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Nr. 3. 1908.
48 Archiv für rationelle Therapie.
kann ich berichten, dass ich mich ganz ausserordentlich wohl fühle,
was ich mit unbegrenzter Dankbarkeit gegen des himmlischen Vaters
Güte empfinde, dass Er endlich das Mittel und die Wege wies, die mir
helfen konnten. Möge Ihnen der Herr vergelten, was Sie der armen
Menschheit Gutes tun, mit all Ihrer Kraft, Ihrem Verstände und
Ihrer Liebe.
16» Febr. 08. Freue mich ungemein, Ihnen mitteilen zu dürfen,
dass es unserem lieben Kinde seit Genuss Ihrer ausgezeichneten Mittel
wieder sehr gut geht. Ich befürchtete schon das Schlimmste und war¬
tete mit Sehnsucht auf Ihre so oft bewährte Hilfe; wollte schon einen
hiesigen Arzt herbeiziehen, um im schlimmsten Falle etwaigen Vorwürfen
der »lieben Nächsten« zu begegnen. Nun ist gottlob die Gefahr glück¬
lich beseitigt, und wir sind von aller Angst befreit* Der Kleine isst
und trinkt mit grösstem Appetit, und ist so lustig und heiter wie zu¬
vor* Aber noch ist es ihm am liebsten im Bett, wo ihm die gleich-
mässige Wärme sehr gut tut. Wir hatten ein paar sehr schöne, warme
Tage, an denen er ein paar Stunden in der warmen Sonne auf einem
südlich gelegenen Balkon verweilte, doch bekam er am zweiten Tage
ganz rasende Zahnschmerzen, jedenfalls von einem rauhen Winde; ist
doch das Wetter in dieser Jahreszeit allzu trügerisch. Ich legte ihn zu
Bett, machte ihm mit ein paar Strichen eine kalte Abwaschung und
legte ihm Wärmekrucken an die kalt gewordenen Füsse; es wurde der
Schmerz wohl wieder etwas weniger, aber erst nach Einnehmen Ihres
Pulvers Nr. 2 stellte sich wohltätiger Schlaf mit vollständigem Ver¬
schwinden der Zahnschmerzen ein. Nun ist der Kleine seitdem nie
mehr belästigt davon. Harn und Stuhlgang ist regelmässig und normal,
Appetit und Schlaf sehr gut. Hoffen wir nun weiter das Beste.-
Ich war sehr erstaunt, meine an Sie gerichteten Briefe in Ihrem
geschätzten Blatte wortgetreu nachlesen zu können. Es würde mich
freuen, wenn diese einfachen Zeilen dazu beitragen möchten, Ihrer so
ausserordentlich günstig wirkenden Fernbehandlung neue Freunde zu
gewinnen und die Menschen von einem toten Vorurteil befreien könnten.
Warum sollten Sie nach genauer Kenntnis der betreffenden Sachlage
nicht im Stande sein, mit Ihrer Diagnose und den entsprechenden
Mitteln das Richtige zu treffen; das sind eben nur Vorurteile gewisser
Menschen, die vielleicht auf trüben Erfahrungen beruhen, die sie mit
gewissen, schwindelhaften Mitteln und Arzneien gemacht haben. Deshalb
darf man das Kind nicht mit dem Bade ausschütten, und Probieren geht
übers Studieren. Ich glaube, dass mancher einsichtsvolle Arzt zu dieser
Erkenntnis gelangen wird, wenn er sich die Mühe gibt, in dieser Sache
auch zu lernen« u. s. w.
Druck von Karl Rohm in Lorch (Württemberg).