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Vom Tabakbau
\..r 1870 bestand in Klsa.su Ijothringcu sowie
im übrigen Frankreich das Tnlmkniouopol. Im
anm'kturtcn Gobiei bebauten 10 IKK) Tabak-
p/lanzcr jährlich 8500 H«kUir mil einer durch-
' jrhnilMichcn Kfnl« von 7—ö Millionen Kilo-
graiikin Tultakblàltcr. |)or Talmkbaii ist linier
«li'Utschran Regime zurückzcgnngcn. Tnltakvcr-
kauf und Tabakbau war«n zwar freigcgebcn »'«■
den linier Vorbehalt einer Uosb'iimiiiR. Info!?«:
starker Konkurrenz seitens der Nachbarländer
Ibi*b n und Pfalz sank die Anbaufläche von flfiOO
lleklar auf 2!100 iin Jahre 1HK2, auf J 150 Ifi-klur
im lahre 1900, imi erst allmählich auf rund IfifJO
fb-ktar mi Jahre 1914 zu Bleiben. Mil d«*r Z;<h\
der Taliak 7 >fl.nnzi r verhielt es sich ähnlich. Im
Jahre IBH2 war ihre Zahl von 10 000 auf 11)000
hinauf«cwlinelH, tun dann bis auf 7000 im Jahre
1908 zu fallen. IW Umstand, dass von 1872 bis
18H2 die Tabukanh.'iiifhiche sich von flf>00 !b k
tar auf 2000 verringert hat. dagegen d'e Zali'
dir Pflanzer im seik-n Z<itrauin von 10 000 auf
19 0oo peslieeen war, i-1 leicht zu erklären Iv,
entsinnd n»-h»-n den berufsmässigen T«b«kj>f!aii
zem, we'che d'e Errte an du- T:ihak : ridns'rie
nblieferten. eme Anzahl von SoktV'-r
hraucherr). PWe Erwcheimm? wb-b-rho'*«' •'<■)]
ranz auffallend lio Kriege. «’* der Tobak rar
wurde. ItUß waren f,nio pf’-mzer fn r Ki
renlxdarf und 0021 für Industrie) vorhanden,
1!HS ?iiHaiiiiiei| 0’>747 Pflanzer vorhanden
ffll 000 für Eigenbedarf und 4747 für Industrie;
In 1/ilhrinjren spielte der Tabakbau für den Ki-
ircnbidarf die Hauptrolle. Dm einzelnen Anbau-
llfichen waren dort «ehr klein. Hie prft-wen
waren alle im El.*«** Im Jahre 1012 befanlen
Hich im Hniiiilsteueramtsbeyirkr- Snarburg, Paar-
ftemnnd. Metz lind Dirdeiihofcn 8202 Tabak
nflnnzer. die unter 1 Ar nnpflanzten, während
in den o!*ns«jVh«»n Hezirk«-n Colmar llAgcnmi
Srhlcltsladl m.d Slrasshurg 2031 1‘f anzer eine
Fläche von 10- 2ft Ar b'-baub-n Die Mehrheit
der InShrmgiaehen Tahnkpfbinzer haute also un¬
ter l Ar an, d e p!säs«i«ehrn fast namentlich Ober
10 Ar.
Die fran/ieuseix- Muii<»j»«!vt*rwalluiig hat gr««-
aea Interesse an der Förderung de* Tabakbaues
bn L-indo tin 1 d< r Einschränkung der Umfuhr
nus drin Aus’vimk. Kino Kontrolle von 31000
winzigen lahakiif'aii/ungen dürfte rein umijng
hch sein. I m den .S<dtmii 7 go! zu unterhjriden,
wird sie n!io darauf hinnrln-iti n die,- /werg-
kullur zu beseitigen. ft
Nn<di dun französischen fiese \ 7M muss die Tu-
hakerntc an den Staat abgi-lief-rt wenbu, V„ n
der Ernte de* Jahre* HMH sind «her nur mm]
2 000000 Kiloî'ramin atige.iefert wollen |<iou
wimh n fl 192 000 Kilogramm, 1010 2 IKK» 000 Ki
logramm und 1011 fl HK) WO Küogruimi Tabak
geerntet. Offenbar sind gros»! Vorräte in geheime
ffetrn-be alrgeföhrt worden, wo *ie licfio Preise
rrzic.lf-n. Da in Frankreich di- Tabikku’'«- für
higenverbraueh unkr*.igt M und die H-gn-v.r
Wallung hj< h do- ti. wmternle an Tabak zu d
c urn hat wurde .un 8 April eine Verordnung
m.l folgenden zwei Grundsätzen «das*, n •
t»L «•»«''»*»»'*
2. Die (.esamienite pd-r genehmiglen Tabak
A Ile^f j! n*i ,m, r 7- "r n • S, ' ni ^-klert wurden.
,p! i ,7.n' ,f .' h ' ,J, î >,rn * 1 TaJ.aJk fur
crln'len i 7. Î* , ’ UlZ '' n ' du* Genehmigung
crlia len l^tzb-re wurde nur da vorsagt wo nul
Sieh, rl,eit angenommen wurde, dass die Hefrcf
S,M *- fOr ihren
eu'enen IMarfd-m Jabak pFanz«, wolle,,. Pi«V
,ï :,i ' ,< V ,M n , "' i, 2 3 4 ‘ rs im . ^dhrii,g,s.-|,f« zahi-
r«ch ,„d,e Hauern dm, Tabakbau ,:n ...
f „ "7' lb, ' ( n V: mi,!n Kh is' s- It gut möglich,
j;, ,l "^' ' v '* ,lf, rlnn n.cht ge n H im igV Anpflan-
: i;"-n h'slt lu n, welche also ung«-s< tzbch sied,
, ."’i'' 11 nicht um grfi'.-i re Ku limri
i.moi-.n wird, Sonden, nur um Ir.em-re Par/.-l
bm. d< ren lM,*ur>r entw-<l- r de Ib- t/.-wor.
«-hnften nicht ke l5n<n . Mer nm ’dr ihre,, per
hbn'ichen fMarf g.-pfianzl haben. In der letzten
/'•it ist emo Dnlerhiicbung fib-r so'.li,. I V'.
v-rgenommen worden JMenfm'* wml geg. n die
b'trefbnden Pfanrar Strafe nicht verhai.gi
werden
De, der Abllefening ... .1 ,, S'.ia! effo'gl de
Tb »dmirig mehl nach Geivid.f. ...Men, „.vd, .je,
/di. der IHal'er Die p r .,.. j;,|i,. r j; r()!< .
flo ,< n ung. fahr <fie:;e:i„.|, , wiedicjrmii’en d. r
I.HHer Krnfc. Di.. p r .us« dürften auf .,|. . tjcir.
/ •:t <J. .v-.ben bh'ihm. s.»Ja..., d.-n Tal-akj.f an
Z' m die I nannelmiliejikc |. „ .j,. r f rfl | ur ,j. r .
f'liwank.mgen . r -part (>fe,j,en. So war der
DiifchvhnilNim « für den Ib.pp. '/.-niner |H72'
00 Mk. 1882 : ffl Mk . 1000: 87 Uk ItiOH- tlti
Ä ' ir k. F»l I : - r *f Mk Da d,- fnr./öus. he r,. z.
r l'img die llewegungsfreiheii 0, r Pf'an/er
d'ubnd iin.---hr.tukl, muss !,.,.,iider- wiihnnd
der Pehertum.izcil mi | Schonung und \1i de v-.r.
genn : .en ««den.'da im-, r- Hairern eine zu ngo
ro e Handliabung ihr gevetzMchen Ib^timinnii-
gen mit «‘Itr gemiseliten (Wühlen hcgrOwn
wflrdeu. Ks sind datier zu ITeherwnchungsorgA-
ne„ für den 'l'ubuklmu zürn grösHcron Teil« El¬
sässer und Lothringer herangezogen worden, wo¬
durch miangcuwihnn; lleibungen und Missver¬
ständnisse mögtichsl vermieden werfen. Die
Stoulsmonopolveruraltung liât den frston WiHcn.
die französische ücselzgebung filme tlbcrtric1*<;n«
Strenge einzufüliren und anzuwenden. Jfrfocli
kann umf darf sic nicht absichtliche und bös¬
willige (ic.ndzesübfrtretnngen zulassen. Di« Ver¬
ordnung vorn 8. April d. J. ial durch die Blätter
und HürgenneudcrAriilcr rechtzeitig l>ckanntgegc-
lien worden und die diesbezüglichen Erklärungen
hoIII« ri bis zutn 20. Apr,l abgegeben werfen. Von
d«rr Verwaltung wurden auch iw^'li apftti re Er¬
klärungen zugclassr u. \V,e milgeleill wmnlen
kann, nimmt die Vurwallimg aucli jetzt noch
die versjiäletcn Mnldungen fur das laufende Jahr
ohne Hestrafung an, falls zugb-ifh die grselzliche
Verpflicfittiiig Qbcrnomineri wird, dia Tabakamte
an «Jen Staat zu verkaufen.
NATTONAL-AUSSTELLUNG IN STRASBOURG.
Die Natmna! AusBtellung umfaasl fünf ver-
scliicib-nc ItAurnc und ist täglich von 10 bis 18
Uhr g' ülfiiel.
1 Ehemaliger KaiFerpalast : Sladt Paris —
Stadt Strasbourg, Klc-idungszubehür Näharluit
— Konfektion — Spitzen — Hrodcrien - - I’elz-
werk — Möbel — Shgcarbciten — Hijuutcrlo —
Ulirmaclierarbeilcn — (loldschmiedearbeilen —
l'arfllnierift — Pbotographien — Architektur —
Dekoration — A'lgcnuine Arbeiten — Transport.
2. Alter Bahnhof: Pariser Artikel und Kun^t
slatuen — Graphische Künste • • Automobile
und Flugzeug': — Fahrräder — Kautschuk und
Iteisearlikel — Töpfer- und Glaserkunst —
McSdtrdclinuiüJuwaren — Leder und Häute —
Elektrizität — Pferdegeschirr und SatlicrzeuR —
Hygiene und Medizin — Chemis'-hn Industrien
- - Textilindustrie - Musikinstrumente — Spiel-
zeug - Tabake — Mechanik — Bergwerk- und
Hüttenwesen — Papiermnclierkunst und farbig"
Papiere — Künstlerarbeiten - - Marokko — Tu¬
nisien — Kolonie,,.
3. Orangerie: Ernährung.
4. I.ejiötrephlz: Landwirtschaft und Giirlner-
kunst.
0. Ehemaliges I.andliigHgebiimb" Soziale Öko¬
nomie — Erziehung und Bildung - - Handwerks
kümmern.
• . •
JUVELIZE. — Kollekte. — Die am lö. Angn'd
durch die Schulkinder für die zerstörten Gegen¬
den veranstaltete Sammlung ergab 220 I r Für
die Kriegsverstnuum-Iten waren schon 1003 Fr.
gesamine't worden, ein schönei Mesullat für eine
kleine G' „i' imlc von 200 Einwohnern in näch¬
ster Näho d' I ront,
I'ORKACH. — f'nmlllciKirania. — Am Mtnt.-g
in ik-n Nadiinittagistunden spielte sich ein pvht
trauriges i'arnlbeinlian i a ab. Schon seit lä.^sicr
Zeit war das l'aimlicnicbuii der l’.lieleute R. k'-in
glllckticlics. Die brau soll einen sehr leichtsinnige')
Lebenswandel geführt haben. Fadnteun sie nun am
Montag Mittag von einer sogenannten Spritztour
hclinkam. gab der Mann auf dieselbe zwei S;‘nisse
ab. begab sieh zu Verwandten In die llou: >:ird-
Mrassc, woselbst er sieh chic Kugel dmch Jen
Kopf laglv. Der Mann war sofoil tot. Die V au Im
Hai* und In der Brust getroffen, soll noch leben.
Zwei Kinder smd vorhanden. Fin trauriger Polt
ncr immer mehr umsich gicdenden Sitten- und
/.iigcllo-, I eit.
SCHONIXKEN. — Wucher ohne - Je. — A ai
schreit t der */'orb. Il/tg.§: Mn« müsste unsc-e«
Herrgott hitt>ui, Ile Tagesstunden etwas zu ver¬
längern, damit unsere Herren Krämer und Bücher
ihre Nkkc feilen können. Wie erwähnt, reis.-*»: der
Tag melit mehr aus. die ganze Scluiiugglerhaiidt
mit Waren zu vc-sorgen. So sind diese Herren
Krämer auf dni Gedanken gekommen, Naeht., .•»• hl
einznh-Rr ii. Des Nachts gegen 1 I ihr geht lias
Treiben los; und vorbei ist’* mit dem ScViii\
‘-uml es doch nur arme Arbeiter, die die Na», wir-
scliaft Io " ■ ihnen und die «••• •• Slnnden Ruhe na»lit-.
■ehr »otwL-mJjg Jiaben. Wo ,st da das Auge des Oe-
set/cs? Wo die Grenzwäclitei' ! Ja. die firmere
!',« vblkcnm/. die slih am Tage ein Broi n.ci
ein Pfund Mehl mitnliimt ui er Jle Orcn/e, bekomm”
.s a 1 -.en i:iiiii-ii, Die Glossen Bern, : »t’iie-
1er, di« n.iihts Ihr Handwerk treiben, Künn*i un¬
gestört passieren. Also, meine Herren, etwa.» mehr
\iigeiiui 1 1 1 -uif diese Bande; ganz besonders über
auf du 'e Iforrcn KrJlmer und Bfickfr, denen es
niebt zu viel Ist. ganze Nächte durch lmite r Jn
‘I ’irkc /u stehen n. die Wuüiergrosclien einzuhclm
‘en. Nrhcnlirl tuunerkl, sind cs noch solche ue-
'chäftsl- ute, diu während des Krieges die P'eii'srn
bald lebendig g-.-ftessru liaboit uml jetzt vm ' •
sen Leuten (Prcnsscn) Iclien. Schöne Pa.rlolcn,
was?
AUS DEM BITSCHERLAND. - Die Schwarz-
wüdflehäden sind bierzulaode so gross, dass der
kleine Landwirt jammernd vor seinen Kartoffel¬
äckern siebt, die zum Teil ganz umgoviülilt sind.
Hol/.liauormeister Brumm von Allescbrmdz er-
legtn in der Nacht zum 1U. Aujfuat eine Sau im
GrwIcM von 1A0 Pfund. Selbsthilfe lut null
BOULAT. — Landwirtschaftlicher KnUver-
ein. — Der Vorsitzende gibt folgr-rnie« Erkannt:
Der Herr (>»mniissaire GénAntl de la R6juil)li-
'pn* bat dnr Direction «b* VAgneiiMure «inon nnrn
bnften Betrag zum sofortigen Ankauf von Zucht¬
vieh (Stiere uml Eber) zur Verfügung gestellt.
In«*; werden nur an Gemeinden verabfolgt, wo!
<Ju; «lie ZuchUmre m eigene IP-gio Üln-Tiiehmen,
und an Landwirte, die mit den (iuim-indeii in
r-iin-in Verlragivcrhällnifc beziiglich der Haltung
dor Zuchttiere elelnm.
Ib n Käufern (0e,neii«l.m «lor Landwirlen)
wirf ein re«-|,t alarkor Hai,all gcwfilirl. Dio G<-
meindeu und dio Landwirt*, bei wf-Mum o|,h'<-
B«bngimuen zutroffen. sind geb«äen, ihr« Best' I-
tnngon bis spätesten* den 22 die»«-* Monats un¬
ter Annal** der gewünjrhten Hos.v «hin Schrift¬
führer in Boulay zukoniinen zu ’aisr-n.
BOUCHEPORN. — Da. für die )><rfrcilen Ge-
liiet<- ab; 0 'h.'i:)«H' KolbJ.i,. erbra-hl«', dank d'-n
IF-mühungr-n der freundli'hon Samnih-rinnen u.
«1er Froignhigkeit d<T Kinwolmer dio huh.v he
Sitinmo von 700 Fr. Ein Bravo für don schönen
Erfolg.
9ARREB0URG. — Ehre den Helden. Ftnr
bürg hat am M«>nt«g, 18 August, zu Ehren der
loi da.» Vab rlan-ä getalhui.-n Ji< »iiui mm- whom:
um] unpoiaiil., l cior vmnataitel, übi-r die wir
«Iw « Saorb. Ztg. * folgende.', entnclunen : Jb-r
Foior waren GoUawdmnM« in der Synago^ii, in
«1er oviingoiiM'hcii und m *1 «t katholivlien Kir-
<:1i«‘ vorausgegangen, dom Dnb ;Mt,oner. -Le And
uml Mi'itarb'hörfen IwiwohnU-n.
In der katholischen Kr«In fand d", fï-*U*n
dienst ,un 11 Ehr statt lier Ka'afaîk war mit
Laiibpflan/'-n, Blumen Und fr.i,i/.us.‘-« li< u K-«h
m-n lud«» kl ImGlior b , iiieik | . n -vie «Le H'-rnn
(iciiLT.'ilo de Mau«l'huy und laut«»., wio aiK'li <bc
Herren Gnrnisonsofflzi'Ve E* foV en dw Zivil-
behörden, <l*;r GuntHndw.il d-r l-zaivnir Kran
ça.s » unw.
In «l-r pr^ligi hob Ib-rr Er/.pne,: -r m
bew'gleii und begeistertun Wort«-» den If«*'*l**n-
mut d«;r franzöflisehm S-<in|en hervor, die sich
für di«: gosamUs Menschheit g«8'f‘Tt hali-n.
Pm 4 Phr begab mau .M"h ziuii Miütrtrlr.'d
hof, wo eine «^greifend«' l'.-.«-r «tattfnn«! Nuch-
«bin II«tt Piffrrl mit den (Jenerälen und höhe
r«-n Offizieren d«-n Kirc-hhof emgehrn«! besi'-h'igl
Iv*ffo, rief er ln bowoften und |aT«dl«»n W«irten
die Erinnerung an die nuf «l«*n Felde d'T Ehre
gi-fallenen Helden zurück r
Darauf n< h!«'te Herr (h-v-rn! de Maud'huy,
d«*r spe/feH y«m M«*tz grL'*mm«'n war, um d« r
E«- -T iH-i/uwfihnen, rühr«d» W»,He an <1 e 'lo¬
ten.
Es war«-n li«-fergrejfend.' Worte, die zah!rei«'he
Tränen rinnen machten. N-rh vervli ««lene Milt
täraigna « wurden zu Ehr- u d«»r ToUm gi-hla'-cn
uiid zu /ui'T l^ tzt «Im « Marwillawe ». Darauf
/i-Mtreij’" si«’h d.e M<-:.d-n zah!rc:«‘hen
Ojiforn «1 ho<- 3 sehncldi«'li''ii Kru-giu ein sli'bsJ
Giilenk«'n bewnbr«aid.
Mögen sich uiib-r den, S-'lialten d<w * S«aivc-
nir * fn<db<'J, .‘»■blafen I
— Unfall. — Vergangenen Samstag wurde
Frau Sejp-r, eine in «len (50er Jahren sMe'ii-b
I*'-:-»««ii, nuf «Kiu H'.mwfg v.»:n Jl..liier Kpu/
in der Nabu <Ji-j Kir«'lihofeu von «'in<'iu Auloinolui
zu |{o<l'ii g««chleu*hil. Di«' Insn.'ison d«-s Fahr-
7i-ui', "'zlcn ihren Weg fort, ohne ai«'h im e<
rin/den um ihr OpL- zu bekümm«ni Vorüber
peheixh* faii'h n d'e Erati Seger auf. «t - « iimi
• loppi'Ten H**in! t' - ! und inner«' V' ;• > !/.ung--n
d ivou/. 'ragen In"- Du* [hdail'Tiisw ■ 1 1*- ivuid -
von Mil'/'cdeni «h " SaarfKirger S.inifat4io o«:,<
in «las husi/e H" ' überfuhrt. I'c P- :/■
stellt eifrige Untersu'bungen an. nui d«n feigen
Kraflwagenli'iik' r - : ndig zu miK'le-n Hoff- nt
lieh wird sie Erfolg balnm.
STRASBOURG. — Bio DoppeUprnchigUeit hei
den Beamten. — Ii « mer Vcrsainm'uiig «h r lia
dlknli-n Partei in i-linurg, die letzten Sains-
lag »liend liier fl d". -d, forderte kränz Oesin
gi r, dass in El»asti m '! Izithringen li« i:i Iti',unter
nnge'.b'Ut ivi-rd'-i- der «b'ld der I.a-’ I«:
. prai’he mächtig f . Fiiüere emlu hium'Ih u B
nmlun mussten .o G hallo mit «len aus Krank
reich hierher vei‘-l-n durchaus gleirl./p-te 1 .!
werden. Mam.ee Heynaud, bereits dn inia!
Minister, •■agte in Be/ug auf unseren Parlikula
rismu- « Die G« :
P'irlikularisinuf in
mich nicht erscln-
tikularismen in
.■ i’iit'ii JV«/vinzen, "
nncli ni«* lieeintriiel'
rismus sieht in ein.
■l.l«, die man über Euren
Welt gereizt hat, bah. n
Wir haben s«> vi«- T i; Par
•i viTSrbicfferien Iran/Öti-
• die EijjJc il J'rankr« i.'hs
.1 bnlien. Euer Parlikubi-
r Linie mit dem di r llrclo
neu, Normanen, Hiir/undor usw.
ZABP.RN, Ein schwerer Unfall, dem ein Men¬
schenleben zum Opfer fiel, ereignete sich auf den
BahuiiuL Bin Soldat wollte die Gleise überschrei¬
ten, als der Schnellzug Paris- Strenshurc tfnfuh
Die Maschine erfasste ihn und tutete Ihn aui der
Stelle.
DAMUACH. Am Sonntag wurde Gerbers Voiks-
Mlick «D‘ Aposlle {ls.s'iii Elsass* zum letzte i Atal
gegeben. Das Wetter war herrlich und inehr als
IW Zuschauer wäre« aus allen Tellen des Lan¬
des herbeigeströmt. -- Am kommenden Sonntag,
3|. August, wird «Ami Fritz» von Frckmann-Cl.a-
trlan ln elsäv .hu l Tberset/.ting gegeben.
MONNEREN, — Christliche Knut. — En«]!i<:li
na« h 5jäbrig«T Untorbri-'lj'ing ial da* Werk vo’
l«-n«H worf«*n — dm Monnorer-Kirchc eilrahlt
im ncii'in G.-wandu. Wer »»• friihet kannUi, an
sic no«’h Mihmuck.«»* war, d«-r wird beim Untre
tim «los Goüfhhauses diir«'li «lie horriàTum Ma.,*:-
r«‘i«n m Erstaunen gcM-tzf Beim ersUm Blick hat
inan «Jen Eindruck, dn.-vs m.'in v«.r einem gro.v.« n
Werk«: st'bl G.'inz«* Ser.« n von ngürlh'heii Dar-
SU'üung.Æ in kraftvoller Au führillig, zusaininen
gehall«-» «)ur«'li sti'ger««Tile Dekor,aliom-n, b 'd* n
im-r ein barmoniiohos Gan/.i Es ist da s«:liw«.r
zu Migeti, waa«ia Iu«.N'l<-r« li.ciorzuhebi'ii wäre.
W« r » hon«* dekorativ«- K.r*Ti« ng.fnüldc li«*bt, der
-[..io- sich du: Bi'«]«r Über den Scilcnaitaren
'»1er «Jm uln-r d-n Heiligen im Sclrffe an. Wer
aber in «J.<; l'.r- lm g«hl, uni Ibflraclitungi'ii an
zustelli.-n un«i »k Ii im cbristlichc-n Gl.iul«n zu
erbauen un«l zu unt«rrichl«:n, d«*r b« lia«'bl*- nul
Aiifm«*rkflî«nkeit du* Bihb-im-ri« 1 In «l<*r gr<r*r'-ri
I!-.). k<*i»'<•. welche dir GVkhuisM* au* «Iran
Ev.iiuv-tiuni «l.'.rsl<*l!«*n Die MonruTor J'farrkiiider
dürfen fi'ojz ».•m, in ihr*T Kii'lii: <-:n ««A’lns
Werk zu l*iitz.i'N. Wir wo’b-n n:«'ht vcwAm-n,
zu erwähnen, schreibt die « Dmd Zig. », dans «1er
Kuiwtler Enge] von Itü*d«.rf «lerjcnige irt, «i^r «im
Moi.n«-rer KiHi" mit «li-"S"n mhörmn Ma <*r<':"!,
ausg«'itaU':t hat
MEl.HAIiSLN. — Beilegung dut K.mtllkts /wi¬
schen Arhciigebcrn und Arbeitern. — Mcri V.dle-
iand hatte in 1 tinrm das Gefolge des Pi.V.idenUn
verlassen, um sich i.j»'i M:> v -iscii zu begvne«,
wo er c.iic Verständigung zwischen den ' t’t-
gebern und den Arle item e-zickn wulite. ^e ’t
Bemühungen wa.-ri von Erfolg gekrönt. Dia Ver¬
treter beider Parief«r:t unter/'' . : ••ten ii Ab¬
komme« nächst lien ' Wortlautes: »Das cuds
unterzeicb' •<• Schiedsgericht, das bestellt wu’b,
einerseits von dem Syn.tikoc-». kielär der Toxtd-
arbntcr, Herrn Ose', dem ‘'vndikatssekretär 1er
Metallart !-•!, Il-rrn K'«-iu. dem Generalsekre är
des örtlklieu VerbainJc* der Metallarltiter, Herrn
(Hiefvlorff, dem Sekretär «les Örtlichen Ver¬
bandes, Herrn Wickv. und aiulereiscits von
dem PiasiJentcn des Syndikats der Indu¬
striellen, Herrn Paul Sclilumberger, Ifeim
Albert Engel, Vi.rsitzeiid-n ‘-rbeitgeberve e.-
mp.un/. bcsdiiicsst iia>b knlniruu: beider l'arte
hiigendi-s: I. Der Präsident des Landgerichts Mül¬
hausen w.id zwei fieisuzer bestimmen, die sus
einer List* von -1 Namen zu entnehmen sind. Diese
Namen werden vm Jeder der beiden Parteien vor-
geschlagen unter «1er ausdrücklichen Bedingung,
dass keiner der Vorgesdilageueii Jom Textii-Ar-
bcügphcrverbrtnd oder dem Verbände der Textil¬
arbeiter und der Meta!lar!*citer angehören darf
Das so zasammcngestellte ischicdsgeiidit wird llhcr
die Anklage wegen Sabotage und Gewalttätig¬
keiten /ii viii*.beiden hatten, infolge derer eine An
znfil Arbeiter der Firma Dolfuss-Micg u. Cie. ent¬
lassen wurden. Diejenige« dieser Arbeiter, die
von dem Schiedsgericht für unschuldig Itcfn.idcii
werden, werde« sofort wieder eingestellt und ;r
halte« die volle Löhnung, Js:rcrt «Io durch .lire
Entlassung verlustig gegangen sind, nachdem die.«
Entlassung als auf einem Irrtum beruhend crkan.it
wurden ist. 2. Gleichzeitig mil der Whrfcraul-
nahmc der Arbeit wird sofort «Ile 1 ohnlratfe »c-
[ulift werden, wobet der Wunsch, möglichst bi -l
zu einer Lösung zu gelangen, massgebend sei i
wird. Die Testll-Spezintarbeiter, die unter den
s»liicdsgcrichtbclicn Spruch «1er Metallurgic-V:r-
trrter fallen, werden /ur Verteidigung ihrer t.'te«
■ ssen bei diesen Vcrliandluiiwn einen Vertreter il *s
s .\ndtkaLs der Textilarbeiter zui Seite halten. Ad
Wunsch wird ihnen Indes dss Redit /ugcsta.ulen,
t»«i der Diskussion der sic betretfendcii Fragen
einen Vertreter «les M- tal'ai ln-iler-8vudik itcs *«m
/ii/u/iclic«, der bei diesen Hcs'ue..liii«,:en mit be¬
ratender Stimme teilnlmint. A. Die Wiederauf-
nahine «1er Aibeit erfolgt sp.it. ■ lens um näettden
Donnerstag, dem 21. August lUI’J, Vviliand. 't zu
Mulhanscit, am 18. Anglist lülö.» — Infolge Jieses
'bkoimmns tiaf.en «fie Arbeiter Je:» Elektriz.fäfi-,
Wasser- und Gaswerkes, die sich dem Streike an
geschlossen hatten, die Aibeit heute Nichinitiag
•-« ;«• 1er aiifgci’ommcn. '
SC11I I ISTADT. Der Hiiieist.iatsscknt.il ihr
Volksi'Miiilirung. Herr F Vi'grain, weiti /ui/'.il m
imserir Stadt als Gast bei seinem Freund, If rrn
F-.'igeiniiister Stoffel.
Dis neue I ehrerlnnenscunluar wird in der ii.'idi-
Meii Zeit ger.'mmt. uni seinem iirsprflngli.hcn
Zweck illicrgctie« zu werden. Seit der fViturs'-i''-
.'mi g des Pr.ichtbai/es «ffe/ite er mi/ifäris.h.*«
Zwecken. Während des Krieges war der gjriiu*
mige Bau eines der Hnnptlaznrclte unserer S»* II.
Seit Waffenstillstand dient dasselbe a 1 s Kascne
und beherbergte l»is heute schon die verseaxden-
sten Regimenter, Wie nun feststcht. wird das 31*
JügcrbataiJJojj zu J-'nss Jn ScblcJbfaift seinen st!'»*
digcn Sitz iiehmen. Zu diesem Zweck wird di*
alte Jägerkasenie in Stand gesetzt.
Vogcsendurchslkh. In der letzten Genieirde-
ratbjitzung kam die Frage des Vogexcndurclisticlit
iio-Jimafs zur Sprache. In der ersten Sitzung ge¬
währte die Munl/ipalkommisslon eine« Kredit von
25.0(k«) f'«s. Diese Summe wurde nun nach Ab*
Stimmung auf 500 00U Prs. eriiölit
Saar-Becken
SAARBRÜCKEN. — General v. Andlauer Iq
S iiarbrüikin luij den Befehl gegeben, den Aua-
druck » Bo"Io » » nicht mehr zu gehrauchen; di*
OHi/.iire dürfen aurli din Deutschen (legen-
!/csiioh/> miteben
Ana*chreIlunQMi kamen auch um letzten Fref-
tar wi« «I«*r auf «Buu AVor-li«-«markt«' in Sl. Johann
vor, wo 'ingelnieli ein VeritAuler Wuclierjireif«
Ihr Zwrf'rb-n forderte. Ehe »ich’s der Mann
| m ht versah, war s« in Slam! umgi-worfen lind
'wurd«- von d«r Meng«' ripelrcrlil gejtlünderl. Di*
l‘o'iz«i war gig'ii «lies« Selbsthilfe des k;iuf«-n-
d« n l’iib'ikimm machtlos. Wie verlautet, ist der
Zwi*e}i* nfn 1 ! direkt von Leuten provoziert wor¬
den, «lie au! d/ m M.srkfp.'ifz von Stand zu Stand
gin/' n und die Händler durch aMerlei spitze Be¬
merkung« n n izl' ii, indem sie v««r al'int die Be*
3eh»/ff:jibe;j der Zwejschen hemirgelfen. ßegeu
die städtisch« « tieJicrwa« hungbbeuiiiten marlil*
sieh ;iu«'li do-smal r«ne geriizte Slimniung be¬
merkbar
ST. WENDEL. — Ela Unfntl, der noch gnidif
ahlief, ereiguej«« sidi am Dien« lag ahend gegen
hL'hr hei <l"r Einfahrt eines Zuges m den hie-
G/'ii Bahnhof. Fm achtjähriges Kind sah zum
F«-»ter der AMeiltOr hinaus, als du-s«* plötzlich
anfging und da» Kind hinan tOrzle. Im Zug*
wurde «In s nieht gleich Iienorkt und etwa 100
M. !< r weiter er«i die Nollireiuxe g; zogen. Man
ging die Mrerj'c zurück und fand dux Kind wim-
iio riid auf d«n Schii nm liegen. Die Verletzun¬
gen -olVn zürn Glück nicht iehunsgeftihrlicher
.N,'<*u r - « i u.
MERZin. — Waiubou. — Trolzden, der Wein¬
bau in da« letzten 20 Jahren hier bedeutend
zurückg«gangen i*t, ist der.Stand und die Lag*
der noch hi«*r li«g«‘nden Weinberge um Kreui-
berg « in guter zu ii'unien, V« rs«'liie<Icnc frtilicm
Weinbergticsitzer buben vor 10 bi» lö Jahren
ihre* WeinsUVk«! ausgegrah« n um] dafür Obst-
häiim«; gepflanzt, da diese sich rentabler zeigten.
Inbogc iJi-r Steigerung «1er Weinprei»* in den
letzten vier Jahren bringt man jetzt wieder vi*l
im-hr Jn(«.resse d« m Wi'iiihati eutg«'ßr;n. In die-
«»•TO Jahre Bl d/-r Stand der Trauben «ehr befrie¬
digend; die Ih i-rin sind gut entwickelt und die
Stöcke häng«'n r« ieblich voll. Die «eil 14 Tagen
h'-rrsobeml» Mit/«* konimt d'-n Trauben s«'br zu¬
gute, da die Beeren in der Hcif« noch weit zu¬
rück waren. Dur« ]) den vielen liegen im Monat
Jul! sin«J Ungeziefer und Krnnkheilen an den
Rehen nicht au häufig nufgetreten. Im allgemei¬
nen ist ein gule.H Weinjalir zu vcrzeiclincn.
..—- -'//■//---
Vermischtes
Frauenüberschuss nach dora Kriege.
IJubcr den durch den Krieg berbeigeifihrten
FrauLiiUbersdiuxs hat der bekunnte Mcdlznialstati-
stiker Samlälsrat Dr, Prinzlng in Ulm in der Deut¬
sche« medizinischen Wochenschrift vor einiger
Zeit iiitcrexsatite statistische Angabe« veröffent¬
licht Danach ersticckt sich der neuerliche Frauen¬
überschuss gerade auf das für den G«*i>urtenzu-
wachs wichtigste Alter von 1H bis 45 Jahren. Vor
dem Kriege cntiiclen ln dieser Aliersklaise nuf
Itjnu m.’iniLulx: Personen ('*'•( wcifdidie, fetzt da¬
gegen IK«f», sodass «1er I !auenübers*.liiis* während
des Krieges um fast ei« Sechstel gestiegen ist.
Das Vcihidtuix ist auch deshalb ungünstiger ge¬
worden. weil viele Miinncr infolge schwerer Ver¬
wundung auf die l'.lic verzichten Werden. Die
hauen werden demgemäss weit mehr a's vor dein
Kriege zur Erwcrbstäligkell gezwungen sein. AI»
weitere Folge wirf sich ei« erheblicher Rückgang
der (ieburtenzifter cinstelkn. In 27 lahrcn erst
werden die llingercn Generationen mit dem nor¬
malen Oeschiecbf.svcrb.’Ufmi i« die AJlcrskiasîC
von 18 bis 45 Jatircn cliigvlri'l«'« s. in; solange wir t
cs mithin «ach Prinzlng dauern, bis «1er durch
die Krk-gsvcrhältnissc hervorgemfene l'rauen'ibcr-
scliuss wi'ikf ciiilgerniasseu ausge/'i-.-ben sei*
wird.
Im Departement dn Geis haben sich 414 Lehrer
gegen den Anschluss on die C. (J. T. und V5 (är
den Anschluss ausgesproeften.
[ferr Cfeini-iiceau iiht ■ f:c
für die Kavallerb vertilgt.
M>rc.iaffung der ! uni*
Dur ClM'frednkti'iir: G. Lhuillter.
■*na
Nr. 0 — riu'ilclor« der „Mosel* und Saar-Zeitung".
Die Liebe höret nimmer
auf. . »
Famili« iirotimn vor- Lii.i.y TOüZIAN'R.
Alln itcch'.e Vorbehalten 1
(FortHOlzuiitfi
Recht ^cmiitlioh verlebte man «len Winter
im Hause (icmslcr. Wciliimchtcn uml Neujithr
waren recht festlich in^aiiffen worden. Immer
und überall war Krtiuleln Will zugegen, da
aie al« zur Familie gehörig betrachtet wurde.
Hatte da* Ehepaar keine Schmerzen, no
wurde wohl auch musiziert. Der Hausherr
«piclle Klavier, Fräulein Will Geige uml Amlrr-as
Cello, Luise nass dünn gewöhnlich im Schaukel-
ntuhl und lauschte verzückt den Klängen.
«Mohr wio eine Träne rann dahei über ihre
Wangen.... Warnt» «lie KrankheitenV Wie
glücklich wären sie sonst niileiriun ler. —
Hans hutte nach wio vor viel zu tun, doch
hiolleii ihn des öfteren seine Schmerzen von
der Arbeit. Kr hntto sieh's nun vorgi-nomincn,
gleich nach Ostern wollte ur sieh dem iipoin-
livcu Kiugritf unterziehen. —
• • •
Da zog dio Grippo wie ein vernichtender
Djlmon durch das Land; die Menschen starben
hunderfweise; die kräftigsten Individuen wurden
liingeruflt.
Ganz unvorlioffl bekam Frau Geisslor eines
Nachts heiligen Schültclfrost und starkes Fie¬
ber. F.rsl wollte sie si«:h’s nicht merkciUassiiii,
doch plötzlich iiiur sie stark zu phaWfsioten
an. Mans fuhr erschreckt auf und \vc»'kle
Amlreas, welcher eilends den Hausarzt hn!l<i.
Dcrujlhf kam sofort und ntclltn Grippe fe-t.
Ole eh am folgenden Morgen sollte di«: Kranke
in ftin Krankenhaus überführt werden.
Luise rief trunouden Auges ihren Gallen
zu sieb und sagte zu ihm : «Hirns, wenn Du
«heli nieht vor Ansleckung fürchtest, so komme
zu mir, manches huho ich Dir noch zu
Hagen*. — Ks ist eigen, wio ängstlich die
Menschen dem Todeimswcichrtn und sie wissen
«loch alie, dass keiner ihm entrinnen kann. —
Hans, lass mich Dir von ganzem Herzen
danken /ilr Alles, was Du mir getan hast.
Ich iühlu es, ich kehre nicht mehr in dies
Hans zurück! — Still, Hans, sei ruhig, sei
gefasst, nicht weinen, mach es uns nicht so
.schwer. Ich danke Dir für Deine gjosse,
unendlich« Lieh«: und Güte, welche Du mir
m unserer KI») erwiesen hast. Bille, Hans,
unterbrich mi«-b nicht... Do linst tu-hl nötig,
ewig das Gcjiiiiimi r emor kranken Krau um
Dich zu haben... Bessere Zeiten werfen »ach
meinem To de für Euch kommen. Du wirst
wieder heiraten », und als «*r mit dein Kopfe
eine verneinende (iebiirde machte, sprach sie
weder: «doch, Hans, tu’ das, lass den Haus¬
halt und vor allem Dich und Andreas nicht
verkommen. Behalte nur «len Buh' heb und
lass ilm nicht von seiner Slieimutler «piiileu.
Hallet Ihr Beide fest zusammen, Ihr seid
Kueh durch meine Krankheit schon viel näher
gekommen, als cs sonst zwischen Vater und
Sohn üblich ist. Won Du heiralest, möchle
ich nicht wis>en, aber ich wiin*ilie Dir no« li
ein volles Glück, im mir alleinu hust Du es
schon verdient, und Da hast auch <l«:n Gharnk-
ler, noch ein W.-d« glücklich zu machen*.
Nach einer kur-.' i« 1‘auso Trug sic plötzlich:
«Hans, würdest Im einer zweiten Frau, bevor
Du sie zur Kho begehrst, davon Mitteilung
machen, dass Du auch leidend bist?»
• Laisa, Du hi'liaujitost, ich würde wieder
heiraten, nehmen wir's also an; meinetwegen,
— um versorgt zu sein, um dun Haushalt
nicht zu zersphltern •— so würde ich snlhsl-
ver.dündlich eine Im au über Alles aufkliire».
Du weisst, dass es unser beider Grundsatz
war: «Eine Kho kann nur dann zufrieden
Ho rden, wenn sie nul Wahrhaft aufgolmnt ist«.
Wcwst Du, was icfi fiten könnt«? .Sollte ich
dann noch nicht operiert sein, so lasso ich
cs vorher machen, ist’s dann Bestimmung,
zu lebe», .so lebe i‘ h weiter, wenn ni« hl, so
käme ich zu Dir, zu meiner Lielm*, entgegnet«
Hans.
«Doch wo sind wir hingenilcii ? Du wirs!
nicht Hierbei! ! Viele Kalle der Genesung sind
uns bekannt. Du wir>t gosund und aul muimm
Armen tragft ich Dich «hardie Schwell« unseres
Hauses! Nicht Bo-en genug wird es gehen,
unser I leim bei Deiner Rückkehr zu schmücken».
Luise wnr ohnmächtig geworden. —- Ihm-
bemühte sich um sic, und uls sie wieder bei
Besinnung war, saglo sie: «Hans, dass mich
in Deine Irenen Blauaugen sehen, lass mirli
Leine grum-ii Sid.lnfenliaare kiis'en! Belmlle
mich lieh, vergiss mi h nicht! Pllege nir mein
Grab und sprich ui« bis Büsch von mir: Wenn
Dn das tust, werde ich für Dieb bei er?, Dieb
verwarnen, wenn D ; r Gefahr drold, und t*s
wird Dir niemals schlecht gehen». —
.letzt kam Andreas, um sich von der Muller
zu verabschieden, bevor er zum Gymnasium
ging. Beeilt herzlich war «1er Absclnc«) von
Mutter und Sohn. Luise sprach immer wieder;
«Mein Andreas, Du wirst Deinem Vater ein
braver Sohn bleiben!»
Kurz nach neun Ulir wunle Luise ins Stift
gebracht.
Viele lange, böse Tag« und Nächte folgten.
Luis« war durch das furchtbare, hohe Fieber
vollständig abgezehrt. Jo ihren Fieburdelirien
streckte sio ihr«! Arme au« und rief «lots nach
ihrem Hans....
Vier Wochen sind vergangen. Luise sitzt
im Korbstuhl nuf der Veranda des Kranken¬
hauses, sie ist wie durch ein Wunder genesen....
Wohl ist sie noch sehr elend und schwach,
«loch hofft der Arzt, wenn das luigegriUcne
Herz keinen Streich spielt, nie zu retten....
Hans Gcisslcr und sein Sohn sind über¬
glücklich. Sio zählen die Tage bis zur Hftck-
kchr der Mutter und machen diu tollsten Pliine,
wes sie alles inszenieren wollen, wenn Krau
Gins-lcr ihr Heim wieder betritt.
Täglich betmehen sie die Kranke, und eine
Pflegerin hätte beinahe Tagasbosohiirtigung
mit der Aufstellung der Blumen, welche die
hiii«lcn Getreuen der Blutneufreuiidin beitrugen.
Sehnsüchtig liarrl heule Luise ihres Gallen I
Kr wird sie heule am Arm zum ersten
Spaziergang im Garten führen. Sio kommt
flieh vor wie eine Braut, die nui ihren Geliebten
harrt! Auf dein Schosse liegt ihr Tagebuch,
ihr Hlcigeiter durch gute und hüsn Tage. Ihre
heutige Kintragung will sio noeh beenden, be¬
vor Hans kommt....
Wo war sie «loch fliehen geblieben.... «Wio
ich mich freue», beul« mit meinem Horzüeb
spazieren zu gehen, e« isl ein Feiertag für
mich! Mein Hann ist so gut, so g«‘du!dig,
obwohl er selbst knutk ist Aber auch ich
will ihm helfen, auch er muss nunc Operation
bald machen laasen! Wio hin ich glücklich!»
•Also bis hierher hui« ich geschrieben»,
sagte «io liir sich.
Nun führt sic mit Schreiben fort «So recht
denken kann ich vor Fn-udo gar nicht, dos
ll«‘rz klopft so ungestüm. — Wie hin ich,
glücklich I —Gibt es ein grösseres Glück auf 1
Krden, als lieben und geliebt zu werden! —
Ich kann keinen klaren Gedanken fassen, dos
Herz klopft hörbar. —• Dio Froudo — —
Bims, Hans — wie lieb, ich will mit Dir»,
sie setzt ab-.
• •
«Die Frau Gemahlin ist bereits auf der
Veranda», sagt«! die Schwcfller zu Herrn Gciss¬
lcr, und will sich niii-chiies.Hcii.,, Dmli erhält
sie zurück; «mehl milgehen, Schwester, bitte
jetzt nicht! Keine Zeugen, mit Luise alleine
sein»..,.
Die Ycrandülür wird aufgerissen..den
DJumeftslrauss im Iwkcn Arm, den rechten
Arm ausgestrcckt, so springt Hans Geiasler
freudestrahlend auf seuio Luise zu....
«Mein Gott, sie ist eingcschlalen, und ich
lärme und poltere so sehr.... Das Tagebuch
will ich nur vorsichtig aulheben..., doch, waa
ist das!?»....
Luise hat dio Augen hulb geöffnet,.., aie
ist wacbsbleicli....
«Luise, Kind, mein Stern!»... Umsonst....
Luise war sanft entschlummert. —
fFortäiiaung folgt.)