Der Sommer in Holland ist minder angenehm, und die übrigen Iahrszriten sind beschwerlicher als in andern Ländern. Diese Wirkungen des Klima's haben einen wesentlichen Einfluß auf die Lebensweise der Ein­wohner, und dieser äußert sich sowohl in der Kleidung, als in der Nahrung derselben. Die Kleidung der Hol­länder ist daher insgemein gefällig, einfach, fein und reinlich, aber doch gewöhnlich solid genug, um den Kör­per für Kalte und die schädlichen Einflüsse der Feuchtig­keit und der häufigen Nebel zu schützen, die hier sehr oft entstehen, und sich so schnell und dicht über das ganze Land verbreiten, daß man öfters keinen Schritt weit vor sich sehen und kaum die Hand vor den Augen unterschei­den kann.

Diese Nebel sind aber hier wegen der vielen Kanüle und Graben, die meistens ohne Geländer sind, um so gefährlicher. Menschen und Vieh verirren sich hiebei, Klitschen gerathen an einander, und die Verwirrung nimmt so überhand, daß in Amsterdam selten ein solcher Nebel vorüber geht, ohne einigen Menschen das Leben gekostet zu haben.

Der Holländer lebt an und für sich müßig, und seinem Klima angemessen. Feste, nahrhafte und gut ge­kochte Fleischspeisen und Fische wachen seine Hauptnah­rung, und Tobak und Genevcr sind unenibchrliche Be- dürfnisse des gemeinen Mannes. Ihre Feierlichkeiten sind gewöhnlich mit Würde verbunden, auch öfters wirk­lich sehr kostbar; doch sieht man wenig Betrunkene. Häusliche Feste, als Hochzeiten, Kindkoufen und Leichen VI. iöatlö- G