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Archiv für rationelle Therapie.
Nr. 9. 1908.
wohnt, indem die Betreffenden Sommer und Winter immer das
Katzenfell anhatten und schliesslich nicht mehr entbehren konnten.
Zootherapie. Häufiger als man allgemein annimmt, ist die Applikation eines
lebenden Tieres im Gebrauch, und diese bringen oft die allerbeste
Linderung. Man legt sich gewöhnlich zu Bett oder in einen be¬
quemen Lehnstuhl und nimmt sein Haustier zu sich, was diese ja,
wenn sie recht anhänglich sind, sich gern gefallen lassen. Man
richtet es so ein, dass das Tier, in den meisten Fällen eine Katze,
auf den kranken und schmerzhaften Teil zu liegen kommt. Die
Erfolge sind oft wunderbar. Das ist aber auch ganz natürlich, denn
es kommen da eine ganze Anzahl günstiger Faktoren vorteilhaft
kombiniert zur Anwendung. Keine Wärmeflasche ist so schmieg¬
sam. Nichts hält so gleichmässig die Wärme, die weder zu trocken,
noch zu feucht ist. Zugleich geniesst man die angenehmen Wir¬
kungen tierischer Elektrizität und Magnetismus.
Auf Grund des Vorstehenden begreift man auch die ausge-
Prof. jaeger zeichneten Wirkungen der Prof. Jaeger’sehen Wollwäsche. Gar man-
Wollwäsche. c her ist seinen Rheumatismus oder seine Gicht losgeworden, der
sich entschlossen hat, die Jaeger’sche Wollwäsche zu tragen.
Clöters Ein vorzügliches Mittel ist auch das ClötePsche Antiphlogist,
Antiphlogist. <jas dem Guttaperchapapier sehr ähnlich sieht. Die beste Applika¬
tion ist folgende: Auf das schmerzende Glied oder die schmerzende
Stelle macht man zunächst einen Umschlag von Citronenwasser,
den man etwa V 2 Stunde liegen lässt. Nachdem trocknet man die
Stelle nicht vollständig ab, so dass sie noch etwas feucht bleibt und
legt darauf sofort ein Stück Antiphlogist, das in der Grösse etwas
die schmerzenden Stellen überragt. Es saugt sich dann sofort fest
und bringt bald Linderung. Es verhütet sogar schwere Komplika¬
tionen. In einem Falle einer Knochenhautentzündung hat es diese
zum baldigen Heilen gebracht. Man kann es so lange liegen lassen,
bis es von selbst abfällt. Häufig kann man nach sauberem Ab¬
waschen dasselbe Stück nochmals mit der Rückseite gebrauchen.
Mit Antiphlogist sind wir schon bei den teilweise feuchten
Anwendungen. Als solche sind sehr beliebt und zweckmässig:
Einpackungen von gebrühten Kleien, Kamillen oder Heublumen, die
so heiss als möglich aufgelegt werden. Solche Packungen müssen
möglichst warm gehalten und darum oft erneuert werden.
(Fortsetzung folgt.)
Briefkasten.
G. in Sch. Gute Mittel für A s t h m a gibt es in der Homöopathie verschiedene.
Am häufigsten wird in den Lehrbüchern Ipecacuanha und Arsenicum empfohlen.
Dr. von Gerhardt sagt, Lobelia inflata wirke besser. Grindelia robusta bewährt
sich auch sehr gut. Beginnt das Asthma mit Schnupfen oder Niessen, dann ist
Cyclamen ein vorzügliches Mittel. Das Aufstellen von Lignosulfit ist sehr beliebt
und hülfreich. Es ist allerdings kein homöopathisches Mittel. G.
Auf der diesjährigen Hauptversammlung des Bundes für freie Heilkunst im
September in Berlin wurde dem Herausgeber dieser Zeitschrift wieder Präsidium
und Bundesleitung übertragen. Vier Tage dauerten die wichtigen Beratungen über
die Massnahmen gegen das drohende Gesetz betr. die freie Ausübung der Heilkunde,
welches ein konkurrenzloses Monopol für Patentärzte bezweckt. Bericht und Auf¬
klärungsschriften versendet der Herausgeber an Interessenten und Gesinnungs¬
freunde gratis.
Druck von Karl Rohm in Lorch (Württemberg).