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Zum Gluck geh
-ein hissxßen
Xudu
Nach wahren Begebenheiten erzählt von Hanns Rein hol
Axel wird zum Glück
C hristo Berk steigt loirgjom die llreppe empor,
die zum vierten Stockwerk eines Hinterhauses
im Berliner Westen emporsührt. Sie must sich
im Halbdunkel des Flurs tief bücken, um die
schmale Karte on her wohnungstllr zu entdecken:
Lrich Hellmann.
Bevor sie zum Rlingelknops greift, strelst sie
die Cuchkappe vom Kops und fährt sich mit der
Hand über das blonde Haar. Sie zögert.
Vann schrillt ein: heiser: Klingel.
„Natürlich liebe ich ihn ... !"
Gleich daraus wird die Tür geöffnet und Lrich
Hellmann steckt seinen Kopf heraus.
„Sie hier, Fräulein Berk!" Die Ueberrafchung
kann er nur schwer verbergen.
Christa Serk tritt ln den dunklen Korridor.
Sie hat nur still genickt und lästt sich von Lrich
Hellmann in die kleine, saubere Stube führen, die
gleich neben der Rüche liegt.
„Ls ist — wegen Axel —", sagt sie und wagt
es kaum, Lrich Hellmann anzusehen.
Ver hat sich ihr gegenüber am lisch nieder¬
gelassen und betrachtet sie nachdenklich. Seine
Hand greift in die Hosentasche und holt dort eine
abgegriffene Zigarettenschachtel hervor, in der «in
paar handgestopste Zigaretten liegen.
„Rauchen Sie!" reicht er ihr die Schachtel hin¬
über und lächelt etwas verlegen, „ich weist nicht,
ob Zhnen das Zeug»fchmecken wird — Sie wissen
ja, ich must sparen ...!"
„Vanke", sagt sie leise und zieht tief den Rauch
der Zigarette ein.
„So", beginnt Lrich Hellmann dann das Ge¬
spräch, „es handelt sich also um Axel. Was hat
er denn wieder angestellt! Hat er wieder Schulden
gemacht! Braucht er Geld!"
Ltwas wie Angst liegt In seiner Stimme.
Christa Berk schüttelt den Rops.
„Rein", sagt sie, „darum handelt es sich nicht.
Ls ist einfach — sehen Sie, Herr Hellmann, es
geht doch nicht so weiter! Axel lebt in den lag
hinein, studiert ein bistchen, bummelt viel, macht
Schulden und — und —"
Lrich Hellmann sieht betroffen aus.
„lieben Sie ihn denn?" fragt er vorsichtig.
„Natürlich", antwortet sie ihm einfach.
Welchen Beruf hat Erich Hellmann?
Axel ist Lrich Hellmanns jüngerer Bruder, der
seit einigen Zähren an der Berliner Universität
die Rechtswissenschaften studiert. Lr kommt mit
seinen Studien nicht richtig vorwärts. Vas liegt
aber nicht daran, dast Axel Hellmann etwa dumm
ist. Rein, er ist einsach verbummelt, lebt ln den
lag hinein, scheut die Arbeit und lästt sich von
seinem Bruder unterhalten.
Christa Berk kennt ihn seit zwei Zähren. Sie
liebt diesen jungen, kräftigen, gesunden Menschen,
und dennoch kann sie ihrer liebe nicht sroh werden.
„Warum arbeitest du nicht, Axel!" hat sie ihn
oft gefragt, und er hat dann stets ärgerlich ab¬
gewinkt.
„Bitte, halte mir keine moralischen Stand¬
pauken", hatte er immer daraus erwidert, „das
besorgt schon mein Bruder Lrich zur Genüge!"
„Hat er nicht ein Recht dazu, Axel! lebst du
denn nicht von seinem Seide!"
Va war er wütend geworden und einfach davon-
gelausen.
Mehrmals schon hatte sie ihn gebeten, ihr seinen
Bruder vorzustellen. Stets hatte er es abgelehnt.
Aber eines lages, als sie Axel mittags von der
erzogen
Universität abholte, hatten sie zusammen seinen
Bruder Lrich zufällig getroffen. Vaher kannte
Christa jetzt auch ihn.
Lrich Hellmann sieht sie fragend an.
„Zch möchte Zhnen gern helfen. Fräulein Berk",
sagt er, „ich freue mich ja unendlich darüber, Last
es einen Menschen aus der Welt gibt, der an
meinen Bruder glaubt. Zch weist, dast Axel im
Grunde seiner Seele ein anständiger Mensch ist.
Sie haben recht, es must etwas geschehen. Ltwas,
was seinen falschen Stolz bändigt, was ihn lehrt,
die Arbeit zu schätzen..."
Lin schrecklicher Hustenansall zwingt ihn zur
Unterbrechung.
Christa Berk ist erschrocken aufgesprungen.
„Um Gottes willen ..."
Lr winkt müde ab.
„lassen Sie nur, Fräulein Berk, es geht schon
wieder." Ltwas mühsam erhebt er sich, die
Weckeruhr aus dem Rachitisch zeigt di« siebente
Abendstunde. „Zch must jetzt gehen, Fräulein Berk
— aber ich danke Zhnen für Zhren Besuch — Sie
hören von mir...!"
List als Christa Berk schon lange wieder aus
der Straste steht und auf ihren Dmnibus wartet,
der sie in die elterliche Wohnung bringen soll,
fallt ihr ein, dast sie von Lrich Hellmann gern
einmal gehört hätte, welchen Beruf er eigentlich
ausllbt. Zn seiner Wohnung sah es nicht so aus,
als ob er über besondere Reichtllmer verfügte.
Aber Christa wustte andererseits, dast er feinen
Bruder Axel vollständig unterstützte.
Welchen Beruf hat Lrich Hellmann!
15 000 Mark, aber .. .
Line Woche später erhält Christa Berk eine
Rohrpostkarte von Axel: „Bitte, komme sofort zu
mir. Ls ist etwas passiert."
\Y/~ er möchte nicht
" gern ein gesticktes
Kissen auf den Weih¬
nachtstisch legen? Bei
diesen dreien liier wird
unsere Arbeitslust auf
keine allzu große Probe
gestellt. Bei dem Kissen
— nebenstehend — z. B.
wird das bunte Blüten¬
motiv in einfachem
Spaunstich gestickt. Es
ist etwa 40 zu 56 cm
groß. Das Bügelmuster
S 6261 kostet 45 Pf.
6261
R6262
Das quadratische Kissen aus dunkler
Seide füllt ein runder Mittenteil mit
großem Blütenstrauß. Die vielfarbige
Wollstickerei ist mit ineinander-
greifendem Elaihstiehleicht zu arbei¬
ten. Bügelmuster K 6262 kostet 32 l’f.
Einfacher Kreuzstich, sehr farben¬
reich abgestuft, bringt das Blüten¬
oval des unteren Kissens gut zur
Geltung. Dieses Muster stickt sich
mit bunten Wollfäden über Kanevas
leidi t.Zählmuster S 6263 kostet 45 Pf.
AufuabiuoDi Weller (2), Nehrüii-h
BUNTGESTICKTE
KISSEN
EIN SCHÖNES
WEIHNACHTSGESCHENK
S 6263