minder beschwerlich und gefährlich sind ihm im Sommer Gewitter, und die seng.nde Hize, wodurch die Abhänge so schlüpfrig gemacht werden, daß nirgends der Fuß haften kaun, während auf der andern Seite Regengüsse auf den hohen Gebirgen reißende Ströme bilden, die alles verschlingen, was ihnen in ihrem Laufe vorkommt.
Dies sind nun die natürlichen Gefahren, die mit dieser Jagd an und für sich schon verbunden sind; allein diese werden noch schauderhafter durch die gewöhnliche Weise, wie sich die Gemseojager hicbei benehmen. Ge« wöhnlich bleiben diese Schüzen nirgends auf gebahnten Wegen, sondern wählen iuegemein die kürzesten und dies- falls meistens auch die gefah lichsten Wege. Besonders schauderhaft ist die Art wie tuvgenicin die Gemsenjäger die Berge herabkommcn Sie halten den Srok, auf den sie sich stüzen, hinter sich, und fahren so nicht selten die steilen Wände der Gemint und der senkrechtesten Felsen herab, ohne Schaden zu nehmen.
Die Walliser sind lange nicht so verwegen.
Eo behauptet man insgemein, daß die Katholiken vorsichtiger als die Protestanten zu Werk gehen, welches, wie katholische Geistliche versichern, vorzüglich darinnen seinen Grund haben soll, daß solchen Wagehälsen, die einer so offenbaren Gefahr sich muthwillig auosezen würden, von )enen die Absoluzion versagt wird. Ueberhaupt scheint selbst der fromme Aberglaube hier nicht selten noch gute Folgen zu haben, wovon wir weiter unten noch ein sonderbares Beispiel anzuführen Gelegenheit nehmen werden.

