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Nr. 1. 1908
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Archiv für rationelle Therapie.
rade den richtigen Ton gefunden hat, welcher so richtig das Herz
Briefliche bewegt und den Verstand trifft, nicht kürzen. Dann dieser schla-
Rehandlung. gende Beweis füi die briefliche Behandlung, welcher das sprechend¬
ste Beispiel für unseren Artikel über die Fernbehandlung ist, den
wir in der von uns redigierten »Freien Heilkunst« veröffentlicht
haben, gegen die Machinationen einer eifersüchtigen Aerzteschaft
welche ä tout prix die briefliche Behandlung verboten wissen will.
Auch die erblindete Arbeitersfrau hat ihr Augenlicht wieder erhalten,
sieht wieder, arbeitet wieder, und ist nicht verurteilt zu der schreck¬
lichen ewigen Nacht, die doppelt schrecklich für den ist, der das
Licht gekannt hat. Auch ihre Briefe schildern in herzbewegender
Einfachheit, den Erfolg der Behandlung, und »was und wo sie schon
alles ge- und verdoktert« hat. Darum haben wir auch diesen Pas¬
sus nicht unterschlagen, (diese Bescheidenheit wäre uns unehrlich
vorgekommen.) Oder hätte vielleicht diese doppelt arme Frau blind
bleiben sollen, weil man die briefliche Behandlung als Schwindel
verurteilt? In Zukunft werden, falls das Verbot der Fernbehand¬
lung durchgeht, alle Unbemittelten verurteilt sein, sich der beschränk¬
ten (localen) ärztlichen Behandlung zu unterwerfen, und ist es ihnen
nicht mehr erlaubt, auf brieflichem Wege Hilfe zu suchen, und die
Reise kann sich nur der Reiche erlauben. Oh der arme Arme.
Sollte irgend Jemand, dem diese Zeilen zu Gesichte kommen, sich
zu Gunsten der brieflichen Behandlung überzeugen wollen, so ge¬
ben wir ihm gerne die Adressen, wenn er uns versichert, sie nur
zu ehrlichen Zwecken verwenden zu wollen; dass wir die Betref¬
fenden nicht Chicanen aussetzen wollen, denen sie unbedingt aus¬
gesetzt wären, wenn wir ihre Namen öffentlich nennen würden,
kann man uns nicht verargen.-Die weitere Behandlung der
Frau Sch. richtete sich nun in erster Linie auf die Verhütung einer
Fehlgeburt. (Fortsetzung folgt.)
• An unsere werten Leser! Ü
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Der Herausgeber: Der Verleger:
| M. E. G. GOTTLIEB. KARL ROHM.
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Druck von Karl Rohm in Lorch (Württembergj.