*39

gearbeitet. Seit jener Zeit ist es auch durch polizeiliche Ciurichtung dahin gekommen, daß Aachen, welches sonst wegen der oben gedachten Freudenmädchen so allgemein bekannt und verrufen war, auch von diesem Unfugs größtentheils gesäubert ist. Man treibt diese Geschöpfe, wo man ste findet, in ein altes Kloster, und halt sie da zum Arbeiten an.

In Hinsicht der Kleidung haben die Aachner vieles mit den Holländern und Niederländern gemein, und zeichnen sich besonders durch seine Tücher, und die ver­tröst,chste Leinwand aus, die hier fast allgemein getragen Werden. Perlen und Edekgcstcine sind unter der reichern Klasse der Aachm: Einwohner bei feierlichen Gelegenhei­ten gewöhnlich, wozu vorzüglich bei dem weiblichen Ge­schlechte die kostbarsten Spizen den glänzenden Anzug vollenden.

Die Bauart der Häuser ist sehr antique, und daher minder bequem. Ungleich moderner und eleganter, ja öfters kostbar ist das Hausgerärhe, und ein hoher Grad der Kleinlichkeit und Ordnung wird hier in allen ange­sehenen Häusern fast durchgängig gefunden. Auch unter den mittleren Ständen ist, obgleich minder modisch, je­doch sehr solides Hausgerärhe gewöhnlich, uud ein ziem­licher Wohlstand sichtbar. Die Sprache der Aachner hat die niedcrrhcrnische und westphalische Mundart, und ist ziemlich deutlich und angenehm; doch nähert sie sich schon etwas dem plattdeutschen, und ist besonders unter dem gemeinen Mann mit vielen Provinzialismen verun­staltet. In ihrer sonstigen Lebensweise sind die Aachner