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Heinrich Seidel:
{, Der Leichenmater / Der Gariendied, Radau / Hans Hinderlich u. a.
Heinrich Seidel, geboren zu Perlln ln Mecklenburg am 25. Juni 1842, gestorben in Groß-Lichterfelde am 7. November 1906.
Der liebenswürdige Poet Heinrich Seidel hat in seinen Jünglingsjahren zu den Autodidakten gehört, und sich nach etlichen Schuljahren einer praktischen Betätigung zugewandt.
Später hatte er Gelegenheit, seine In Schwerin und Güstrow erworbenen Kenntnisse im Maschinenbau auf dem Politechnikum in Hannover und Berlin theoretisch zu erweitern.
Heinrich Seidel hat dann als Ingenieur erfolgreich eine Laufbahn betreten, für die er hohe Eignung mitbrachte. Eine bedeutsame Aufgabe, an deren Lösung Seidel Anteil hatte, war die damals bestaunte große Halle des Anhalter Bahnhofs ln Berlin.
Allein mehr noch als die technischen Probleme reizten ihn poetische und bestimmten schließlich Heinrich Seidels Lebensgang.
Mit einer Novelle „Der Rosenkönig“ hatte er 1871 debütiert.
Im Jahre darauf folgten Gedichte:
„Blätter Im Winde“, 1873 eine Märchensammlung: „ Fliegender
Sommer“, 1874 zierliche Novellen, betitelt: »Aus der Heimat".
Im Jahre 1880, als der noch unbeachtete Autor seine „Vorstadtgeschichten“ publizierte, verließ er endgültig den Zeichentisch des Ingenieurs und behielt nur die Poetenfeder In der Hand. Was ihm denn bald äußerlich
wie innerlich zu frohen Erfolgen anschlug. 1882 erschien In der Sammlung „Jorinde und andere Geschichten* jene Erzählung vom nachmals sehr berühmt
gewordenen „Leberecht Hühnchen“, mit der Heinrich Seidel seinen populären Ruhm begründet und gesichert hat. Die schmunzelnde Typik dieser für Seidels Humor charakteristischen Figur, wurde variiert und fortgeführt im zweiten Band der Vorstadtgeschichten, benamset „Neues von Leberecht Hühnchen und anderen Sonderlingen" (1888); gereifte Weisheit gab 1890 „Leberecht Hühnchen als Großvater“ zum besten,
ln einer Gesamtausgabe sind 1900 die Hühnchen-Motive und Drolligkeiten zusammengefaßt worden.
Von Seidels Schriften, die 1906 ln neunzehn Bänden erschienen sind, bleiben zu nennen: „Idyllen und Scherze“ (1884), „Wintermärchen“ (1885), „Berliner Skizzen“ (1894).
In allen diesen humorlgcn Schriften findet man Natürlichkeit und Zart- sinn ausgebreitet, wenn sie auch nicht an die Originalität des Leberecht Hühnchen heranreichen. — Denn Hühnchen Ist ein klassischer Nachkomme aus der Familie des Schulmeisterlein Wuz, und wenn ihm die letzte Jean Y aulsche Begnadung fehlt, so bleibt er doch ein Lebenskünstler und ein Freudenjäger, von dessen lyrischer Selbstbescheidung wir alle lernen können. Richard Elchinger.
BILD ZUR ERZÄHLUNG „DER LEICHENMALER“.
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