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Aus dem Senat.
Eine Rede Bourgeois.
Paris, 9. Okt. Eröffnung der Sitzung um 1425
Ufer. Die Herren Clemenceau, Klotz. CoüiarJ
«ad Jcanneney sind ah Vertreter der Regierung
anwesend. Die Tribünen sind Acht besetzt Im
Sitztiataaaaie herrscht crusse Bewegung.
Der Saut beginnt die Diskussion des Frieden»»
vertrage» von Versa dies.
Der Berichterstatter Lernt Bourgeois ergreift
das Wort
Der Redner bittet deo Senat ohne langes Ta*
gern sein Urteil zu f&lfon, das Volk hat Eile, zu
erfahren, ob Frankreich in den wichtigsten Punk»
ter die Genugtuung erlangt hat die cs von sei¬
nem Siege erhoffte. Der Vertrag strebt darnach,
anf einer neuen Grundlage die Eaisteuzbedkrgun-
gen der ganzen Welt aufzubauen; er strebt dar¬
nach. das Recht an Stelle der Gewalt durchzu-
»etzen.
Der Vertrag bat wobt Lücken und schwache
Seiten aufzuweisen, wir müssen ihn aber anneb-
men wie er ist. Frankreich verlangt nur sein
Recht; gewährt ihm aber der Vertrag die Mit¬
tel zu seinem Wiederaufbau? Wird Deutschland
bezahlen woHcn? Die Steuerlasten, führt der
Redner fort werden die Alliierten ebenso schwer
dürOckeu als die Deutschen. Es ist also kein Friede
des Sieges; wenigstens müsseu die Alliierten die
Last unter sich verteilen, die uns erdrücken
würde, falls wir dksv.be allein zu tragen hätten.
Herr Bourgeois kommt alsdann auf die müitl-
asche Frage zu sprechen. Er bedauert dass die
Massnahme», die die deutsche Wehrmacht fest¬
zusetzen haben, noch nicht angewandt worden
sind.
Di« îst n/cfrt möglich, erklärt Clemenceau, ehe
der Vertrag ratifiziert worden ist
Die Besetzung des linken Rheimifers, fährt der
Berichterstatter fort, ist für uns eine Garantie
von grösster Bedeutung, legt uns aber schwere
Lasten auf. Der Bündnisvertrag mit England und
den Vereinigten Staaten ist uns eine weitere un¬
schätzbare Oararrtie, aber wir bleiben afle Fran¬
zosen an der Grenze der Freiheit. Deutschland
steht einiger da, als fe zuvor, was uns zu steter
Wachsamkeit zwingt. Ein Vertrag besitzt den
Wert den fhm die Nation gibt und den sie ihm
will beimessen. Wir hatten den Willen, zn siegen,
wir müssen lieute das Herz des Siegers besitzen.
Die Sitzung wird unterbrochen, um dem Red¬
ner einige Augenblicke der Erholung zu geben.
Herr Bourgeois setzt alsdann seine Rede wieder
fort.
l:r erklärt sich als Oegner der Gchehnpoiitik.
Dieser Krieg war ein Kampf zwischen dem Ideal
der Eroberung und der Gewalt dem Recht und
der Freiheit Jenes hatte sich Deutschland ero¬
bert; dieses entschloss, alle freien Völker Heere
nu.Vusteften, die uns zum Siege verhaltet. Sie
müssen ihre Freiheit nach dem Siege bewahren,
whî sic dieselbe bereits im Frieden genossen.
Iveue Gesichtspunkte schiiesscn die Alliierten zu¬
sammen und vereinen sie zu gemeinsamer Arbeit.
Dünn erst wird Deutschland verstehen, wo die
höchste Kraft ruht
Was die jungen Staaten betrifft erklärt der
Berichterstatter, dass wir alles unternehmen müs¬
sen, um dieselben auf unserer Seite zu erhalten,
w-is eine weitere Garantie des Weltfriedens dar¬
btollt. Deutschland, fügt der Redner hinzu, setzt
den Krieg gegen sic fort. Werden die Alliierten
untätig verharren, ist es nicht höchste Zeit zwi¬
schen den Alliierten eine Vereinbarung zu einer
Aktion in Russland zu treffen, um den deutschen
Einfluss unschädlich zu machen?
Herr Bourgeois erklärt, dass der Völkerbund von
den Völkern selbst verlangt werden muss. Sollte
dieser Bund nicht in der Lage sein, sein Ver¬
sprechen zu erfülle«, so wäre dies der grösste
moralische Bankrott, den die Weltgeschichte
kennt.
Auf die Innere Politik Frankreichs zu sprechen
kommend, erklärt der Berichterstatter, dass Ar¬
beit nur im Frieden geleistet werden kann. Jetzt
wo unsere Krieger aus dem Fehle zuriiekkehren,
wollen sie nicht noch don Bürgerkrieg erleben.
Die sozialen Gesetze müssen gewissenhaft ange¬
nommen werden; es handelt sich darum, die Ehre
Jer menschlichen Arbeit zu bewahren, und die
verschiedcirn Verbände rtiissert dem Allgemein¬
wohl ihre Sorderlnteressen untcrordnen.
Die Republik kann sich das Zeugnis aussteUen,
dass sie allen ihren Bürgern das Bewusstsein
ihrer Rechte und Pflichten gegeben hat. Dieser
Friede ist ein französischer Friede, da er aus der
Geschichte die Sklaverei dos Frankfurter Frie¬
dens gestrichen und die französische Einheit wie¬
der hergestollt hat. Er bedeutet den Anfang des
grössten menschlichen Werkes, das jemals begon¬
nen worden ist. Die Annahme desselben durch
den Senat ist ein Glaubensbekenntnis, das wert
über unseren Gronzen gehört werden wird.
Frankreich wird an die gesamte Welt sein Wort
richten, Frankreich, das seiner unerschütterlichen
Hoffnung in die Ucbcrlegenheit der moralischen
Kräfte, in die höchste Kraft der Ideale des Rechts
und der Freiheit stets treu geblieben ist.
Die Rede des Herrn Bourgeois fand begeister¬
ten Beifall und der Senat nahm den öffentlichen
Anschlag der Rede an.
Herr (Je Lamarzclie liestoigt alsdann die Tri¬
büne. Er gibt seiner Enttäuschung darüber Aus¬
druck, dass das Werk Bismarcks trotz unseres
Sieges nicht nur nicht zerstört, sondern sogar be¬
festigt worden ist. Die deutsche Geistesverfas¬
sung ist dieselbe gcbHehen und leider steht uns
heute das russische Oegengewicht nteht mehr
zur Verfügung. In WirUichketi ist die Erhaltung
der deutschen Einheit gewissen geheimen Grün¬
den, so zum Beispiel den Verhandlungen, die sie
verursacht haben, entsprungen. Herr de Lamar-
zelle sagt dass nach den Worten Hanotcaux dl«
grossen finanziellen Institute der Ansicht waren,
dass der Erhaltung der deutschen Einheit gewähr¬
leistet werden müsse, um die Welt vor einem
restlosen Bankrott zu retten.
Redner bedauert, dass der von Marschall Fach
vorgeschlagene Entwurf Ober die Entwaffnung
Deutschlands nicht angenommen wurde. Das Sy¬
stem des Vertrags Wefbt bestehen. Kann man
Deutschland zur Erfüllung der Bedingungen zwin¬
gen, wenn es den Vertrag täglich verletzt? Zur
Zeit verpflegt die deutsche Regierung die Armee
von der Oottz.
Da der Redner ermüdet ist, wird die Fort-
•otzung seiner Rede auf morgen Nachmittag 3
Uhr vertagt.
Schluss der Sitzung um 18,30 Uhr.
Ilt lixenliriisdiei Eismbahan werfet vu
Fournies uenoam
Lumbtrg, 11. Okt. — ln der Kammer er»
klärte Minister Reeler, dam die Regiermag lia
Delegierten ftr die Verhandlungen bestimmt
hebe, die betreffs der Uebernehmug 1er Ln-
sambirgiscbea Eisenbahnen Inscb Ile irmaaö-
•fcchs Rerternne r* r* 1 —«.
Die me der dem mumm
vom 11. November 1918
Mach amtlichen Urkunden des fraasöeiachsn Grossen
Hauptquartiere.
Am IS. Juli war dieses Bahnnetz ftuaserst
reich. Es umfasster Auf der Front Oise—Meer
3 vorgeschobene Rukaden (seitwirtige Vorhin-
duog5l>almen! zur Verfügung des bayerischen
Kronprinzen :
1. Litte— Douai—Saint-Quentin;
2. CoiJJtrai—Orehies— Le Cafeau— Guise —
Laon;
3. Gent — Grammonl— Alb — Mons— Mau»
beuge—Aulnoye,
Auf der Front Oise—Meuse 2 vorgeschobene
llukadctt zur Verfügung des kaiserlichen Kron¬
prinzen :
1. Laon--Aef«*W—Lc Chalelel—V ouzuts;
2. (>aon—Liart—Amagne—Vouziers.
Hinter diesen vorgeschobenen llokaden befin¬
den sieh ♦ Holenden, die zur Verfügung des
Grossen Hauptquartiers standen:
1. ' Valenciennes — Möziftre«— Hirsoa — Lon
guyon— Metz—Strassburg.
2. Manbeuyo—Gharicroi und Vnteiirtenres—
Mona—Charter«! : Namur, Arten, Luvratburj,
Diodenhofen, Saarbrücken, Strasburg.
3. Courtrai—Sotteghmn oder Tournai — 4th:
Brüssel, Löwen, LOUich, Verviers, Köln,
Koblenz (Mainz, Strs.ssburg) oder (Trier, Diction-
IWen)
4. Genl — Antwerpen—Hecheln — Tongern—
Visé— Aachen—München Gladbach—Düsseldorf,
dann, die rcchtsrheinte he Bahnlinie in Richtung
Haslall—Frciburg.
Ain II. Xuveiuber waren die 3 vorgeschobenen
Hokuden und die erste, die dem Gr. H. (). zur
Verfügung stund, veriareu.
Di« 2 Rüge! der deutschen Front waren nur
noch durch 3 Hokaden verbunden. Die Aus¬
sichten, manövrieren zu können, waren aon
schon durch die verminderte Anzahl der RnVv1
den slark beschränkt. Noch schwerwiegender I
war der Umstand, dass die Zahl der Fahrten
auf den OhrigHeibrndcn Hokaden numéro rdrnl-
lieh verringert war.
Während am IÔ. Juli die hinterste Klapoeu-
grenze durch Gent—Rcnaix—Peruwris, dann
durch die französisch-belgische Grenze bir Mn
guyon gebildet war, so musste, wenn die Front
über Antwerpen—Brüssel—Namur—Möziöres
vertäuten sollte, diese Linie jetzt infolge d*-a
HücJuugs bis auf die östliche Grenze von B«“'-
gien und Luxemburg verschoben werdtn.
Wenn man bedenkt, dass 4 deutsche Arme n
(ungefähr 70 Divisionen' sich nördlich der Sc:n-
bre und der Meuse über belgische* GiIm* zu-
rOckzogrn, dass das ganze Mb 1 ' nal und «lie
ganze Verpruviantierung dt*3 Elappenjrebtets
«lieser Armeen (1), aile im MiütfLrgoiiverrmucnl
Belgien (insbesondere in der Zone Mjuheujre—
Mons — NaiuuV) liefliidiiclicn Artillerie- und Pio¬
nierparks. ake Bau- und RcparaUinvorksialten,
alle Feldlazarette und alle Kriegslazarette. oJ l e
Verwundeten und Kranken (worunter eine be¬
deutende Anzahl Gripptkrauker). das ganz-- nor
mal- und ydunalsiuirige Kisenbalinmateriat nach
Osfen hin abgrschobcn werden mussten, so kann
man sieh eine Vorstellung der Ueberdrimmng
des belgischen Eisenbahnnetzes machen. wel¬
ch« besonders auf der Linie Lüüich—Archen
herrschen musste. wo die fl einzigen heljtis-;hen
Abschulr’.inien zu jaminenlicteii.
1. Antwcrjiou — llasselt — Tongern — \ :-«v •
Aachen.
2. Gent— Tourna.! —Brussel—Mocholn—I i
wen—Lüttich.
3. Maubeuge—Jlirson: Namur—Lüttich.
Nun genügt es. die 3 früher genannte» Jh>-
kaden mit den 3 Alischubiinien zu vergleichen,
um sich darüber klar zu weiden, dass dies*!b?:i
sich decken oder wenigstens 'ange Strecken g’
meinsam haben.
Diese l'ebcrbArdung <te« Bahnnetzes infot*«
de* Abw liube* war filr () H L eine drüc¬
kende Last und ein Huyterew für jede Bewe¬
gungsfreiheit. Di« Tatsachen beweisen übrigens
diese Lahmlegung: wöhrei-J dos Monats Oktober
musste der Feind fast ßiinz'icli auf jedfn s'.ral«-
gisciien Austausch zwischen den Fronten ».leer—
Oise imd Maas—Scliwi.-iz verzichten, wdh.cn«)
'Leser früher aUgi-meino Hegel war.
In der Tal, beliefen sich :l.c Transporte ver-
mille.’s dor Bahn von di r Front Meer- Oij v zur
Frunl Mnus—Schweiz auf:
10 Divisiuoi-n ini Monat Mat;
11 Divisionen im Monat Juni;
12 Divisionen im .Monat Juli;
24 Divisionen vom Munal August Ins 1. Ok
to!«T,
während nur ä Divisionen vom 2. Oklntwr bis
fl, November ahlransportiert wimlen. Man sieht
also ein, dass die Bahnlinien, di« während des
Krieges «n «len Handln unserer Feinde eine s i
wichligo slralngische Rolle gespielt halfen, im
entyrheidenden Augenblick versagten.
Was di« Lastkrafl'.vag n anhetrifft, die im
•leulaehen Ibtre nur in kritischen Momenten
zum TransiKirt der Verhfinde und zwar auf kur¬
zen Strecken verwendet worden waren, so wa¬
ren diese durch die Räumung Belgiens noch
mehr als das Bahnnetz in Anspruch genommen,
l’m dun Angriffe in Lothringen entgegenzutre¬
ten, hätten sie wohl lokale Reserven zur
Schlacht fülrnn können, aber zum Transport he
deutender Kräfte von der belgischen Front (wu
das Gros de deutschen Truppen stand) nach d’f
neuen Opcralionsfwnt wären sie nicht verwend¬
bar gewesen.
Es ist irîso klar bewiesen, da** am Vorabend
des Waffenstillstandes die 0. U. L. fast nicht
mehr im Stande war, zu manövriere», so das«
der Angriff der AHiierien auf der lothringischen
Front nur nuf dio Divisionen in erster Lini;,
welche in der Mehrzahl von geringem Wert wa¬
ren, und nuf einige eben aus der Schlacht gezo¬
genen Divisionen der Armee oder Armeegrtvi»-
pcn-Ucserve, gestossen wäre, und vor allen«
hätte ein leichtes VorrQcken auf dnn rechten
Maasufer in der Gegend von M&ifrre* eine Ka¬
tastrophe berbeigeführt.
METZ UND UMGEBUNG
GENERAL BERTHELOT IN METZ.
Ocneral Bertbdot, der neue Gouvcrnear von
Metz, Ist gestern Irtth hier etntetrnüen. Der Zag
■B deai der Owirfe k*r. M Inrz MCh 7 Uhr
In *m IfaupiMUaf eia. Geaml BertteM warte
voa Oeaeral Barasca. Oheni Ony aad Leataant
de Crtbnrt, ém Oigemaieliler Oenoral 4e
Maudtiuys, auf dem Bafcnsteic betrfJsat.
■ARUMfeU. nun u wnuL
BE lAUmUT
Marschall Pctnin hat un General de Maud'huy
foluemiea Schreiben gerichtet:
G. 0- G.. Ö Octobre 1310.
Mein General,
Der Minister hol den General Berthelot t. im
Gouvcrucur von Motz ernannt und beschlossen,
Sie in die Reservesektion zitnlckzuvi-rsrLv.i.
Mil Wehmut sehe ich Sie aus den Reiben der
Armee scheiden, wo Sie so viele Friiincrunti n
und Liehe zurück lassen wcrih n. Nach vol.c’ -
delcr militärischer Aufgabe haben Sic den
hoheu Trost, Ihren Posten zu verlassen umneliin
von der Wertschätzung Ihrer Vorgiset/Jen.
Ihrer Knmcwten und atl derjenigen, d>nen Ü.o
Vorgesetzter waren und andrerseits in Ihrer wie-
dergefundenen Stadt Metz zum Wohl* unseres
grossen Vaterlandes und Ihrer eigene» Reimet
Ihre hochherzige MitartM-it zur Verfflguni stellen
zu können.
Genehmigen Sic, mein General, die Versirhe-
rung meiner ergebeudsten Zuneigung und im
statten Sie mir, Ihnen hcrzliehst die Akko’ate
zu gebt*».
J'etain.
(I) Es ist schon früher gezeigt weiden, wie
bei item aoi die zweite Marncschlacht folgeodea
deotscfien Rückzug die starre Anordnung des
Nachscliuta und das System der Proviantmaga-
zme für die deutschen Heere verhängnisvoll ge-
wesoa war. Itaienke man nor, «lass die 17. Ar¬
mee allein im Gebiete Jcumoot-Hauummt-Lan-
drccies - Böham - La Capelle - Solre-lc-Cliälcau 12
Etappen-Proviantmagazine besass.
— ■ • —■ — . ....
Ile elsass-MMiilsdie Figunverwaiiuig.
Paris, 11. Okt. — Der Pinooimtnister hat
einen CnMtstnhrarf efsoebracht, der bezweckt,
dar Eisees Lethringtechen FinaszveTW allons dis
Mittel n siebetn, die ste nr Besorgung der Ge»
schifte, mit denn sis betraut bleibt, beaSHft
Dazu bringt die * Lolhr. Vztg * nachît' hi nden
Kmunionlar, den auch wir uns gerne zu cig'-n
machen:
Damit ist die offlzlcliu Versetzung I.Herrn
Generals dt* Maud'huy in die Rtscn-c gcgibc.i.
Ilurr dn Maud'huy wird auch weiter in Mitz,
sciiuT Vaterstadt, bleiben, wo er eine der popu¬
lärsten Figuren geworden ist. Noch n.ulLh, bei
di r Ankunft Sr. Eminenz des Kardina'i Amette
hier in Metz, konnte man sehen, wie :p*»nt tu
und herzlich die aui Bahnhöfe anwesend-} Men¬
ge gerade Herrn de Maud’huy eine Ovil on be¬
reitete. Hin General, der in der Oelffiilüihk îit
gemütlich seine Pfeife rauchte, nach allen .-lub n
freundlich gribat und gegrüßt wird, war für uns
eine sympathische Erscheinung nach d./i Liunli
baren erstellen d«*r preussischcn U*n .ik:c. die
tinhergingen, als hätten sie einen Steck v«r-
reh!ii: kt und als wären sie Halbgötter.
Herr d«* Maud’huy war häufle auch hei kireu-
Urhcn Feiern und jedenfalls sonntäglich in der
Messe zu sehçn und so zeigte or, dass er »in
rechter lothringer von altem Schrot und Korn
geblieben ist.
Dane lien war er doch bei Gch'genheiti’n .uifi-
förischrn Charakters strsrmn und h «ein!.»
Bi,len militärisch exakt und kurz. Seinem fclnt-
gcppr.kommen und seinem schönen Charakter ist
es zu verdanken, dass sich das Vcrhä tnis zwi¬
schen CivB- und Militärbehörde ziemlich rei¬
bungslos hier im Lande gwta'tele. Für berüch¬
tigte Klagen der Civilhevölkprung hat er »lots
ein wü'igo* Ohr gehabt.
Und so freuen wir uns, diesen symjialhisrh-.n,
aufrc’hlen Mann hier in unserem lieben Metz
a»s Bürger und Landsmann begrüssen tu
köniun
EINE UNERHÖRTE BLUTTAT
Harr Duschan Antoneinteeb, der ans NoiriUd
(Serbien) flammt and an der Route da Woippy
wohnt, wturde wlhtend dft leiste-* weit
cBlaer Villa erschlagen. Hart Antonowitsch hatte
a sine Kinder nach der Schweiz gebracht und
kam gerade v.m i,dna Reise zurück. C Leiche
des Uaplicklichen wurde heata früh voa einem
Poüa entdeckt and von der Teuetwehr ln*s Lei-
chenhaas verbracht. Bine Unters."* ” ein»
geteiteL
ERNENNUNG.
Herr D’Arboia de Joubainvilte, Departements
architckl des Maasdoparleincnts. i«t in dief^r
KigcnschaJt an dio Präfektur nach Milz ver¬
setzt worden,
GEDENKFEIERN DER SCHLACHTEN
VON LADONCHiXPS.
(Oktober 1870.)
Sonntag, 12. Oktober: ln N«»rroy-lc-Vciu:ur.
3 Uhr rvacbnutt"g3, Göltesdiciist in der l’f.irrk r-
che u:vd Gedenkfeier ain französischen Donk-
tual. Ans|>rachen des Herrn Lieutenant J <an u.
des Herrn Generals de Cugnoc.
In Woippy; Gudenkfeicr uiu -1,30 Uhr nach¬
mittags. Der 7Aig begibt sich vom Bürgcnneister-
Junt nach dem Friodhof zur Niedcrlegung von
Kränzen auf «len Gräbern des Generals Gibon
und der französischen So!«daten. Um 5 Uhr:
Vortrag dos Herrn Lieutenant Jenn im SnaJc
des Herrn Humbert.
LORRAINE SPORTIVE.
Die Mitglieder der Lorraine Sportive (Ehren-
und aktive Mitglieder) werden hiermit benach¬
richtigt, dass am morgigen Sonntag, 12. Okto¬
ber, in Norroy-le-Veneur eine von der dortigen
Sektion «5« Souvenir Français veranstaltete pa¬
triotische Feier stattflodel
Sämtliche Sektionen der Lorraine Sportive
werden sich daran beteiligen. Sammelpunkt am
Vercinslokaf, 3, rue de la Grandc-Arro£c, um
12,46 Uhr, Abmarsch 13 Uhr. Abends Rückfahrt
mit der Bisenbaho gegen 8 Uhr (Ccnlra'bahn-
hof). SlfolHche uniformierten Voreinsmitglioder
sind gebeten, sich an der Feier zu beteiligen.
MANGEL AN PRAPARANDENSCHOLERN.
Die Kandftfatenzihi zur Auh’aUttn.vlifittfg in die
Prftparandenschulcn war dieses Jahr so gering,
dass trotz der grossen Nachsicht der Prüfungs¬
kommissionen die nötigen Schüler bei weitem nicht
gefunden wurden.
Verschiedene Anstalten — z. B. Colmar und St
Avold — sahen eich veranlasst, Ende September
eine zweite Aufnahmeprüfung abzuhalten, um, wenn
möglich, genügende Zöglinge zu rekrutieren.
Bedenkt man, dass »ich vor dem Kriege nie
unter C0, oft Ms 100 Kandidaten finden, so Ut ein
Kommentar Überflüssig.
ZUR SONNTAGSRUHE.
Wir erhallen folgendes Schreiben mit der
Bitte um Veröffentlichung:
Gleich von Beginn seines Bestehens an hat
das weibliche Iieru/ssyodikat in seiner Sorge uai
Jie Interessen der Angestellten Ober die Mitte!
und Wege beratschlagt, um diesen die Sonn¬
tagsruhe tu sichern. Es kann in der Tat nicht
zuge.'assen werden, dass heute noch wegen eini¬
ger Käufer und Käuferinnen Minner u Frauen
gezwungen «ein soften, sich hinter den Ladm-
hfr-k zu sieltet), während alle Weil spazterîn
geht.
Die Gt-toctibgkeil verlangt, dass wir zug?-
sUhcn, dass die Geschäftsinhaber in ihret gros-
3:r. Mehrzahl uuJ besonders di« grosse» Ge-
scliüfIsäcuU; sich der besseren Entricht nicht
v-radilcssen und eine PoUtiou unterzei ihnelm,
weh-he für Sonntag den Ladenschluss v..r!nngt.
Da die Stadtverwaltung nach Oosetzeevorwhr.H
fjrderle, dass Zwcidnttul der Kautiuannre-haft
: für die Schliessung wären, machte sich das Syn¬
dikat an die Arbeit, und wenige Tage später
konnte* sie weit Ober ZweidriUe) StimmL-n auf
der Mairie ansnelden. Dies geschah vor Pfing-
.'-ton. Geschäf’sicutc und AngcsHlle wartet« »
auf «las erlösende Dekret. Sie warten heute noch
fi.’ückiicltenveiso aber fuhren die Unterzeich¬
neten, getreu ihrem gegeJ*enrn W«»rte fort,
Sonntags zu schliessen. Aber dieser gute Wil e
ludet schwer unter der Konknrrrtiz jener, die
an diesen Tagen offen haben.
Wir reklamierten bei der Mairie, die uns
nuin-üich initteilte, dass die Akten zur Präfektur
ahgegangen seien, da der Herr Kommissar der
RepuUhk für das ganze Departement ein allgi
nu-in bindendes Dekret horausgebvit wolle. Wir
wurden nicht besser verlangen. Leider aber ver-
stn*ichl die Z.U, dir Gcschättsiuhaber werden
unruhig, wenn sie sehen, dans ihre Konkurren¬
ten am ’tem Wohlwollen, das sie ihren Ang?-
sti'üten f-ntgcgengrbr3cht haben, Nutzen ziehen
Ste machen uns schon darauf aufmerksam, dass
auch sie wie«ter öffnen wolfen. Die zu Rate ge¬
zogene Mairie meldet, dass «He Akten immer
noch zur Prüfung auf der Präfektur liegen. Der
Herr Kommissar «1er Republik, an Jen wir uns
in dieser Angulegenheit wendeu, versichert uns
seiner Sympathien und seines Wunsctea, unsere
F ederung zu erfülion. Wir sind Uxn dafür sehr
verbunden, aber lieber würden wir Taten sehen t
Wir wenden uns auch an die zustehenden Stel¬
len, damit Jas längst ersehnte Dekret endlich
aus der Mappe zum Vorschein kommt. Wir np
pollieren an alle Konsumenten, dass sie nicht
am Sonntag kaufen sollen, wir appellieren an
die an«Jern Arbeiterorganisationen, damit ric
diese rechtmässige Forderung, för die wir mit
Stete das Urheberrecht verlangen, unterstützen.
Wir sind stark, da wir im Rechte sind. Des¬
halb, Herr Kommissar der Republik, ein wenig
Betätigung, und nicht nur die Angestellten bei¬
derlei Geschlechts, sondern auch die Kaufteute,
werden Ihnen dankbar stoti, deren guter Wil!«
so hart auf die Probe gostoHl wird in finanzieller
Hinsicht durch andere weniger gewissenhaft«
Spekulanten. Das weibliche Berufssyndikal.
ABHANDEN GEKOMMENE SPARBÜCHER.
Gemäss §§ 17 dee Gesetzes vorn 23. Augusl
11H2 betreffend Sfiarkaasen wird öffentlich be¬
kannt gegeben, dass folgende Sparkassenbücher
der srejutstrierlen Deponeutun (deutsche Staate
angchörige) als verloren erklärt werden :
2. Serie:
öj.Otö succursale du SaWon: 302, 321, 001, OS!)
3. Serie;
61.720
61.281
60.558
60.556
60.457
22-842
31.876
24.615
59224
58.9.30
58.3SM
58.137
57.937
54.730
54-544
54.102
52.958
52.402
49.714
49.071
48-518
48.925
4S.955
43.998
48290
47.7.38
47.921
45.748
45-iOl
45-173
41338
4J/.S2
43-129
41.156
•12.0)0
42.317
41.459
40.093
40.092
6.244
39.743
38.558
38354
52.221
37224
36.9.33
35. IW
C.770
10.751
54.708
23.582
.11-374
32.550
10.067
30.911
29 941
27.593
27.452
34.423
26.167
252H.I
25.285
24 111
2.3.520
23.837
23.380
61.059
22-389
21.921
21.454
20.R15
19.176
17.583
17.849
16.917.
S. Serie:
I2S.7II
128.526
128.437
128.431
128.196
128-342
125..I32
127.855
127.709
127.6.37
127.466
127.43.1
127.300
127.58]
127.174
127.001
126.550
12T..551
126/570
126.753
126.755
126-892
126.445
125-501
125.541
125.659
125 A4 2
125.110
125-353
125-361
I25.J96
124.514
124.524
124.5.32
1244512
124.906
124.505
124.035
124.100
124138
124.178
124-321
124.323
124.433
123.563
122.5.35
122.074
121-540
121.568
121.7.46
121.748
121.757
121771
121-819
12|Jt5t
121.975
121.977
121.937
121.041
121.067
12I.0ÎS.1
121.263
121.375
121-391
120.521
120.548
120.506
120.694
120.713
120.953
120.987
120.959
1 ÎU.05 1
120.136
120.204
120J69
120273
120201
120.403
120.112
120.413
120.415
120.433
J20.4.W
120.493
119.5.14
119.7.37
119.745
119.843
I19Ä52
119.921
119.«/7J
ito.ais
119.146
119.160
119.214
119.271
1I9.4UI
119.402
119.451
118.669
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113.712
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1(8.06.3
118.169
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118.4:33
117.587
117.697
117.772
117X58
117.S7.1
117.900
117.9.18
117.121
117.185
117.231
II7.* 12
116.505
116.608
116.737
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116.164
116.493
115.620
115357
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115.493
114.517
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114.953
114.079
114.051
114288
114259
1 U..W
114-398
114.468
113.511
(13.709
113.175
113.238
113311
113-315
112.145
112.241
(12-329
111.715
111.717
111.782
111.827
1H.966
111.002
110.944
110740
110.480
110.450
110.432
110282
110.046
8.714
8-395
8.23t
8.122
8.035
7.967
7324
7.807
7.771
7.757
7.742
7.739
7^74
7373
7-380
7241
7215
6.484
5J56
5MI
5.612
5.594
5.491
5.173
5.066
4002
3A58
3.947
3.948
3.970
3.411
3.324
3.066
3.047
2.703
1.730
1.580
1.556
1.431
1.399
1.308
Die Inhalier der Bücher worden eingeladrn,
sie innerhalb einer Frist von 8 Monaten an der
Kasse vorzulegen.
VERSAMMLUNGEN.
Die Berufsgetneindohenraten des landkreises
Metz sind zu einer Versammlung eingefaden, die
am morgigen Sonntag, den IS. Oktober, nach¬
mittags 2 Uhr. im Hotel du Nord stattflnden wird
behufs Beratung der Statuten des Landesverban¬
des und Wahl von Delegierten zur Generalver¬
sammlung in Slrassburg.
An adle Kriogrinvaliden und Kricgsbcs<-]i&dig-
ten, die entschlossen sind, ihre Interessen z»
wahren und ihre Rechte zu erkämpfen, ergeht
der Aufruf, sich zu organisieren und in Messen
zu einer Zusammenkunft zu erscheinen zwecks
Gründung einer Ortsgruppe Metz und Umgegend
für den Verband der Kriegriuvalidrn in Dlsass-
Lothringen am Freitag, den 17. Oktober, im Ge-
werkschaitehaui, Mazellcnslrasse, abends 8 Uhr.
Kamerad Ehslinger von Slrassburg, 1. Vorsitzen¬
der des Verbands der Kriegsinvfchden, wird
einen V«jrtrag hallen.
Der provisorische Vorstand «1er Kellner lädi
hiermit sämtliche Kollegen aus Metz und Um¬
gegend «-in zur Versammlung am Dionstag, den
14. Oktober, abend« 23 Uhr. im -Gate de la
Patrie, nie Serpe'nuise 10, L Stock.
! DER WINTERT AHRPLAN
der Eisenbahnen In Eisass und Lothringen trij
heule in Kraft. Wer sich also auf Reisen
gibt, wird gut daran tun, sich vorher über <jJ
Ahfahrts- und Ankunftszeilen zu vergewissern
RADTTMEATEM.
Es sei nochmals darauf hingetriesen,
heule Samstag uod morgen Sonntag sben«! du
s.» briirtte Operette von Robert Planquette « L»
CBoches de Corneviile > gegeben wird unter M-i
Wirkung der FT. Ristoret von der Gaftd Lyrtf| U J
die mit ihren Kottegen von den Pariser Theater
einen solch glanzenden Erfolg in « Le peiifl
Duc » erzielt hat.
Näcliste Woche beginnt die Reihe von gr,^
sen Operngalavorstellungen unter der ltaüùit,
der « Ofiöra Comique > und der « Optra > vo
Paris, als Propagajxlaspiel .für franzüsisrbc My]
sikütücke. Diese Tatsache stetli lusuahmsvre
unsere Stadt auf dieselbe Stufe wie
Hauptstadt selbst. Eg werden gegeben werden]
« La Toset * mif Mme. Irnardon von der OpfrO
die mit «-inem glänzenden Erfolg die Holle d'?
Sa'.omö in der Opära kreiert hat, H. Maroin;]
dem herrliehen Bassisten d«T OpAra, und ||1
Avido. dNii herrticlien Tenor der Opära
que. Ferner « Werther • mit H. Capitaine. d«in|
neue» Trimnt>hster von der OpAra-Comique,
entzückender Ten««r, Frl, Charney von r|»r
Opörs un«i H Iju'otna von der OpArn. d«vtt b»
rühmten Baryton. Wir werden also AuffühninJ
gen erleben, um die uns Itenleaux lind Mars«
[►••neiden können. Näheres ist aus den An»el^ 1(t j
zotteln zu ersehen.
NUTZVIEH. UND PFERDEMARKT.
Der Herbstmarkt für Nutzvieh und Pferde tehleij
am Donnerstag, 30. Oktoher, auf dem Fci»crwehr.|
Uebungsplatz vor dem Französischen Tore stetli
VIEHMARKT.
Der Schlaehlvichinnrkl wird am MHlw'rfcJ
den 29. Oktoher, zu gewöhnlicher Stunde irrl
Schlachlluius slattfinden. Die Verkäufer müss.sl
mit Zeugnissen ül>or den Ciosundheitszus!an;|
der nngelriebcnp» Tiere versahen sein.
KIRCHENZETTEL.
In alle» Pfarrkirchen der Stadl Sonntags ua|
9 Uhr Hochamt mit «kutscher Predigt.
In der Kathedrale nachmittags 2 Uhr Atwlachi.1
Deutsch* Predigt und Segen.
Wochenplauderei
An ernstem PJaudcrstoff liegt diese Woche lüfl
wahr kein Mangel vor. Da haben wir in ervo
Linie den Besuch des Herrn Milkrand, Comn«.f
saire Général de la République, der am 1ct/K-t|
Dienstag nach Metz kam und rin* ganze R« 1 -
vim Besuchen empfing, utn sich Ober die Stim-I
mung im Lande zu orientieren. Da haben wir diel
Ernennung einer neuen StadtkoninvÄon, toi
man als die *l } räsldcntcn»'Kninmissiou bezoclmill
hat, weil sie grösstenteils aus Vereinspr.’isidcmcil
zusammengesetzt ist. Da haben wir «lie vor'Vj.
fige Unterdrückung zweier Zeitungen, des «Melrerl
Freies Journal» in Metz uod der sozialistisJienl
Volkstribiine» in ThlonviHe. mul die Verhafturjl
resp. Flucht der ChclrcdnkUure dieser Zcitimren.J
usw. usw.
Aber ülwr aHes dies möchte ich heute hinuiv-l
gehen, denn die Leser sind ja durch ihre Zeit.,--!
gen hinreichend hierüber orientiert, und i.:I
Mensch kann ia auch nicht immer ernst sein. i;rl
muss auch ab und zu mal ein kleines Vergnitevil
haben und Ijchcn können. Gehört docli das l.i|
dien zum Wesen des Menschen. H«un«> est n|
risibilel Der Mensch Ist von Natur zum Laili.il
gestimmt, cs ist ihm rin Bedürfnis, zu lachen,!
und das Lachen trägt auch zu seiner G«*sint!hftl
bei. Und dennoch lache Ich sehr wenig. Fast n*l
sicht man mich lachen, wenigstens was das flus-l
seriiehe und geräuschvolle Lachen t>ctrifit. Al-crl
cs gibt auch ein innerliches Lachen, das sich nurl
im Herzen kimdgtbt. und das ist eigentlich «lui
wahre, dos richtige, das orfrcnciule Lachen, ikul
das äussere ist oft nur ein gezwungenes, oi[
rire jaune.
So habe Ich denn dieser Tage mal wieder!
recht licrzlicti gelacht. Und wissen Sie »uc\l
weshalb? O, sehr rintach, es war über iktl
Charlot-Schwindcl. Keimen Sie Chariot, ich tne:^|
nämlich «Jen «Ersatz*-Charkit, der sich vor cuii-f
gen Tagen so grässlich blamiert und seine ruhi-l
reichen Zuschauer so jämmerlich herdngeiegt hat!
Ich erblickte ihn einmal v«»rigc Woche, es war*
am Abend oder am Vorabend seines berühmt«!
Auitrelens im «Terimnus», als er von einer Raii-I
zen Schar Kinder umringt durch die RönicrstrJistl
marschierte, und ich muss sagen, er machte nntl
nicht weniger als den Eindruck eines Künstte cl
Und in der Tat war Chariot nichts anderes tel
ein geriebener (latine r. der ganz genau wiisu«]
dass die Dummen nicht alle werden, tmd der aj
meisterhaft verstand, die menschliche Neivitiil
auszubeuten. Chariot atso gab sich aus als cinal
nicht gewöhnlichen Künstler, einen nitnachahsl
baren Tterstimmcnimitator. Und damit es bc<«*|
ziehen soHte, hatc er steh noch drei andere tel
riscr Künstler zugeswüt Oiler waren es nur Kwl
ptnen? Durch kleme rote Afflchen machte er «teul
bekannt, dass er am Dortfierstag Abend tm TerT
mjnussaaW auffreten würde. ausg<irechnet iii|
grössten Saale der Stadt. Er zählte also auf cmt
grosse Zuhöretschar. Der Eintritt kostete 2 un
3 Francs, eine Bagatelle. Obschon er schon kun|
vorher in TliiouviJtc ein Fiasko erlebte, und ihs
schon dort rin btiser Streich gespiolt wordci|
wfirc, wenn er sielt nicht rechtzeitig verdate
hatte, gelingt Ihm In Metz derselbe Schwhids!]
Trotzdem die Zeitungen darüber Ijerlchtot batte
erhalt er auch in Metz wieder «He Erlaubnis zim
Auftreten, und mehrere Hundert Personen —
einen sagen 800, andere 1000 , wieder andere
gar 1500 — imden rieb auch wirklich Im Tcruii-j
mis ein, tun den «berühmten* Tierlmttator
köicn. Er erscheint auf der Bühne, macht ein;
missglückte Kotitofsioncn, lässt auch seine Stirn
m* vernehmen, al«r bald merkt man den Scliwic]
dri, Chariot wird aasgepfiffen, Fäuste batten &
ihm entgegen, Stühle fliegen Ihm an den Ko;
mau verlangt das Eintrittsgeld zurück. Aber «lfe
Kampfesen waren l>crcitj mit der Einnahme verj
schwunden. Oder ist er seihst vielleicht von
sen auf don l-eim geführt worden? Man schlepp 1
ihn zur Polizei, wo er zuerst den dummen J»H
gen 7.u sptefen sucht Und ran rifzt er und M
Zeit neue Tricks auszusninen — flir andcti
Städte natüriieh, denn hi Metz hat er doch hoffcnl]
lieh ausgespirit.
Eine nrdcntHche Tracht Prügel «äre etgenf - ^
das Beste gewesen.
An demselben Abend war ein huciiintercssai t-l
Vortragsabend des Herrn RlchcpJen im Sta-Jtj
theatof, und hier hatten sich etwa hundert 7-1
liöier cingcfundeu. Auch rin Zeichen der Z...«
Fraatis.