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Redigirk unlcr MikwirKung hervorragender Merkte von vr. Heinrich Kantor. Herausgegeben von Ed. Strsche.
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4. Jahrgang.
Inhalts*Verzeichnis: Die ©ingftimine »nd ihre Pflege. Von Or. R. Jmhofer, Prag. - Der Kampf gegen die Straßenfch leppe. Non Herinine Lndeivig, Bnnzlau. — Die Tnberknlofe als Bolkskrankheit und deren Bekiimpfnng. Non Docent Or. von Weismayr, Alland. — Die Bedeutung der Zahnheilkunde für Bolksgesundheitspflege. — Weisungen für die Pflegeelteril betreffs der Ernübrung und Pflege der Säuglinge. — Ortspolizeiliche Vorschriften in Miinchen über den Verkauf von Kindermilch. — Aus allen Gebieten der Medicin. — Aus Dentschböhmcn. - Die Bilz'sche Anstall. — Zur Naturheilbeivegnng. — Zur Kurpfuscherei. - Eingesendet. - Offene Briese.
Nr. 3
Warnsdorf, 1. Juni 1901.
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Von M. U. Or. R. Jmhofer in Prag.
iele sind berufen, aber Wenige sind auserwählt." Dieser Satz hat, wenn irgendwo im Leben, auf dem Gebiete der Kunst seine Berechtigung und nicht am wenigsten auf dem Gebiete der Gesangskunst. Wer behaglich von seinem Platze im Theater oder Koncerte dem Gesänge eines unserer berühmten Künstler oder Künstlerinnen lauscht, der denkt wohl am wenigsten daran, wie viel Mühsal der Gefeierte zu erdulden hatte, bevor er den' Gipfel der Kunst erklommen, wie viel Sorgen er vorher durchzumachen hatte. Und nicht zu den geringsten Sorgen des Künstlers gehört die um Erhaltung der Stimme. Das drohende Schreckgespenst des Verlustes der Stimme und des damit verbundenen künstlerischen und materiellen Ruines macht manche Künstler geradezu zu Hypochondern. Doch auch der Dilettant, der die Sangeskunst nur pflegt, um sich und seiner Umgebung ein paar vergnügte Stunden zu bereiten, hat das Streben, aus der Zeit und dem Gelde, das er auf die Ausbildung seiner Stimme verwendet hat, doch Nutzen zu ziehen und die Leistungsfähigkeit derselben möglichst lange zu erhalten. Nicht überflüssig wird es daher erscheinen, einige Anleitungen zur Pflege der Singstimme zu geben und einige der wichtigsten Punkte, die hier in Betracht kommen, zu erörtern, wenn auch eine vollständige Darstellung der Hygiene der Stimme sich in so knapp bemessenem Raume nicht geben läßt. Leider sind aber die Ansichten über diesen Gegenstand beim Laien noch ziemlich unklar und verwirrt.
Einige Vorbemerkungen in Bezug auf Bau und Funktion des menschlichen Stimmorgans möchte ich hier vorausschicken. Viele halten die Kenntnis desselben zwar für unnützen Ballast, aber in der menschlichen Natur liegt es, bei Allem nach dem Grunde zu forschen, und jeder leistet den Anordnungen und Vorschriften, deren Grund und Zweck er kennt, gerne Folge.
Der Kehlkopf ist eine Erweiterung der Luft- röhre, deren Hanptbestandtheil 5 Knorpel bilden. Vorn der Schildknorpel, den man am Halse deutlich als Adamsapfel fühlt; darunter der Ringknorpel, der, nach rückwärts zu aufsteigend, die hintere Wand bildet; auf diesem sind 'gelenkig beweglich zwei pyramidenartige Knorpel, die sogenannten Gießbeckenknorpel, aufgesetzt, welche die Hauptansatzstelle der den Kehlkopf bewegenden Muskeln abgebeu. Endlich ist noch vorn ein schaufelförmiger, sehr elastischer Knorpel, der Kehldeckel, angebracht, der aber mit der Stimmbildung selbst nichts zu thun hat, sondern nur zum Abschlüsse des Kehlkopfes beim Schlingakte dient. Einige noch vorhandene kleinere Knorpel bedürfen, als für die Funktion unwichtig, keiner kveitereu Erwähnung. Von vorn nach rückwärts ziehen durch den ganzen Raum des Kehlkopfes hindurch zwei sehnige Bänder, die sogenannten Stimmbänder, die in sich einen Muskel einschließen, der für die Stimmbildung außerordentliche Wichtigkeit hat, und den wir hier kurz als Stimmbandmuskel bezeichnen wollen. Die übrigen Muskeln des Kehlkopfes dienen dazu, die
