138

den vorzüglichsten und besten Einrichtungen für den Staat selbst äusserst nachrheilig wurden. So bestunden z. B. seit undenklichen Jahren bedeutende Wohlthätigkensan- stalten zu Aachen, die nach ihrer Bestimmung Arme und Unvermögende unkerstüzen sollten, aber größtrntheils blos zur Beförderung der empörendsten Faulheit gemiß­braucht wurden, und eine Menge Bettelleute und an- dachtelnde Müßiggänger herbeilokte, die sich selbst und dem Staate zur Last fielen. Eben so hatte der Bigottis- mus die t,aurigsteu Folgen, da er unter den verschiede­nen Rellgionsverwandken nicht nur unzählige Feindselig­keiten und Zänkereien herbeiführte, sondern auch die ganze Bürgerschaft in Prozesse und Streitigkeiten ver- wikelte, welche unendl che Kosten und Unannehmlichkeiten verursachten, und beinahe den allgemeinen Verfall der Stadt bewirkt hätten. Glüklicherweise wurden diese ober endlich durch oberrichterliche Entscheidung und Macht beigelegt, und dadurch größere Nachtheile besei­tiget. Auch der herrschenden Bettellei der Müßiggänger und der Zügellosigkeit ausschweifender Buhlerinnen, die in Aachen einheimisch lebten, wurde in den neuern Zeiten durch eine sehr zwekmaßige Anstalt der leztverstor- benssn französischen Kaiserin Joseph ine Schranken ge- sezt. Diese hatte nämlich bereits Anno i8o6. ein pa- tronisirtes Institut eines Arbeitshauses begründet, wo­durch diese überhand genommenen Mißbrauche, wo nicht gänzlich, doch gewiß größtrntheils verschwunden sind. Es wird in diesem Institute nach den Kräften der hinein- gezwungenen Personen gesponnen, gewebt, und sonst