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sie als gut geartete Kinder. Sie thaten alles, waS ihre Aeltern und Lehrer wünschten und befahlen, mit Freude, und murrten nicht, wenn ihnen etwas verboten wurde, weil sie wußten, daß ihre Aeltern alles ant besten einsahen, und nur daS Wobl und Glück ihrer Kinder wollten. So blieben sie, bis sie sechs und acht Jahre alt waren. Sie hatten bis zu dieser Zeit mit keinen andern Kindern Umgang gehabt, als mit gut gesittelcn, deren Gesellschaft die Aeltern ihnen gern erlaubten.
Da trug sich's zu, daß zwei andere Knaben in die Nachbarschaft kamen; ein paar böse wilde Jungen, die ihren Ael- kern großen Kummer machten. Sie hießen Ludwig und Georg. Die Gärten der beiden Häuser stießen an einander, und davor lag ein freier Platz, wo die beiden Knaben gewöhnlich müßig herum liefen und allerlei Unfug trieben. Karl und Fritz sahen ihnen zuweilen zu, aber sie gingen nickt zu ihnen, wie oft auch Ludwig und Georg sie einladen mochten, mit ihnen zu spielen. Geht nicht mit diesen Knaben um, meine Lieben, sagte ihr Vater. Ihr seht ja, es sind keine wohlgezogenen Kinder, und ihr würdet in dieser Gesellschaft nichts gutes lernen.
Diese Warnmig half eine Zeitlang, und Karl und Fritz gingen weg, wenn Ludwig und Georg sie zu sich riefen. Da fingen die bösen Knaben an zu spotten und zu necken. Seht nur, d>e feigen Jungen! sagten sie. Die haben keinen Muth zu laufen und sich lustig zu machen, wie wir. Immer müssen sie hinter ihrem Gartenzaune sitzen, oder in der Stube mit Lernen sich quälen. Sie denken wohl, sie brächen gleich Arme und Beine, wenn sie einmal im Freien lärmen wollten. Ei bei uns, da ist Freude und Leben!
Anfangs machten sich Karl und Fritz nichts aus diese» Neckereien. Laß sie reden! sagte Karl. Sie haben Unrecht; unsre Aeltern machen uns ja auch Freude.
Endlich aber wirkten die Spöttereien der beiden Knaben. Karl und Fritz wollten ihnen zeigen, daß sie auch Muth hatten, und kamen zu ihnen auf den freien Platz. Sie fanden bald Gefallen an dem wilden Unfuge, den jene trieben und ließe» sich zu allerlei Unarten verleiten. Bald warfen sie mit Steinen über den Weg, daß sie die vorüber gehenden Menschen trafen, bald liefen sie mit den andern Kindern weit von Hause weg, ohne ihren Aeltern etwas zu sagen, und wenn die Lcrn- stunden kamen, waren Karl und Fritz oft nirgend zu finden. Ihr Vater fand sie endlick, als er sie einst suchen mußte, bei den unartigen Knaben und gab ihnen «inen Verweis über ihren

