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Archiv für rationelle Therapie. Nr. 5. 1908.
würden? — Hier möchte ich nochmal erwähnen, dass ich seither auch
mit Reichenhaller Aetherischem Latschenöl inhaliert habe, was einen
gleichen Erfolg haben soll.
Der Apparat soll ein neues System sein, mit Vorzügen vor vielen
andern. Da ich das nicht so beurteilen kann, erlaube ich mir Ihnen
den Prospektus mitzusenden, mit der höflichen Bitte ihn einmal anzu-
sehn. — Da ich, um die Kur sehr wirksam zu machen, nichts versäumen
will, so bitte ich um Ihren Rat .diesbezüglich und folge ihm gern!
Sollten Sie Lignosulfit vorziehen, so bitte ich um Zusendung 1 Flasche
des Präparates und entsprechende Literatur dazu.
Mit herzlichen Dank für Ihre Mühe, grüsst achtungsvollst A. P.
Bad G., den 30. Juni 1907. Werter Herr! — Weitere acht Tage
sind herum und der Termin da, um Nachricht über mein Befinden zu
geben. In den letzten Tagen nahm ich nur 1 Tropfen abends und
Pulver morgens. Die Wirkung war bis heute, wo das Wetter
feuchtkalt, in sofern gut, als ich mich wohl fühlte, mit
freier Atmung aufsein konnte. In den warmen, windstillen
Tagen ging ich auch, ohne Schaden, 1 Stunde langsam
spazieren. Wenn das so anhielte, hätten die Mittel wunder-
gnosulfit. bar gewirkt und nicht am wenigsten das Lignosulfit,
Wenn ich mich recht nahe an den Teller setze, spüre ich bei ge¬
ringem Hustenreiz sofort die Wirkung; der Katarrh löst sich leicht!
Heute Nacht ging es zum ersten Male nicht gut, wachte an Atemnot
auf, und auch heute am Tage fühle ich mich nicht frei wie sonst. Dies
kann man wohl dem ungünstigen Wetter zuschreiben? Jedenfalls halte
ich mich ruhig und bleibe auf dem Zimmer, bis ich mich wieder wohl
fühle; sind Sie damit einverstanden? — Soll ich die Mittel weiter so
nehmen? — Mit Hochachtung grüsst A. P.
N., 7. August 1907*). Werter Herr Gottlieb ! — Auf Ihren liebens¬
würdigen Rat hin, bin ich also nach keinem der beiden Bäder gereist,
doch da meine Eltern meinen Weggang von G. wünschten, habe ich
doch meinen Wohnort gewechselt. Da meine Schwester hier in N. sehr
günstig w T ohnt, hoch am Berg von Gärten umgeben, glaubten wir den
Wechsel ohne Schaden vornehmen zu können Und wirklich geht es
mir weiter sehr gut! Helfe bischen im Haushalt mit, was mir ausge¬
zeichnet bekommt. Ihren Rat mich doch noch von Ihnen untersuchen
zu lassen, werde ich bald befolgen.
Wie ich sehe, dass mein Befinden auch hier dauernd gut bleibt,
werde ich die Reise wagen. Vor ihr fürchte ich mich etwas, weil das
Bahnfahren mir bis jetzt immer schadete. — Die Tropfen nehme ich
noch immer — soll ich so weiterfahren; morgens nüchtern Pulver,
abends 3 Tropfen. — Mit achtungsvollsten Grüssen Ihre A. P.
*) Die dazwischen liegenden Berichte sind ausgelassen, da sie weniger von In¬
teresse sind.
Druck von Karl Rohm in Lorch (Württemberg).