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ARCHIV
für rationelle Therapie
hauptsächlich
Homöopathie, physiologische Biochemie, Naturheilkunde, Diätetik,
Hygiene, Magnetismus und Psychiatrie.
Herausgegeben und redigiert von M. E. G. Gottlieb, H eidelberg — Handschuhsheim.
J\2 7.
Jeden Monat erscheint eine Nummer.
1908.
Bezugspreis für einen Jahrgang 3 Mark.
3. Jahrgang.
(2. Band.)
Juli.
Druck & Verlag von Karl Rohm in Lorch (Württemb.)
Manuskripte und Anfragen, den Inhalt der Zeitschrift betreffend, sind nur an den Heraus¬
geber zu adressieren. — Abonnements, Inserate, Zahlungen wollen dagegen nur an den
Verleger adressiert werden.
Die Therapien.
Ihre Bedeutung, Unterschiede, Grundgesetze und Berechnungen zum
Heilerfolg.
Der Heilmagnetismus. — Von M. E. G. Gott lieb.
Schluss. Alle Rechte Vorbehalten.
Mancher wird wohl einwenden, dass das, was wir als per¬
sönlichen Magnetismus definieren, Hypnotismus sei, allein er ist es Hypnotismus,
nicht. Verfeinerter Hypnotismus kommt wohl nahe an das heran,
so dass seine Unterscheidung nicht ganz leicht sein dürfte, aber
grober Hypnotismus erweist sich als ganz etwas anderes. Letzterer
ist von gewalttätigem Einfluss; er sucht auf jede Art sein Ziel zu
erreichen. Er sucht sein »O p f e r« zu lähmen, entweder durch den
Befehl des Anstarrens, die normale Funktion der Sinne und Ver¬
stand störender Gegenstände oder durch einen den Eigenwillen
niederzwingenden Blick, wie auch durch lähmenden Einfluss des
Atems oder den Duft der Handflächen, welchen das Opfer genötigt wird
einzuatmen. Diese Art der Einwirkung hat etwas von dem der
Schlangen an sich, welche auch ihr Opfer lähmen, um es ohne
Widerstand verzehren zu können. Es ist klar, dass diese abstossende
Form des Hypnotismus meistens geschickt verdeckt wird, so dass
man sie nicht bemerkt. Ausserdem ist es in den meisten Fällen
nicht möglich nachzuweisen, ob es Hypnotismus oder persönlicher
Magnetismus ist, was wirkt. Hier spricht meistens die eigene Em¬
pfindung das Urteil; da diese aber ganz subjektiv ist, und grossen-
teils auf Sympathie oder Antipathie beruht, ist sie absolut nicht be¬
weiskräftig und hat somit nur einen relativen Wert. Ausserdem
kommt noch dazu, dass sich der Ausübende selbst nicht darüber
klar ist, mit welchen Kräften er wirkt. Häufig mag es persönlicher
Magnetismus sein, welchen er ausübt, und in einem Fall, wo es
ihm nicht gelingen will, bestimmt ihn Liebe, Sympathie oder Inter-