieden» widmen lann."
(Langanhaltender Beifall.)
Präsident Marcora schloß sich den Wünschen Roineris an,
besonders dem. daß Italien auch ein Friedenswort mit Wurde
sagen könne (Sehr lrt>haste Zustvmnung) und drückt« di« Hoff¬
nung aus. daß das Land sich immer der jetzigen Opfer und
Schwierigkeiten erinnern möge, die es jederzeit in vollkomme¬
ner Eintracht wieder auf sich zu nehmen bereit foi. Es lebe
Italien! (Sehr lebhafter Beifall. Di« Abgeordneten erheben
sich mit dem Ruse: Es lebe Italien!) Ministerpräsident Sa-
landra ergriff darauf das Wort, dankt« Raineri und Marcora
für die wohlwollende Würdigung der Tätigkeit und der Ab¬
sichten der Regierung und fuhr dann fort: „Ich nehme von
ganzem Herzen den soeben ausgesprochenen Wunsch an. weit
e» ein Wunlch nicht für di« Regierung, sondern für das Vater-
land ist. (Sehr gut, Bravo!) Damit sich der Wunsch erfülle,
ist die national« Eintracht, die immer die Herzen der Lbze-
ordneten bewegt, notwendig. Der nationale Geist Italiens if>
rimnütig, und weil er das ist, wisderhol« ich im Namen de-
Lande» den Ruf: Es lebe Italien!" (Sehr lebhafter, anhal¬
tender Beifall, wiederholter Ruf: Es lebe Italien!) Di,
Kammer vertagt sich darauf bis zum 18. Februaer.
(lkllnß-Ll'thringcii.
RC. Straßburg, 12. Dez. Der »euch« Sieg H'.nd.n-
burgs. dir Einnahme von Lodz, ist für die deutsche
£<txii(inbu[iri« nem nicht ju untorkchLtzenöer Bedeutung. Lodz
ist das russische Manchester. Di« Zahl der Fabriken in der etwa
400000 Seelen zählenden Siadt beziffert sich auf mehr als 400
mit einer Arbeiterzahl von ca. 50000. Dor Produttionsrsrrt
kann auf 70 Millionen Rubel geschätzt werden. Bemerkenswert
ist, daß die Textilindustrie von Lodz ihr« BÄtoutung deutschen
Gründern verdankt. Sie befindet sich auch heut« vornehmlich
-tn^dttl.entev.
Da» Weihnachtsmärchen.
Dom Gebrauch abweichend, sollen diesmal auch dem Weih¬
nachtsmärchen. das die Intendanz den Kinde» zur Einführung
in die We f'k-.ich:sstimmung Samstag nachmittag in erster Auf¬
führung bescheerte, ein paar Worte gewidmet werden. Und
zwar deshalb, weil da» Theater sich Lesonder« Mühe mit diesrm
. Bühnenmärchen gegeben hat. u« es phantastisch-malerisch, bunt
nnd grotesk, wie es der Kinderfeele entspricht, zur märchen¬
haften Wirkung kommen zn lassen. Da» gewählte Stück: „Der
Dunschpeter und das Glücksglasmännlein", gibt der dekora¬
tiven Hand, auf die r, ja hier praltijch avlommt. allerdings
auch mancherlei LelatigungsmSgkichkeite». Es gab so viel zu
sehen, rote Erscheinungen und die Glasmännlein. zerlumpte
rotnasige Handwertsburschen und di« Hochzeit des winzigen
Königs Glücklich und der noch winzigere« Prinzeß Zufrieden¬
heit mit einem wunderbaren Aufzug: di« Froschkapelle, die
Hasenfamilie, die Glückspfermtg»Leibwache, die Werkle«-
ftmgfrauen, die Glücksritter, die Glücksgeldsocke. Pagen. Gold¬
käfer. Glücksläser. Schmetterlinge, dann gab es zu sehen: tan¬
zende Affen und Epielteufelchen und Flaschen. Dann ging»
hinab zum Herzenverhexer. wo die -Sst Hexe haust, wo die
Glaser mit den zuckenden Herzen stehen, und dann vor die zu-
sammengcslÜrzte brennende Glashütte, vor Nebel und Dunkel¬
heiten. vor Donner und Blitz. Za» Schluß, als alle» Döfe zu
Boden lag und der Peter wieder gut war, tarn noch di« Weih-
nachtsfee mit dem brennenden Christbaum, und alle fangen:
.Stille Nacht".
Die Vorbereitung eine» so bewegten Stücke» erfordert,
wenn es gut werden soll, neben großer Müh« auch viel Phan¬
tasie. An bedeut hatten c» die mit der Einrichtung betrauten
Fachleute, Oberinspektor R. Walut (technisch-dekorative Ein¬
richtung). Kunstmaler A. Pc Hon und Theatermaler I.
Korrofy (Entwurf der Dekorationen und Trachten), nicht
fehlen lasten. Da» Ganze bot sich mit Sorgfalt und Geschmack
dar und hob sich darin erheblich ab von dem, was man ftüher
hier zu sehen bekam. Wenn manche» trotzdem hinter den Er-
warU'.ngrn .vmiüblieb. so wird das in der Beschränktheit der
Mittel seinen Grund hoben. Da» Nebeneinander von Altem
«nd Neuem macht sich noch störend bemerkbar, es muß allmäh¬
lich werde». Im wo'eiit'tchrn aber war der Zweck erreicht
«ine schön« Marchenstimmung kam aus und umwob die Vor¬
gänge und Gestatten mit dem poetischen Zauber, den wir aus
geschmackvollen Mnrchenbildcrbucheru leimen. Die Kleinen,
_ Metz, Dienste
in deutschen Händen und deutsches Kapital hat den Reichtum
von Lodz gegründet.
W Rombach, 12. Dez. In der heutigen General¬
versammlung der Rombacher Hüttenwerke ver¬
traten neun Aktionäre 01328 Stimmen. Bilanz und Eowinn-
und Derlustrcchnung wurden genehmigt. Di« Dividende wurde
auf 5 Prozent festgesetzt und per f». Januar zahlbar gestellt.
Der aus fcan Aussichtsrat turimcgemäß ausfcheidende ixu
Kommerzienrat Karl Spaeter wurde wiedorgewählt. Der
Vorsitz»,ide des Aufsichtsrats, (Oebeimrat v. Oswald, besprach
die Marktlage des ablaufcnden Geschäftsjahres und führte
Folgendes ans: In verhältnismäßig kurzer Zeit konnten dl«
cisten eingiriiend.'n Störungen, welche mit der Mobilmachung
und dem Aufmarsch unserer Truppen verbunden waren, über¬
wunden werden, und schneller als vorauszusrhen. stellt« sich
eine gewisse Regelmäßigkeit in de»' meisten Wrrksbclrieben
wieder ein. nachdem dieselben ibre Arbeitsweise dem geringen
Arbeitersiand und den Möglichkeiten des Absatzes «.gepaßt
hatte». Auch in unsere» Astrken. welche durch ihre Lage im
Aufmarsch- und Festungsgcbiet besonder? in Mitletdrnichoft
gezogen waren und welche starker als ander« Industriebe,irke
durch die vollständige Einzichung des Landsturmes unter Ar¬
beitermangel zu leid?» hatten, gelang cs uns, nach Ablauf
der ersten Kriogowochen, den Betrieb wieder auszunestinen.
Zur Zeit ist ein Teil der Hochöfen, Stahl- mW Walzwerte mit
Arbeit beschäftigt und wird noch zunehmen, wenn cs uns ge¬
lingen wird, unfern Arbeitcrstanv weiterhin zu erhöhen.
Neben der Beschaffung von Arbeitskräfte» ist fiic die
Wiederbelebung unseres I'rduflri-bezirks eine gute Neg'l'mg
des Frcichlenvcrlehrs auf de» Eisenbahnen vo» höchster Bed.'u-
tnng. damit die Zufuhr von Rohmaterial und der Abtrans¬
port d,'r Aftrksprodukt« in zuocrläsiiger Weife sich abwickeln
kann. Augenblicklich bleibt in dieser Hinsicht noch viel z» wün¬
sche» übrig, und es zeigt sick jetzt, wie wertvoll das Vorhan¬
densein einer guten Wasserstraße zum Transport von Mafftn-
giitrrn sei» würde. Wir hoffe», daß nunmehr auch den
lothringer Werken die in Aussicht gestellt« Frachtermäßigung
sür Koks- und Kohlentransporte baldig,» gewahrt werden
wird, nachdem der Rheln Hern« Kanal dem Betrieb übergeben
worden ist.
Die von den Tageszeitungen gemeldete Beschießung der
Kokerei Zeebrugge hat Deut Werte mit unbedeutenden Scha¬
den zugefügl; getroffen wurde ein Schornstein, und hierbei
herabfallende Ziegelsteine beschädigten einen Wasserreiniger.
Im Lause des vergangenen Geschäftsjahres ging die Ver¬
waltung der Eoncordia-Derqbau-Aktiengesellschaft zu Ober-
Hausen in unsere Hände über. Das Unternehmen entspricht
in seiner Entwicklung den von uns gehegten Erwartungen,
und ich kann mich in dieser Hinsicht auf das in dem Bericht
des Vorstandes Gsfagls beziehen. Es ist wohl selbstverständ¬
lich. daß d.r volle Nutzen des Zusammengehens zwischen den
Rombacher Hüttenwerken und der Eoncordlo-Dergbau-Akiien-
gescllfchaft erst zur Geltung kommen kann, nachdem di.- big
Ende 1910 lausenden Verpflichtungen der Concordia-D. D.-G.
gegenüber dem Kohlensyndikat beendet sein werden und eine
-rationell« und den Bsdürfnisseii des Hüttenbetriebes ange-
paßte Abnutzung der bergbaulichen Betriebe durchgeführt wer¬
den kann.
Ueber die zukünftige Beschäftigung unserer Werksanlagen
läßt sich mit Sicherheit nichts Voraussage», jedenfalls muß da¬
mit gerechnet werden, daß die Aufträge für di- Ausfuhr einen
beträchtlichen Rückgang erfahren werden und das Inland
allein vorläufig nicht in der Lage sein wird, die Prodnltion
der deutschen Werke aufzunchmen. Es war daher auch für uns
eine vorsichtige'Geldwirtfchaft geboten, um die Fortführung
unserer Betriebe zu sichern, und haben wir uns daher ent¬
schlossen, zu den vothandrne» stillen Reserven noch weitere
größere Mittel zurückzustellen.
Infolge des Krieges ist in fast allen Ländern dvr Welt
eine KrodUkrisis eingetretcn, deren Folgen vcrfchiedrnc Staa-
toi durch di« Einführung von Moratorien vorzubcugrn sich ge¬
nötigt sahen. Hiervon wird besonders die englische Volks¬
wirtschaft in zweifacher Richtung hart betroffen, einerseits
durch den Nültzang des Handele, andererseits durch den ver¬
ringert«! Eingang an Zinsen ausländischer (vmtljiben. Ta
auch der festländische Usberftehandrl beluahr ganz lahmgelegt
ist, für den sonst Loirdon als Finanzierungsplatz diente, ent¬
gehen der englischen Volkswirtschaft auch di« aus diesen Um¬
sätzen herriihrcnden beträchtlichen Gewinne. Demgegenüber
haben sich unsere wirtschaftlichen Verhältnisse, dank der weit
porausschau-ndrn Finanzwiri'chaft unserer Reichsbank im
Vewin mit den Großbanken so gesund und kraftvoll erwiest»,
daß ein allgemeiner Zahlungsaufschub in Deutschland nicht
erforderlich war. Das Vertrauen des deutschen Volkes auf
unsere Starke auch auf wirtschaftlichem Gebiete ist unerschiii-
t.rlich und hat seinen sichtbaren Ausdruck in dem glänzenden
Ersätze bei der Zeichnung unserer Kriegsanleihe gefunden. Es
ist natürlich, daß auch bei uns manche Zweige der Industrie,
namentlich diejenigen, die im Bezug ihrer Rohstoff« auf das
Ausland oder auf den Absatz nach dem überseeischen Ausland«
angewiesen find, «nt?r den Einwirkungen des Krieges leiden.
Alle sind aber von der Ueberzeugung durchdrungen, daß im
. Interesse unseres Vaterlandes jedes Opfer an Gut und Blut
gebracht werden muß. um den Erfolg unserer Waffen dauernd
fichrrzustelle». An dem festen Willen hierzu wird die Absicht
unfvrer Feinde, unsere Volkswirlfchnft durch den .«us uiftgc- :
brn 15. Dezember
zwungenen Krieg zu vernichten und uns vom Weltmarkt zu
verdrängen, zerschellen.
(:) Nombach. Bereit» im Oktober veranstaltete Frau
Ida Altmann-Bronn, wrtch« den Metzern noch von der
so intereflant gewesenen Häckol-Feier, die sie im vorigen Jahre
veranlaßt hat, bekannt sein dürfte, mit der Genehmigung der
Bürgermeistereien tn Nombach und in Stahlhelm drei
„L i e b c s g ab eu» A b ende". Ein« stattliche Zahl von
vaterländischen Gedichten aus alter und neuer Zeit (Friedrich
der Große. 1500—1813, Burfchenschaftszelt, 1815, 1870, und die
Gegenwart), verknüpft mit verbindendem Wort, trug die Ver¬
anstalterin vor und erntete vielfach recht lebhaften Beifall und
sogar — trotz der vorgerückten Jahreszeit — Blumen dazu: auch
zeigte die tiefe Ergriffenheit der Zuhörer, wie tief von ihnen
die Dichicrwortc empfunden wurden. Die Damen Frau Haffcl,
Arau Pcrbal und Frau Schommann untcrzo-zen sich in dankeus-
wcrter Weife der Mühe, die Kaste zu führen. Den Eintritts¬
preis durfte jeder nach Belieben bcmesten und manche bezahl¬
ten ihr^-n Eintritt mit Liebesgaben, die womöglich mit noch
größerer Freude von den Kastenfghrenden in Empfang genom¬
men wurden. Der Eesamtrrlür dieser ..Slaterländilchrn Dichter-
abcirdc" — ,« in Geld und allerhand Liebesgaben - wur¬
den an die Bürgermeiftrroicn in Romkam und Stahlheim ad-
gcgcbcir.
Ernanut: Stnierprakrilaitt Klotz in Straßburg zum Kais.
Rentmeister rn Rcubreifach. '
sröhc'L Schulen. Ernannt: die wissenschastlickren
Hilfslehrer D r. Abele an der Realschule in Rkariirch,
Brümmer am Gymnasium in Saarburg. Dr. B u rgw cdc I
am Gymnasivm in »'lleißrnburg. Dr. Drautzburg an der
Ovcrrealfchule beim Katferpatast in Strahburg, Heinrich
Herr mann am Gymnafium i» Soargeuüiiid, Dr. Klähn
an der Obcrreastchule in Colmar, .Paul Klövekor» am
Gynuiosiuni i» Wcißenburg, Dr. Lehieiter an der Ober»
realschulc in '.Retz, Albert Page an der Realschule in Mar-
kierch und Strleghan am Gymnasium in Dicdenhoscn zu
Oberlehrern, die Lehrer Dtemer am Gymnasium in Saar-
gcmünd, Ehret an der Obcrrcalschnle bei Sl. Johann in
Sttastburg. Litschig an der Obcrrcalfchule in Mülhausen
und M a t h c s an der Realschule tt: Thann zu Reaftehrern an
den öffentlichen höheren Schulen Elsaß-Lothringen. In den
Ruhestand vcrfrtzk: Oberlehrer Professor Dr. Josten vom Ly¬
zeum in Metz und Reallchrrr Fröhlich vo» der Reuen Real¬
schule«» Straßburg.. Gestorben: Oberlehrer Graß vom Gym¬
nasium in Saargemünd.
Neich-eisenbahnverwaltung. Versetzt: Ober-
bahnaWerrt Adolf Je nt sch von Ingweiler nach Straßburg,
die Lokomotivführer Scherer und Dcenocl von Colmar
nach Straßburg brzw. Saar-zemünd und Hub» von Deustch-
Avricourt nach Straßburg.
■■■
ANS fTstnüt Itllti Hiiltii.
Metz, den 15. Dezember 1914.
Ernste Worte für eine crvst« Zeit!
Weltgeschehen.
Nächtig wölbt sich der Himmel und lauchie» dl« ewigen Sterne,
Sehen das friedliche Feld, fchen die blul.ge Schlacht,
Leides fließt in Eines drm ruhigen Gang l;t Gestirne.
Dieltet dem Leben und dem. wclchrr das Leben erschuf.
Georg Merkel.
Zur Beachtung.
Zur schnellen Abwickelung des Postschalterdienstes
während der We i b » >, ch i s z c ! t lann das Publitüm srldst
wesentlich beitragen. Die Eintiefcrung der Weihnachtopatete
sollte nicht lediglich od:r vorwiegend'bis zu den Abend¬
stunden verichobe», namentlich mufften Familiensendungcn
tunlichst nn den Vormittagen ausgcgeben werde«.
S c l b st f r a n k I e r n » g der ciiizulicfcrndcn Weihnachi-:--
pakcte durch Postwertzeichen sollte die Regel bilden.
Mit seinem Bedarf an Postwertzeichen mußte sich ein jeder schon
vor dem 10. Dezember versehen. Zcitiingsbeslcl-
l IIII g e N dürfte» nicht in drn Togen vom 19. bis 2t. Dezember
am Sd;aU«t der Pvstapstnlten angebracht werden. >Für die
am Postfchalter zu leistenden Zahlungen sollte der Auflieferer
das Geld abgezählt bereithalten. Die dlrtotznug dieser
Ratschläge würde der Post und dem Publikum gleichmäßig'
zum Nutzen gereichen.
' Woh ltä t igkai lskonzc r t. Am vorigen Samsuig
fand im ..Bürgerbräu" das angetündigte WohliätiglrUskon-
zert zum Best:» unsrer Marine finit, oas die Männergesaiig-
rercine ..Cii!tracht"-Mctz und „Montignv" ve'anstalt-.'t bitten
unter Mitwirkung der unter Leitung des Herrn Obermusik¬
meisters Stecker stehenden Kapelle des K.zl. Sachs. Fufrart -
Regls. Rr. 12. Ta die dai'.kenswcete Veranstattunz zum Besten
unserer Marincangehörigen diente, so erinnerten auch die mei¬
sten V: Orchesten'vrtrag.' des Programms an das Meer mit
seiner Majestät und Uncrmcßlichkeit, aber auch au so viele Ge¬
fahren und Tücken. So bracht« die Kapeli« mit bekannter
Feinheit Mendelssohns Onoertör« zn „Meereestille und glück¬
liche Fahrt", bekanntlich eine berühmte Goethe'sche Dichtung,
zu Gehör. i>:r sich die reizvoll« Wiederg,rbe—namentlich machte
sich der Herr Posaunist sehr um sie verdient -- des überaus
stimmungsvollen Hcine'fchcn Gedichtes „Am Lkeer", in der
ll)I4
Bertommg von Franz Schultert, anschloß. Särttirlich war auß
dem Programm auch die Ouvertüre zum fliegenden Holland
der" vertreten, in dem der Dicht-tkomponist das Unheimlich«
und Grausige, das dem Meer eigen, zu packendem Ausdruck
gebracht hat. Die Reibe der das Moer betreffenden Orchester^
vertrage beendete der Vortrag des gefälligen Walzers „Au/
wogender Soc" von Zikoff, der mit stinen gefälligen Rhythmeck
sich dem Gehör überaus e'inschmcicheltc. In den Darbietuiigst
der unter der vorübergehenden Leitung des Herrn Schupp
stehenden oben genannten Dlaiinerge'angvoreine — der eigent¬
liche Leiter Herr Musikmeister Zveickisi-lgärtner befindet sich
im Feld« — befand sich mir eine, und zwar dir Dünner'sch«
..Stnrmbefchwörung", in welcher die Godanlen des Hörers auf
bas Meer hingewiefen wurden. Die Komposition gelangte zu
feinfühligem Bortrag, der den Sängern und ihrem Leiter alle
Ehre machte. Al: Solisten machten sich di« Herren Gotthard
(Bariton) und Ubrmeiiter (Tenorj aufs beifälligste bemertbar.
An gefänglichen Darb-ettingen seien «och das tiefergreijend«
Lied „Des Kink •• und das wertvolle, inbrünstig«
KörncrEfckzc „Gebot während der Schlacht" angeführt, deren
Wirkung sich keiner der Anwejeiiven entziehen lomile. das fri¬
sch: Reiterli:d „Im Feld des Äkorgens früh" und des wuch¬
tige „Druifch: Li:d" von .Kaliiwoda, an das sich auf den gro¬
ße» Beifall hin. den der Vortrag erzielte, als Zugabe das alt-
bekannt: ..Es geht bei grdämpitcr Trommel Klang", anfchloß.
An Stelle des „Altniedcrlnndiichcn Danlgcöcts", dav wogen
dr: bcsthrankten räumlichen Verl'ältnisi: auf o::n Polioi» aus-
fallen mußte, trat das viel Gemüt und Tiefe atmende Lied
..Herb's Scheid:»" von Silchrr, da- - ein Lirblivgsvortrog
der ..Eintracht" — überaus llangfchön und stimmunxsvall zn
Gehör gebrach! wurde. In die Reibe dieser inuiikalische» l'.aben,
di'ren Zahl mit d:u angeführten noch nicht erschöpft ist. waren
noch zwei ollgem-'ine Lieder und zwar das „Deutsche Flotten»
liod" und das ..Druitichc Flaggenlied" einge'ireut. die von dem
Auditorium unter Aknstlbegleitung gesungen, wurden. Den
Schluß der Vcranstall-.ing bildete der allg.meine Gesang der
ersten Strophen des „Deutschland. Deutfchland" und dsr „Ra-
tionalhyimie". Die Veranstaltung, um deren Gelingen sich
die beiden Mänuerchöre und die Kapelle mit ihren Leitern
aufs beste verdient machten, wofür ihnen auch an dieser Stell«
der gobüsir-end« Dank nicht voreittbalten sei, hatte ein recht er-
freulickn'« Ergebnis.
Cn'ilstllild vcr Äadt Mch.
Aufgebote vom 7. bis Ul. Dezember 191-1.
Wiolai-o Artur Louis, Buchhalter, und Ebcling Emilie
Anna, beide in Barmen. — Ries Engen. Handli-ugegehllse.
und Low Anna, beide in Aietz. — Hcrbringer Johann. Heizer,
und Nagler Frida geb. Mattig. beide in Gotha. -- Breuer
Johannes, Prov.-Arbeiter, «nd Poiifclcr Kath. geb. Lcroq.
beide in Metz. — Dangck Leo Joses Morand. GymnasiattehrN
in Algrlngen. und Iscnser Martha Iosefinc in Rilvingen.
Geburtsanzeigen vom 7. bis 12. Dezember 101t.
Knabe» 11, Mädchen 1b: zulammen 21.
Dem Kaufmann Leo Keil, ein« T. -- Dem Schutzmann
Ludwig Barthel, eine T. — Dem Prov.-Arbetter Michael Bar.
thcl, ein S. — Dem Schirrmeister Eugen Balthazard. ein 8.
— Dem Prov.-Arbeiler Karl Wagner, eine T. - Dem Böckcr-
mcistcr August Sahl. ein S. — Dem Briefträger Johann Jung,
eine T. — Dem Piattenieger Ludwig Anton, ein S. — Dem
Wirt Albert Luzian Ennan. ein S. — Dem Maurer Adrian
Nikolaus Weiter, eine T. — Dem 'Wirt Luzian Boloch. eine T.
-- '--sühnien ^ilnriu'- ‘j’ “ • Arbeiter
Pcier Schoumcr, eine T. - Dem Strastcnbah'rfchaf'uer Mat¬
thias Theis. eine T. -- Dem Fuhrmann Gustav Kiibn, eine T.
— Dem rftahnarbcitcr Johann Danneuhojicr. eine T. — Dem
Bremser Kart Portmann, eine T. — Den, Postschaffner Mo-
loiio Bettenburg. ein 8. — D-m Sverlstättenarbeiter Iolob
Ardnct, eine T. - Dem Telcgraphenarbeitcr Lnd'vig Riachet
«in S.
Sterbeiälle vom 7. bis 12. Dezember tttti.
Johann Beier Mickrrl, Spe'ereihändler. 71 I. — Ätele«
Michael. Koufmann, lil I- -- Ir'b°>'»a Akargarcia Tribout. 8
Monate. — Verwitwete Rentner Elisabeth Nicolas, geb. Vour»
bis. 78 I. — Georg Johann Mittler. Feldwebel der 8. Komp.
8 bayr Fnft.-Nns. Ä I. — Sooiie Ca-enav«. 2 Monate. ^
Fobani, Dadm. Gärtner. 7t I. - hierehel-chte Akagdalena LSa-
uard. geb Poisicn, 52 I. — Tbcodor Otto Rudolf Sawode.
Ui terosfttier der ». Komn. Inft.-Rgls. Nr. 100. 2t I. - Lorenz
Mauer, Schuhmacher. >tt I. — Armand Ponr. Soldat der 0.
Komp, des 07. sran.rösischen Insa^lerie-Regimcitts. 22 I. —
Felix An-xce-tt, Arbeiic.'. 22 .1. -- Franz Sobcl. 8 Monate. —
A»,'»'st Stüber, Arbeiter, 2.1 .'. — Heinrich Dinkel, Ztrtttmcister
-es'», «ataftlvar bayr. l- Inft.-Rgls.. U ■?. - Gefchlc-dene
Eheirciu des Maurers Schmeftaidl. geb. Luise Herrig. 18 I. —
Georg Mittler, !2 I. - W'lbelm Bernard. Pförtner. 88 Z.
-- frermaun Öilo Wolfs, Postbote. Kanonier d. R„ Feldart.»
Rgt^ ::t. 2-'. I. — Karl Otto Re'.beller. t Alünaie. — Karl Ben.
jamin Röhr. Ncninicmpsänger, 77 I. — BciLlielich!« Dcrg-
maun Meia Behrendt, geb. Kriebet. 28 I. -- Heinrich Steuer-
nagcl, 7 2ftochcn - Johann Joses R'ftard 'Weber, >> Tage. —
Maria Iostfa Elaufc, Mo".ate. Karl Johann Drwzomskl,
tz Monate.' — Marcel Schmitt. 17, M-maie. - Albert Makro.
Soldat der :i. Komp, des 07. jcanzesischen Iiisaiiterie-Ngts., 28
Iabre. — Verehelichte Schrc-ne' '"n"a Maria HIentzfch. geb
srclt. 07, I.
von denen das Theater in den Paulen zwitscherte, saßen an¬
dächtig wie vor einer großen Laterna magica und gaben ihrer
Freude und Bewunderung genau wie die großen Leut« durch
eistiger Häudellafche« Ausdruck, nur daß es zwei Oktaven
höher kkang.
Aus der großen Zahl der Mitwirkenden seien mir einige
namentlich l^rvorgehoben. E. Barkels gab dem Wunfch-
peter all« die Gigenfthasten. di« «Ine solche Märchonfigur hat:
er wab lieb und böse, eigensinnig und dumm, und zuletzt ließ
er sich sein Herz wiedevgcben und hatte sein« Lisbcth und feine
Mama wieder lieb. Eoroalkig imponierte der böse Michel von
H. Denninger mit seinen rollenden Augen und dem rauhen
Lachen. Er hakte auch «inen dicken Knüppel mit dem u
drohte. Lieb war di« arme Hann« (K. Türk) mit ihrem ein¬
fältigen Tösstl. Dm stellt« P. Felix prächtig dar. So oft
d.-r dicke, orrfchlafen« Tösstl auftrat, kamen die Kinder aus
dem Lachen nicht mehr heraus. Wenig Eindruck machte hin¬
gegen das GliicksglasmSnnlein, das gab sich wie bei einer
Fchaufführung im Pensionat. Kleine Stockungen km Zufam-
mcnfpstl und in der Beleuchtung werden bei der Wiederholung
wohl Wegfällen.
Di« Musik von Max Elarus ist einfach gehalten, was
nicht hindert, daß sie von rührender Minderwertigkeit ist. Was
musikalische Märchenpoesi« ist. hat Hmnperdinck gezeigt, nicht
wahr, Herr L'Arronge?
Biedermeier.
Am Sonntag gelangt« das drciakiige Lustspstl von Leo
Walter Stein, das einen stark posstnartlgen Charakter trügt,
zur ersten Wiederholung. Das „Opus" ist zwar ziemlich leicht«
Ware, leicht in gutem Sinne genommen, hat aber doch einen
guten Kern und zeichnet sich durch treffliche Kloinmalerei
aus. Der Inhalt ist kurz erzählt folgender: Der Kaufmann
Lohmeyrr, ein Sanguiniker von reinstem Wasser. Hai seinen
Eobn Friedrich nach. Berlin geschickt, um sich dort weiter aus¬
zubilden. Der Kompagnon Lohmeycr's, der Etadtrat Amaduns
Nachtigall, ein großer Phlegmatiker, hat eine Tochter, Loit-
chen, die natürlich am Ende des dritten Alles mit Fresdrich
verlobt sein muß. Im ersten Akt. der vor dem Lohmtyer'schen
Hause spielt, wird eine Operntruppe angezrigt. die in dem
rheinischen Kleinstädichen ein« Rrihe von Vorstellungen geü-n
soll. Der iuugä Lohm:n«r kommt gerade aus Berlin zurück
und zwar in Begleitung der Opernfangeria Villani, die ihn
an sich zu fesseln sucht. Eine köstlich.' Szene zwischen d0n bei¬
den Ehefrauen der Kaufleute, die in ihren« Charakter gerade
das Gegenteil ihrer Männer find, spielt sich ans Anlaß dissrs
bcvorstcrhenden Kunstgenusses in, Garten des Lohineyersihen
Hauses ab. Der zweite Akt spielt in dem Kontor der Firma
Lohmeyer & Nachtigall und bringt den Gegensatz der Bied-'r-
incier.zett, in der man noch nichts von doppelter italienischer
Buchfiihnmg, Stahlfedern und Petroleum wußte, mit der
Gegenwart zur Anstbauurrg. Der junge Lohmeyer, als Gelnilfe
in das väterliche Cofchäft eingetreten, hat mit feinen Reiterun¬
gen M seinem Vater wenig Erfolg: verärgert, will er das
Städtchen wieder verlaßen, wird aber durch feine spätere Braut
Lottchen glücklich zuritckgehaften. Im 3. Akt. im „Gusthos zum
wrißm Schwan" trifft Friedrich die junge Künstierwelt und
will eben mit ihnen abreisen, als Lottchen dazu kommt und
dem Stuck zu dem erwünschten guten Ausgang verhilft. da atif
ihr Anstiften auch di« Kompagnons erscheinen und sich den
Wünschen de» jungen Lvhmeyrr fügen, der nunmehr als Pro¬
kurist und gnicklicher Bräutigam 'in die Firma eintritt. Die
Infzenientiig des ersten Aktes mit dem Lohmeyer'schen Havf<
war neu und geschmackvoll: das Zujanunenspiel mit einer ein¬
zigen Ausnahme r-cht gut. Im Mittelpunlt drr Handlung
stehen die beiden Ehepaare Lohmct)«r und Nachtigall, die von
den Herren Dciminger und Paul Felix einerseits und den
Damen Bettina Lrehm und Emma Doll anderseits recht
wacker, besonders auch in drr Zeichnung der vorschiedenen Cha¬
rakter«. zur Darstellung gebracht wurden. Die Rolle des Frie¬
drich Lohmeyer wurde von Herrn Walter Redlich angemessen
gegeben. Die Parti« des für Kunst und Musik schwärmenden
Apothekers Schnuxfler ist vom Verfasser wohl etwas verzeich¬
net. wurde aber von Herr» Kölsch reckit gut durchgeführt. Seine
beiden v rliebten Töchter Minchen und Jettchen batten boi den
Damen Türk und Dodrich passend« Vertreterinnen gefunden.
Eine recht gelungene Figur war der Varbier des Herrn Schu¬
bert. Ao:t de,t Künstlern der Oporntrupp« sind außer der Diva
Villani mit Frl. Iansfen nur die Herren Kerb» als Bariton
und Bartelo als Tenor Dproßky hervorzuheben. Da» „Lott¬
chen" des Frl. Anny Heine war eine gut durchgeführt« Lei¬
stung. Zu erwähnen stttd noch die beiden Handwe>rksbnrsck)en,
die von de» Herren Laaß und Babinsky sehr drollig.gegeben
wurden. Auch die ÜbrlMM kleineren Rollen hatten recht.tüch¬
tige Vertreter gesunden. Das Publikum amüsierte sich allem
Anfchrin »ach aufs Beste, was auch durch den reich aesvendetm
Brtful! zum Ausdruck kaut.
|tcriiiifri|tcs.
jh ZcitungSpapiev ntt> -truh. Die gewaltige
Entwicklung dc-Z Zeiumgchvei'en-< bat die Negi'rung der
Berrintgiett Smatcii zu Berfahrn dar-i!>er l'erattla-'ft, tote
man dack jetzt aus Nadelholz lierzc'tellte Zcinmgöpauiei- durch
rin anderes gleichwet tiges Papier ericven l.utn. Braucht doch
eine Zcitmtg, die bei einer Auftage von lOfiOCK) mit iäzlich
20 2ci:ctt crichcint, innerhalb 21 SimPcn den Äald''rstnnd
von 2,0 Im, in einem Fahre also rinnt Bestand non Im.
Bei grusteren Blätlertt kann man den iührlichen P'tldverl'ranch
rnliig aus 4000 ha beziffert,. Um einer Ausrottung der
Wälder vorzttbcugen, hat die staatli.lir Pnpieriiinhic von WanSon
int Staate ÄiScon'ui ZeimngSpapicr ans Stroh herieslelli,
daS seit einiger 'seit von einem grüneren Blatte tazli.h ver¬
wendet wird. In den Bercinigiett Li.mtrn bringt jc^c Ernte
l&O MiNionen Tonnen MaiSsteoh. Da man «ml cheirmchem
Wege leicht die snr daö Vieh branchbarcfi'NahrnngSstoffc dcS
Strohes anSzunehm vermag, würde der grüßte Teil zur Her«
stellmtg von Papier venvcndct werden künnen. Aunerdem
stehen 'astjährtich 2 Millionen Tonnen Reisstroh, ft Millionen
Tonnen F-lachSstrol, Imd 10 Millionen Tmwm Bamwoll-tengel
zur Berfüzung. Wie geeignet daS iliciSitroh für die 'p.,p>cr-
sabrikalioii ist, weiß man nitstf inm und Java» Die Bamn-
wollstengel liefern zwar ein weniger gute» Papier, doch kann
deren Zellulose ja mit den stf 'issaiern genteitz), werden. Wenn
es gelingt, anS diesen manntgsa.hen Ztroharien auch nur einen
Teil drS täglich gebrauchten ZeitungSpapiers Hermstellen, dann
würden die Wälder geschont werdrtt ttnd das bessere Pap'er
tvn.de ausschließlich für Bücher und Zeitschriften vorbeltattcn
bleiben. Außerdem gibt cö nettes L trotz in jedem Jahr,
während neu anfgeforstete Walübeständc über ein Alenschen»
alter brauchen, ehe sie wieder- in die Papiermühle wandern
können.
-!-Mord. Aus Saarbrücken wird gemeldet: Der als
Landftupmmann bei der Dahnwach« in Rieder-Salbach stehend«
87jährige Rotariatsfekretar Robert Fischer aus Saarbrücken,
der auf kurzen Urlaub hierher gekommen war. wurde in l<' nrt
Wohnung tut« einem bisher unbekannten Mann durch «tn«
Reooloerschuß in den Bauch tödlich verletzt. Der Mör¬
der, ein gewisi« Wiener au» Saarbrücken, vcrheiratci und
Vater mehrerer Kinder, ftüchtete nach der Tat in den Keller
d«» Ermordeten und erhängte sich. Die Uriack'e l-'~
soll t» Differenzen wegen Hypotbekc».:. il -