dcr Beduine Fein Räuber, der ganze.Stamm kämpft, raubt, ohne zu wabncn, es sey Unrecht. Er lebt in offnem Kriege mit allen Fremden, verlangt, sie sollen seinen Schutz suchen, sein Gebiet nicht ohne Tribut durchziehen, und nimmt nun alles, wo er bey gehö­riger Vorsicht mit einer Abgabe zufrieden gewesen wäre. In der Horde selbst beraubt keiner den an­dern; nicht in Städten und Dörfern stiehlt atich dcr ärmste Beduine: aber in Mäste, unter seinem Emir, oder Schech ist er ein gefährlicher Plünderer.

Wahrend die Männer ihr ruhclecrcs Leben um- hertrcibt, steten Gefahren preis gegeben; wahrend andre, besonders Knechte, die Hecrden hüten, pstegcn, melken, u. dergl. sitzen die Weiber und Mädchen im Zelte, auf dem Boden mit dcr Wartung der Kinder, mit Besorgung des Hauswesens beschäftigt. Sie mah­len, mühsam genug, Korn auf kleinen Handmühlcn, spinnen Kamccl - und Schafwolle und Ziegenhaare, und weben daraus Tücher, woraus andre die nöthi­gen Kleider und Decken verfertigen. Auch die Vor­nehmsten sind nicht von dcr Pflicht frey, an diesen Hausarbeiten Theil zll nehmen, wovon einige schwer und belästigend sind. Auch ist ihnen die Bereitung des Brodes, die Besorgung des Geflügels, dcr Hüh­ner und Tauben, übergeben.

Das Brod ist ein dünner Kuchen, ohne Sauer­teig, einen Finger dick, und kaum langer als einige Tage genießbar. Es wird auf eine sehr einfache Art gebacken. Man erhitzt den Boden durch Feuer, rei­nigt ihn ein wenig, legt.sodann den Teig auf die