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melche eine entsprechende Anschwellung dev zugehörigen Flu߬
läufe zur Folge hatten.
Da das Minimum überall bedeutend höher als jenes im
voraufgegangenen Dezember und November liegt, so ist hieraus
die größere Wasserführung der Flüsse im Januar zu erkennen'.
Sie befriedigte das E r w e r b s t eben insoweit, als es durch
Hochwasser und Eisgang keine Unterbrechung erfuhr, die sich
zwar in allen Flußgebieten bemerkbar machte, aber nur wenige
Tage behaupten konnte. Der Fischerei kam die Klärung
des Wassers nach Beginn des Frostes in der zweiten Monat¬
hälfte sehr gelegen, die auch am Monatsschlusse noch fortdauerte.
Nachstehende Tabelle enthält die zu Duderstadt an der
.Halbe angestellten Beobachtungen. Man ersieht hieraus die
starke Zunahme des Wassers vom Dezember zum Januar. Im
Verhältnis: zu den früheren Januarmonaten hat der letztver¬
flossene ebenfalls einen ziemlich hohen Durchschnittsstand ge¬
liefert.
1
Monat
2.
Niederschläae
3.
Wasserltanb in cm
4.
Sekund¬
liche
Wasser¬
menge
in Litern
. 5.
Erdgehalt
Tage mit
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Marimum
Minimum
rotem
Was¬
ser
klarem
Was¬
ser
Höhe
am
Höhe
am
Oktobr. 02
63
16
19,4
21
21.
16
4.
136
9
22
'Novbr. 02
5
7
16,1
18
9.
14
23.
117
30
Dezem. 02
78
18
15,9
21
27.
11
16
115
15
16
Januar 03
32
10
19,2
23
6.
17
21.
135
11
20
02
53
20,4
23
21.
19
31.
143
16
16
„ 01
49
19,5
25
27.
16
19.
137
12
19
„ 00
75
GO
V]
22
23.
16
16.
132
26
5
„ 99
70
17,1
23
17.
13
11.
123
13
18
„ 98
42
15,5
19
25.
13
13.
117
6
25
„ 97
12,6
20
1.
10
26 .
101
4
27
Bau einer Thalsperre im Geigenbachlhale zur
Wasserversorgung der Stadt Plauen.
(Fortsetzung.)
Endlich ist noch eine kleine Turbinenanlage mit
D y n a m o m a s ch iit e für Erzeugung elektrischen Stromes zu
erwähnen. Es liegt nahe und erscheint wirthschaftlich vortheil-
haft, das dem oberen Staubecken entnommene Wasser 'vor seinem
Eintritt in das Bachbett Arbeit verrichten zu lassen, indem man
die bedeutende Druckhöhe nusnutzt. Der Fußpunkt der Sperr¬
mauer liegt auf Höhe 556, der mittlere Stauspiegel des oberen
Beckens auf Höhe 586; es steht also ein Gefälle von rund
30 m zur Verfügung. Die jährliche Abflußmenge betrügt für
das obere Staubecken (laut Tabelle VII) 1715000 kbm
d. i. für 300 Arbeitstage eine tägliche Menge von rund 5700
kbm, gleich 66 Ski. während 24 Stunden oder 132 Ski.
während 12 Stunden. Das bedeutet eine ausnutzbare Kraft
Don 18 PS. effektiv während 24 Stunden oder 36 PS. eff.
während 12 Stunden. Diese Kraft genügt nicht allein für die
mothwendige Beleuchtung der Thalsperre, die ja nur eine ge¬
ringfügige zu sein braucht, sondern sie kann auch entweder dem
Dorfe Werda oder einen: vermmhlich in der Nähe der Sperre
entstehenden Restaurationsgebäude gegen Entgelt zur Verfügung
gestellt werden. Die Kosten der Einrichtung sind keine er¬
heblichen. Die Kraft kann übrigens leicht auf 50 PS. ge¬
hracht werden, wenn die Druckleitung noch eine Strecke
am Berghang thalabwärts geleitet und die Kraftstation
etwa 300 m unterhalb der Sperrmauer, erbaut wird. Dadurch
wird die Drnckhöhe um 10 m, die Kraft um 12 PS. vermehrt.
Ja, man könnte noch weiter gehen und daran denken, auch die
den: Trinkwasserbecken entnommene Verbrauchsmenge, ehe man
sie auf die Filter leitet, für Kraftzwecke auszunutzen; die damit
gewonnene Kraft würde das drei- bis vierfache der in: Vor¬
stehenden berechneten ausmachen. Ich möchte jedoch die Erör¬
terung, ob und inwieweit diese Kraftausnutzung wirthschaftlich
vortheilhaft und hygienisch unbedenklich ist, nicht mit der heu¬
tigen Vorlage verbinden, sondern behalte mir vor, noch genaue
Ermittelungen anzustellen und gegebenen Falls dem Stadtge¬
meinderath hierüber besondere Vorlage zu unterbreiten.
Die Kosten der Anlage beziffern sich auf 3600000
Mk. Hiervon entfallen, einschließlich des Preises für Rittergut
Werda, 735000 Mk. auf Grunderwerb. Letzterer ist in der
Hauptsache bereits bewirkt, jedoch noch zu ergänzen. durch den
Ankauf eines Theiles der Pfarrlehnsgrundstücke in Werda. Deu
vorläusige Kauf ist bereits abgeschlossen und hat die Geneh¬
migung der Kircheninspektion in Werda und des Landeskonsisto-
riurns gefunden; es erübrigt nur noch die Genehmigung durch
den Stadtgemeinderath. Der Preis ist in der Kostenberechnung
inbegriffen. Ferner ist noch ein Stück des Geigenbachlaufes,
das sich im Besitz der Gemeinde Poppengrün befindet und zum
allergrößten Theil in die überstaute Flüche des oberen Stau-
beckerts füllt, anzukaufen. Die Kaufsverhnndlungen hierüber
schweben noch, insofern die Gemeinde 7000 Mk. • fordert, der
Stadtratb aber 6000 Mk. für angemessen erachtet. In der
Kostenberechnung ist. der Vorsicht wegen die größere Summe
eingesetzt. Endlich, muß noch darauf hingewiesen werden, daß
Verhandlungen mit Herrn von Trützschler auf Dorfstadt zu
führen sind wegen der Durchleitung des Reinwasserzuleitungs¬
kanals, wegen Abtretung des Wasserbezuchsrechtes an die Stadt
und wegen Verzichtes auf die Bebauung seiner Grundstücke.
Es läßt sich z. Zt. noch nicht übersehen, welcher Art die hier¬
aus der Stadt erwachsenden Verpflichtungen sein werden, bezw.
wie hoch sich die einmaligen oder jährlichen Gegenleistungen
der Stadt beziffern werden. Deswegen konnte bei Aufstellung des
Kostenanschlages hierauf keine Rücksicht genommen werden. Jeden¬
falls steht aber zu erwarten, daß die Höhe dieser Leistungen keine
derartige sein wird, als daß sie nicht schon durch einen geringer:
Mehrverbrauch ausgeglichen werdenwürde, geschweige, daß sie einer:
entscheidender: Einfluß auf die Annehmbarkeit und Aus¬
führbarkeit des Entwurfes Haber: könnte.
Die Koster: der gesammten Anlage stellen sich, wie mar:
sieht, nach dem neueren, eingehend bearbeiteter: und veran¬
schlagten Entwürfe wesentlich höher, als ich früher ange-
rrommen habe. Die Erklärurrg dafür liegt in dem Uirrstande,
daß bei dem Kostenüberschlage des erster: Entwurfs der Mauer¬
preis für 1 vkiw irrthümlicher Weise zu gering gegriffen war,
daß ferner keine Bauzirisen eingesetzt und kein genügend hoher
Betrag für unvorherzusehende Arbeiter: vorgesehen waren. Und
doch muß gerade bei dieser Arbeit sehr mit Zufälligkeit der
Witterung und deren Einfluß auf der: Wasserstnnd in: Gei-
ger:bach gerechnet werden. Endlich aber ist die Anlage zweier
gesorrderter Staubecken und die darrüt zusammenhängende Noth-
wendigkeit mehrerer Bauwerke, wie Heberleitung, Ueberfall u.
s. w. die Ursache der Kostenerhöhung. Trotz dieser letzterer:
aber ist die Erweiterung des Wasserwerks in Form der Thal¬
sperre noch billiger, als wenn die gleiche Tagesnrenge vor:
12-—14000 cbm mittels Grundwasserleitungen beschafft werden
sollte. Erwägt man, daß die Beschaffung des vierten Theiles
dieser Menge der Stadt schon rund 2000000 Mk. gekostet
hat, so wird man meine Behauptung gerechtfertigt finden.
Eine Rentabilitätsberechnung anzustellen, ist
insofern eine rnißliche Sache, als es eben an genügend genauer
Unterlage bezüglich des künftigen Bedarfes fehlt; ebenso ist es
schwierig, den Werth in der Rechnung einzufügen, welchen <trie
von der Stadt angekauften und nicht zun: Bau benöthigten
Grundstücke haben, weil diese, jetzt erst kaum aufgesorstet oder
in nächster Zeit erst zur Aufforstung bestimmt, erst nach einigen
Jahren Erträgnisse liefern werden. So viel aber läßt sich
doch schon durch eine oberflächliche Rechnung übersehen, daß