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Als Herr Fnrrcr in seinen Ucbcrlcgungen so weit gekommen
war, entschloß er sich, die Lache in Ordnung zu finden, und
reichte seiner Miterbin die Hand. „Ta darf man wohl
gratulieren!"
Tina war zu überrascht und auch zu erschüttert, um gleich
eine Antwort zu finden, mechanisch erwiderte sie den Hände¬
druck. Das; diese nicgckannte Großtante sic bedenken würde,
darauf hatte sic gehofft, als man sic zur Tcstamcntscröffuuilg
nach Luzern bestellte, was von Berlin aus doch immerhin
eine Reise war, aber über ein paar tausend Mark waren ihre
Erwartungen nicht hiuausgegangen. Sie hatte bisher nicht
einmal gewußt, daß cs diese Großtante gab, viel weniger, daß
sic eine so reiche Frau war.
Sie wußte nicht allzuviel von ihrer Familie. Daß ihre
Großmutter Schweizerin gewesen war, darüber hatte der
Pater Wohl gelegentlich gesprochen, da sie aber früh gestorben
tvar — lange vor Tinas Geburt —, hatte sie wenig von ihr
gehört und kaum jemals von den über die ganze Welt ver¬
streuten Gilndolfschcn Geschwistern. Tas Leben ihrer Eltern
war durch die häufigen Versetzungen des Vaters, der Offizier-
gewesen, auch viel zu unruhig, um Familicubezichungeir
sonderlich zu pflegen.
Und nun sandte die unbekannte Großtante plötzlich einen
Goldregen über sie — wie die Fee im Märchen —. Es war
kaum zu fassen. In ihrem Gesicht zuckte cs, und dann rollten
zwei dicke Tränen. „Hätte ich ihr doch im Leben etwas sein
können", sagte sie überwältigt aus tiefer Dankbarkeit heraus.
Ucber das kühle, beherrschte Juristcngesicht des Tr. Stoccklin
ging ein heller Schein.
„Es freut mich, daß dies Ihr erster Gedanke ist, Frau
Wegner. Ich hatte seit fünfzehn Jahren die Ehre, der Rechts¬
berater der Verstorbenen zu sein. Sie war keine alltägliche
Persönlichkeit, wenn auch dem Außenstehenden manches an ihr
absonderlich erscheinen mochte."
„Rein, alltäglich war sic wahrhaftig nicht", bestätigte Herr
Furrer. „Es war ja zuletzt schwer, an sie heranzukommen,
aber Format hatte die alte Dame, das muß man ihr lassen."
Einen Augenblick schwiegen alle drei, dann kam Stoecklin
auf das Berufliche zurück. „Sie nehmen die Erbschaft an, Herr
Furrer?" fragte er formell. Er waudte sich zuerst an ihn, um
Tina Zeit zu lassen, ihre Fassung wiederzugewinnen.
„Jawohl. Als Vertreter der Familie Furrer erkläre ich,
daß wir annehmen", gab Furrer ebenso formell zurück.
„Und Sic, Frau Wegner?"
„Ja. Doch. Natürlich", sagte Tina hastig. „Ich muß mich
nur erst ein bißchen daran gewöhnen", fügte sie etwas
schüchtern hinzu.
Herr Furrer lachte und brach damit den Ernst, der bis jetzt
über dieser Szene gelegen hatte. „Tas geht nachher rasch
genug, rascher als umgekehrt! Und in einem Jahr wissen Sie
schon gar nicht mehr, daß Sie es einmal anders gekannt
haben."
„Daß es umgekehrt sehr schwer ist, habe ich schon erfahren
müssen", sagte Tina lächelnd, „und darum kann vielleicht
niemand sonst begreifen, wie dankbar ich dieser Großtante bin.
Ich möchte an ihr Grab. Wo ist es?"
„In Zürich. In unserem Erbbegräbnis", antwortete Herr
Furrer. „Natürlich haben Sie jederzeit Zutritt."
Tina nickte dankend. Tr. Stoccklin nahm wieder das Wort.
„Die Regelung tvird nicht ganz einfach sein, da Sie Aus¬
länderin sind", sagte er sachlich, „aber mein Büro lvird Ihnen,
soweit es möglich ist, die Verhandlung mit den Behörden ab¬
nehmen. Sie müßten mir natürlich Vollmacht geben."
„Selbverständlich."
„Wie lange gedenken Sie in Luzern zn bleiben?"
„Ich möchte, wenn möglich, übermorgen nach Deutschland
zurück. Ich bin berufstätig und werde an meiner Arbeits¬
stätte im Augenblick sehr gebraucht."
„Nun, ich denke bis morgen vormittag kann alles zum Unter¬
schreiben vorbereitet sein. Wenn ich also bitten darf, morgen
um die gleiche Zeit."
Als sie auf der Straße standen, wußte Herr Furrer offen¬
sichtlich nicht recht, was er mit dieser neuen „Um-sieben-Ecken-
Verwandtschaft" anfangen sollte. „Ich habe mich mit meiner
Frau und meinem Bruder verabredet, die natürlich gern
wissen wollen, was los ist", sagte er etwas verlegen. „Ich
weiß nicht, ob Sie. . . ."
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VV^ie gerne schmückt sich die
Frau mit neuen Modeschöpfungen
Die geschmackvolle Frau weiß, wie gut sie der hauch¬
dünne FTO-Strumpf kleidet. Zu jedem Kleid wird sie
die passende Farbtönung linden. Auch Sie fühlen sich
wohl in dem FTO-Strumpf aus erlesenem Material
FTO
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