Siebzehnte Fabel.

D i e Aexte und der F l u ß g o t t.

hinein Zimmermann fiel einst seine Art in einen tiefen Strom. Inständig bath er den Flußgott, er möchte ihm, der so arm sey, doch seine Axt wieder herauf« bringen. Der Flußgott ließ sich rühren, erschien, lind hielt dem Zimmermanne eine goldene Art vor. Das ist die Meinige nicht, sagte der Zimmermann ganz gelassen. Der Gott tauchte unter, erschien aufs neue, und reichte ihm eine silberne Axt hin. Auch diese gehört mir nicht, sprach der Arme. Izt höhlte der Flnßgott eine dritte Art von Eisen mit einem hölzernen Stiele herauf. Das ist die Mei, nige, das ist sie, rief der Zimmermann freudig. Gut erwiederte der Gott ich sehe, du bist eben so ehrlich, als arm. Nehme deßwegen zur Belohnung deiner guten Gesinnungen nebst der Art, die dein ist, auch die beyden andern als ei» Geschenk von mir.

Lehre.

giebt Leute im Bettlerkleide, die weit ehrlicher, oder doch eben so ehrlich sind, als Menschen, die in Seide gehen. Solche Arme, die sich bey der großen Noth, mit der sie zu kämpfen haben, nicht vom Pfade der Tugend entfernen, sind achtungswürdig im hohen Grade, und verdienen, daß reiche Menschen ihnen zu ersetzen suchen, was sie durch die Härte des Schicksals verloren oder nicht erhiel­ten.

4

Dritte« Heft.

L