verfaßt hat, daß die Regierung derrichtigen Mitte" in Frankreich damit umgehe,der Sonue eine Mütze aufzu setzen." Da möchte doch wohl das jusko milieu keine totale Sonnenfinsterniß zu Stande bringen, und nicht einmal eirwrichtige Mitte" zwischen Licht und Finsterniß.

Holland. Die holländischen Blätter versichern jetzt, ihr König habe keineswegs erklärt,daß er die Ucber- gabe der Citadelle von Antwerpen nicht genehmige"; sondern nur,daß er sich um diese Uebergabe nicht kümmere". Das Letztere mag richtig seyn; er scheint sich von Anfang an um die Citadelle nicht gekümmert zu haben und um die Besatzung auch nicht. Die Hollän­der halten fortwährend die Forts Lillo und Liefkens- hoek besetzt, und die Schifffahrt und der Handel auf der Schelde sind nach wie vor gesperrt. Dieß thut auch dem deutschen Handel einigen Eintrag. Ueberhaupt lst es eine schlimme Sache, daß es nicht leicht irgendwo in Europa Schläge gibt, von'welchen nicht auch einige für Deutsch­land abfallen.

Deutschland. Der Himmel schien selbst thun zu wollen, was er der Hand eines Menschen nicht erlaubte. Der jüngere König von Ungarn, gegen welchen bekannt­lich vor'einigen Monaten em Mord versucht wurde, war gefährlich krank und hatte die letzte Oelung bekommen. Das Volk von Wien blieb für einige Tage aus dem Theater und betete dafür in den Kirchen. Neuerdings soll es sich wieder mit der Gesundheit des Königs gebes­sert haben und wieder das Theater, statt der Kirche, be­sucht werden. Die Kriegsrüstungen zur Erhaltung des Friedens dauern im Preußischen fort. Nicht weniger als 1080 Kanonen sollen bei der Hand seyn, und was noch fehlt, wird aufs Thätigste herbeigeschafft. Mag viel Geld kosten, ist aber ein probates Mittel, um uns den Frieden th euer zu machen. 2.

Cp.rrespondenj-Nach richten.

Darmstadt, 4. Jan. Nach dem Vortrage, welchen der Hr. Präsident des Finanzministeriums, Frhr. v. Hof­mann, über den Hauptvoranschlag der Staatseinnahmen und Ausgaben für die Jahre 1833, 1834 und 1835, der zweiten Kammer der Landstände abgestattet hat, werden für die obenbemerkten Jahre für das Hofbauwesen 7911 ff. 20 kr. besonders um deßwillen weniger in Anspruch genommen, als auf dem vorigen Landtage für die Jahre 1830, 1831 und 1832 bewilligt worden war, weil Se. K. H. der Großherzog eine, von der Baubehörde für sehr dringend erkannte, Hauptreparatur im Palais zu Mainz wo S. K. H. demnächst bisweilen auf einige Zeit zu residiren beabsichtigen noch bis zur nächsten Finanzpe­riode aufgeschoben wissen will. Bekanntlich war schon auf dem vorigen Landtage von einer Erweiterung des hiesigen Residenzschlosses die Rede und darüber bereits eine Proposition der Staatsregierung an die Stände ge­bracht. Se. K. H. der Großherzog nahm damals diese Proposition vorerst zurück. Nun ist wieder davon die Rede. Der gedarbte Vortrag des Hrn. v. Hofmann sagt darüber:Auch dießmal ist es noch nicht die allerhöchste Absicht Sr. K. H. des Großherzogs, die Mittel zum voll­

ständigen Ausbau des Schlosses von ihnen zu begehren, allein es ist nun höchst dringend geworden, die so wün- schenswcrthe Vermählung Sr. H. des Erbgroßherzogs durch Herstellung eines anständigen und angemessenen Lo- cals zu seinem künftigen Etablissement möglichst bald her- beizuführen.^ Se. K. H. der Großherzog halten es daher für angemessen, daß vorerst ein Theil des neuen Schlosses zur Wohnung für Se.H. den Erbgroßherzog in der Art eingerichtet werde, daß, wenn demnächst die Ein­richtung und beziehungsweise die Ergänzung des neuen Schlosses so weit gediehen ist, daß solches von Sr. K.H. als Residenz bezogen, und dagegen das Palais an Se.H. den Erbgroßherzog abgegeben werden kann, die auf jene Wohnung verwendeten Kosten nicht als vergeblich anfge- wendet erscheinen, sondern mit ihrer ganzen Summe den künftigen Anbau des Schlosses erleichtern."

Der Hr. Präsident bemerkt sodann weiter, daß für diesen Zweck für jedes der drei Jahre der bevorstehenden Finanzperiode 50,000 fl. in Aussicht genommen scyrn. Diese Summe (also 150,000 fl.) soll hinreichen, nicht nur die Wohnung für Se. H. den Erbgroßherzog cinzurichten, sondern auch mit der künftigen Erweiterung des Schlosses einstweilen den Anfang zu machen. Nach der Ver­sicherung des Hrn. Präsidenten soll jedoch diese Erweite­rung unter allen Umständen möglichst beschränkt werden. Man kann wohl annehmen, daß diese Pro­position noch zu weitern Erörterungen führen und daß man namentlich von Seiten der Stände für nöthig finden wird, ehe Summen zu eiuem Theil des neuen Baues bewilligt werden, vorerst den Plan des Ganzen einzn- sehen und darüber die erforderliche Verabredung festzu­setzen. Sollte übrigens, was wahrscheinlich ist, wenn der Plan zur Ausführung kommt) bei dieser Gelegenheit die Wohnung des verstorbenen Großherzogö niedergerissen werden müssen die Wohnung, welche Er über 50 Jahre mit seinem Geiste und seinen Schöpfungen belebte, so würde uns dieses ein Gefühl des Schmerzes «blocken, noch stärker, als es uns jetzt bisweilen beschleicht, wenn wir die geschloffenen Läden seiner Zimmer ansehcn, welche uns wie die vorgeschobenen Riegel an der Pforte der Vergangenheit Vorkommen.

Chronik d:r Europäischen Ständekammern.

Daß die deutschen Ständekammern hier am Meisten berücksichtigt werden sollen, wurde früher schon gesagt, und ich wende mich daher kurzer Hand zu ihnen.

Die landständische Verfassung, welche Art. 18. der deutschen Bundesakte verspricht, ist bei weitem noch nicht in ganz Deutschland eingeführt; denn sogenannte Postn- latenlandtage und bloße Provinzialftände entsprechen nicht dem wahren und geschichtlichen Sinne von Landftänden und einer echten Volksvertretung; und davon hatte sich auch die Krone Preußen überzeugt, als sie am 27. Oct. 1810 ihre Absicht erklärte,der preußischen Nation eine zweckmäßig eingerichtete Repräsentation, sowohl in den Provinzen als für das Ganze zu geben," und als sie weiter am 22. Mai 1815 die Bildungeiner Re­präsentation des Volkes" verhieß, und als sie