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Es war tatsächlich ein Zufall, das; der erste Flugleitcr von
Biringen in dem Augenblick die kleine Vorhalle kreuzte, in dem
Dina nach erfolgter Zollabfertigung durch eben diese Halle
ins Restaurant gehen wollte. Er erkannte sie sofort — sie trug
außerdem desselbe Kostüm — und grüßte höflich. Sie dankte
mit dem gleichen Lächeln, das ihm schon vor drei Tagen so gut
an ihr gefallen hatte, und dieses Lächeln war schuld, daß er
bei ihr stehenblieb. „So bald schon wieder zurück, gnädige
Frau?«
„Ja. Ich habe wenig Zeit und außerdem alles erledigt —
vorläufig wenigstens.«
„Hoffentlich hat sich der Zwischenfall hier nicht als böse Vor¬
bedeutung erwiesen.«
„Im Gegenteil", sagte Dina lebhaft, „mein Leben hat sich
durch diese Reise ebenso überraschend wie erfreulich geändert.«
Er sah sie prüfend an. Ihr Gesicht hatte einen frohen Schein,
cs fehlte der resignierte Zug, der neulich da war. Aber dos
war schließlich unter den Umständen kein Wunder gewesen.
Dennoch — sie war unstreitig verändert. Ob sic sich verlobt
hat, dachte er und war sich selbst nicht klar über das leise Un¬
behagen, das er bei diesem Gedanken empfand, denn eigentlich
ging die Frau ihn doch nicht das geringste an.
„Darf man zu dieser Veränderung gratulieren?« fragte er
etwas steif.
„Und ob Sie das dürfen. Ich habe eine Erbschaft gemacht«,
fügte sic strahlend hinzu.
Also das war es! „Oh, da gratuliere ich aber wirklich«,
sagte er aufrichtig, „doch sicher eine Erbschaft, mit der Sie nicht
gerechnet hatten?«
„Nein, weiß Gott nicht. Es ist mir manchmal noch, als ob
ich träume, und dann habe ich Angst, wieder aufzuwachen.«
Sie ist so natürlich, dachte Holk weiter, das ist es auch, was
ihr Lächeln so anziehend macht. Sie gefällt mir wirklich gut.
Eigentlich wäre es meine Pflicht, den schlechten Eindruck von
Biringen etwas zu verwischen. (Das war zwar Unsinn, aber
darauf kommt es iu einem solchen Fall schließlich nicht an.)
„Wenn Sie nach Berlin wollen, haben Sie eine sehr un¬
günstige Verbindung genommen«, sagte er, „zwei Stunden
Aufenthalt. Das durchgehende Flugzeug fliegt morgen.«
„Ich weiß«, nickte Dina. „Aber ich konnte nicht eher; ich
hatte heute vonnittag noch in Zürich zu tun, und wenn ich um
7 Uhr in Berlin bin, ist es früh genug. Die zwei Stunden
jetzt werden auch vorübergehen. Ich sehe mir ganz gern das
Leben auf dem Flugplatz an, nur schade, daß ich so wenig
davon verstehe.«
„Wenn es Sie interessiert, will ich mich auf eine halbe
Stunde frei machen und Ihnen den Betrieb etwas erklären«,
hakte er prompt auf das Stichwort ein.
„Das wäre wirklich nett von Ihnen«, sagte Dina erfreut.
Sie fand diesen Mann ebenfalls sympathisch und hatte außer¬
dem nicht vergessen, daß sein Eingreifen ihr die peinliche
Körperuntersuchung erspart hatte.
„Vielleicht suchen Sie inzwischen einen Platz, ich komme in
spätestens einer Viertelstunde und leiste Ihnen Gesellschaft."
„Also, auf nachher.«
Er fand Dina an einem Tisch im Freien. „Ist es Ihnen
nicht zu kühl?«
„Gar nicht, es ist herrlich in der Sonne. Man sollte heute
den Schneesturm von neulich nicht für möglich halten.«
„Es war wohl ziemlich ungemütlich«, meinte er lächelnd.
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Erster Versuch zur Selbständigkeit Aufnahme: Binder
„Danke, es reichte. Wenn ich auch Gott sei Dank nicht luft¬
krank werde — cs ist kein Vergnügen, das Leiden der anderen
zu sehen — oder zu hören.«
„Das kann ich verstehen. Fliegen Sic oft?«
„Früher bin ich ein paarmal geflogen, aber in den letzten
Jahren tonnte ich es mir nicht leisten. Was ist das für ein
Flugzeug?« fragte sie neugierig, und zeigte auf eine Maschine,
die gerade zum Start rollte. „Ich dachte, Stoffbespannung
gibt es heute überhaupt nicht mehr?«
„Doch, die „Dragon 68« hat sic noch. Die Engländer sind
eben konservativ. Dort kommt das Genfer Flugzeug«, er wies
auf eine Maschine, die im Landen begriffen war. „Das ist
eine „Douglas.«
„Fabelhaft interessant. Ich könnte den ganzen Tag hier
sitzen.«
Er lächelte über ihre Begeisterung. „Ich freue mich, daß
Biringen nicht allzu schwarz in Ihrer Erinnerung bleiben
wird.«
„Ach so. Aber wenn dieser Zwischenfall nicht gewesen wäre,
säße ich jetzt hier einsam und allein und hätte niemand, der
mir alles erklärt.«
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