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Deutscher KrkasbericM.
ELmtttche französische« ««griffe erfolgreich zurück»
geschlagen.
Grosse» Haupt-artier, 10. De»., vorm. fAmtlich.) Dir
ßranjofcn griffen gestern an mehr««» Ctrllen »er«
gebt ick, an.
Ein Angriff gegen unser, Stellungen südöstlich Ypern
brach unter Harten Verluste» für den Gegner zu«
f a m m e n.
Ein feindlicher vorfrstz au» der Gegend nordöstlich
8 u i p p « » wurde ebenso wie »ln feindlicher Angriff nordöstlich
Orne» lnördlich Verdun) unter schweren feindli¬
chen Verlusten abgrwiefen.
In der liegend von A l l l o > A p r t in o »t fsiidllch St.
Mihiel) versuchten di« Franzosen in viertägigem Ansturm
»aserr Stellungen zu nehmen: dieAngriffescheiterlen:
ebenso mihtaag et« erneuter feindlicher Lorstog ans der
Richtung Flireu (nördlich louls.
In den V o g e f« » sind die Kämpfe nochi« Tange.
Vei der Rückeroberung de» Dorfe« Steinbach,
westlich Sennheiw. wachten wir 10 0 Gefangene.
Zur SrifftSIdfle im Olten.
flu» Ostpreutzen nicht» neues. Dl« deutsche von Sul¬
tan über ÜJlIaroa <■ Richtung Lirchanow vorgedrungene Ko¬
lonne nimmt vor Lberlrgrne« Feind ihre alt« Stellung wie¬
der ein.
In Russisch-Polen hat sich nichts wesentliches ereig-
„t. Die ungünstige Witterung beeinflusst vnsrre Mohnal-men.
Ober st r Heerevleitur. -
rranzösiseb« Kriegsberkbt.
«• Paris. l. r ». Dez. Der amtliche Bericht von gestern nach:
mittag 5 Uhr besagt: Zwischen R o r d s e e und O l s e ist nichts
weiter vorgefallen. Im At » neg« biet nordwestlich 3 o u»
pir beschoss der Feind heftig unsere Schützengräben. Wir er-
widerten das Feuer. Beiderseits erfolgten keine Infanterie-
angrisfe. Unsere Artillerie zerstörte «ine bedeutende
Feldbefestigung in der Nähe von Aille» (?). Im Ar-
gonnerwald und Gruriewald rückten wir mittels Minen
leicht vor. Ein feindlicher Gegenangriff erfolgte nicht. Bei
den Maashöhen fand eine heftige Kanonade statt. Die
feindlichen Batterien mutzten anscheinend weiter nördlich
Stellung nehmen. ImMontmarewaldtm Woevre war¬
fen wir. nachdem wir eine Linie Schützengraben in einer Aus¬
dehnung von 500 Metern erobert hatten, zwei heftige
Gegenangriff zurück. Im Elsatz verschoben wir infolge u».
serer Fortschritte die Front bis zur Linie Höhe 4M nördlich
Eteinbach—Aftach-Drilckc—Brünlghoftn und der Drücke 1500
Meter östlich Eglingen.
Der Bericht von 11 Uhr abends lautet: In Belgien
konnte ein französischer Angriff längs des Kanals von yoern
und westlich Hollebecke vorankommen. Sehr heftige Ge»
genangrisfe wurden zurückgeworfen. Der Vabnhof von
Commcrcy wurde von aus sehr grosser Entfernung feuernden
Batterien beschallen. Der Schaden ist unbedeutend. Im El-
f a tz wurde ein Offensivstoss des Feindes nordwestlich C«rnay
z u r ti ck g e w o r s c». Bon der übrigen Front ist nichts zu
melden.
w Paris. Hi. Dez. Amtlicher Bericht von « Ul,r gestern
nachmittag: Zwischen dein Meer und der Lus nahmen die
Engländer ein llcines Gehölz westlich von Wytschacte ein.
Wir bebauvtetcn das gestern gewonnene Gelände trotz eines
starken Gegenangriffs des Feindes. Zwischen der belgischen
Grenze und der Somme ist nichts vorgefallen. Zwischen
Somme und Argon neu zeitweilig auvfetzende Kanonade
von geringer Intensität. In den Argonnen machten wir
einige Fortfchrille und behauvteten die Fortschritt-; vom Vor¬
lage. In den Vogesen wurde der Bahnhof St. Leonhard
aus weiter Entfernung heftig betchoiftn. Im Eisatz war die
Artillerie des Feindes scbr tätig. Auster in Stcinbach.
wo ein Angriff der deutschen Infanterie Fnss fasten konnte, be¬
haupteten wir überall die früheren Fortschritte.
Dir Kampfe im Osten und Weste».
\V Rotterdam, 15. Dez. Nach einer Meldung dev „Nie>,we
Rotterdams«-« Courant" aus O o s b u r g scheine» beide Ar¬
meen wieder in eine heftige Altion gekommen zu sein. Seit
hente morgen vernimmt man wieder starkes Geschütz¬
donnern aus südwestlicher Richtung.
W Lhrist'nnia, 10 . Dez. Wir aus Paris gemeldet wird,
macht der ..Matin" nähere Angaben über die Ausdehnung der
französischen Front zwischen Armcntiöres und der Lys
bis nach dem E o l § t. M o r i e in den Vogesen, die in der
Luftlinie 410 Kilometer Länge haben soll. Das von den deut¬
schen Truppen besetzte französische Gebiet sei 20 »00 Quadrat»
«fandet grog; vo» Belgiens 7D Sv rwadrattllomekeni feien
Mir noch 40 nicht von tan Deutschen besetzt.
w Senta», 15. De». In dem „Time»" schreibt ein Ar-
tillerteoffizter: Die Beschtehung von Kirchtürme»
und anderen hohen Gebäuden ist u n«r l ä h l i ch. Es ist un¬
sinnig Uber die Zerstörung von solchen Gebäuden sich zu be¬
klagen.' gleichgiltig. ob es die Reimser Kirchen si"d oder Fa¬
briken. Wir bcschtcssen sie gerade so wie die Dcuischen. Die
Offiziere beider Parteien benutzen sie für Beobachtungszwccke.
Jetzt geschieht es in Frankreich: später kann cs dem Kölner
Dom ebenso ergehen. Wir sollten lieber die lauten Klagen
vermeiden. tim nicht später für Scheinheilige zu gelten.
Berlin» 1 '-. Dez. Generalmajor Gattt erklärt im ..Cor-
riere doll» Sera", die Entscheidung werde voraussichtlich
nickt in Frankreich fallen. Die O s i c „ I i v k r u s t der
Franzosen >„d Englönder reiche zu einem kräftigen Vorstotz
nicht mrbr aus. Falls den Deutschen im Liken der c"
dcndc Schlag gelänge, wü-dc die deutsche Armee im ‘.Heilen
auch sofort mehr Beweglichkeit gewinnen. Da:- rnNisch« Herr
befinde sich in der Dkf e n j i n c. Seine zabtcn utt-h'ze
Ueberlcgcnhcit gegenüber Deutschland und Oeftcrecich
sei bedeutend vermindert.
Mailand, 15 Dez. Aach einer Meldung des „Cecola" aus
Petersburg dauert die R t es c n s ch ! a >b t in Polen
ohne Pausen au. Die Deutschen machten die grostken An¬
strengungen. würden aber von den Russe» ai-fgctaltcn oder
zuriickzewi.'sen. Jetzt sn'-e» die '..»u"en die l'.'ftst-gte'i Stel¬
lungen bei Lodz, die ein riesiges verstsiainles Lager btttan. zu
ballen. Die deutsche» Ku-itc in Pst-i'e.i n.^en ans 10 L..
meekorpv getcktttzt. Auf der Fr-::i .K r a io i:-R c w o ra-
domsk blfchül;ca die denij-he» uns l---er':i.'- i'V-i
unter den Gencrük«» PiNd.-rmanu und non Scholl die -'.ratze
nach Krakau. In U; sr-'-e» vi.- ^,-ür-."-cr i-.id Un¬
garn den Marsch durch die K r a i tz c
\V Berlin. 10. Dez. Poi! d--n Kst nrf.-o um L o d z lelezra-
py-vrt der P-l-ter^bur.ker "t ta;- ^faittft-r.-r „-r-
coso" u-ierni 11 , Tezen.'.-.i: D : 5»!. : « u i i!i i a t i a
Polen dauert u n u n l e r b : e ch e n an. T ;« Nusten sind
bemüht, sich in ihren Stellupge-i um Lodz, die sie in cin st'ic?
Lagcr verwandelt haben, zu tafle». Die ccn den De utschen
entwickelte Kraft wild als übermenschlich bezeichnet.
Paris, 15. Dez. General Lacroiz schreib! im „Demus",
datz die heutig« m ! l! t ii r! i ch .- La., e im Westen nur
durch ein großes Manöver enden könne und in den bisherigen
Teilangrifft». die durch die Länge der Front nötig geworden
feien, keine Anzeichen für neue Manöver erblickt werden lsniu
ten. Er fe! überzeugt, datz die relative Rahe im Westen auf
den Transport deutscher Truppen nach dein Osten zuriickzu-
sühren sei und erkennt ausdrücklich die Geschicklichkeit
an, mit der sich die Deutschen der Eifenbahiien bedienen, um
an den entscheidenden Punkte» am stärksten zu fein.
Der Kampf aus dem Schauplatz ini Osten, fügt Lacroir
voller Anerkennung hinzu, beweist den znm Lusserstcn ent-
schkostene» Ossensivgelst der Denischeu und ihre unkststreiltare
Kühnheit im Äanövriekeu.
w Amsterdum. 15. Dez. Den SMütu-rn zufolge, w.'rcn die
gestern von dem Postdampscr ..Oransc Nasiau" in der Ro-d-ce
in einem H n d i o vl a » gerelteten B.-rsonen zwei englische
Flieger. Mn» hatte stc ln der Rata des englischen Fei'er-
sckikses „Galopoe" angetrosken und an Bord genomn-ev. dr der
Motor defekt war. Das Fi»g.'.'uq konnte ni.hi an Bo-d ge
nommen werden, ebenso wenig eine Bombe, die sich noch daraus
befand. Die Flieger wurden in Blissingen an Land
gesetzt.
Trankrelcb braucht Soldaten.
w Kopenhagen, 15 Dez. „Politiken" meldet aus Paris:
Der Krlegsminister will ein Gesetz vorlegen, wonach jeder
wessrnfähige Franzos« zwischen l 5 « n d 5 2 I a l, r e n dlenst-
pstichtig lst.
lüarrermanqet tu Pr-ersburti.
W Amsterdam, Iß. De! Aus Petersburg melde! die
Rustüche T<lrgra'chenage"iur.-dast die Stadr ohne Wasser
ist infolge Sperrung der W.rsicrstitnng duich ole Bereis i*. » g
her Newa. Seil !W)3 ist ca-; erste U-V.I, re.;; Fabriken. Dcc
stiibe» und Padeanstalieo u'^en Wasiermak'g-.ls :l-r..r Betrieb
eingestellt haben.
viele stumairiikgiieSer verhaftet.
IV Wie». 15. Dez. Rach einer der „Politischen Korrespon¬
denz- au» Bukarest zugegangenen Mitteilung "berichten aus
Rutzlaad dort eingetrofsene Reifende, datz nicht nur die Führer
der Sozialisten, sondern überhaupt alle radikalen Mit¬
glieder der Du«« verhefte» »ordrn sind.
Mlklzcher sirlegrberlcht.
Ko»sta»tt»»»el, 15. Dez. Meldung de» Crotze» tzaupt-
quartirr». An »er Crew de» vilajet» Wa» dauern dir
Znsamwe»ftStz«derr» ffifch e n mit unseren Sbteiliinge»
an. Russische Kavallerie griff aa der prrfischea
E r e n, e bet Sarai unsere Abteilungen an. deren Ergenangrisf
von Erfolg gekrönt war. Di« Russe» wurde» j n r ü ck g e -
schlagen v»d verfolgt.
Don der türkischen Kärrner.
w Konstaittinoprl. ir>. Drz. Dir Kammer hni sink im
Bey niit 120 gegen eine Stimme von neuem zum Präsi¬
denten gewüdlt. Zu Pnepiäfidenttn gewählt wurden der
Emir SUi Pascha, ein B.-ude: des Fisi-recs de: Aufständt-
scheu von Äkarolko, und der Abgeordnete .st u j s c i u D j a v t d.
Frhr. v. Bisiing über seine A"'gabrn.
HAmbnrz, 14. Dez. Einem Berichterstatter den st.rmburger
Korrespondeuleir gegenutar iuis-erte sich Eenerolgeureriieur
v. Bissing solger-dermatzen: Biele Lenke gknubeü. dost mit
Ko; neuen b<i::ralgou:'crne'ir cii: n euer 3 n ft c m i :i Sie I-
glen ans Ruder lonimt. Dos ist cin Irrtum, '/sicin Bor-
gän,'.er hot alles so praktisch und zwkck'-'.i-stig angelett. das, rs
n.'klänfig mir int gleichen Fitamasier weilciscgeln l.v.n Ra-
lürlick, nnisi i-.h darstis tadacht sein, a Ne tt l > p p e n jii rc r-
; i c i h e ii. Die SUl.'.ier so'le'i setzen, datz ist ei.' V. :i u''e ‘J : ;.i-
n : x e il; i e
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.Rildc Iiüffc i.') flu -j r.i l ” m m c«, ot:t rvrnn sie tti-'.i
ßei’i'. 1 ' -I Ii'lUc, werde ich irrt tarier Faust zugreisen. Ich hol-,
o.ii! si'- d>c nligeii'cine WirtichnftslAgc immer beso''ders in-
teresiiert. darum bosfe ich. auch f>a::S t:i stund mit der Zivil-
betzoioc viel für d^c Winschast-'-lage erstrele» zu können. Als
De. Maj-siät mi>h zii:n G.-neralgouvcrn'vr ernannte, legte er
mir mir ganz besonderem Nachdruck ans sterz. alles zu tun.
um den Schwachen in Belgien zu tzeffen und sie auszurichten.
In Roubaix
..Daily Telegraph" meldet aus B o u l o g n e: Es ist
einein Bewohner von Roubaix gelungen, hierher durchzu-
kominen. Er erzählt folgei'des: Sobald die Deutschen in die
Sradt eingezogen waren, nähme» sie Geiseln setz, die für das
Wohlverhalre-r ihrer Rkitbllrger verauiinorilich fein sollten.
Es wurden fünf Fabükcn ai'sgesilchr. die ihr« Produktion fort,
setzen mutztrn: serner wurden 5 N'illione» Krirgc-reuer a,>s-
- -Jrnl. Pe'roleum. flauet und jnvVfrr ivrrWa ir-lrr deu'i-'o
^lii,'sicht genommen. Silo Kälte eln'rat. durfte-, die Kol'sen
verlauft werden. D-e deulkche Fahne wetzt ans dem Nittzaus.
Der össcvtliche Dienst lit ?e.'i reget'-iäsi!,'.: die El- kleiz-töls-
werke arbeiten u-'d auch die Strosienlmhi,' verkehrt, a'-er jeder
Wagen ist von eil-cm deutschen Saldaleu l-egleit.-l'. Auch d:c
Gaswerke sind in Ordnung. Wöchenttich einmal i-. Gerichts-
tag. Soldaten und Düigcr kommen sehr gut mitcj-andcr aus.
Die Oftiz-ere haben in d^n Läden viel Inivelen elsiandcn und
bar bezahlt, nicht ein einziger Fall von Plünderung ist vorge-
kommen. In den Schulen wird Unterricht erteilt. Die Easc-s
und die Tanzlokole sind geöffnet. Täglich verkehrt cin Zug
zwischen Brüssel und Roubaix-Tourcotiig -Lille. Man er-
warlet, das, die Deutschen in der Stadl überwintern werden.
Die Stimmung i» Sülasriku.
Amsterdam, n. Dcz. Im ..Riti.w« Rolteroo-.-ich-e Eon.
rant" schrubt ein i ii d a f r i k a ii i s ch e r S'. u r tz.:siis,iich der
letzten Proklamation B o t h a « folgendes:
..S'^.nm auch R itze in Afrika g.blieli.-n wäre, so wäre di«
'ntz.r« Folge seist ein g:est.-r Sluczug gewefe»: denn a'ies we'st
darauf fi:rr. das, L.r Krieg in!! der Rede säst'« nach tau» Frie.
dcn In Südafrika entbrenn n wild. W.-nn Bener--. und De
Wv t m.t dem Eeiva.'r a:., ei..rn Ire-.v^g oel-amm-.m sind, so
wird sterzog mit seinen tieaeii AnH.ngeru, im'.-r welckien
vor -.-l!m D.ngei! der glitzste Teil der j.:ng-.-,i Leute D.i-aafrilas
si.', b.-fii der. die tz--. stosfumig des Blterlaudes bilden, den
Kampf auf vo-r ja ssungs mastig«!,, Wege forisiitz.
u-.i. Botba^ betz-aiiptei. das, der Auf,stand beendet je,, und da-,
nun d.o r-er ch:ed.'!>e» Teile der Vevölkeruirg. wie niemals zu¬
vor. ai.'.ig sein weiden. Unsere Opfer mit Btut und ,".-td sind
bedeutend, so sagt er, aber ich glaub«, das, sie nicht ansterbalb
des BerhHituisses zu den grotzen Erfolgen steh.-v, di? bereits
errungen find, und die noch in Zukunft von Südafrika zu er¬
warten sind. Bor zwölf Jahren muhten di« Nepubltken ihr«
UMbhai!g,gk.-it aufgeben und dt« frerrfchaft Englands Über
Vüdafrtla annehmen, rrrw nun ,ousn vke vuren. wenn es naiy
Borha ging«, ihre Loyalität gegenüber England zeigen mit
Deulfch-Sudlurstafrika angreifen! In der Tat. unser« Opf«
sirtd bedeutend, denn auch De Wet und Vryers waren der Stolz
unseres Volkes, und Delarey war ebenfalls offensichtlich gegen
di« Politik Dothas. (Bekanntlich bat D« Wet offtn ausge¬
sprochen, das, der eigentliche Nrdetzer d«: Todes von Delarey
tn Bostha zu suchen je!! Anm. des Der.) Es sind soviel« Opfer
gefallen, direkt od.-r indirekt, die wir Hab«» bringen müssen,
um der ^ngliV"!, Sache einen guten Dienst zu erweisen, und
die Erfolge, ve.. r.nei: Boltz.r ip/.'sti Er ist noch oftimistiseh.
aber die viel'.", die in Len 0>ncsitzen, weil sie sich
g^-geu die Sie" ; i.ist rvrglen werden diese die Einheit sördr-ru,
tvenn sie wi.':. frei st:-d? Werden die Leiste steiz.-.'.s B-ll,a
wie einem ^tznl>i.zei>? We.üen d!,- gesangen genomme¬
nen ?:':"s:Ü -sch. ', auf ihre .I st« falle» und um Steigebu!..,
bitte»? Ich -ir tze nickst. ist u.-.deulbnl Der Kamps
wird soriwüien. Di-.- v>!rs noch lchsirjer
fei» wie je —rar. und di« vereinigte siidairikaüi'ch: Bevölke¬
rung bleibt .'>i:D. ui sie >'">de n.tztt anderes
bed.uten, a'' »«'er Voll d> ech alles. w?.e cnj'ldj ist. ans-
pe'ch!!-ck! v'u. ’ d.»n eine nl - 'ond.rtt- britisch silda'rikanis.n*
Rati-.'na'iti: X : vU „itzt."
Ei» o- ::;i B-ur schrei'-! d.-ms.-ibm Blatt«, das, di«
. S o u t ki i r i r a n ?! c o“ di« rng1:fche Zei-n.-z. dir d!-e
Politik B.-K -- -.-»«.'ist'-!,, . \o stö Ania.:., vi-.l-e,
Asrilai-er» - n .-rdc n b a n l i c 1 1 sei. ".--.-issich imr lj
dst- Fe-'g.-ii >•.- K steges. i.- M rtüdjleil oler, weil der A n -
h a » g B o i a e- d >!. A i«i I .' e..: sta : 1 '■ 1 g ••- -
n o n « ii Hl.
VMM Fty^st
Oirifand, ' l. De-. D-r
.S:a-::-a'' ;.le vom Fnist-'e
-et. '"iti-..:- rch'ii-i
(itivt Kv'resreu:-..:: der
ii I k- w c:>--s.> E. n el-
f : ■■ i-.r d'r.wn
Krtz- .-s d.. - .. -st-K-w bcal sichttz'c !''-!>>. I-att-n zur Teil,
na'-,,!« am <-rnn der Se-'e der ^-enirus-nuchie zu i-ber-
reden P.st-.e> ->'st am Die-:--.-', vo, Be-'.in atz. Er wild
vorher „och re-.u Kaiser >> ;-i• ia. ; .
a’.-rliii, 1 ... De,. Füch: uub Fürstin B si l o w v-eilassen.
dem ..Perl. Tagbi." zufolge, heule Abend Bei!m, mu sich »ach
Rom zu bez:be;-. Der Fürst batte die le.t.» Tag« seines
Aufrntt.alrei in Berlin zu den ralweudio.en B-Izrechuiigen
und zun Studium des diplomatischen Mat.-nalv benutzt.
Oiciste Mittag besucht ihn noch dcr iralici-^sche Bo'schaster
Dollati. der mit dem Fürst,»paar in langen ui.d freund¬
schaftlichen 4l«z!ehungen stand.
V.' Berlin. 10. Dez. Zur gestern abcnd e:sok,;te» Abreise
des Fürsten uid der Fürstin Pulow nach Rom waren
am Dabiitzof der italienftche Pot'chift-er. d:r s'iitzer« Boi'chn'tec
in Tokio, k'h'üvnn von Schwa-.'.ensteln. Gcl-eiu.-rat Iainmaiin.
tjlcT des Inmrn r. Locl'.-ll ir-e viele F-.:.-de der
rrsch-en-.-n auch der friil-ere Si.'tthatte: Fürst W,:el >->'d
G c nt fl T? 1 i ii Y'i Bekai-ichi.-dun
w Berlin Dez. I„ de: heul'ge» S'-i'ing d'-r Pu:-,
devrales wurde de--, Enuvnrs einer Belanntwu.'--»!:'. be-
krrsftnd Ein igu n gsüm t e r die Z">ii»-m:'"g etleilt.
Pcrlin, fl. De,. Dem bi-l-cr in Dcut-'h-.'-d zuri^-ctal-
leneii Admiral Neeld ist die Rückkehr nach Eng¬
land gestattet worden. Es bandelt sich «im einen längst
verabschiedeten Ofsizier, einen 75jäbrigen Greis, der sich schon
vor längerer Zeit zur Wtedcrherstellni.g seiner erschütterten
Gesundheit nach Deutschland begeben halt«.
\V Wien, ir-, Dez. Die ..Wiener Zeitni-g" veroisrnklichi
eine Verordnung des Staatsministeriums über den Erlas, eine«
Zahluiigr-verborcs jc -,eii Rustland.
\V Netl-rdam. Ul. Dez. Das Por str ..Os-'re di, Eonimerch
srk> r---tzo1I.n-id.Ks" gibt durch ei» Inserat im ..A-cmue N-'tter-
damfche Courant" den holln:-di-chen Neeeern b.'kavut, dag r;
nftOliftÜ Tonne ' Sch.iisslad^raum von Er,-lei.d „ach FrantreKH
brauche. Auch Augrboi.- von K e tz ! c >t i a : f f e:: ie.irden be.
rücksichri"'.
V, Llcii, l.'. Dez. Die ..A-:a ttp-'.eF.-re S.tzi'.-" Ml-'!leni-
lick.-en einen B r i e f r e s Pa p st «: K-:.» al Me«,
cict. reu 'Kkech<!.-. in tz.'m t«: V »'.e schm«'
volle Leg« d^r belgische« '.'1 a: io u cv„• d Me -
sicht. Getzen für den Petersrienn'--. ?u i.:n:.nein. lobt, aber ir*
klärt, das, er zug-insten der Bedii.i.liüe rer Pei'r.l.ri-i-g -.ui*
den (5.trug tu Sai'imlnr-g verzirtzte.
\V Pukarrst. l.'.. Dez. Wie die ..Ii.dep.-i.dance Aoumaine*
meldet, haben die Verbandlungc» zwilchen -eu: Di.kttor tar
ungaristhcn Staatreikcnbahnen, Darvap. u:d dun MeuenU-
dtrckior dcr rumänischen Ciscnl atzi.eii. Eottesvu. zu sotgei.-der
Berslündiguna gesübrt: Lo.i den »ach diumunieii aus U»-
-garn zu sendenden ZDaggons, d>e zum Abtrauoporl hier stir dis
Monarchie lagernder Waren bestimmt sind, rv.-rdeu 2.ö Prozent
„Das ist allerdings ei» sonderbares Zusammentreffen.
Wissen Sie denn, wie der Offizier helstt?"
„Der Oberstabsarzt Hot uns doch die Brieftaschen der Ver¬
wundeten zur vorläusigen Aufbewahrung übergeben, Madame.
Darunter befindet sich aus die des Kapitäns: und daher kenne
ich jetzt feinen Namen — er heisit Armand Brcsson."
Detrosien hob die Aektcr« den Kopf.
„Welchen Namen nannten Sie. Hortense?"
..Armand Dresson. Madame."
Da überlegte Hanna Uttenried lang«: und strich sich dann
über die Stirn und sagte mit einem schattenhaften Lächeln:
„Sehen Sie, kleine Hortense — man könnte fast meinen,
das Leben fetzte sich an« lauter ZufSUigkeite» zusammen.
Denn dieser Armand Bresson. der Ihnen soviel christliche Liebe
abzwingt, ist ein entfernter Vetter meines Mannes. Ich kannte
ihn bisher »och nicht. Doch kurz vor Ausbruch des Krieges
schrieb er an» Strahburg. dah er uns auf „K-.n repas" besuchen
wolle. Der Krieg hinderte ihn. seinen Vorsatz auszuführen.
Und nun ist er doch in mein Haus gekommen und weif, es nicht
einmal. Sorge» Sie nur dafür. Kleine, datz er bald genügend
gekräftigt ist, um es zu erfahren. Und passe» Sie auf — dann
wird feine Genesung desto schneller Fortschritte machen!"
kFortsetzung fokgr.;
Vermischtes.
Tollkiitz»re Fluchtversuch ri,es Deutschen.
Ueber den tollkühnen Fluchtversuch eines junge»
veutscken Leutnants in einem Koffer aus dem Ge¬
fangenenlager in Dorchester berichtet die „Times" folgend«
Einzelheiten:
Der Kojfer wurde mit dnn übrigen Gepäck der Frenkden
übergefühn, die aus dem Konzentrationslagee Dorchester ent¬
lassen worden waren. Diele Leute hatten alle das dienstpflich¬
tig« Aller ützerschritten und wurden unter miiitärischer Be¬
deckung nach Tilburn geschickt, um von dort init dem holländi¬
schen Schiff „Batavia" nach Rotterdam übergeführt zu werden,
von wo sie die Möglichkeit haben sollten, nach Deutschland zn-
ritckzukehren. Bor den, Bahnhof in Tilburn wurden sie an
Bord des Schiftes durch das Transportschiff „Katherine" ge¬
bracht. Erst bei der Ueberführung der Koffer trat die merk¬
würdige Entdeckung zutage. Nichts an den, Koffer erregte
Verdacht: es war einer jened gewöhnlichen für den Versand
von Streichhölzern benutzter Koffer. Er trug die Auifchrist:
„Noupoisonns Stafety Matches". Er hatte auch die norfchrifls-
mäfstge Gröfre »»d war mit einem billige» Hövgk'chlos, ver¬
sehen. Der Koff:r wurde mit dem übrigen Gepäck in bei,'
Güterwagen bis nach dem Bahnhof Tilburr» versandt und dann
auf dem Transport heruntergeworfen. wo er etwa sechs Fuh
tief Heruntersiel. Dkan sah. wie der Koffer bei dieser Behand¬
lung sich überschlug und sehr heftig auf tan Boden e-isfii-h,
aber kein Laut verriet, das, in dem Koffer ein lebendes Wesen
sei. Aus dem Transporthos wurde eine Menge anderer Gepäck¬
stücke auf den Koffer gestellt, und das blieb so, bis man die
..Batavia" erreichte. Zwei Arbeiter zogen ihn auf die ..Bata-
ota". Bei dieser Gelegenheit ging der Koffer auseinander,
uitd zum gronen Erstaunen der Arbeiter kamen der 5topf und
ein Arm eines Mannes zum Llorscheiu. Er wurde rasch
hcrausgenommen und aus der Lag: befreit, in der er so viele
Stunden zugebracht halte. Er könnt« nicht mehr stehe» und
war vollständig erschöpft. Eg dauerte einige Zeit, bis er wie¬
der imstande war, zu reden. Der Kapitän stellte sofort eine
Untersuchung an. und der Flüchtling gab an, Otto früh» zu
beigen. Er habe sich auf der „Potsdam" eingefchifft, um von
j--- '. ch ie'n: .1 N.'gimeui IN D'.! :tz!.!ai:d Z.tttz. 'u- *
kehren, wo er Leutnant fei. Das Schiff wurde unterwegs an¬
gehalten und »ach Souttai.rpio» gebracht, von wo er als Ge¬
fangener nach Dorchester transportiert wurde. Er Halle 1 -',
Stuntaii im Kaiser zu.zebracht. Der Kapitän nahm den
Flüchtling wieder an Bord des Ttaneporibooles und übergal-
ihn der Polizei. Eine Uul.-rsuchung de:- Koffers stellte fest, datz
sich darin Zwei mtt Wasser gesöllte Flaschen befanden, e'ne
Flasche mit Fkeifchertralt ui.-id etwa ei» Dutzend Banane». Die
zwei Ecken des Koffers waren mit Schlingen verfeben, um die
Arme darin feftzutalten. Ente diese: Schliuz:» war gerissen,
tn der anderen hatte der Fküchttlng »ock i«i„«n Arm. »lo
Entdeckung erfolgte. Am meisten iitarrafchte cin mit Sauerstoff
gefülltes kaui-sthukkissen. das offenbar dazu dienen sollte, V.e
Luft \n tarn kleinen Raum des Koif-.ro Zu ersetzen.
° «I. England vor hundert Jahr«» feiur Kricgogefangenen
mihhaudrlte.
Unser breimendrr Hass qcgcn England, tan nihlvsen ?l,i-
stifter des D'cltlüegeS, rrhält «nimcr neue Rahning durch die
Nachrichten über die schlcckite Behandlung der jurückgehalieueu
kriegögesangeiic» Dnuscheu und Oeücitcicher. WeuigsieuS in
dieser Pezlel.uug. so Halle mau geglaubt, lvürtan die Briten
ko human haitdeln, wie sie sich acbatdeü. Au' der beschichte
aber hätte nian rvissen können, dass Sn.qkand allen Zeilen
seine Gesänge,,e» schlecht behandelt ota-r gar misshandcsr link.
Ein einwandfreies Zeugnis auS dcr Vergangenheit sei hierfür
heworaeholl. Zur Zeit AapoikonS geriet ein Cihwei'er,
Karl Schetirniann, der al? Lentuanr in, sranzösischrn Hr.-re
diente, in Spanien in Eesangenschasl.- wurde er als
Krieg-gefangener von den Engländern nbernomiiie» und nach
BortSmoulh geschafft. WaS er in 0jähriger KricgSgewngen-
schast erleben und erleiden musste, hat er k>17 in der von
Zfchocke gkleiteten Zeitschrift ^Ucberl'esennigen zur Ges 1 ickue
nuferer Zeit" niiigeteil!. Er hatte, of« er nach England g
bracht wurde, ans eine Besserung seines Geschicke- gcrechi'.e:.
„Aber ich wusste noch uichi. dass unser Lol damit nicht ver¬
bessert sei (schreibt er?. W'e wcft milder und menschlicher
ist die Behanülnng kricg-gesangener Männer in den meisten
^tagten Deutschland-, in Frankreich, selbst in Russland, «1-5
bei den hartherzigen Brite»?'. I» Pnr'Sinouth wurde er mit.
vielen LcidtnSgesährten in die damaligen „Konzentrations¬
lager", die sich an Bord von Lchiffcn befanden, gebracht:
„Jeder emnsing eine Hängematte, eine wollene Decke, die schon
ni.nichenl Nngincklichcn zur Ern'änmmg deS NachiS gedient
halte, und einen gesteppten §ack. der Matratze hiess. To
ward man in den dumpfen SchissSrain» hiuabgelviesen.
Hier, wegen dcr Menge der Eingespenlen. mussten oft meh¬
rere Hänacmaltcn übereinander angebracht werden. Jedem
Ankömmung wurde eine gelbe Jacke, Hose, Hemd und Holz,
sck »he für 2 Jahre gegeben. Kamen neue Gesangcnc, wurden
sie zn un- hcrabgestpsseik. Ob Platz übrig sei, danach »vurde
nie gefragt. Wer eine gute Stelle wünschte, mnsste sie von dem
kaufen, der sie eingenommen hatte. Ich war Zeuge, dass man
da- Plätzchen bei einem Luftloch mit einigen LoniSdorS be¬
zahlte. An« Tage konnte man ans dein Verdeck znbriiigrn,
aber sich nie dem Aaude des Schisses nähern. Morgens 0
Uhr stieg alle- hervor. Dam: e'mpsiug jeder Mann seine
viahrung für den Tag, Brot, nicisienS noch warm, schlecht
grbacke««, schwer; Ciocksissb, Hering, Erdäpscl; oder Fleisch
5. Mal in der Woche. Um 11 gab die Glocke daS Zeichen
zum Essen. Bei Anbruch der Nacht zählte man «nie auch
irdcn Moioen die Gefangenen und w!eö sie mit Kolbenstösscn
i» Öen Zkln'fSrainn hinab. Zi: PvrkSu-miih lagen 21 w'llicr
c-.iö ?-.» '« t'.id-.-: .. ! 'i. . : I...
muii'.midcrl Gefangene. Man kann si-s, denken, welch ein
jami.ierhafier Ziniuud dicS Leben ist, zumal «venu er jahre¬
lang fornvä-ut. ES bestruden sich aber Iper ÜriegS.zeiangene,
w.ckilc schon 11 Jahre lang nimt a.iS va io g.-kom-n.-n waren
«i--d so den dritttn oder vie-.ien Teil ihre; gau-.-i'. Erden'ebenS
im erbänntithnen Tascin hinzelebt harten.-^ '
Später wurde Schmrmmii, in di« R,fhe von Barth (in
-Lchvt'.iaiid. gc'ira.-lt und mit vielen a-itaren Gesanzcuen in
ein n-.-neS Geiängniv gebrach:, von dem eS in einer'Lcchckde-
r.ma ficint: „Ja alle bicic Gefänanine Warden in kurzer Zeit
über . 0 ^X 1 KriegSgeiangene gebracht. B«i r»'K> Mann halten
ciuei« einzigen Saal. Den Tag über konmen wir uns im
Hof bewege,!. An Wiltterab.iiden wurden wir schon um vier
lliir eingrfperrt, und erst de-Z Morgen» lim 9 Uhr heraus-
gelasfe». GlaSsensler selilten; man halte nur stark vergitterte
Luftlöcher. Da stand man nun, Mann an Main« gedrängt.
Zum Gehen war kein stiaiini. Sich des Frostes zu erwehren,
stampsle mail bloss mit den Füssen den Boden. Ueber den
Kopien war allcS mit Hängemalten dicht bedeckt, immer hingen
drei Häiigemallen übereinantar, eine an die andere siosscnd,
jvdass der Mann ausser dem Rau», für seinen Körper, recht-
und links nur noch 18 Zoll Spielraum hatte. Zu dein allen
noch magere, spärliche .Kost, bei welcher man den Hunger nicht
stillen, aber auch nicht sterben konnte. Der Oberbefehlshaber
deö GesangenknIuntscS konnte wohl schiverlich zu seinem Kcr-
kenncisteramt besser auserkoren werden. Er war cin alter,
gestt'illi-ser Mcnfch, der statt taS Hetzen- in der linken Vmst
einen Stein trug... ES nbersiel uuS ein Schauer, als wir
nufer neues Hans m:d LvS erkannten. Millionen Flüche er-
fchollc-ii. Mau dachte in dcr Berzweisimig auf F-iwht". Die
Flucht inissl.mg. die Wiedergefaugenen mussten bei Wasser uti*
Brot zehn Tag: laug in einem smstern Luche b'.ssen, kurz.
daS Elend wan'nnl-ek.hreil'ktch. ,,A»r kläglichsten »mr- der Zn-
stand derer, die mau in dcr Soldatelisprache „rnf.tlees 11 hrcss,
Leute, die ivaS sie harten, selbst ihre Kleider vom Leibe ver¬
spielt oder ans Hunger verkauft i>atlen. Elfteres war beson¬
ders bei Franzosen, letztere- bei Dcuischen- und Schnveizeni
de-.- Fall. Die armen Teufel waren ju ein einzige- Z,immer
zilsammengcsvtr-.r, ibrer einige hundert'; alle gaazssiackt. kaum
mit einem Lumreu um di« Hüfte il,re NlSss«- deckend. Zur
Straft waren sie aus hatt e Mnudralionrtt gesetzt. An- dem,
wa-Z man timen von der steannmg abzog. «vnrden ilmcn neue
Kleidungsstück angefthaffr. Bi; sie bie'je hatten, blieben sie
abgesondert. Da fall man sie dm Tag ü>>er im Hof umher'
schleichen, nack», hungerr.d, sricrend. 'Da suchten sie gierig
auf, ivaS irgnid «>oh genicssbar und tvegzeworftn war,
.ftnocheu, Stocksiichgrateir, Hülsen, Abgang von k^em.ise nsw."
Nach seiner 4ft-sreiimg hatte der Schweizer Osnzi.-e Gelegen¬
heit. mit rilisischcn Osstuereu zu sprechen, die cbc'ns.ril» in eng¬
lischer KnegSg-.-sang-uichast geschmachtc: hatten; von ihnen er-
zäl»it er: „ZI,re Flüche gegen die »mmeuschlich« Behandlung,
weiche sie erduldet hatten, überlrasen die mtseien. Sie be-
haupketcn, die nnzivilisiertesten Nationen im asiaiifch.-n Russ¬
land seien gegen Kriegsgefangene grossmuliger. als diese Eng¬
länder, die nüt ihrer lvcftttimg. mit ihrem Gemnt-adel, mit
ibrer Menschlichkeit so grosse-; Gepränge treiben. 'Bei tciii.'r
Nation hat man mehr über bessere Bcbaiidlimg der Gefange¬
nen gc-ftlnieben und bei keiner ist sie hätte-.-."
Opfer-Weihnachten der Jugend. I:»
..Kunstwart" schreibt W. Müller: „Per ein^gr» Tag;»
kommt de: Ach.jäkrige zu meiner Frau in die Kitt':.-, sonst ein
Draufgänger.
..'7' . ,!
..Warum denn?"
„Ueber unst-r« armen Soldaten "
„Ja. mein Innzc, die hadrn's scl,:o»-r - -
„Bei dcr Kälte jetzt, und dann regnet er wieder - mag
könnt.- rmm-ttsti mein?»!"
Abends Here ich davon. Ich mach: den Kinder» ein::: Vor¬
schlag.
„Wst-nn wir mm alle dies Ia'-r nicht s z u W e i l> u a ch »
t«n haben wollten und je>.-r v-'n Euch dafn: ei».-m Sol¬
daten eine Kiste schickte?"
Etnstimmtge d.ge!sterte?knnal„ne.
„Also wir fahren übermorgen nach Berlin und jebet von
Euch kaust dann die Sache» für feinen Soldaten ein."
Ein Jubel, der in unftrer ganzen stillen Strass.- zu hören
war.
Der Achtfäkirig«; „Ich lass mir meinen Taler aus tar op.u-
«chft wechseln und kauft dann . . ." Nun wird ausgezahlt.
„Und einen Kopierstift!" „Und eine <lrkt!>flt>e Campe.**
„Und alkoholfreien Pun'chextrakt!" „Und Flelschbrühwürsei!'
Sie sind alle lm Bilde. Dann sind wir zusammen nach Thar-
lottenburg in die Ausstellung von Winterfack-eu für Soldaten
gegangen, wo man Strümpfe, Kopffchützer, Pukswarm-rr, Hand,
schuhe usw. tafleklen kann, die dann von armen Frau«» ange-
ftriigt rverden. damit die auch was dran verdienen.
Warum ich das alles erzähle?
Weil ich möglichst vielen rat-.-n mochte, ita: Kinder
p fragen: Wollt ihr.zu dieftr Weihnacht ftait allerlei Spiel-
zeug- und L<^.'-om die Frendr haben, zu verzichten, um ftlbst
denen drausse, '-chenken p dürfe»? Habt ibr «u» Kinder «r.
zogen, wie ,-nfer Volk sie erzogen braucht, so werdet Ihr darüber
jubeln, wie freudig sie dabei sind. Ihnen aber, den »indc-r«.
,oird die Erinnerung bis ans L-bens.-nde dieses Weihiiochten
1014 aus allen anderen Weihnachten hervorheben als jene«
Fest in Glanz und Stolz, an dem sie zuerst das Glück de»
Opferus kmnea lernten.
4 -Da-ersse KriegSltlstsckiisf. -
ftnt ge-ik>nv»vt!geit B-rltkriege spielen die ktriegSsiistsch»^«
eine grosse stinilc. ES »st aber nicht daS ccste M»!. tan Vml»
schiffe enlstcheitand in den Krieg cingegriucn l.alrn: die erste
dimvendnng de- LnstschiffeS im Kriege ist vielmehr verhälkms-
mässiq sehr alt. Nur wenige Fahre nach der Ersindmig der.
Moniioisi^.c »am man ',r«-anf. ailch in dcr Vuit Krieg m«
kühren. Wie die „Min.rva' erzählt, ordnele am 2. Apri Nl't
der sranzösische Nationalkonvent die Einrichtung einer Vnfl*
schifferkompagnic an, tntb noch im selben Jahre konnte sich
diese betätigen. Da- erste Lustfchiff. von dem man als Krieg«,
wasfe er'ätzrt, ist demnach der Fesselballon Eutreprenmit, der
bei der Einnabm« von Eharlcroi am 2b. Juni 1701 durch die
Franzosen 'vertoalle Dienste tar. TagS darauf, alS die Frau»
zvftn bei Flen-.t) (Flenrn'i gegen die Österreicher kämpfte»,
war der glei hc Fesselballon tätig.
(1) Magnetische Eiscnbahnpnsser. Ans der schwel
zerischen NatiouakanSslellnng in Bern ist eme durch Akku»
innlatvrc» betriebene Nangierlokouiotive anSgcstrllt, die mit
weniger Hilsskräste» alS bisher und dazu wertiger gesahrvolf
zu rangieren vermag. Ihre Hauplncnenmg sind 4 magnetisch»
Puffer. Dieft ^„ff'er, von denen hinten und vor» ft zw«
anstelle der asten Pnsser anbracht siiid, bestehen au« zvlindri«
schen Masse», die an der Bvrdersläche eine halbkugcljönnig»
BiU'tiesiM's anstveistn und eingclaffene Ünegcrtvicklungen besitzen.
Fn diese Zt nesimg passt dcr an dem Bahmvage» besindlich»
Bnffcr. tar bekanntlich an« einer Stange mit eitler abgeplattete
:rist nnr ein M»!"i n'stia. „mn'-i-ch