Süddeutsche Hausfrau

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Ferien - am Grotzstadtrand

Schöne Nakur vor Frankfurts Toren

Ö le Ferienzeit hat begannen! Tausende sind wieder unterwegs. um in schöner landjchaft Lrholung und Freude zu suchen. Vach nicht jedem fahrt die Lijenbahn an ferne Lüsten und in idyllische Gebirgstäler, viele erleben auch ihre Serien zu Hause und nutzen die freien Tage, um sich wieder einmal in die Reiz« der engeren Heimat zu Verliesen. So können sogar Serien am Großstadtrand zu einem beglückenden Lricbnis werden.

Frankfurt mit seinen hervorragend gepflegten Anlagen, seiner Altstadt mit den kleinen Gassen, den engbrüstigen Häusern, den romantischen Hösen und Winkeln, in denen der Deist des Mittelalters lebt, zählt zu den landschaftlich schönst gelegenen deutschen Städten, die sowohl dem fremden wie dem Einheimischen eine abwechslungsreiche Ferien­zeit ermöglichen.

Va ist der glufi, der jahrhundertelang leben und Wirken der Bürger bestimmte, mit seinen Schissen und Booten. der an schönen Tagen Ge­legenheit gibt, in Wasser. Sonne und tust den Körper zu erneuern und zu erfrischen. Seine Uferstraßen locken zu Spaziergängen.

Morgenstunden im Nied Wer aber die Stille der Natur sucht, braucht nur mit der Strasienbahn an den Rand der Stadt zu fahren. Wie herrlich ist es. in früher Morgen­stunde hinter dem Vorort Lnkheim durch den Nicdcrungswald und die Felder zu schreiten, Zn Hellem licht liegt die Höh« von Bergen mit der kleinen Nirche und den Häusern des ehemals Kanauijchen Drtes. lieber die Dbstgärtcn am steilen Hang fliegt der Blick, über die Lbene. wo wogenden Kornfeldern gleich auf weiter Fläche mannshohes Schilf und Linsen rauschen. Hier breitet sich das Nied, der letzte lleberrcst eines gewaltigen Mainarmcs. dessen Wasser in seiner Vorzeit bis zu den Höhen von Leigen und zum Nöderbergrand vordrangen. Moderhauch der Sumpflandschaft weht in der Morgenlust. Zwischen dichtem Schilf grünt der Sumpsjchachtclhalm. die gelbe Zris wiegt sich aus hohem Stengel, viele seltene Pflanzen, sogar sicischfrelsende. wie der Wasserschlauch, dem die kleinen Nrcbstierchen zur Leute werden, wachsen im Nied. Zahlreiche Fische. Nröten. Molche und Schnecken beleben die ver­

borgenen moorigen Wasserflächen. Blindschleichen und Ringelnattern gibt es in den Niederungen und selbst die europäische Sumpfschildkröte findet dort eine Heimstatt. Zahllos find die Vögel, die auf dieser Naturschutzstätte nisten und brüten, die Wasserhühner und Nrickenten. die Ammern, drosseln. Bachstelzen und vor allem auch der stolze Reiher, der dort ständiger Gast ist.

Malerisch« Winke an der Nidda Schon ist es auch am Kellen vormittag am lauf der Nidda zu wandern, draußen zwischen Lonamev und Heddernheim, wo der Blick über weite Felder bis zu den Höhen des Taunus reicht, bewundert man eine eigenartige Flußlandjchaft. die es kaum ein zweites Mai in dcutschland gibt, die Altarme der Nidda, die nach der Regulierung des Flüßchens erhalten geblieben sind, wurden zum Naturschutzgebiet erklärt. So umspült dicht am Hausencr Wehr das Wasser eines Aitarmes eure kleine Znsel. Hoch recken sich die schönen Bäume über Weißdorn. Lbcrejchcn und Wacholdcr- bllschen. An der praunhcimer Straßenbrücke stößt man. neben den im Sommer von fröhlichem Badebctrieb belebten Wiesen, aus drei mit­einander verbundene Nidda-Altarme, die eine Schleife bilden und von der Lbelquelle gespeist werden. Rohrsänger und Meisen flüstern im Usergebüsch. Wildenten und Wasserhühner fallen ein. und der seltene, buntfarbenc Lisvogel ist hier zu Haufe. Lin Stück schöner, deutscher dörf­licher Heimat am Großstadtrand.

Sonne über stillen Weihern Stundenweit dehnen sich die Wälder vor Frank­furts Toren. Ueberall locken Gaststätten im Grünen. Voch wer die Stille liebt, wandert an die kleinen Weiher im Stadtwald. Derne schenkt man dem BuchrainweiKer an der Grenze zwischen Frankfurt und Dfsenbach eine Ferienstunde und auch der nahe, von Wildenten und Wasserhühnern belebte Maunzcnweiber ist ein Plätzchen, an dem es sich gut ausruhcn läßt. Unter den hohen

Unser Titelbild zeigt:

Die Seliuiis|iieleriii Karin Hardt in ihrem neuen Film ,.Fasching.

Autnnlnnc: Havaria - Filmkunst

Lichen und Niesern, an der kleinen Waldwiese, kann man im Grase liegen, und die Hängematte zwischen die Bäume spannen. Lin schöner Heim­weg, am Goethcturm vorüber, führt in die Stadt.

Am Tor zur Welt

Zn wundervoller Harmonie eint sich die Natur mit der Schönheit modernen Bauens und neu­zeitlicher Technik auf dem Weltflughasen Rhein- Ma:n. Herrlich ist es hier, an einem Nachmittag auf der Naffee-Terrassc zu fitzen, wenn sich der blaue Himmel über dos weite Gelände spannt, und die Sonne die weißen Bauten überglänzt. Zmmer fesselt das riesige Flugfeld mit seinem lebhaften Betrieb. Flugzeuge landen. Tankwagen rollen heran. Monteure überprüfen die Motor«, kleine Zubringer-Narren bringen Gepäck und Post an die Maschinen, lautjprechcr rufen die Fahrgäste zum plahnehmcn. Propeller surren und immer wieder erheben sich Flugzeuge in den Himmel, die nach allen ländern der Welt den Anschluß vermitteln, denen man nachschaut mit den Gedanken:Ach, wer da mitreiscn könnte."

Auch wenn der Abend kommt, ist es hier schön! Allmählich färbt sich der Wald dunkler, und der Schäfer treibt feine Herde in den Pferch. Dann leuchten die ersten Scheinwerfer von der Rcichs- autobahn. die am Flugfeld vorllberzieht. und mit dem Linbruch der Nacht flammen auf den luft- schiffhallen und den Masten, die die Zeppeline bergen, die roten lichter aus. di« das weite Roll­feld begrenzen.

Abend vor der Stadt

Wer aber in den Abendstunden nach Seckbach Kinausgeht und durch die Gärten zum lohrberg kinaufwandert. sieht einen Sonnenuntergang, wie man ihn sich nicht schöner denken kann. Lin lichtermcer breitet sich bald in der Lbene. «in ewiges Gcfunkel Frankfurt!

So zeigt ein Morgen, ein Mittag und ein Abend um Franksurt, daß man auch am Droß- stadtrand schöne Fcricnstunden erleben kann. Ls ist nur ein kleiner Ausschnitt aus den vielfältigen Ausflugszielen, die Frankfurts Umgebung bietet. Schlägt man den Zirkel um die Stadt nur wenig weiter, dann winken reizvolle landjchaftcn im Taunus, im Ddcnwald. im Spessart und an der Bergstraße, eine Reihe bekannter Badeorte und Deutschlands schönster Strom der Rhein. Stätten, die durch Lisenbahn und Dmnibus be­quem und schnell zu erreichen sind, die auch denen, die daheim bleiben und nicht in die Fernen reisen können, s- öne Ferientage schenken.

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