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„O nein, gewiß nicht", unterbrach Dina hastig. „Das heißt,
jetzt nicht, später natürlich gern", verbesserte sic sich höflich.
„Jetzt möchte ich am liebsten irgendwo ganz allein sein",
setzte sic aufrichtig hinzu.
„Das kann ich verstehen", Herr Jurrer überlegte. „Kennen
Sie das Löwendenkmal?"
Sie schüttelte den Kopf. „Ich bin zum ersten Male in
Luzern."
„To. Na, dann würde ich Ihnen raten, cs sich anzusehen.
Es lohnt sich Ivirklich. Das heißt, wenn man allein ist. Wenn
die Fremden mit ihren Kameras hcrumstehcn nnd sich jeder
zweite mit dem sterbenden Löwen im Hintergrund der Nach¬
welt überliefert, dann ist cs schlimm. Aber jetzt im September
und zu Mittag, da können Sic Wliicf haben. Da wäre es viel¬
leicht gerade das, was Sie brauchen. Dort, gleich links die
Straße entlang — gar nicht zu verfehlen."
„Vielen Dank."
„lind alsdann — wenn Sie mal nach Zürich kommen —."
„Werde ich mich gerne melden."
Sie schüttelten sich freundschaftlich die Hände, und dann ging
Dina den ihr bczeichneten Weg. Sie hatte tatsächlich Glück:
der Fremdenstrom, der sonst durch lärmende Betriebsamkeit
den Eindruck der Stätte stört, fehlte. Nur der Aufseher stand
wie immer am Eingang.
Dina ließ sich aufatmend auf die Bank sinken, die dem Denk¬
mal gegenüber stand. Sic nahm den Hut ab und legte ihn
»eben sich; erst jetzt fühlte sie, ivie heiß und erschöpft sic war.
Dann hing ihr Blick an Thorwaldsens Meisterwerk. In
ergreifender Majestät hob die Gestalt des sterbenden Löwen
sich aus der Felswand. Der kleine Teich im Bordergrund
bildete in seiner friedvollen Stille einen kvirkungsvollen
Gegensatz zu dem düsteren Ernst des Denkmals. Wasserrosen
trieben mit geöffneten Kelchen auf seiner ticsgrüncn Flüche,
flirrende Libellen schossen eilig auf und nieder, leise zwit¬
scherten die Vögel, in den kleinen Kiosken des Hintergrundes
rührte sich nichts, und der Aufseher am Eingang lehnte so
regungslos an der Mauer, als sei er ein Teil von ihr ge¬
worden.
Wie lange Dina so gesessen hatte, wußte sie nicht. Sie war
Herrn Fnrrcr dankbar, daß er sie hierhergewiesen. Nach den
Aufregungen der letzten Tage empfand sie die wohltuende
Ruhe der Umgebung als seelische und körperliche Erholung.
Sie beugte sich etwas vor und versuchte die Inschriften zu
entziffern. So — 1er — ti — ami — co — rum buchstabierte sie
langsam. Amicorum — das hat sicher cttvas mit ami —
Freund zu tun, überlegte sie, und damit sprangen ihre Ge¬
danken wieder ab. Freund, Freundschaft — hatte sic eigent¬
lich jemals Freunde gehabt, wirkliche Freunde, nicht nur, tvas
man gesprächsweise so nennt. Sie schüttelte unwillkürlich
den Kopf. Bekannte, ja, Bekannte hatte sie, mehr als genug,
besonders während der kurzen Zeit ihrer Ehe. Joe halte
immer eine Unmasse Menschen, die er seine Freunde genannt,
herangeschleppt; aber nach kurzer Zeit waren sic alle wieder
in der Versenkung verschwunden, um neuen Freunden Platz
zu machen. Dina hatte vor diesen Leuten eigentlich immer
etwas Angst gehabt: Sie waren so sicher und so laut gewesen,
hatten ununterbrochen geredet. Aber Joe hatten sic gefallen.
Joe, ihrem Manne, der eigentlich auch ihr Freund hätte sein
müssen und sie doch verraten hatte, als eine andere ihm besser
gefallen hatte. Eine von der Art dieser Taisy Davis war cs
gewesen. Sie hatte ihn frcigcgcbcn, Elaudine Wegncr hätte
einen Mann, dem eine andere mehr bedeutete, niemals ge¬
halten. Nur das Herz, das war nicht so stolz, das hielt im
geheimen immer noch an dem Manne fest, der ihre erste und
einzige große. Liebe war, obwohl er es kvahrlich nicht ver¬
diente; denn als die Scheidung ausgesprochen war, stellte es
sich herails, daß auch Dinas kleines Vermögen vertan, verspielt
war.
Nein, ein Freund war er nicht gewesen, aber heute hatte
sie erfahren, was Freundschaft ist. Es war die Freundschaft
einer Toten. Aus den einfachen Worten des Testamentes
hatte ein Verstehen gesprochen, wie nur gemeinsames Schicksal
cs geben kann. Das; diese unbekannte Verwandte mit ihrem
Gelde zugleich dieses Verstehen gab, das war das Schönste und
das Größte daran.
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heiter und froh
sind auch Sie,
wenn Sie
Stirn u mens
verwenden
W e olt begegnet man In der Geschichte der menschlichen Schmerzen und Leiden
dem Satz; „Daran Ist nichts zu andern, damit muß man sich eben abtinden."
Aber auch heute findet dieser Satz noch oft genug Anwendung, wenn von den
Beschwerden und Schmerzen, die viele Frauen
In allmonatlicher Wiederkehr ertragen mUssen,
die Rede Ist.
Von ihnen befreit man sich durch
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