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ARCHIV
für rationelle Therapie
hauptsächlich
Homöopathie, physiologische Biochemie, Naturheilkunde, Diätetik,
Hygiene, Magnetismus und Psychiatrie.
Herausgegebe
n und redigiert von M. E. G. Gottlieb, Heidelberg-Handschuhsheim.
JK 11.
November.
Jeden Monat erscheint eine Nummer.
Bezugspreis für einen Jahrgang 3 Mark.
Druck & Verlag von Karl Rohm in Lorch (Württemb.)
1908.
3. Jahrgang.
(2. Band.)
Manuskripte und Anfragen, den Iniialt der Zeitschrift betreffend, sind nur an den Heraus¬
geber zu adressieren. — Abonnements, Inserate, Zahlungen wollen dagegen nur an den
Verleger adressiert werden.
Die Therapien.
Ihre Bedeutung, Unterschiede, Grundgesetze und Berechnungen zum
Heilerfolg.
Physikalische Therapie. Von M. E. G. Gottlieb.
(Fortsetzung.) Alle Rechte Vorbehalten.
Das Gebiet der inhärenten funktionellen Leistungsfähigkeit und i nne -
Funktionsstörungen, zu welch’ letzteren auch ungewöhnlich ge- wohnende
steigerte Leistungsfähigkeit gehört (so fremd dieses klingen mag), funktionelle
ist noch bei weitem zu unbetreten und unerforscht, als dass sich L ® lstun ? s *
da mit einiger Sicherheit Normen aufstellen liessen, nach denen fähl 8 keit -
jeder Techniker arbeiten, oder nach denen man sich einige tech¬
nische Fertigkeit aneignen könnte. So lange wir darüber noch
keine Normen haben, die auch ganz genau wohl nie aufzustellen
sein werden, muss die künstlerische Fähigkeit und Intuition in der
Beurteilung entscheiden. Das wird immer eine Gabe bleiben. Es
ist hier nicht der Platz, darüber eine Abhandlung zu schreiben, dazu
werden wir noch im Artikel über das Wesen der Krankheiten
kommen, aber hierher gehört der Gesichtspunkt dieser Sache und
er will und muss in Betracht gezogen sein.
Allen Büchern und Abhandlungen über Gymnastik, Uebungen Systeme,
und Abhärtungen muss man also äusserst kritisch gegenüber stehen. Methoden.
Selbst gegenüber Vorführungen in eigener Person der Vertreter Abhärtung,
dieser Uebungen, seien sie noch so begeistert und noch so über- Uebungen.
zeugend in ihren Darstellungen und Darlegungen, bewahre man sein
besonnenes, abwägendes Urteil. Man frage zunächst einmal, wie
lange der Betreffende seine Methode schon betreibt; und dann über¬
lege und berechne man, wie lange er es noch betreiben kann. Man
ziehe alle Für und Wider in Betracht und erwäge vor allem auch